Alle Beiträge von Lars Kilian

Antony And The Johnsons – The Crying Light (2009)

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Mit The Crying Light setzte Antony Hegarty 2009 zusammen mit den Johnsons ein weiteres musikalisches Drama der Extraklasse. Die Musiker zeigen wieder, wie unterschiedlich Moll auf Klavier, Cello, Geige und Gitarre klingen kann, gepaart mit Falsett im Walzertakt. Ein Kammerspiel melancholisch-barocker Popmusik … als Vermittler der eigenen Sprachlosigkeit, wie Fabian Soethof bei motor.de schrieb. Das geht gefühlt nur bei Antony And The Johnsons.

Das Album ist eine „Meditation über das Paradies“ (Jürgen Ziemer), der sich Antony hier zuwendet und uns daran teilhaben lässt. Er erschafft damit ein Multiversum, dass so schön wie die Natur an sich ist. Es ist nicht mehr als „ein Meisterwerk, eine andere Welt und ein Refugium für alle, die es zu schätzen wissen.“

Dem ein eigenes Bild hinzuzufügen, mag anmaßend sein. Als ich jüngst durch den Wald wanderte und Fotos in schwarz-weiß schoss, dachte ich an dieses Album. The Crying Light – es war auch hier. Licht und Struktur genügten mir beim Blick durch den Sucher… Farben waren nicht nötig. Hier ein gestitchtes Bild für das Album.

(C) Lars Kilian (2021): The Crying Light (CC BY SA 3.0 DE)

Nach den nichtssagenden Worten doch lieber das Lied „The Crying Light“ in einer Liveperformance)

Sparklehorse – Good Morning Spider (1998)

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November, Spinnenzeit. Diese kleinen Nützlinge kommen wieder in die Wohnung, arbeiten heimlich an ihren Gespinsten und zeigen, dass draußen definitiv die kalte Jahreszeit angebrochen ist. „Good Morning Spider“, das zweite Album von Sparklehorse, passt da vom Titel und auch musikalisch gut. Aufgenommen im eigenen Heim mit diversen billigen Keyboards, die laut des Musikers eine Zillion unterschiedlicher Sounds produzieren. Dazu ein Mikrofon einer alten CB-Funkstation aus den 50er Jahren. Klingt nach einem sehr kreativen Umgang mit Tönen und Gesang? Ist es auch. Dabei jedoch liegt der Fokus auf dem Ausdruck der Sache – dass, was Kunst kann und soll. Während Bands wie z.B. CocoRosie oder Senor Coconut meiner Meinung nach auch deutlich hörbar ihrem Spieltrieb frönen (und das ist gut so!), klingt Sparklehorse für mich, als wäre er auf der Suche nach dem Ausdruck seiner Gedanken, Gefühle und Befindlichkeiten. Und diese waren nicht unbedingt heiter, wie das frühe Ableben von Mark Linkous leider belegt, aber durchaus kraftvoll und fragil zugleich, wenn ich mich nicht verhöre. Man hört den Kampf mit sich und der Welt: introvertiert und ruhig auf der einen Seite, experimentell und explosiv auf der Anderen. 

Herausragend für mich ist das Stück „Chaos Of The Galaxy / Happy Man“, das diese Vielfalt in sich trägt. Sounds, kommend und gehend, wie bei der Suche nach einem Sender bei einem analogen Autoradio. Dazu Knarzgeräusche, Fiepen, Blubbern. Und irgendwann, ja irgendwann kommt auch der Titel richtig rein, mit Bass und Mitten. Und da hört man Sparklehorse wiederholt singen: „All I wannt is to be a happy man“. Schade, dass Mark Linkous das wohl nicht mehr geschafft hat. R.I.P.

Meine Bildassoziation zum November, zum Album, zu „Happy Man“ Mark Linkous ist ein Foto aus Abano Terme. Ein Graffiti, das ich schon vor Jahren sah. Damals noch frisch gesprayt fand ich es schon ansprechend. Nun aber gewinnt es durch die Zeit, da sich die Maserung des Holzes wieder zeigt und dem Ganzen zum einen Leben, zum anderen aber Vergänglichkeit einhaucht. Das passt, wie ich finde, gut zum eigentlichen Motiv des Bildes – und zum hier in Erinnerung gerufenen Album.

