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Soft Skills entscheidend in der Personalgewinnung bei Weiterbildungsanbietern

Im wbmonitor 2014 wurde der Frage nachgegangen, wie die Personalgewinnung bei Weiterbildungsanbietern ausschaut. Hintergrund ist, so die Autoren, dass das Weiterbildungspersonal eine entscheidende Rolle zukommt, wenn es um die Weiterbildungsqualität geht. Zugleich ist der Zugang zur Lehrtätigkeit in diesem Sektor nicht reglementiert und nur wenig professionalisiert. Daher scheint es interessant, die Rekrutierungskriterien der Weiterbildungsanbieter bei der Auswahl von Lehrenden genauer zu untersuchen. Das Ergebnis in Kürze: Die Soft Skills der potentiell Lehrenden sowie ihre Passung zur Einrichtung wird ein höherer Wert zugeschrieben, als den pädagogischen Qualifikationen.

Die Personalstrukturen, so zeigt die Untersuchung, ist für Deutschland atypisch. Nur ca. 1/3 der Beschäftigten sind bei den Anbietern angestellt, während die übrigen Mitarbeitenden auf Honorarbasis (ca. 60%) oder im Ehrenamt  (ca. 6%) tätig sind. Hingegen bereitet ca 50% der Anbieter die Personalgewinnung Schwierigkeiten, die bei Privatanbietern durch bessere Bezahlung z.T. abgefedert werden soll. Dies hat insb. bei öffentlichen Trägern zur Folge, dass nicht alle gewünschten Weiterbildungsthemen angeboten werden können. Interessant ist, dass einmal gewonnenes und bewährtes Personal offenbar relativ problemlos gehalten werden kann und diese nur selten den Anbieter wechselt.

Da der Weiterbildungsbereich nur einen geringen Grad an Professionalisierung aufweist und der Zugang zu einer Lehrtätigkeit im Gegensatz zu anderen Bildungsbereichen wie z.B. allgemeinbildenden Schulen kaum reglementiert ist, ging der wbmonitor der Frage nach, welche Auswahlkritierien die Anbieter bei der Rekrutierung von Personal nutzen. Bemerkenswert: Pädagogische Kompetenzen kommen erst an achter Stelle, noch nach den Fachkompetenzen. Dagegen dominieren Sozialkompetenzen, Loyalität ggü. dem Arbeitgeber u.ä. Skills. D.h., dem  Weiterbildungsanbieter interessiert die fachliche und pädagogische Eignung der Lehrenden erst in zweiter oder dritter Linie. Vorrangig sollte eine Passung zwischen Lehrenden und der Organisation bestehen, die zu einer Einstellung führt.

Quelle: http://www.bibb.de/dokumente/pdf/a22_wbmonitor_ergebnisbericht_umfrage_2014.pdf, S. 15
Quelle: http://www.bibb.de/dokumente/pdf/a22_wbmonitor_ergebnisbericht_umfrage_2014.pdf, S. 15

Inwiefern solche Skills für die Bewältigung der Anforderungen wohl ausreichen? Oder lassen sich die Ergebnisse dadurch erklären, dass die Weiterbildungsanbieter von einer fachlichen und pädagogischen Eignung schlichtweg vorab ausgehen und damit die organisationale Passung an Bedeutung gewinnt?  Deutlich mach die Untersuchung zumindest: Soft Skills sind wichtig für einen Zugang zum Arbeitsmarkt in der Weiterbildungsbranche.Aber ob damit eine „Abwertung der Pädagogik“ einher geht…?

 

 

 

 

 

 

Link zum wbmonitor 2014: http://www.bibb.de/dokumente/pdf/a22_wbmonitor_ergebnisbericht_umfrage_2014.pdf

 

Handreichung zum Qualitätsmanagement in der wissenschaftlichen Weiterbildung

Im  Rahmen des Bund-Länder-Wettbewerbs: „Aufstieg durch Bildung: Offene Hochschulen“ wurde eine weitere Handreichung zum Themenfeld: „Qualitätsmanagement in der wissenschaftlichen Weiterbildung“ veröffentlicht und steht als Download gratis zur Verfügung (Link: https://de.offene-hochschulen.de/fyls/398/download_file

