PeterLicht – Lieder Vom Ende Des Kapitalismus (2006)

Quelle: https://i.discogs.com/0wQniS8YULT2AbP4N1L4ygivnEWp6wmREAjVPDHz83A/rs:fit/g:sm/q:40/h:300/w:300/czM6Ly9kaXNjb2dz/LWRhdGFiYXNlLWlt/YWdlcy9SLTcyNjkx/OS0xNjQ5NjY3NTMy/LTM0OTguanBlZw.jpeg

Vor über zehn Jahren hab ich das Album schon einmal hier vorgestellt. Und muss es doch nochmal tun. Denn in den letzten 15 Jahren, in denen diese Platte hin und wieder meine Ohren erreicht, erfreut und begeistert sie mich stets aufs Neue. Nicht nur der allein schon vielversprechende Titel macht Lust, wieder mal reinzuhören. Auch die einzelnen Titel berühren mich stets aufs Neue. Trotz seiner vordergründigen Leichtigkeit fordert es mit seinen bittersüßen Texten nicht nur zum mitsummen und -singen, sondern berührt mich auch stets emotionale. Die Lyrik von PeterLicht spendet Licht im Schatten, gibt Wärme in der Kälte und macht Hoffnung, wo keine mehr ist. So besingt er das größte Glück, als allerletzter Mensch am Rande zu stehen und den Wind, der uns bleibt, wenn alles andere nicht mehr ist. Es gibt den Abgesang auf den Kapitalismus und gibt sich kämpferisch, wenn zu hören ist, dass wir siegen werden. Davor, danach, dazwischen – überall gibt es was zu entdecken. Was nach einer Albumlänge zurückbleibt, ist eine ambivalente Mischung aus Melancholie, Zuversicht und Resignation. War das so gewollt, @PeterLicht?

Insgesamt mehr als gelungen und eins der Highlights im Werk von PeterLicht. Es erreicht mich mehr als manche spätere Veröffentlichung.

Da ich versuche, zu meinem kleinen Besprechungen ein selbst fotografiertes, passendes Bild zu suchen, will ich es auch hier probieren. Lag mir erst ein Bild in den Händen, welches das Glück sehr verklärt darstellte, merkte ich beim Hören, dass es doch nicht passt. Weniger plakativ statt dessen ein alter Bahnhof in Thüringen. Wer hier auf den Zug wartet, kann sich nicht sicher sein, ob dieser überhaupt noch kommt. Ist der Bahnhof bereits still gelegt? Ist er der Deutschen Bahn noch bekannt? Oder bleibt nur die Hoffnung, irgendwann von da weg zu kommen? Und so wartet man wie „bestellt und nicht abgeholt“. Klar, man könnte Bewohner der Region fragen, aber als allerletzter Mensch dieser Welt ist das dann doch schwer, wie man beim wiederholten Blick auf die Uhr feststellt. Aber vielleicht hat man Glück und die Bahn kommt doch noch? Dann hat man freie Sitzplatzauswahl, weil man als einzige Person den Zug für die Reise weg von hier betreten hat.

„Das absolute Glück“ by Lars Kilian (2020)

Und hier noch das passende Video

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