(C) Lars Kilian: Happy Man (2021, CC BY SA 3.0 DE)

Ein Video zu Happy Man…

The Cure – Seventeen Seconds (1980)

Als gäbe es nichts Neues auf dem Musikmarkt, kommt hier der nächste alte Schinken. Aber Leute: es ist ein wirklich grandioses Album, was The Cure 1980 veröffentlichten. Eigentlich bleibt mein Finger bei der Suche nach akustischem Schmaus selten im CD Regal bei The Cure hängen, Aber wenn ich unterwegs meine MP3s am Telefon per Zufallswiedergabe höre und dann und wann mal ein Song des Albums über die Kopfhörer an mein Gehör dringt, freue ich mich. Und dann darf auch das Album mal wieder über die heimische Anlage in ganzer Länge ertönen.

Schleppende Beats, Monotonie, emotionsloser und leidender Gesang in minimalistischen Klangwelten. Robert Smith soll vor der Veröffentlichung bereits gesagt haben, dass das Album richtig langweilig werden wird. Und doch, es schimmern Farben, es gibt Energien, es treibt da was an.

So wie Georges Seurat mit seinen Werken den Pointillismus in der Malerei prägte, haben The Cure mit Seventeen Seconds den Dark Wave/Gothic geprägt. Jeder Song dieses Zweitlings der Band ist was Besonderes. Mit „A Forest“ jedoch schafften The Cure zu Recht den Durchbruch: Fernsehauftritte, breiteres Publikum und internationale Beachtung. Und als ich jüngst eins meiner Fotos bearbeitete, kam mir sofort der Song in Erinnerung. Daher soll das Album heute und an dieser Stelle nochmal von mir gewürdigt werden. Reinhören. Die dunklere Jahreszeit steht vor der Tür.

Lars Kilian (2021) A Forest

Polygon Window – Surfing On Sine Waves (1993)

Hinter Polygon Window verbirgt sich Richard D. James, besser bekannt als Aphex Twin. Das Album ist die zweite Veröffentlichung der Artificial Intelligence Serie von Warp Records in den 90er Jahren.

Man hört dem Album die Bandbreite musikalischen Wirkens von Aphex Twin an. Die Tracks oszillieren zwischen Ambient und Rave – eine Sammlung abstrakter Elektronik-Sounds, die Monotonie mit Hyperaktivität sowie Melodien und Störungen miteinander verknüpft.

Das Britische Musikmagazin Fact kürte 2012 das Album auf Platz 26 der Top 100 Alben der 1990er Jahre und Pitchfork kürte es ebenfalls auf den 26sten Platz der Top 50 IDM Alben aller Zeit. Wenn das keine Würdigungen sind!

Zugegeben, ich brauche eine gewisse Stimmung, um Polygon Window aufzulegen – aber das gilt wohl bei jeder Musik. Aber im Gegensatz zu vielen anderen kann ich den Sound von Polygon Window nicht nebenbei plätschern lassen. Es ist keine Fahrstuhl-Musik, sondern sie nimmt den Raum ein und will Aufmerksamkeit.

Bei Bandcamp ist das ganze Album zu hören: https://aphextwin.bandcamp.com/album/surfing-on-sine-waves

Bei meiner Bildassoziation ist der Name Programm, auch wenn es nicht ganz trifft: Polygon Window. Der Kongreß von Buenos Aires in einer Spiegelung am gegenüberliegenden Haus.

(C) Lars Kilian: Polygon Window CC BY SA 3.0 DE

Eines der träumerischen Stücke „If It Really Is Me“ hier als Video:

Knorkator – Es Werde Nicht (2011)

Ich nich… So prangt es gleich beim Öffnen des CD Covers, denn alle anderen haben die Luxus-Edition mit tollerem Cover, Live-DVD uvm. gekauft und haben nun mehr Respekt in ihrer Clique. Ich halt nicht. Macht auch nichts, denn: Es werde Nicht!