Auf ca. 140 Seiten werden Qualitätsmanagementsysteme (Teil 1) Kompetenzorientierung und Qualitätssicherung (Teil 2) und Ergebnissicherung und Nachhaltigkeit von Evaluationen (Teil 3) besprochen und mit Praxisbezügen angereichert. Die Autorenschaft ist breit gefächert und arbeitet in vielfältigen Projekten, die durch den o.g. Wettbewerb gefördert werden.

weltweit, kostenfrei ohne Zulassungsbeschränkung online Studieren

Ein Trend, dem sich mittlerweile immer mehr Hochschulen öffnen, zeigt sich darin, die Bildungsangebote für (weltweit) interessierte Gruppen zu öffnen. Auch die Leuphana Universität geht nun diesen Weg und bietet Onlinekurse in der dafür eingerichteten Digital School an. Das Interessante daran: Jeder kann sich einschreiben, es gibt keine Zulassungsbeschränkungen. Interessant an dem Angebot ist, dass für die erfolgreiche Teilnahme auch Leistungspunkte vergeben werden, die dann an der eigenen Hochschule (falls nötig), angerechnet werden. Das dafür zu erstellende Zertifikat kostet dann jedoch etwas: 20 Euro.

Der erste angebotene 3-Monate dauernde Kurs heißt „ThinkTank Cities“ unter Leitung von Daniel Libeskind. In dem Kurs geht es darum, Zukunftsszenarien für die Gestaltung der Städte zu entwickeln. In fünf-Personen-Teams lösen die Studierenden Aufgaben, durch die Einbindung eines Peer-Review-Verfahrens werden die Arbeitsergebnisse online diskutiert. Hierfür setzt die Digital School auf den Einsatz von social media und einer entsprechenden Lernplattform. Die in den Gruppen entwickelten Ideen werden in einem weiteren Schritt in 2D und 3D Modellen umgesetzt.

Interessant an dem Ansatz ist weiterhin die Idee, mit Unterstützung vieler multidisziplinärer und internationaler Teams, gelungene Ideen und Innovationen für die Zukunft der Städteentwicklung  zu erarbeiten. Mal schauen, welche Ergebnisse im April zu erwarten sind und ob diese online vorgestellt werden.

Mehr Informationen zum Kurs, Einschreibezeiten etc. unter: http://digital.leuphana.de/

 

Innovationsindikator 2012

Der Innovationsindikator 2012, den das Fraunhofer ISI in Auftrag der Deutschen Telekom Stiftung, erstellt hat, wurde jüngst veröffentlicht. Im Innovationsranking belegt Deutschland demnach den 6 Rang von 28 untersuchten Industrieländern. Das bedeutet ein Abrutschen um zwei Plätze im Vergleich zum Vorjahr. Niederlande und Belgien haben sich dafür „nach vorne geschoben“. Gründe hierfür werden in der verstärkten Investition in Forschung und Innovation in den letzten Jahren gesehen. Platz 1 ist wieder die Schweiz. Die deutsche Wirtschaft hingegen konnte sich im internationalen Vergleich um zwei Plätze nach oben arbeiten und erreicht nun den 4. Platz. Größtes Manko in Deutschland bleibt das Bildungssystem, welches nur einen 17. Rang einnehmen konnte. Auch bei den staatlichen Rahmenbedingungen für Innovation erreicht Deutschland nur das Mittelfeld (15. Platz). Obwohl die Investitionen in diesem Bereich gestärkt worden sind, bleiben sie doch hinter denen der anderen Staaten zurück. Ein weiterer Faktor ist die Vielfalt und Vielfältigkeit der Menschen in einem Land (Diversity), die zu Innovationen beitragen können. Auch hier schneidet Deutschland nur mittelmäßig ab. Eine stärkere Beteiligung von Frauen, Migranten und älteren Beschäftigten in Wissenschaft und Wirtschaft könnte Impulse setzen. Insofern sehen die Macher der Studie als Handlungsfelder u.a. mehr Investitionen in Bildung zu tätigen, die Qualität der Bildung zu verbessern und die Vielfalt der Bevölkerung besser zu nutzen.
Mehr Infos gibt es unter http://www.innovationsindikator.de/

Studie zum lebenslangen Lernen

Und wieder einmal heißt es: Freiwillge vor!

