Schlagwort-Archive: Forschung

e-Learning Markt wächst

Das Institut für Medien- und Kompetenzforschung (Essen/Berlin) hat Ende letzten Jahres das fünfte „MMB E-Learning-
Wirtschaftsranking“ vorgelegt, das zeigt, dass die deutschen e-Learning Anbieter 2011 einen deutlichen Umsatzschub erfahren haben. So konnte im Vergleich zu 2010 ein Umsatzwachstum von 21,9% erreicht werden und belief sich 2011 bei den vom mmb geschätzten ca. 250 e-Learning Dienstleistern auf etwa 500 Mio. Euro. Nach den Berechnungen waren über 5000 festangestellte und ca. 2500 Freiberufler für die Dienstleister in diesem Segment tätig, was einem Personalzuwachs von ca. 9-12% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Hauptgeschäftsfelder liegen in der Contenterstellung (34,7%) und Verkauf/Vermietung von e-Learning Tools (21,8%) sowie dem Anbieten von e-Learning Kursen und Inhalten. Dabei zeigt sich, dass über 80% der verkauften Angebote maßgeschneiderte Lösungen für Unternehmen sind. Auch geht der Trend weg von „Full Service Angeboten“ hin zu Spezialangeboten (Stichworte: „Modulare Skalierbarkeit“, „Cloud Learning“, „Barrierefreiheit“ „Fast Prototyping“). (Die Ergebnisse beruhen auf Angaben von 34 befragten Unternehmen aus diesem Wirtschaftssegment, welche für die Hochrechnung dienten.)

Mehr Informationen zum MMB E-Learning Ranking finden sich unter der Webadresse: http://www.mmb-institut.de/monitore/branchenmonitor.html

Informationskompetenz an Hochschulen

Auf den Internetseiten der HRK findet sich eine Empfehlung vom November mit dem Titel: „Hochschule im digitalen Zeitalter: Informationskompetenz neu begreifen – Prozesse anders steuern„. Diese ist zwar vorerst nur für die Verwendung innerhalb der HRK bestimmt, zeigt aber doch interessante Bestrebungen auf und zielt auf die Verbesserung der Informationskompetenz von Studierenden, Lehrenden, Forschenden und hochschulzugehörigen Dienstleistnern sowie Hinweisen für die Hochschulleitungen. Informationskompetenz wird deutlich von der Medienkompetenz (die in dem Text reduziert auf die adäquate Nutzung von IKT wird) abgegrenzt und ist in dem Textdefiniert als „die Gesamtheit aller Fähigkeiten und Fertigkeiten, die erforderlich sind, um situationsrelevante Informationsbedarfe festzustellen, Information zu beschaffen, weiterzuverarbeiten, zu bewerten, zu präsentieren und Nutzungsbedingungen von Information einzuordnen. Dabei sind neue Darstellungsformate, insbesondere im Bereich der Informationsvisualisierung, eingeschlossen.“ (Wolff) Sie enthält technische Kompetenzen, kommunikative Kompetenzen, soziale und organisationsbezogene Kompetenzen sowie disziplinspezifische Kompetenzen.

Als Handlungsfelder zur Stärkung der Informationskompetenz bennent die HRK folgende:

1.Studium und Lehre

  • Informationskompetenzen (IK) als Ziel der Lehre durch Berücksichtiung und Ergänzung vorhandener IK bei Studierenden; Abstimmung von Lehrangeboten und curriculare Verankerung entsprechender IK-Angebote
  • Informationskompetenzen der Lehrenden im Sinne des adäquaten Aufbaus entsprechender Kompetenzen bei den Studierenden sowie der Aneignung von IK für die Lehrenden selbst und der Nutzung digitaler Medien und Services in der Lehre

2. Forschung

  • bzgl. der Förderung von IK beim wissenschaftlichen Nachwuchs als zentralen Baustein und Qualifizierungsangebote zu unterbreiten
  • Förderung entsprechender Kompetenznetzwerke an Hochschulen durch die Hochschulleitungen

3. Gouvernance

  • Analyse von Konzepten und Bedarfen zur Steuerung von IK und interner Prozesse und Dienste
  • Verbesserung von Effizienz und Wirtschaftlichkeit sowie wiss. Leistungspotentialen
  • Gestaltung von Steuerungsmechanismen, Lenkungsstrukturen etc. zur Unterstützung des hochschulweiten Informationsmanagements

4. Dienstleistungen

  • Zusammenführung fragementierter Services im Sinne eines integrierten Prozessmanagements
  • Verbesserungen der Dienstleistungen für Forschende (z.B. Management von Forschungsdaten)
  • Auf- und Ausbau notwendiger IK durch entsprehcnede Weiterbildungsangebote

Um diesen Zielen näher zu kommen, können z.B. Netzwerke „aus Hochschulleitungen, Leitungen von Hochschuleinrichtungen wie z. B. Bibliotheken und Rechenzentren sowie Vertreterinnen und Vertretern der Informationswissenschaft“ aufgebaut werden. Die HRK bietet hierfür ihre Unterstützung an.

