The Fall – Country On The Click (2003)


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That’s the Fall – always the same, always different.“ (John Peel)

„Ist Relevanz überhaupt von Relevanz? Im langjährigen freien Fall von The Fall auf jeden. Schließlich erhob Kernzelle Mark E. Smith für sich und seine wechselnden Mitmusiker immer den Anspruch, Alben abgeliefert zu haben, die zum Zeitpunkt ihres Erscheinens einzig- oder neuartig waren, und sah sich, des Öfteren auch berechtigtermaßen, umzingelt von Plagiateuren. Die goldenen Abschnitte der 25-jährigen Bandhistorie sind eine Geschichte unzähliger Labelwechsel, Publikumsbeschimpfungen und versnobter Interviews im Namen eines zwangsrenitenten, sich immer weiterentwickelnden Projektes mit Breitenwirkung im Indiebereich, aber allerspätestens das unsägliche 97er-Album ›Levitate‹ markierte den Punkt, ab dem Stillstand oder Rückbau dominierte.

Den Rausschmiss der Grundpfeiler Hanley, Scanlon und Wolstencroft bezahlte der Diktator mit dem Verlust des gewachsenen Bandsounds, und schlecht wie der Zustand von Smiths Gebiss fielen vor allem jene Platten aus, die er oder die angeheuerten Instrumentalhandlanger in Eigenregie aufnahmen. Für ›The Real New Fall LP Formerly ›Country On The Click‹‹ wurde glücklicherweise ein weiteres Mal Grant Showbiz rangeholt, der im Booklet (warum die Scham?) unter bürgerlichem Namen firmiert. Die bandtypische Rohheit, was Songwriting und Sound angeht, ist hier endlich wieder Teil von etwas, das die Bezeichnung Produktion verdient und nicht wie auf ›Are You Are Missing Winner‹ nach den Demos einer verlausten Provinzcombo klingt. Impulse in Richtung Rest der Welt gehen von der 03er-Abfüllung nicht aus, aber es ist die helle Freude, festzustellen, dass Smith so frisch in die Mikrofonie kläfft wie seit Jahren nicht mehr und die meisten Songs richtiggehend catchy sind. ›Open The Boxoctosis #2‹ schraubt sich als Erstes in die Rübe, dicht gefolgt von der Hooliganhymne ›Theme From Sparta F.C.‹ mit satten Claps und Glam-Shouts, und schön ist schließlich auch der unheilvolle Alles-geht-den-Bach-runter-Chor auf ›Mike’s Love Xexagon‹. Dass viele der Stücke aus anderen Phasen der Band stammen könnten – ›Green Eyed Loco-Man‹ als Essenz von ›Infotainment Scan‹, ›Last Commands Of Xyralothep Via M.E.S.‹ eine verschollene Perle von ›Dragnet!‹ usw. –, ist für Fans wohl eher ein Anreiz. Fazit: Alkoholismus und Monomanie des Bandleaders geschuldeter Totalabsturz in belangloses Altrockertum vorerst aufs Schönste gestoppt. Fall-Erstkäufer sind zunächst an den Backkatalog zu verweisen.“ (http://www.intro.de/platten/kritiken/23030996/the_fall_the_real_new_fall_lp_formerly_country_on_the_click)

Scheint ja derzeit chic zu sein: die Platte bekommt auch einen eigenen Wikipediaeintrag

Biografie von The Fall auf Jamba.de

Angeblich offizielle Webseite der Band – passt irgendwie 🙂

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