Fluxion – Vibrant Forms II (2000)(2 CD)

 

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„Unter der Oberfläche von Techno, unter der Oberfläche des Rhythmus, unter der Oberfläche der Stadt – da klingt die Musik von Fluxion. Gedämpftes Pochen und rauschendes Pulsieren, schlierendes Knistern und sanftes Dröhnen, wie gefiltert durch Stahlbeton, Ziegelsteine und Asphaltschichten, wenn nebenan die U-Bahn vorbeifährt. Großstadt-Musik aus Berlin, die, wie so vieles, was Techno seit einiger Zeit wirklich spannend macht, Lee „Scratch“ Perry und Scientist mehr schuldet als Kraftwerk. Denn das hier ist nicht Techno im Sinne von Oberflächenmusik für den schnellen Effekt. Das hier ist eher der verwehende Abdruck einer Technoparty, die an diesem Ort gestern stattfand.

Musik von dahinter. Hier bestimmen der mächtige Bass und zerfaserte Oberflächen das Geschehen – erhaben, edel und mit kirchenschiffgroßen Räumen. Klar, es pulsieren auch Beats, manchmal zischeln sogar HiHats, beides oft genau andersrum, als der Bass erst denken lässt. Aber das alles ist nicht wichtig. Denn unter jener Oberfläche von Fluxion, im dreidimensionalen Raster der tiefgründigen Texturen, kann der Hörer von Euphorie bis Entspannung, von Wärme bis Kälte, von Unterwasser-Zeitlupe bis Tanzwiesen-Party alles herunterladen, was seine Stimmung gerade vorgibt. Zugleich. Ergreifend wie alles auf Chain Reaction, Basic Channel und Rhythm & Sound. Musik mit unglaublich viel Raum für Notizen. Musik über die Seele anderer Musiken. Und da denken immer noch Menschen, Techno habe keine Gefühle.“ (Quelle: http://www.intro.de/platten/kritiken/23026924)

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