Knorkator, Deutschlands meiste Band der Welt, liefern mit diesem Album wieder ihr eigenes Brett ab. Größenwahn mit Clownsnase, melodiöser Trashrock und Falsett. Geht alles zusammen. Seitdem die Band ihre eigenen Fans verteufelt, mag auch ich sie aus unterschiedlichen Gründen – auch wegen dieses ersten Albums nach ihrer Trennung, mit dem Knorkator mit dem Aufhören offiziell wieder aufhörte. Selbst wenn das Album keine so besonderen Noten bei den Rezensionen einfuhr, finde ich es gelungen. Es ist etwas kompatibler für die Gehörgänge, der Gesang besser zu verstehen, es gibt Melodien und musikalische Abwechslung. Die Freude an wilden Coverversionen (z.B. Faster Harder Scooter), nun ja, die Band hat sie auf jeden Fall. Und die Erweiterung um Tim Tom, Sohn eines Bandmitglieds, bereichert auf neue Weise, wie man u.a. beim Kinderlied hören kann.

Ansonsten wird wieder viel bekichert (auch der Tod bekommt was ab), klare Ansagen gemacht (Nö), die Schuldfrage endgültig geklärt (Natürlich Du!), eine Einführung in die Theorie des Liedaufbaus gegeben (Refrain) usw. Eine bunte Palette von Themen, direkt aus dem Leben gegriffen, auf einem Album versammelt mit der Weisheit der alten Männer, die von der nächsten Generation unterstützt wird. Macht mir (und selbst der Familie) insgesamt Spaß.

Und meine gegen das Album langweilige Bildassoziation möchte ich natürlich auch allen zumuten. Denn: Es werde Nicht!

(C) Lars Kilian: Es Werde Nicht CC BY SA 3.0 DE

Und damit es klar ist: Du nich

Frankie Goes To Hollywood – Welcome To The Pleasure Dome (1984)

Streaming von Musik, das war in den 80er Jahren des letzten Jahrhundert nicht mal Zukunftsmusik. Dafür gab es Alben und manchmal sogar Konzeptalben. Wie dieses von Frankie Goes To Hollywood. In der heutigen Zeit fast schon unvorstellbar, sich ein ganzes Album komplett anzuhören, wenn der nächste Song nur einen Fingertip entfernt ist. Dabei ist es unglaublich, welche Vielfalt und welche Geschichte so entfaltet werden kann.

Das Album ist eins der Klassiker der 80er Jahre. Bizarre Sound-Gedichte von Holly Johnson wie in „The World Is My Oyster“ irritierten mich damals bezüglich der Aussage(n). Der Sound hingegen fesselte mich von Anfang an. Perfekt produziert, bombastisch, voll, aber auch mit Platz für ruhige Passagen und Töne. Das Album trägt den Hörenden von Anfang an durch eine wirre Welt voller Geschichten. Dank der Möglichkeit, dieses Album auf CD hören zu können, gibt es keine Brüche durch das lästige Umdrehen von Platte und alles fließt nahtlos ineinander. Ein großartiges Debut der Band! Allein 63 Wochen Platz 1 der britischen Albencharts und unter den Top 10 der bestverkauften Alben des Jahrzehnts. Ein Evergreen der Musik und muss in der Sammlung. Und nicht zuletzt ein guter Grund, diese Musik nach fast 40 Jahren mal wieder zu würdigen 🙂

Ich denke u.a. häufig an das titelgebende Stück „Welcome To The Pleasure Dome“, wenn ich auf Volksfesten unterwegs bin. Daher auch mein Begleitfoto zu diesem Stück, entstanden in Bremen.

Welcome To The Pleasure Dome
Welcome To The Pleasure Dome by Lars Kilian

Auch Bremen Eins erinnerte sich im Juni 2021 an dieses Werk. Frankie und der Bombast der 80er – Bremen Eins

Laurie Anderson – United States (1984) (4CD Box)

Treffen mit Laurie Anderson auf dem TFF in Rudolstadt

Mal zu Beginn keine Platte…

Wie ein Teenager, der einen seiner gaaaanz großen Stars trifft, fühlte ich mich, als Laurie Anderson im Rahmen des Rudolstädter Tanz- und Folkfestes 2007 gastierte und ich sie, wenngleich nur kurz, treffen konnte. Ein Bild mit uns beiden fiel immerhin ab, worüber ich mich wirklich freue. (ich bin der auf der linken Seite :-))

 Und nun zum Album 

United States (4 CD Box) (1984)

Quelle: https://m.media-amazon.com/images/I/71dFJBTwGOL.SS500.jpg

100 DM bekam 1989 jeder DDR Bürger als Begrüßungsgeld beim erstmaligen Besuch der BRD in die Hand gedrückt. Ich erinnere mich genau daran. Und was macht man mit dem Reichtum? Ich schleppte es in die WOM – World Of Music und kaufte mir Platten, was nicht unbedingt jeder in meiner Familie verstand und gut fand. Zumal nicht „so viel“ dabei zusammenkam, denn den Hauptanteil an meiner Investition verantwortete das 5-fach Album „United States“ von Laurie Anderson.

