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Bohren & Der Club Of Gore – Dolores (2008)

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Langsam, langsamer, Bohren.
Oder auch: Dunkel, dunkler, Bohren… Nein, 3-Minuten-Pop-Hörer werden an Bohren & Der Club Of Gore keine Freude haben. Die beste Zeit um diese Musik zu hören ist die Nacht, das beste Getränk dazu die dritte Flasche Rotwein und die passenden Bilder liefert irgend ein stummgeschalteter David Lynch-Film. Zwischen zwei Snare-Schlägen können gerne mal 10 Sekunden verstreichen. Sekunden die einem wie Stunden vorkommen, denn wer Bohren lauscht der verlässt das normale Raum-Zeit-Kontinuum (vermutlich senkt sich auch der Puls des Hörers, das hab ich jetzt aber nicht überprüft) und taucht ein in eine Welt aus düsteren Klangwolken, erzeugt von molligen Fender Rhodes-Tönen, Vibraphon-Tupfern und minimalistischem Besen-Schlagzeug. Manchmal ertönt ein Saxophon und man denkt unweigerlich an den Mond, wie er kurzzeitig sein schwaches Licht durch eine Lücke in der Wolkenwand zur Erde schickt. Und wer Twin Peaks gesehen hat kann nicht anders als dabei an Angelo Badalamentis grossartigen Soundtrack zu denken.

Wer „Dolores“ am Stück durchhört wird sich am Ende unweigerlich fragen, ob er eigentlich noch im selben Leben sei, oder ob bereits 1000 Jahre vergangen sind…“ (http://www.bandsmagazine.ch/p984.html)

http://www.bohrenundderclubofgore.de/ – Homepage des Clubs

Sergio Mendes & Brasil ’66 – The Very Best (1986)

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„Der preiswerte Überblick über das musikalische Schaffen des brasilianischen Pianisten, Arrangeur und Komponisten Sergio Mendes und seines Sextetts Brasil’66. Sergio Mendes‘ disziplinierter und doch sexy Beat versetzt uns in folgende Szenerie: Strand, Meeresrauschen, ein heißer Tag neigt sich dem Ende, ein kühler Drink … und verheißungsvolle Blicke. Mendes interpretiert Brazil-Klassiker wie „Mais que nada“, Bacharach’s „The Look of Love“ und Beatles-Songs („Fool on the Hill“, „Norwegian Wood“) in seinem unverwechselbar relaxten Stil – sanft schwingend und doch dynamisch. Lovely.“  (http://www.amazon.de/review/R2BJ4GRHNWY2X7)

Wikipedia (en) über Sergio Mendes

Bohren & Der Club Of Gore – Black Earth (2002)


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„Schwärze. Warme Schwärze. Was auf dem vierten Album der vier Mühlheimer Zeitlupen-Jazzer dargeboten wird, ist mit Worten kaum besser zu beschreiben. Aus einer spärlichen Instrumentierung wird eine Musik geschaffen, die in der heutigen Welt, in der die Menschen irgendwie immer hektischer und unausgeglichener werden, wohl selten sein dürfte. In der jungen Vergangenheit wird immer wieder die Wichtigkeit des Phänomens ,Entschleunigung‘ propagiert. Menschen, die nur trendbewusst flüchtiges Abschalten genießen wollen, ist von dieser CD jedoch abzuraten, da sie nicht entschleunigt, sondern radikal ausbremst. Mit selten mehr als 10 bpm wird der Körper heruntergefahren, die Gedanken verlaufen sich, bis nur noch ein brummender Bass den Herzschlag zu bestimmen scheint. Der Soundtrack zu nächtlichen, ziellosen S-Bahnfahrten und urbaner Melancholie. Als Doom-Jazz umschreiben manche den Sound von BOHREN, was anhand von Songtiteln wie ,Destroying Angels‘ oder ,Skeletal Remains‘ und der unbestrittenen Schwärze vielleicht nahe liegt. Jedoch beinhaltet die Schublade ,Doom‘ auch meist eine Verzweiflung, die ich hier jedoch nicht zu finden vermag. Vielmehr berührt die Musik wie jene Melancholie, die einen befällt, wenn man nach einem Abend mit Freunden wieder einmal alleine die Wohnung betritt.
Hello darkness, my old friend…“ (http://musik.ciao.de/Black_Earth_Bohren_Der_Club_Of_Gore__Test_3126237)

Video „Midnight Black Earth“ bei youtube.com