Forscher der Universität der Bundeswehr München untersuchen, ob und wie sich das Lernen und die Weiterbildung(sbereitschaft) sowie die Einstellungen zu diesen (und anderen lebensbezogenen) Themen im Laufe des Alterns ändern. Hierfür gibt es einen öffentlichen Fragebogen, den jede/r ausfüllen darf. Es dauert ein paar Minuten aber hilft, sich über sich selbst Gedanken zu machen und den Forschern hoffentlich brauchbare Ergebnisse zu liefern. Und ja: es gibt sogar Geldpreise, die abschließend verlost werden 😉

Hier geht es zum Onlinefragebogen (Bearbeitungszeit ca 20-30 Minuten): https://ww3.unipark.de/uc/wab/

Open Education Week

Vom 5.-10.3.2012 findet erstmal die Open Education Week statt. Dabei handelt es sich um eine Aktion, die darauf abzielt, die verschiedenen Einzelinitiativen im Bereich der Open Educational Resources (OER) zu bündeln und deren Bekanntheit zu steigern. Hierfür werden Onlineveranstaltungen (z.B. Webinare) aber auch Veranstaltung bei Bildungsanbietern weltweit (z.B. an Universitäten) durchgeführt. Die Open Education Week wird vom Open Courseware Consortium organisiert und von vielen Initiativen und Unternehmen unterstützt.

Mehr Informationen unter: http://www.openeducationweek.org/

Trendbericht Weiterbildungsverhalten in Deutschland

Seit 1979 führt das BMBF regelmäßige Erhebungen zur Weiterbildungsbeteiligung der Deutschen durch. Nun liegt der Trendbericht 2010 als pdf vor. Nach diesem Bericht gibt es folgende Entwicklungen seit der letzten Erhebung:

  • das Weiterbildungsverhalten ist insgesamt in Deutschland stabil (-2%), jedoch in Ostdeutschland rückläufig (-6%)
  • weiterhin ist die betriebliche Weiterbildung der größte Weiterbildungssektor (ca. 60%)
  • die betriebliche Weiterbildung verzeichnet einen Rückgang (-3%)
  • die Teilnahme an individueller Weiterbildung blieb stabil
  • Kurzveranstaltungen machen den Großteil der Weiterbildung aus
  • Kurzveranstaltungen nahmen quantitativ zu (+6%)
  • Ältere sind bei der Weiterbildung aktiver (+7%), bei jüngeren Bevölkerungsschichten ist ein Rückgang zu verzeichnen (-7%)
  • Arbeitslose sind etwas häufiger in Weiterbildungsveranstaltungen als in der letzten Erhebung 2007 (+4%)
  • teilzeitbeschäftigte Frauen nehmen verstärkt an Weiterbildungen teil (+2%)
  • Personen mit Migrationshintergrund nehmen unterdurchschnittlich an betrieblicher Weiterbildung teil, holen aber bei individueller Weiterbildung auf (+2%)

Alle Zahlen, Daten und Fakten können im Bericht nachgelesen werden, der sich unter der folgenden Webadresse zu finden ist: http://www.bmbf.de/pub/trendbericht_weiterbildungsverhalten_in_deutschland.pdf

 

Webblogs zum Thema Weiterbildung, E-Learning und Wissensmanagement

Auf den Seiten des Weiterbildungsblog hat Jochen Robes eine interessante Sammlung von Weblogs und ähnlichen Webseiten zu Themen Weiterbildung, E-Learning und Wissensmanagement zusammengestellt. Zwar ist die Liste von September 2009, aber es finden sich doch eine Menge interessanter Adressen, die eine Menge Informatives bieten. Immerhin über 50 Links. Ob die Liste mal überarbeitet wird, konnte ich nicht feststellen.

Hier geht es zur Liste

eLearning-Anwendungspotentiale bei Beschäftigten

Auf teleturoren.net wurde ein Ergebnisbericht zur  o.g. Studie veröffentlich, die  im Jahr 2004 durchgeführt wurde.  Die Studie untersuchte das  Weiterbildungsverhalten, mit Fokus eLearning, bei den Lernern in Unternehmen auf Individualebene.

Dabei verfolgt die Studie 4 Ziele:

  • Ermittlung individueller Lerngewohnheiten sowie daraus abgeleitet Entwicklung einer Lerner-Typologie
  • Ermittlung von Ursachen für diese Lerngewohnheiten (z.B. Alter, Position im Unternehmen, Unternehmensgröße, aber auch Computerkompetenz)
  • Ermittlung der eLearning-Affinität (bisherige Nutzung oder Interesse an eLearning)
  • Ermittlung von eLearning-Lernformen, die zu den bisherigen Lerngewohnheiten passen

Die Studie liegt zum Download als pdf vor.