Anders als viele mir damals bekannte durchbrach die Performance-Künstlerin Grenzen zwischen Pop, Electronic und Avantgarde, zwischen Gesang und Gespräch, zwischen Melodie und Disharmonie, zwischen Tradition und Experiment,

Ich konnte ihrer Musik folgen und fand/finde ihre Geschichten, Ideen, Themen spannend, die sie zu bieten hat. Bemerkenswert war damals u.a. das Example #22, in welchem sie zeigt, wie sie paranormale Stimmen auf Tonband bannte. Oder ihr „Hit“ O Superman mit dieser herrlich monotonsten Präsentation von Musik und Gesang.

Ein Dauerthema ist für Laurie Anderson die Sprache mit all den Irrungen, Wirrungen, Chancen, Risiken und Nebenwirkungen. So berichtet sie auf dem Album von derPlakette, die auf der Pioneer-Raumsonde angebracht ist, in der Hoffnung, Außerirdische würden die Botschaft verstehen und könnten Kontakt mit uns aufnehmen – sofern sie die Plakette finden. Man sieht Mann und Frau, dahinter die Sonde im gleichen Maßstab zu Menschen, links daneben die Sonne in Position zu Pulsaren im All. Im unteren Teil die „Navigationshilfe“ zur Erde (inkl. Weg der Sonde aus dem Sonnensystem) und oben die Hyperinfrastruktur von Wasserstoff. Wir können das Spalten! Laurie Anderson stellt fest, dass in manchen Kulturkreisen die gehobene Hand auch heißt „Auf Wiedersehen“. In Verbindung mit den Wasserstoff könnten Außerirdisch auch denken, dass diese Plakette ein Abschiedsgruß der Menschen ist, kurz bevor sie sich selbst zerstörten (und davor waren/sind wir nicht immer ganz weit weg…). Damit hätte die Plakette das genaue Gegenteil erreicht, denn ein Besuch der Erde wäre dann nicht mehr nötig 🙂

Pioneer-Plakette, Quelle: https://atlantisforschung.de/images/Pioneer-Plakette.jpg

Laurie Anderson unterhält, lädt zum Nachdenken ebenso ein wie zum Lachen über sich und die kleinen und großen Dinge der Welt, sie geht Abwege in ihrer Musik, indem sie neue Instrumente erfindet, die neue Töne und Bewegungen bei Musikern erfordern und so weiter.

Gut investiertes Begrüßungsgeld – bis heute.

Ein Bild habe ich auch zum Album, wobei es mir sehr schwer fällt, hier überhaupt eins auszuwählen. Denn bei Ihrer Musik entstehen viele Bilder im Kopf, die umgesetzt werden können. Einem Zufallsfund eines Grafitti „Künstlers“ in Kaiserslautern konnte ich nicht widerstehen und musste den Auslöser drücken. Die doch ziemlich weiße Wand, dazu die heruntergelassene nicht ganz so weiße Jalousie und das „fast apokalyptische Wort“ in Rot waren für mich eine super Kombination für einen Bildausschnitt, der mir bestätigt: Language is a virus from outer space (William S. Burroughs)

„Language Is A Virus From Outer Space“ (C) Lars Kilian 2020

Das zum Bild passende Video anbei. Leider nicht vom Live-Konzert des Albums „United States“, sondern vom Album „Home Of The Brave“, aber man kann erahnen, was so auf der Bühne mit ihr los war. Da wäre ich sehr gern dabei gewesen…

Webseite von Laurie Anderson: http://www.laurieanderson.com/

Medienkunstnetz mit einigen Informationen und vielen Bildern von Liveauftritten: http://www.medienkunstnetz.de/werke/united-states/

Ein Wikipediaeintrag zur Künstlerin: http://de.wikipedia.org/wiki/Laurie_Anderson

