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Low – The Invisible Way (2013)

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Doppel-Jubiläum für Low. Mit The Invisible Way legen sie ihren zehnten Longplayer vor und können auf 20 Jahre Bandgeschichte zurückblicken. Zum zehnten Mal schaffen sie es, sich mit ihrer vertraut klingenden Musik die Aufmerksamkeit einer treuen Hörerschaft zu erspielen und das Wohlwollen der Kritiker einzufahren. Wie es der Rolling Stone ausdrückt: „Jedes Mal, wenn ein neues Low-Album angekündigt wird, glaubt man bereits im Voraus zu wissen, wie das klingt. Minimalistische Zeitlupensongs mit melancholischen Texten und Harmonien des Mormonenehepaares Mimi Parker und Alan Sparhawk. Stimmt auch immer, und doch ist jedes Mal alles anders.“ (Quelle) Und trotzdem der Name der Band Programm bleibt, schaffen sie es mit ihrer eigenen Langsamkeit, neue Sphären musikalisch zu ergründen, betreten neues musikalisches Land und spiegeln es uns durch ihre eigene Wahrnehmung. Dabei zeigt sich, das Low das mit „Drums And Guns“ erreichte Stimmungstief verlassen haben und etwas wie Mut oder Hoffnung gefunden zu haben scheinen.  Aber keine Sorge: Euphorie klingt anders!

Bohren & Der Club Of Gore – Black Earth (2002)


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„Schwärze. Warme Schwärze. Was auf dem vierten Album der vier Mühlheimer Zeitlupen-Jazzer dargeboten wird, ist mit Worten kaum besser zu beschreiben. Aus einer spärlichen Instrumentierung wird eine Musik geschaffen, die in der heutigen Welt, in der die Menschen irgendwie immer hektischer und unausgeglichener werden, wohl selten sein dürfte. In der jungen Vergangenheit wird immer wieder die Wichtigkeit des Phänomens ,Entschleunigung‘ propagiert. Menschen, die nur trendbewusst flüchtiges Abschalten genießen wollen, ist von dieser CD jedoch abzuraten, da sie nicht entschleunigt, sondern radikal ausbremst. Mit selten mehr als 10 bpm wird der Körper heruntergefahren, die Gedanken verlaufen sich, bis nur noch ein brummender Bass den Herzschlag zu bestimmen scheint. Der Soundtrack zu nächtlichen, ziellosen S-Bahnfahrten und urbaner Melancholie. Als Doom-Jazz umschreiben manche den Sound von BOHREN, was anhand von Songtiteln wie ,Destroying Angels‘ oder ,Skeletal Remains‘ und der unbestrittenen Schwärze vielleicht nahe liegt. Jedoch beinhaltet die Schublade ,Doom‘ auch meist eine Verzweiflung, die ich hier jedoch nicht zu finden vermag. Vielmehr berührt die Musik wie jene Melancholie, die einen befällt, wenn man nach einem Abend mit Freunden wieder einmal alleine die Wohnung betritt.
Hello darkness, my old friend…“ (http://musik.ciao.de/Black_Earth_Bohren_Der_Club_Of_Gore__Test_3126237)

Video „Midnight Black Earth“ bei youtube.com