Schlagwort-Archive: Techno

Psychick Warriors Ov Gaia – Kraak (1995)

Kraak bei Amazon
Kraak  – eine Auskopplung aus dem Album „Records Of Breaks“ der Holländer Psychick Warriors Ov Gaia –  Album bringt drei Remixes des gleichnamigen Tracks mit. Minimale Beats und Ambient von Anfang bis zum letzten Ton. Dabei sind die Sounds trocken, monoton, bohrend und können sich eher in die Reihe dunkler Downtempostücke einreihen, die von Bands wie Coil geprägt worden sind.

Wikipedia (en) über Psychick Warriors Ov Gaia

Orbital – Snivilisation (1994)

Hörprobe
„Snivilisation is one of Orbital’s most accomplished works. Partially consisting of experimental loop-oriented progressions and clamorous noise fills, other dominant tracks also purvey elements of drifting „technotic“ bliss. The appearance of guest vocalist Allison Goldfrapp, who sang on Tricky’s Maxinquaye album, adds to the appeal of two tracks. As audiences succumbed to the electronic symbiosis generated by Orbital’s mystique, the group’s political outlook became realized on bold tracks like „Are We Here.“ The track rallied rave culture as it scorned austere governmental policies which descended upon England’s electronic masses. Combined with traces of Eastern-oriented influence, the album further heralds Orbital’s outward affiliations applied within their technology-driven platforms. (Lucas Hilbert)“ (http://www.amazon.com/Snivilisation-ORBITAL/dp/B00004T6V0)

Wikipediaeintrag zu Orbital

Uusitalo – Tulenkantaja (2006)

Hörprobe
Wenn sich die Echos überschlagen und multiplizieren, bleibt irgendwie auch die Zeit stehen.

“Vapaa Muurari”, die erste Veröffentlichung von Uusitalo a.k.a. Vladislav Delay, ist inzwischen sechs Jahre her, die Luomo-Begeisterung ist nach den großen Inkorporationsversuchen – die Erweiterung seines Dub-House-Zucker-Pops in Richtung R’n’B, eventuell auch bis hinein in die Charts – auf ein sehr überschaubares Maß zurückgeköchelt, Vladislav Delay veröffentlicht fast nur mehr auf seinem eigenen Label Huume. Dem zweiten Uusitalo-Album “Tulenkantaja” hat diese Phase der Beruhigung offensichtlich gut getan.

Relativ unbekümmert von den Trends der Stunde macht Delay da weiter, wo er vor sechs Jahren zuletzt die Uusitalo-Echos in die Weite der Hallräume hinausgeschickt hatte. Nämlich bei der Verknüpfung von Ambient-Atmosphären und dem Flirren melodischer Fragmente mit einer dubbigen und pumpenden Auslegung von House. Vor allem die so speziell rumpelnden Uusitalo-Bässe machen untenrum wieder ordentlich Druck und könnten es schaffen, diese Stücke aus dem relativen Abseits doch in den schmalen Aufmerksamkeitsfokus von Minimal-Ökonomen zu wuppen. Dazu dann hier auch noch mal drei Fragen an Uusitalo:

Was bedeutet das Wort “Uusitalo”, und wie würdest du selbst das Projekt beschreiben?
Uusi bedeutet neu, und Talo heißt Haus. Uusitalo ist ein sehr weit verbreiteter Nachname in Finnland, die Telefonbücher sind voll davon. Für mich ist das Projekt irgendetwas zwischen Luomo und den Ambient-Sachen, die ich produziere. Diese Platte geht eher in Richtung Dancefloor als das erste Uusitalo-Album, aber die Zeiten ändern sich eben. Es geht immer noch um instrumentale, “rhythmische” Musik ohne Gesang und darum, was man damit anstellen kann. Ich versuche, mit Grooves zu experimentieren, mit Erwartungen auf dem Dancefloor, und dabei aber auch auf die Kompositionen zu achten. Ich will instrumentale Songs machen und keine DJ-Tools.

Hast du, nach deinen Erfahrungen mit großen Plattenfirmen, auch nur eine Minute daran gedacht, dieses Album auf einem anderen Label als deinem eigenen zu veröffentlichen?
Ich glaube, ich habe eine so starke Aura oder so etwas Ähnliches um mich herum, dass mich gar niemand fragt, irgendwas für jemand anderen zu machen. Oder vielleicht bin ich auch nur völlig aus der Mode. Aber egal, ich bin total zufrieden damit, dass ich diese Sachen jetzt selbst durchziehen kann.

