Einstürzende Neubauten – Perpetuum Mobile (2004)

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„“Perpetuum Mobile“, die utopische Maschine, die ohne Energieverbrauch dauernd Arbeit leistet – der Titel der neuen Einstürzenden Neubauten Platte (das erste reguläre Studio-Album seit „Silence Is Sexy“ (2000), und teilweise finanziert durch die Neubauten-Supporters, die sich nach Zahlung eines kleinen Betrages in die Aufnahmen bzw. in den Kreativ-Prozess einmischen durften und mit exklusiven Track-Downloads, einer exklusiven „Supporters CD“ und vielen anderen interaktiven Specials belohnt wurden) dürfte vielen die perfekte Vorlage bieten, die Band mit ebendieser Maschine gleichzusetzen, die zwar Arbeit leistet, sich aber dabei nur noch um die eigene Achse dreht, keine musikalischen Neuerungen mehr kreiert. Komplett daneben. Dass die Neubauten schon seit Langem einen großen Schritt in Sachen Lautstärke und Zerstörung von Song-Strukturen zurückgetreten sind, dürfte hinlänglich bekannt sein – und hoffentlich auch, dass sie großartige Songs (und hier wirklich im Sinne von Songs) schreiben können. „Perpetuum Mobile“ beinhaltet 12 Songs, die durch ihre größtenteils reduzierte Instrumentierung die komplette Aufmerksamkeit des Hörers fordert und erhalten sollte, denn auch beim x-ten Durchlauf kann man wieder neue Dinge entdecken und sich immer wieder an Blixa Bargelds Wortakrobatik erfreuen. Ganz im Sinne der o.g. Maschine geht es auf diesem Album vorwiegend um Bewegung und Luft bzw. Wind – diese Motive tauchen in jedem Song auf, sowohl textlich als auch musikalisch (z.B. durch einen Luft-Kompressor) – es reist jemand von A nach B, der Liebe wegen („Perpetuum Mobile“), es gibt ein „Leichtes, leises Säuseln“, man treibt Inzest mit den Sternen, denn Astronomen haben Schnaps im Weltall entdeckt („Selbstportrait mit Kater“), seltene Vögel ziehen ihre Kreise, oder man verfolgt den „Weg ins Freie“, der – ähnlich der aus Filmen bekannten Split-Screen-Technik – auf beide Kanäle (links / rechts) verteilt jeweils eine eigene Perspektive anbietet, um ein gemeinsames Ziel anzusteuern. „Perpetuum Mobile“ ist eine wunderschöne und interessante Reise, die sowohl Dramatik als auch Ruhe beinhaltet. „Was ich deinen Träumen suche? Ich suche nichts. Ich räume nur auf.“ Nur zu, Herr Bargeld – wenn dabei weiterhin einfach gute Songs herauskommen, gibt es keinen Einwand von dieser Seite. (David Bluhm)“ (http://www.gaesteliste.de/review/show.html?_nr=3199)

http://www.neubauten.org/ – Offizielle Webseite

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