2. Vorbereitungen

Vorbereitungen

Zuallererst: Ich bin definitiv kein High-Tech-Trecker. Jedoch habe ich auf meinen kleinen Touren erkannt, dass manche modernen Tools ganz hilfreich sein können. Um jedoch bestimmen zu können, was man so für eine Reise benötigt, helfen i.d.T. gute Reiseführe. Nach dem Sichten diverser Exemplare und manch wirklich sinnfreien Blindkauf (siehe Marco Polo, der tatsächlich an einigen Stellen soweit geht, sinnvolle Ratschläge in der Art zu geben, z.B. dass man sich in Alaska nicht mit den Bären anlegen sollte (ein für mich bis dahin nicht bedachter Hinweis, hätte ich doch glatt versucht, den ersten Bären, der mir begegnet, abzurichten oder zu jagen) und die männlichen Bewohner des Landes in den Kneipen (sozusagen die Ex-Goldgräber) durchaus Alkohl vertragen und ungemütlich werden können (wohl auch ein landestypisches Phänomen, was mir bisher nie unterkam) aber verschweigt, wie man sich ganz gut fortbewegen kann, wo man gut unterkommt usw. – aber das alles nur am Rande) kam ich zu den meistens doch brauchbaren Lonely Planet Reiseführer. Der war für die ersten Vorbereitungen eine gute Stütze und lieferte auch wirklich brauchbare Detailinformationen.

Im Laufe meiner Reise zeichnete sich immer mehr ab, dass das Land nichts mit meinen Vorstellungen von absoluter Wildnis zu tun hat, in denen alles immer verschneit ist und der Kampf ums Überleben an der Tagesordnung steht. Jedenfalls nicht im Sommer und ich vermute, auch nicht im Winter. Dazu später vielleicht noch mehr. Dennoch, ein paar dicke Socken sollte man bereit halten. Nein, im Ernst, grundlegende Sachen, die mir wichtig erschienen, waren ein relativ vernünftiges Zelt (für meine Reise war es ein Salewa Sierra Leone welches schon in Island perfekt war und als eines von wenigen einen nächtlichen Sturm auf der Insel standhielt, nochmal einen Dank an meine Ausleiherin Cordula!), eine gute Isomatte (Therm-A-Rest, wunderbar dämmend, selbst bei -10 Grad kam nichts durch) und ein Daunenschlafsack (Günstigprodukt von Moorhead, das bis -20 Grad arbeitet und mit dem ich wirklich sehr gut klar kam, kostete 70 Euro). Damit war „mein Hotel“ schon mal ausgestattet. Wichtig war weiterhin halbwegs gute Kleidung: Das Zwiebelprinzip ist empfehlenswert. Sprich: lieber mehrere Schichten von Kleidung übereinander, als eine dicke Hose und Jacke, so dass man bei Bedarf einfach eine „Schale“ ablegen oder drüberziehen kann. Auch wichtig, und das gilt insbesondere für den Süden: wasserdichte Kleidung! Schnelltrocknend, leicht und funktional. Dafür muss man aber wirklich keine Unsummen ausgeben. Ich hatte beispielsweise eine Hose aus Mikrofaser von Asics, die (wenn man sie nach dem Waschen bügelt) zumindest gut wasser- und schmutzabweisend ist und wunderbar schnell trocknet (kostet ca 50 Euro). Dazu noch lange Thermounterhosen (im Sommer gar nicht einfach in Deutschland zu bekommen :)) Für den Oberkörper gabs Funktionswäsche, die ich auch beim joggen trage. Dazu ein paar Fleecejacken und was wasserdichtes obendrauf. Seit Island habe ich auch die Funktion von Hüten immer mehr schätzen gelernt. Kopfbedeckungen sind „dort oben“ keine schlechte Idee. Halten warm, schützen vor der Sonne, vor Regen und – Mücken! Gerade letztgenannte sind im Sommer in Zentralalaska der absolute Hammer und können den Reisespaß stark beeinträchtigen (habe mir ein Moskitonetz für meinen Kopf mitgenommen – zum Glück, denn das wäre sicher ein Grund gewesen, den Urlaub abzubrechen). Schuhe sollten bei mir wasserdicht aber vor allem unendlich bequem sein. Dazu über die Knöchel gehen, da dies doch gut stützt. Ich hatte keine Lust, irgendwo im Graben mit einem Bänderriss zu liegen. Habe mir welche von Raichle gekauft, nachdem ich lange nach welchen gesucht habe, die auch wirklich bequem sind. Die sinds (und fungieren auch super als Winterschuhe hier in Deutschland, wenns mal herrlich matschig und nass ist!) Damit hätte ich die Kleidung.

