Schlagwort-Archive: House

Uusitalo – Vapaa Murari (live) (2000)

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„Vladislav Delay scheint im Moment hyperaktiv zu sein. Gerade hat er mit seinem Luomo Longplayer dem Deephouse Universum mal eben so im Quereinstieg zigtausend neue Definitionsmöglichkeiten aufgezeigt, da kommt schon die nächste CD. Dieses Mal wendet er sich mit seinem Laptop Techno (im weitesten Sinne) zu. Und da das Ganze ein aufgenommenes Liveset ist, kann sich jeder, der schon einmal in den Genuß gekommen ist, Vladislav Delay Live zu erleben vorstellen, was ihn erwartet. Zwischen Soundtiefenforschung, pulsierenden Beats und übereinandergeschichteten Dubs navigiert er mit einer solchen Leichtigkeit hin und her, daß man keine andere Wahl hat als sich diesem feingewebten Soundteppich mit einem Lächeln im Gesicht zu ergeben. Ganz nebenbei beschleicht einen hier das Gefühl, daß da jemand mit mit großer Feinsinnigkeit und ganz viel Tiefe Techno dekonstruiert. Jeder Track scheint in all seinen Einzelteilen zu leben. Es brummt, knattert, treibt, groovet, diffundiert, taucht auf und verschwindet wieder. Ein Kaleidoskop von Sounds, die man auf ihrem Weg verfolgen kann, verfolgen will, und genau deswegen weiß, dass man diese CD lieben muß. Wer letzten Monat noch nicht überzeugt war, hier der das nächste Argument aus Finnland das uns das Leben auf dem Mars vollkommen egal sein kann. Unglaublich gut.“ (http://www.de-bug.de/reviews/10291.html)

Luomo – The Present Lover (2003)

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„…um es vorwegzunehmen: Diese Platte verdient Beachtung. Das merkt man, sogar ohne gleich in die Tiefe gehen zu müssen. Luomo ist mit „The Present Lover“ ein ziemliches Meisterwerk gelungen. Schön warmer Deep House breitet sich aus, dazu wird gesungen, von der Liebe, sehnsüchtig und erhaben.

Auf dem Dancefloor wird diese Musik zweifellos bestens funktionieren – sind ja auch großartige Hymnen. Luomo weiß genau, was ein perfekter Popsong ist, genauso, wie man einen kickenden House-Track schreibt. Aber auch zu Hause am heimischen Herd funktioniert die Nummer. Vorstellbar zum Beispiel auf dem Sofa mit ein paar guten Kopfhörern oder sonntagmorgens in den legendären Federn. Hier schlummert ein echtes Konsens-Album, dessen Musik vor Referenz strotzt, ohne sich auf einen Retro-Sound festzulegen, ohne die Achtziger, den Synthie-Pop oder die Anfänge von House adaptieren zu wollen oder zu müssen. (…) Luomo ist ein Künstler, dessen Werk viel Fläche für eine intellektuelle, verkopfte Auseinandersetzung bietet. Mit akademischen Analyse-Techniken und dem passenden Wortschatz wird die Musik, die er oder verwandte Künstler produzieren und die mit dem Begriff „Clicks’n’Cuts“ ihre Zuordnung gefunden hat, zur Philosophie aufgebauscht. „Sampling“, „Bricolage“, „Postmoderne“, was da über Musiker erdacht und geschrieben wird, liest sich so, als habe hier jemand nicht bloß ein paar gute House-Tracks geschrieben, sondern vielmehr das passende Werkzeug gefunden, um die Zerrissenheit der heutigen Gesellschaft darzustellen. Jeder Soundtüftler ein neuer Adorno. Solche Kritiken erinnern an die Hochzeit der „Cultural Studies“, als britische Akademiker mit wissenschaftlichen Mitteln die Entstehung von Punk oder die Musik der karibischen Migranten in Großbritannien erforschten. Vieles machte da Sinn, vieles war interessant, aber vieles war auch überspitzt und überinterpretiert. Im Endeffekt ist es so: Popmusik, das ist ein Haufen großartiger Songs. Nicht mehr und nicht weniger. Popmusik ist nicht das Leben, sondern nur ein (sehr schöner) Teil davon. Und manchmal gibt es Tage, an denen man unzählige gute oder schlechte Gründe findet, warum man sich keinen Deut um Popmusik scheren sollte. Und dann kommen ganz sicher auch wieder Zeiten, wo man einfach nichts Besseres tun kann, als im Bett zu liegen, um sich die wunderschönen Liebeslieder auf der neuen Luomo-CD anzuhören.“ (http://www.intro.de/platten/kritiken/23030216/luomo_the_present_lover)

