Sigur Rós – Med Sud I Eyrum Vid Spilum End (2008)

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„Die alten Sigur Rós, sie sind noch nicht ganz verschwunden. In „Straumnes“ hört man sie beispielsweise, einer hübschen Instrumentalminiatur. Oder im neunminütigen „Ára Bátur“, das ausschließlich von Pianoklängen, Streichern und einer klagenden Stimme lebt. Insgesamt aber ist With A Buzz In Our Ears We Play Endlessly, so der englische Titel ihrer mit einem prächtigen Cover ausgestatteten neuen Platte, ein guter Anlass, den Begriff „Postrock“ im Zusammenhang mit den isländischen Melancholie-Spezialisten aus dem Beschreibungsvokabular zu streichen. Der Einstieg „Gobbledigook“ erinnert in seiner rhythmischen Verspieltheit an Animal Collective, „Inní Mér Syngur Vitleysingur“ klingt voll fideler Ausgelassenheit wie von Benni Hemm Hemm inspiriert, einem Landsmann und Freund der Band. Unglaublich auch der zweite Teil des zweiten Neunminüters der Platte, „Festival“: Mehrere Minuten sind nur klagend-ätherischer Gesang und eine sakrale Orgel (oder sind es Streicher?) zu hören, bis plötzlich ein Schlagzeug einsetzt und das gegen Ende hin konsequent anschwellende Lied in einen ekstatischen Freudentaumel treibt. Natürlich kommen Schwermut und Bombast auch ausgiebig zu ihrem Recht; manches ist filigran, anderes wieder mit reichlich Zierrat ausgestattet. Aber es scheint, als seien Sigur Rós so gut drauf wie nie zuvor. In der Tat: Sigur Rós müssen ja nicht gleich hinein ins Stadion, aber warum sollte neben Radiohead nicht auch noch Platz für weitere Pop-Avantgardisten mit Massenappeal sein?“ (http://www.now-on.at/kritiken.artikel.php?artikel=2715)

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