Mouse On Mars – Idiology (2001)

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„Experimentell wie eh und je ist die neue Platte des Düsseldorfers Andi Toma und des Kölners Jan St. Werner geraten. Irgendwo zwischen Krautdub, Sushisound und Nine Inch Nails sind die Tracks zusammen gesampelt. Melodische Streicher, Blasinstrumente und Klavierklänge werden zerhäckselt in den Mixer geworfen, eine Prise dissonanter Elektroelemente hinzugefügt, das Ganze dann in die Pressmaschine gepackt und heraus kommt „Idiology“.

Obwohl Mouse On Mars ihre Songs in Düsseldorf produzierten, knackten sie zu Beginn die ausländischen Charts. Nach internationalem Ruhm wird der Musik der beiden inzwischen auch im eigenen Land Beachtung geschenkt. Ein Grund für die anfängliche „Ablehnung“ in Deutschland mag die gewöhnungsbedürftige Mixtur der harmonischen Klänge mit dem konternden brachialen Krach sein, den Mouse On Mars seinen Zuhörern zumutet.

Dennoch beweisen die beiden Gastdozenten für experimentelle Musik an der FH Aachen, dass sie durchaus beide Stilrichtungen – den Groove und die schöne Musik zum Träumen – beherrschten, hätten sie Interesse daran. Mit einem selbst gebasteltem Tonstudio machten sie sich aber daran, neue musikalische Gefilde auszukundschaften bzw. das Hörverständnis ihrer Fans auszuweiten.

So kommt es, dass das „The Who“-ähnelnde Lied „Presence“ auf derselben Platte erscheint, wie der Industrialsong „First Break“ à la Nine Inch Nails. Blasinstrumente und Streicher verbreiten auf den Tracks „The Illking“ und „Catching Butterfys With Hands“ einen Wohlklang mit dezenter Perkussion, Song Nr. 8 „To Introduce“ hingegen bedient sich eines Sängers, der (wenn auch verzerrt und gewollt wie alles andere) langjähriger Nachhilfe bedarf. Zusammengefasst ist „Idiology“ also das Gegenteil von Easy Listening und ringt dem Einsteiger viel guten Willen ab, obwohl das Album im Gegensatz zu früheren eingängiger ist. Der Fan hingegen weiß ohnehin, worauf er sich einlässt und wird nicht enttäuscht – muss sich allerdings auf die „neuen“ klassischen Musikinstrumente einstellen.“ (http://www.laut.de/lautstark/cd-reviews/m/mouse_on_mars/index.htm#)

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