http://www.luomomusic.org/ – offizielle Homepage

Fatboy Slim – Halfway Between The Gutter And The Stars (2000)

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„…Auf „Halfway…“ geht er in der Tat einen Mittelweg: Zu einer Handvoll Songs kann man sich wie gewohnt das Hirn aus der Birne tanzen. In „Ya Mama“ und „Star 69“ packt Fatboy Slim wieder mal seltsame Vocalsamples auf pumpende Housebeats. In anderen Tracks zeigt er sich nun tatsächlich als jener „Funk-Soul Brother“, als den er sich schon mit dem berühmten Sample aus „Rockafeller Skank“ apostrophierte: Mit der rauchigen Macy Gray hat er zwei soulige Nummern im alten Funk-Stil aufgenommen, mit Bootsy Collins kombiniert er in „Weapon Of Choice“ locker spritzige Breakbeats mit dem Flair uralter Sixties-TV-Serienmusik.

Das Meisterstück der Platte ist aber die erste Single: „Sunset/Bird Of Prey“, in dem er nach allen Regeln seiner Fatboy-Kunst zur gesampelten Stimme von Doors-Sänger Jim Morrison eine psychedelische Trance-Nummer bastelt. Diese grandiose Rauschnummer brachte Norman bereits per E-Mail Hassbriefe hartgesottener Doors-Fans ein, was seine Lust aufs Showgeschäft nicht gerade steigerte: Am 10. Dezember, so kündigte Cook nun reichlich genervt an, werde er sich endgültig aus der Öffentlichkeit zurückziehen, um nur noch für seine Familie da zu sein. Mal abwarten..“(http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,101603,00.html)

Das Video „Weapon Of Choice“ mit Christopher Walken als „Übertänzer“ in der Hauptrolle. Großartig

International Pony – We Love Music (2002)

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„International Pony sind vor allem und ganz speziell: DJ KOZE, Cosmic DJ und EROBIQUE.
Es begab sich zu jener Zeit, dass sich DJ Koze und Cosmic DJ (damals noch in Sachen Grosses HipHop-Entertainment unterwegs) mit der Ein-Mann-Support-Band EROBIQUE zur Fischmob-Tour 1998 aufmachten.