Detaillierte Biografie auf Warner Bros. http://www.warnermusic.de/laurieanderson/bio/

(unvollständige) Literaturliste von und über Laurie Anderson im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: http://dispatch.opac.d-nb.de/DB=4.1/REL?PPN=119296187

Ennio Morricone – Once Upon A Time In The West (1988)

Bildquelle: https://img.discogs.com/DKUrLe42jRDdzrj6PQ5E_BNP3Ag=/fit-in/600×594/filters:strip_icc():format(jpeg):mode_rgb():quality(90)/discogs-images/R-349964-1148924356.jpeg.jpg

War dies meine erste CD oder war es der Soundtrack der Rocky Horror Picture Show? Ich bin mir nicht mehr sicher. Aber offenbar stand ich seinerzeit sehr auf Filmmusik. Warum auch nicht. Ist zwar auch ein paar Tage her, aber gute Musik ist essentiell für gute Filme… Nicht das ich ein besonderer Fan von Western gewesen wäre, aber der Soundtrack von Ennio Morricone war seiner- und meinerzeit schon was Besonderes und er wirkt bis heute. Er funktioniert ganz hervorragend ohne den Film – ob auch der Film ohne diesen Soundtrack so funktioniert, mag ich nicht beurteilen.

Für über 400 Filme komponierte Morricone die Musik und er darf zu Recht als einer der einflussreichsten Komponisten für Filmmusik bezeichnet werden. Der Ehren-Oscar für sein Lebenswerk bezeugt dies. Er schafft es immer wieder, nicht nur die Atmosphäre des Films musikalisch einzufangen, sondern diese auch zu verdichten und so zum Tragen zu bringen. Am meisten brannte sich sicher das Mundharmonika-Thema in unser kulturelles Gedächtnis ein – und die Bilder dazu aus dem Film sicher auch. Tragender finde ich jedoch das Hauptthema „Once Upon A Time In The West“.

Und mich verwundert stets aufs neue die fast magische Anziehungskraft, wenn ich mal wieder dieses Album laufen lasse. Es sollte eigentlich ein wenig staub sein – und ist es auch. Aber nicht, weil es alt ist, sondern nur, weil es im Wilden Westen nun mal staubig war. Daher ist dieser Soundtrack auch mein Album für den Monat April im Hier und Jetzt. Ich assoziiere mit dem Album eine Reise in das westlichste Amerika, sah dort natürlich auch die eine oder andere Ranch und brachte Bilder mit nach Hause…

Lars Kilian: Once Upon A Time In The West

The Smiths – Meat Is Murder (1985)

Quelle: https://img.discogs.com/ANqTIc4unjZcPPOhde2zjCwUDTw=/fit-in/596×600/filters:strip_icc():format(jpeg):mode_rgb():quality(90)/discogs-images/R-373240-1189712644.jpeg.jpg

Das Zweitlingswerk von The Smiths nach über 35 Jahren ausgraben? Nun, scheint eh ein „Problem“ des Blogs zu sein. Aber das Album schaffte es immerhin in die Top 100 Platten des Jahrhundert bei Spex und Viva Zwei (auch beide Geschichte, oder).

Als ich mir „Meat Is Murder“ jüngst wieder auflegte, erinnerte ich mich an den „Erstkontakt“ und die Frische sowie Dynamik der Musik, aber auch die damit verbundenen (politischen) Protestaussagen in Morrisseys Gesang. Es war irgendwie befremdlich, als Teenager in den 80ern zum Beispiel den Gedanken veganem Lebens nachzuhängen…

Die Frische und Dynamik des Albums ist bis heute geblieben, die Gedanken sind nicht mehr fremd, weil sich die Welt weiterdrehte. The Smiths gibt es schon lang nicht mehr, Morrissey ist wieder befremdlich geworden (vgl. Volkmar Mühleis „Abschied von Morrissey. Ein Essay über Kunst und Moral.“) und bewusst(er)e Ernährung ist nicht nur dem Alter geschuldet, sondern Zeitgeist.

Assoziativ hatte ich bei dem Albumtitelgebenden Song „Meat Is Murder“ eine fotografierte Szene auf dem Fischmarkt in Catania im Kopf… Daher hier mein Foto zum Album:

„Meat Is Murder“, Lars Kilian