Man darf gespannt sein, wie diese Empfehlung weiter ausgearbeitet und vor allem auch, wie sie ausgestaltet wird. Auch wenn einige Facetten meines Erachtens etwas unspezifisch sind oder bzgl. der Ausrichtung vielleicht eindimensional erscheinen, ist es doch ein gute Ansatz, für dieses Thema in den Hochschulen die entsprechende Sensibilität zu schaffen. Ob jedoch Zielgruppen wie Studierende (die ja gern als die „digital natives“ gesehen werden) oder wissenschaftlicher Nachwuchs so dezidiert angesprochen werden müssen oder ob hier ein offeneres / umfassenderes Bild vielleicht tragfähiger sein könnte, bleibt abzuwarten. Es handelt sich ja um einen Entwurf, der jedoch eine interessante Richtung einschlägt und viel Potenial bzgl. der Veränderungen von Hochschulen und der Professionalisierung von Lehre, Lernen und Forschung bietet.

Mehr und vor allem ausführlichere Informationen unter http://www.hrk.de/mitglieder/service/empfehlung-informationskompetenz

FAQ – Die Datenbank für Kauderwelsch

An der Universtität Hohenheim wurden 100 FAQs aus Webseiten von Unternehmen acht verschiedener Branchen analysiert. Das Ergebnis ist ernüchternd, denn die Forschergrupe kommt zu dem Schluß, dass Kunden, die eine Antwort suchen, oft in den FAQs nichts finden. Nur  bei 10 Unternehmen konnten die FAQs tatsächlich auch verständliche Antworten auf häufig gestellte Fragen liefern. Am Besten schnitten bei der Untersuchung Telefon- und Internetanbieter ab, gefolgt von einigen Energieanbietern und Krankenkassen. Um „unteren Ende“ tummeln sich hingegen die FAQs von Pharmafirmen und Versicherungen. Auf einer Verständlichkeitsskala von 0 (unverständlich) bis 20 (sehr verständlich) rangieren die am schlechtesten bewerteten FAQs auf einem Niveau von 1,8. Zum Vergleich: eine Doktorarbeit in Politikwissenschaft besitzt eine durchschnittliche Verständlichkeit von 4,3; Politikbeiträge in der Bild-Zeitung erreichen einen Durchschnittswert von 16,8. Damit sind einige FAQs, die den Kunden eigentlich Hilfe und Unterstützung sowie dem Kundendienst von Unternehmen Entlastung bieten sollten, schwerer zu lesen, als so manche Doktorarbeit. Die häufigsten Hürden für eine verständliche Formulierung von FAQs sind zu lange Sätze, Fachbegriffe und Wortungetüme. Jedoch gibt es auch immer wieder Unternehmen in den untersuchten Branchen, die positiv auffallen. Insofern scheint die Schwierigkeit, verständliche FAQs zu formulieren, weniger vom Thema abhängig zu sein. „Die Verständlichkeit ist vielmehr ein Spiegel der Bedeutung, die ein Unternehmen der verständlichen Kundenkommunikation beimisst. Hier wird von vielen Unternehmen Potential verschenkt.“, so Frank Bretschneider (https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung.html?&tx_ttnews[tt_news]=14094&cHash=140d571bfc).

Die Ergebnisse der Studie stehen zum Download als pdf zur Verfügung: https://www.uni-hohenheim.de/uploads/media/Branchen-Check_Klartext_FAQs_2012.pdf

Tumult um §52a des Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte

Während seit langem die Diskussion über Urheberrechte von Künstlern im Internet geführt wird und die Gema hier jüngst gegen Googles Youtube-Portal erfolgreich klagte (Punktsieg für die Gema), entwickelt sich eine weitere Diskussion um den §52a des Urheberrechts (genauer Wortlaut hier: http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__52a.html), geführt von Vertretern aus der Wissenschaft und Hochschullehre. Dieser Paragraph regelt die Öffentliche Zugänglichmachung von Werken für Unterricht und Forschung und soll Ende des Jahres auslaufen. Zwar steht der Paragraph aus Sicht der Nutzer schon länger in der Kritik, wird er doch als zu einschränkend empfunden. Dies bestätigt eine Umfrage des Aktionsbündnis „Urheberreicht für Bildung und Wissenschaft“, im welchem über 90% der Befragten angaben, dass der besagte Paragraph zu restriktiv ist und die Arbeit behindert (vgl. http://www.iuwis.de/sites/default/files/Stellungnahme-an-BMJ-wegen_Evaluierung-52a.pdf, 1). Ein Wegfall jedoch könnte bedeuten, dass es nicht mehr möglich ist, Studierenden in den Hochschulen Werke aus Wissenschaft und Forschung für die eigene Arbeit kostenfrei zugänglich zu machen. Dies hätte maßgeblichen Einfluss auf die weitere Gestaltung der Lehre und dies wiederum auf die Diskussion um die Sicherung des Wissenschaftsstandortes Deutschland. „Die Lösung kann im Rahmen des bestehenden Systems des Urheberechts nur eine allgemeine privilegierte Bildungs- und Wissenschaftsklausel sein. Sie soll grundsätzlich die genehmigungsfreie Nutzung urheberrechtsgeschützter Materialien vorsehen und, solange es noch kommerzielle Angebote gibt, eine Vergütung an die Rechteinhaber sicherstellen, die die Träger der Hochschulen und Bildungseinrichtungen auch willens und in der Lage sind, zu bezahlen.“ (ebd., 2 f).