Was fehlt? Ein Rucksack! Auch hier stand Funktionalität weit oben, wichtiger war mir jedoch noch der Tragekomfort, wenn man mit dem Teil alles vier Wochen bewegt. Nach einigen Tests entschied ich mich für einen von Lowa AlpinPro (ich hoffe, der heißt so). Ich denke, meine Ausrüstung hält sich finanziell in Grenzen (zumal ich nicht viel neu gekauft habe ausser Rucksack, Iso-Matte, Schuhe und Schlafsack, was zusammen ca. 400 Euro kostete. Klingt nicht wenig im Vergleich zum Badeurlaub am FKK Strand, aber ich trage die Sachen durchaus auch jetzt (sind relativ salonfähig) und spare aufgrund des Campens mehrere tausend Euro für die Alaskatour ein, denn eine geführte Tour mit Hotelunterkunft und Transport beläuft sich sehr schnell auf 3000-4000 Euro. Und: darüber hinaus erlebe ich das Land im Gegensatz zu den Bustouristen, die entnervt sind (ich konnte mit vielen reden)).

Ein kleine Anmerkung: Ich liste die Preise, damit sich Planende ein Bild machen können, was auf sie eventuell  finanziell zukommt und ich darüber hinaus deutlich machen möchte, dass man keine 1000de Euro für einen Trip an die „Grenze der Welt“ ausgeben muss, wie das häufig suggeriert wird. Aber ein bisschen Ausstattung kann nicht schaden.

Ansonsten noch eine gute Kamera (Lumix FZ-20 wars damals, klasse Kamera, alles dran für jegliche Fotosituation, super Zoom, klasse Objektiv usw.) und Akku sowie Ladegerät und Netzadapter um Bilder für die Daheimgebliebenen zu schießen, ein GPS Kompass (Garmin eTrex, wohl einer der Billigsten, aber mit bester Stand-by Zeit und Nutzung von normalen AAA-Baterien (wichtig, wenn man 14 Tage nicht an einer Steckdose vorbei kommt). Das Gerät ist wasserabweisend und erfüllte alle Ansprüche für die normale Orientierung, um abends das Zelt zu finden (nützlich) und auch wieder nach Hause zu kommen (ich will ja schließlich auch die Bilder zeigen). Handy kann getrost zu Hause bleiben, in Alaska gibt / gab es keinen Empfang außerhalb der Städete. Innerorts wiederum benötigt man ein Telefon, welches das amerikanische Netz unterstützt. Natürlich noch Kreditkarte (wir sind ja in Amerika, Mastercard ging überall problemlos), Reiseführer, Taschenmesser usw. Auch Taschenlampe bleibt von Mitte Mai bis Anfang August zu Hause, ist fast immer hell da – zumindest im Norden 🙂 Eine Krankenversicherung ist noch zu empfehlen (preiswert und nicht unwesentlich bei dem amerikanischen Gesundheitssytstem und dem Trip). Tja, alles andere wichtige habe ich wohl vergessen 😉 Fragt einfach nach.

Der erste Schritt wurde noch geplant: Flug und Unterkunft in Anchorage für ein/zwei Tage, um mich zu aklimatisieren. Flug war günstig (Mitte Mai bis Mitte Juni für ca. 600 Euro hin und zurück!) und für die Unterkunft mietete ich mich aus Deutschland in einem günstigen Hostel übers www ein. Es empfielt sich, für die Einreise nach Amerika einen festen Aufenthaltsort angeben zu können. Dieser wird auf den Einreiseformularen nachgefragt.

Und dann ging er los: der Sprung ins kalte Wasser 🙂

(kurze Anmerkung: Vielleicht bin ich – nach der langen Zeit – etwas ungenau. Wenn es jemanden interessiert und mehr Informationen gewünscht sind, so soll er/ sie mir einfach mailen.)

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