Bright Eyes – Digital Ash In A Digital Urn (2005)

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„Parallel zum Folk-Meisterwerk „I’m wide awake it’s morning“ veröffentlicht Songwriting Genie Conor Oberst mit seinen wechselnden „Bright Eyes“-Mitstreiten das Album „Digital ash in a digital urn“, auf dem er, wie der Titel bereits verrät, seine gewohnt hochwertigen Stücke in ungewohnt elektronischem Gewand zum Besten gibt. Sphärische Keyboardsounds, abwechslungsreiche und kraftvolle Percussion-Klänge aus allen erdenklichen elektronischen und natürlichen Quellen sowie der Einsatz diverser Streichinstrumente zur rechten Zeit betten die wunderbar zerbrechliche Stimme des jungen amerikanischen Musik-Helden Oberst in hypnotisierende Klangwelten ein, immer irgendwo zwischen Himmel und Hölle, zwischen Begeisterung und Melancholie, zwischen den schönen und den bitteren Seiten des Lebens und der Liebe, ebenso, wie es seinen vielschichtigen Songtexten entspricht.

Das Album startet, wie gewohnt, mit einem Opener, der eher als Klangexperiment denn als Song anzusehen ist, bevor die wunderschönen Melodielinien des dahinschwelgenden und doch mitreißenden „Gold mine gutted“ ein erstes absolutes Highlight der Platte setzen. Nicht weniger gefällig kommt „Arc of time“ daher, textlich eine höchst philosophische Betrachtung der Vergänglichkeit allen Lebens und der Urangst des Menschen vor dem Tod, die musikalisch höchst originell von fast lateinamerikansich-temepramentvoll anmutenden Rhythmus- und Gitarrenfiguren sowie zuckersüßen Dur-Akkordfolgen kontakariert wird. Großes Kino, Conor! Nicht minder spektakulär geht es in der Folge weiter, wenn das depressiv anmutende „Down in a rabbit hole“ zum Ende hin in einem wahren Streicher-Inferno kulminiert, wenn Oberst in einer höchst eingängigen, regelrecht poppigen Komposition namens „Take it easy“ von den Liebesleiden eines in eine reifere Frau verliebten jungen Mannes singt oder wenn auf „Hit the switch“ Melodien und Textzeilen voller Schmerz und Melancholie den Hörer sowohl zum Mitsingen als auch zum Mitfühlen einladen. Es ist genau dieser Kontrast zwischen dem Nachdenken über die bedeutungsschweren Texte und diese so schmerzvoll klingende Stimme und der Begeisterung für die gezeigten musikalischen Sahnestücke, die den Reiz bei Conor Oberst immer wieder ausmachen, auf dieser Scheibe übrigens intensiver denn je.
Als weitere Höhepunkte des Albums bleiben das hymnische „I believe in symmetry“, eine unvergleichlich abwechslungsreiche Komposition, sowie der Abschlussong „Easy/Lucky/Free“ mit seinen fast minimalistisch anmutenden Gesangspassagen zu nennen.
„Digital ash in a digital urn“ ist sicherlich aufgrund des elektrolastigen Sounds das ungewöhnlichste, vielleicht dank seiner bedeutungsschweren Texte und hochdramatischen Melodien sogar das beste, tiefgründigste und interessanteste Bright Eyes-Album. Wie dem auch sei, auf jeden Fall ist es ein Muss für jeden, der sich für gutes Songwriting interessiert und sich gerne intensiv mit hochwertiger Rock- und Popmusik beschäftigt. Conor Oberst rules!“ (http://www.amazon.de/Digital-Ash-Urn-Bright-Eyes/dp/customer-reviews/B00069W4K4/ref=cm_cr_dp_all_helpful?ie=UTF8&customer-reviews.sort%5Fby=-SubmissionDate&coliid=&showViewpoints=1&customer-reviews.start=1&colid=#customerReviews)

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