Man darf gespannt sein, welche Entscheidungen hier gefällt werden und was sich bei einem für die Lehre negativen Bescheid zukünftig ändern wird.

Das Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ führt eine Online-Unterschriftenliste, mit der man dieses Bündnis und seine Bestrebungen unterstützen kann. Dazu gibt es hier mehr Informationen: http://www.urheberrechtsbuendnis.de/

Wohin die Gelder für Forschungsförderung fliessen

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz gibt einen jährlichen Bericht heraus, der über die Finanzierung der Forschungsförderung von Bund und Ländern Auskunft gibt. Lt. Bericht 2010 stieg die Forschungsförderung zum Vorjahr um 1,6% auf 7,5 Mrd. Euro, wovon rund 2/3 vom Bund und 1/3 von den Ländern getragen worden sind. Von diesem Betrag bekam die Helmholtz-Gemeinschaft über 2 Mrd. Euro, die Deutsche Forschungsgemeinschaft 1,8 Mrd. Euro, 1,2 Mrd. Euro flossen an die Max-Planck Gesellschaft  und 0,9 Mrd. Euro an die Leibniz-Gemeinschaft.

Über Fragen, wie welche Länder die „Gewinner“ der Forschungsförderung 2010 waren oder wie sich der Finanzierungsfluss seit 2004 entwickelte etc. gibt der Bericht detailiert Auskunft. Dieser kann unter folgender Adresse abgerufen werden: http://www.gwk-bonn.de/fileadmin/Papers/GWK-Heft-25-Finanzstroeme2010.pdf

Babysimulatoren: Zwischen Kinderwunsch und Kinderschutz

„Babysimulatoren sehen aus wie Babypuppen, aber ihr Innenleben besteht aus einem Computer, der das Verhalten von Säuglingen simuliert. Junge Mädchen sollen durch die Simulatoren erste Erfahrungen im Umgang mit einem Kind sammeln können. Gleichzeitig zeichnet der Simulator die Versorgungsleistung und die Umgangsfehler der Probanden mit den Baby-Attrappen auf. Die Simulatoren wurden in den USA entwickelt und haben in Deutschland seit 2000 eine erstaunlich starke Verbreitung und öffentliche Aufmerksamkeit gefunden. Doch der Einsatz der Babysimulatoren erweist sich unter pädagogischen Gesichtspunkten in der Praxis als mangelhaft. Zu diesem Ergebnis kommt die Oldenburger Pädagogin Prof. Dr. Anke Spies in ihrer Untersuchung „Zwischen Kinderwunsch und Kinderschutz – Babysimulatoren in der pädagogischen Praxis“. Die Studie, die in Zusammenarbeit mit der Psychologin Lalitha Chamakalayil entstand, liefert erstmals empirische Daten und Befunde zur pädagogischen Arbeit mit Babysimulatoren in Deutschland.“ (mehr… http://idw-online.de/pages/de/news274747)

Projektskizze auf gesundheitberlin.de

Förderdatenbank des Bundes

unter der Internetadresse http://www.foerderdatenbank.de/ findet sich eine Datenbank, die Förderprogramme und finanzielle Hilfen der EU, des Bundes und der Länder listet und gezielte Suchen unterstützt. Mit dieser Datenbank soll das Suchen auf den einzelnen Webseiten für Interessenten reduziert werden, die beispielsweise ein Drittmittelprojekt beantragen wollen. Auf der Webseite heißt es dazu: „Mit der Förderdatenbank des Bundes im Internet gibt die Bundesregierung einen vollständigen und aktuellen Überblick über die Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union. Das Fördergeschehen wird unabhängig von der Förderebene oder dem Fördergeber nach einheitlichen Kriterien und in einer konsistenten Darstellung zusammengefasst.“ (http://www.foerderdatenbank.de/)