Yello – Zebra (1994)

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„YELLO ist bis heute eine der ganz wenigen schillernden Koriphäen der Popmusik geblieben, die mit elektronischer Hilfe, ungebrochenem Ideenreichtum und geradezu sturer Haltung an stilistische Ideale einen ganz eigenen Sound kreierten, der ihnen einen unbestrittenen Status und entsprechendes Ansehen verschaffte.Vor 14 Jahren wurde der New Yorker-Radio-DJ Frankie Crocker auf „Bostich“ aufmerksam; einen Song, der mittlerweile als Vorläufer des „Techno-Rap“ in die Musikhistorie eingegangen ist. Mitte der Achtziger wurden Singles wie „Vicious Games“, „I Love You“ und die „Formel1“-Titelmusik „The Race“ auch in Deutschland zu großen Erfolgen. Zählt man die beiden Compilations nicht mit, liegt mit „Zebra“ das mittlerweile achte Album des sonderbaren Schweizer Pop-Duos Meier/Blank vor. Und wie sollte es anders sein, es ist erneut ein von der YELLO-Idee durchdrungenes Konzeptwerk geworden. Wieder wurde aktuellen Strömungen Tribut gezollt, die sich allerdings weitestgehend auf eine Erweiterung des nicht mehr unter strengem Verschluß gehaltenen, aber immer noch sehr exklusiven Sample-Arsenals beschränkte. Zwischen musikalischem Dadaismus und trendmäßiger Disco-Konfektionsware, zwischen graziler Coolness und naivem Schwachsinn, YELLO kreieren immer wieder aufs Neueste ihre Eigenart, jede Klischeerfüllung oder -entlarvung ist ihnen dabei recht. Manchmal scheint es, als hätte man jede einzelne Songpassage schon einmal in anderer Kombination auf einer der vorherigen Platten gehört. Neben Déjà-vu-Effekten bei etlichen Samples gilt dies auch für den recht synthetischen, aber enorm groovigen Rhythmus und die Vorträge des Fabulierers, Komödianten und Geschichtenerzählers Dieter Meier, der wie ein Arlecchino in der Commedia dell’Arte erscheint und sich von Philip Marlowe zum getriebenen Knecht der Leidenschaft und zurück verwandelt. Die ungebrochene Detailverliebtheit erzeugt überdies in Verbindung mit einer wahrhaft erstklassigen Produktion ein selten erreichtes audiophiles Niveau, daß den Hörgenuß nochmals erhöht.Banal, trivial oder genial – das große Phänomen namens YELLO bleibt unergründet, und eigentlich ist es gut so!“ (http://www.intro.de/platten/kritiken/23017036)

Wikipediaeintrag zu Yello

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