Eric Baudelaire

Vor einigen Tagen wurde ich durch einen TV Beitrag auf arte auf den französischen Fotografen Eric Baudelaire aufmerksam, der mich mit seinen Bildern stark ansprach.

Vor allem zwei Werke fand ich während der Doku bemerkenswert. Zum einen das diptychon „The Dreadful Details“ (zum Vergrößern Bild anklicken).


Ich sah, abgelenkt durch ein Gespräch, nicht richtig hin. Als ich das Bild sah, dachte ich, wieviel Glück man haben muss, so ein Bild aufzunehmen. Jede einzelne Figur und die Details waren so irritierend, dass ich es kaum glauben konnte. Viele Personen und Gruppen erinnern an Werke aus anderen Bildern, häufig – wie ich finde – einer durchaus biblischen Bildsprache. Erst langsam bekam ich mit, dass das Bild „produziert“ wurde, also in den einzelnen Szenen nachgestellt ist. Aber, das tut der Wirkung keinen Abbruch, wie ich meine. Ich denke, in einem Original von 2×3 Metern (sogar noch etwas größer) wirkt es hyperdramatisch.

Auch eine Videoinstallation mit dem Titel „Sugar Water“ wurde vorgestellt. Das Video geht ca 75 Minuten und zeigt eine Szene an einer U-Bahn-Haltestelle. Hier plakatiert ein Mann eine erst blaue Wand mit einem typischen Werbebild für ein Auto (so sieht es jedenfalls für mich aus). Nach dem Fertigstellen fängt er sofort an und plakatiert die zweite Schicht, in der das Auto in Flammen steht, dann die dritte Schicht – das Auto abgebrannt – und dann wieder Blau. Ein unglaublicher Effekt. Da so wenig passiert (Passanten kommen und gehen, bleiben kurz stehen und gucken, während der Plakatierer seine Arbeit verrichtet usw.) entsteht dennoch permanent ein neues Bild durch das immer wieder überkleben des Plakats. Dazu noch das Bild eigentlich, die Passanten, der Plakatierer. Großartig. Sollte jemand wissen, wo ich an den Film komme, würde ich mich über einen Hinweis freuen 😉

Ansonsten gibt’s die Szenenausschnitte als ein Foto beim Klick auf nachstehendes Bild:

2 Gedanken zu „Eric Baudelaire“

  1. das erste erinnerte micvh auch gleich an bilder rund um kreuzigung und leidensweg jesu. dass es konstruiert ist, tut dem inhalt keinen abbruch, qwer weiß an wie vielen tagen im jahr so etwas in einer ähnlichen form realität ist. die klaren farben und formen machen es so eindringlich, es ist einfach… ja irritierend nah an einem dran!

  2. Ist ziemlich genial. Muss ich sagen. Und das nicht nur von der Aufnahem, sondern auch der Inhalt und die Sprach der einzelnen Figuren ist atemberaubend.

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