Eines schönen Off-Tages in Berlin schließen sich die Drei mit Instrumenten, etwas Equipment und einem DAT-Rekorder in ein Hotelzimmer ein — und es hat Booom gemacht!! Zwischen den Dreien britzelt vom ersten Ton an eine bis dahin ungekannte Magie! Drei Tage später verlassen unsere drei Helden glücklich und mit 3 Vinyl-Dubplates der Hotel-Sessions unter dem Arm die Stadt: INTERNATIONAL PONY ist geboren! Auch wenn alle danach zunächst an Soloprojekten arbeiten, ist der weitere Weg klar: Erobique verlässt seine Heimat, um den beiden anderen Ponys nahe zu sein. Von nun an taucht die Band im eigenen Studio tief in den Pony-Kosmos und die darin neu entdeckte Magie ein. Erste gemeinsame Remixe für Tocotronic, Bob Sinclar und Deejay Punkroc entstehen! Fernab jeglicher musikalischen (Genre-)Grenzen ist man sich ohne Worte darüber einig, welchen Weg das Schiff nehmen soll. Der Wind in den Segeln ist die gemeinsame Liebe zur Musik. Eine leidenschaftliche „rote“ Wärme zieht sich wie ein unsichtbarer Faden durch alles, was den Dreien aus der Feder läuft: S O U L is the magic word… Und siehe: nach einer langen, langen Reise hat das Pony ein beachtliches Bündel Musik zusammengetragen. Nun noch die Spreu vom Weizen trennen, Korn für Korn liebevollst waschen und polieren, schon ist ein tolles Mehrgänge-Menü gezaubert. Zu Tisch bitte! Yum yum.. International Pony ”we love music!“ Auf dem Album sind als Gäste neben einigen lokalen Gästen (Boris Ekambi, die St. Georg Magic Horns) auch Austin Cole ,Shootingstar aus Manchester und die US-Funkster Stepchild (L.A. & Tribe Called Quest-Umfeld) vertreten. Sie alle erweisen sich als extrem Pony-kompatibel und verstärken die Band in ihrem Ziel, den verlorenen Soul wieder zu entdecken und in diesem Jahrtausend ankommen zu lassen. Das Ergebnis erfüllt uns mit fassungsloser Begeisterung: PONY schöpft aus der Ursuppe, ist dabei zeitlos und liebevoll bis ins Detail und kommt mit allem, was derzeit fehlt: Sex, Groove, eine extrem futureske Funkiness und – vor allem Seele! Dieser Band geht es nicht um Genres, es geht ihr gut!“ (http://shop.hanseplatte.com/detail/international-pony–we-love-music)

Bugge Wesseltoft – Moving (2001)

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„Unterschiedliche Ausgangspunkte, ähnliche Ergebnisse: Dem von St. Germain auf der House-Seite betretenen Neuland zwischen aktuellen DJ-Grooves und jazzigen Improvisationen nähert sich der norwegische Jazz-Pianist/-Keyborder Bugge Wesseltoft aus dem Jazz-Lager. Dominierten auf dem Vorgänger noch schleppende Downbeat- und TripHop-Rhythmen, basiert „Moving“ (sic!) auf entspannten Minimal House- und -Funk-Beats, spannungsreich kontrastiert von filigranen Kontrabassfiguren und Wesseltofts lyrisch-sphärischen Piano-Linien. Gerade deren Gehalt und die intelligent verschachtelten Grooves der live im Studio erarbeiteten Kompositionen erheben dieses Album aus der Flut programmierter Chillout- und NuJazz-Dutzendware“ (http://schallplattenmann.de/a107395-Bugge-Wesseltoft-Moving.htm)

Wikipedia schweigt auch nicht zu Bugge

Künstlerportrait bei laut.de

Interview mit Bugge Wesseltoft zum Album Film’ing auf Jazzdimensions

Mitte Karaoke – Aufschlag (2002)

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„…die cheesy Mischung aus Mid-Fi-House und NDW-Revival lässt leicht vermuten, dass das Projekt schon seit längerem den Hauptstadt-Vibes ausgesetzt ist. Über einem grundsymphatischen Geglucker gerät man ins Schunkeln, muss sich aber unter anderem leider folgendes anhören: „Pandabär, Pandabär / Ich mag mich doch so sehr, doch so sehr / Pandabär, Pandabär / Ich mag mich immer mehr / Morgens im Club zu stehen / und auf die Uhr zu schauen / Und zu sehen wohin / die Pandabären gehen (…) morgens um halb acht / wird der Club zugemacht / Alle Bären müssen gehen / und dann kann ich’s endlich sehen / wie sich all die Pandabäre / gegen’s Sonnenlicht wehre“.“ (http://www.intro.de/platten/kritiken/23029200)