Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra & Tra-La-La Band – Horses In The Sky (2005)


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„Elektrische Stühle und Ex-Präsidenten. Industrialisierung und Vaterlandsverrat. Efrim Menuck und seine Mitanarchisten schlagen mal wieder zu: gewaltfrei, basisdemokratisch, subversiv. Mittlerweile sieben unstete Geister rütteln unter dem Silver Mt. Zion an allen Grundfesten, die sie zu fassen bekommen. Und werden dabei so persönlich, wie ein brennender Molotov-Cocktail in der Nachttischschublade. „Horses in the sky“.

Die Hölle hingegen ist voller Geigen. Am Boden lungern Mandolinen, Harmonium, Stromgitarren herum. Dazu wird weiter aus dem Gebetbuch der Globalisierungsgegner gesungen, ohne sich um Tonlagen oder Melodien zu scheren. Stattdessen haben A Silver Mt. Zion Genosse Groove als Mitstreiter gewonnen. Im umwerfenden Opener „God bless our dead marines“ taumelt, hüpft und zappelt er bis zur Besinnungslosigkeit mit dem Tomahawk in der Hand ums Lagerfeuer herum. Ein kriegsversehrter Reggae und ein marodes Requiem zugleich.

„Mountains made of steam“ windet sich im Crescendo des Ungemachs. Man stelle sich die rostigen Banjos aus The Notwists „Neon golden“ ohne passende Beats vor, und denke sich zum Finale einen eruptiven Walgesang von Zerrgitarre hinzu. Pseudoklassische Klänge wie zerlaufenes Zelluloid. Dagegen jedoch wirkt David Lynchs Pananoia wie aufmunternder Kinntop. Kein Wunder, daß dem sanften Säuseln des Titelstücks jedwede Beruhigung abgeht. In „Teddy Roosevelt’s guns“ wiederum beklagt ein vaterlandsloser Geselle „Canada, oh Canada, I’ve never been your son.“ Und man weiß nicht, ob die zerschossene Zerbrechlichkeit dieser Feststellung Selbstmitleid oder Resignation ist. In den abschließenden fast vierzehn Minuten Nervenzusammenbruch zerflattert dann „Ring them bells (Freedom has come and gone)“ wie eine morsche Fahne im Wind, bis der letzte Faden davonweht.

„Sechs kaputte Walzer für die Weltkriege vier bis sechs“, heißt es an anderer Stelle über das Album. Kein Dementi von dieser Seite. „Horses in the sky“ hinterläßt verbrannte Erde und wirft Fragen auf wie Bombenkrater. Die rätselnden Gesichter wanken im Rhythmus der morbiden Mantras. Passend dazu haben A Silver Mt. Zion schon wieder ihren Namen verunstaltet: Ein Chor gestrichen, ein E dazu, fertig ist Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra & Tra-La-La Band. Kaum zu fassen.“ (http://www.plattentests.de/rezi.php?show=2894)

Ein paar Wikipediainfos zu dieser außergewöhnlichen Gruppe

Infos zur Band bei Intro

Ein Fanvideo

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