Arbeitest du neben deiner Musikerkarriere immer noch als Programmierer?
Ich war nie wirklich Programmierer, sondern so eine Art Visionen-Entwickler. Das war gegenüber der Musik immer zweitrangig, und vor zwei Jahren habe ich das ganz sein lassen und beschlossen, mich voll auf die Musik zu konzentrieren. Ich hatte mit diesem Job im Grunde versucht, meine Musik zu schützen. Ich dachte, wenn ich eine Arbeit habe, mit der ich meine Rechnungen bezahlen kann, müsste ich keine musikalischen Kompromisse eingehen und könnte so verrücktes oder poppiges Zeug produzieren, wie ich möchte. Aber nach einer Weile hatte ich dann einfach keine Zeit mehr, um überhaupt noch Musik zu machen. Jetzt habe ich einen anderen Weg gefunden, um meine künstlerische Freiheit zu sichern, die Musik zu machen, die ich will, und damit zu überleben: einfach kein Geld mehr ausgeben. Und ich liebe es. (Arno Raffeiner)“ http://www.intro.de/platten/kritiken/23035226/uusitalo-tulenkantaja?sim=1

DAF-DOS – Allein, Zu Zweit, Mit Telefon (1996)

Allein, zu zweit, mit Telefon bei Amazon
Nach längerer Schaffenspause haben sich die zwei DAF-Mitglieder Robert Görl und Gabi Delgado wieder zusammengefunden, um „das hier“ zu produzieren. Wie immer sehr elektronisch, wofür DAF ja u.a. in den 80ern so geliebt wurde. Die Texte wieder vorwiegend deutsch mit spanischen Einflüssen und minimalistisch, aber nicht ganz so, was es einst war. Ähnlich der Beat, der jetzt doch in einigen Teilen ganz schön an irgendeine Kirmes-Rave-Veranstaltung erinnert. Stampfend und billig. Aber, im Gegensatz zu einigen Rezenzionen, hege ich den Verdacht – oder die Hoffnung – dass diese Partyelemente absichtlich als Gestaltungselement eingebaut worden sind. Alles andere wären einfach zu schreckliche Gedanken, als dass man ihnen folgen könnte. Andererseits kam ja vor einiger Zeit die zweite DAF-DOS Scheibe raus, die in eine ähnliche Richtung ging und nicht mehr mein Wohlwollen verdiente. Der Zahn der Zeit…

 

The Field – From Here We Go Sublime (2007)

Hörprobe


„Alex Willner ist The Field ist Pop im Sinne eines grenzenlosen Versprechens. Hier wird angedeutet, verdichtet, rumgesponnen und doch der Bassdrum gefolgt. Fast schon etwas retro-artig, aber niemals Trash oder unerträglicher Wiederaufguss. Nein, The Field lassen die Stunden sich dehnen, die Nacht immer länger werden. Das wird von “Over The Ice” an klar. Willner baut eine gewisse Shoegazer-Haltung in seine Tracks ein und vermischt diese mit Tanzbodengefühl. Überhaupt, endlich mal wieder tanzen, das ist hier das schönste und das zentrale Versprechen.“ (http://de-bug.de/reviews/31046.html)

Matthew Dear – Asa Breed (2007)

Hörproben
Mutter House und Vater Techno: Ein Elektronik-Produzent entdeckt das Songwriting und die Möglichkeiten seiner Stimme

Die Situation, in der man ein Stück zum ersten Mal hört, kann ganz entscheidend mitbestimmen, wie es sich in einem festsetzt. Im Fall von „Deserter“ war’s maßgeschneidert: eine Zugfahrt durchs deutsche Nirvana irgendwo zwischen Leipzig und Nürnberg. Am Fenster rauscht eine VR-Kulisse aus Regen und Mittelstädten vorbei, die Beats spiegeln die Bewegung mit einem mittelschnellen Takt wider und der Song gleitet in einem gleichmäßigen Synthie-Akkord wie zwischen Schiene und Oberleitung aufgehängt dahin: Rasender Stillstand, Ruhe und Bewegung zugleich. Erinnert an Stereolabs „Les Yper-Sound“, vage auch an Kraftwerks „Trans-Europa-Express“ … bloß mit verfeinerter Sound- und Eisenbahntechnik: ICE statt Holzklasse.

Dass Kraftwerk stets als Ahnväter von Techno genannt wurden, war für mich immer ein harter Brocken: Elektronik hin oder her – der Unterschied zwischen elegischer Romantisierung des Maschinenzeitalters hier und der sehr viel nüchterneren Fokussierung auf Tanzbarkeit da ist schließlich immens. Matthew Dear hat damit aber keinerlei Probleme; er schafft eine Sound-Synthese (siehe etwa „Fleece on Brain“), die sich wie ein evolutionärer Zwischenschritt anhört – und den Begriff „Dance Music“ dehnt er ohnehin so weit wie möglich aus, bis hin zu David Bowie und Brian Eno.“ (http://derstandard.at/2950746/Matthew-Dear-Asa-Breed?_lexikaGroup=4)

http://www.matthewdear.com/ – Offizielle Homepage

Matthew Dear bei Myspace

The Future Sound Of London – Lifeforms (1994)


Reinhören

„Lifeforms may not have become the prototype for London’s future sound, but it is still one of the strongest records to come out of the 90s.

Despite all the efforts of British duo Garry Cobain and Brian Dougans (read: no less than thirty albums under twenty-five different aliases), the electronica they envisioned as London’s future sound over the past twenty-one years never exactly transitioned into the city’s present sound. But it’s been a fantastic run all the same, even if the duo has been focusing more on their psychedelic, progressive material as of late. With that said, the most impressive works in The Future Sound of London’s back catalogue are some of the duo’s earliest studio albums. The production of Lifeforms was well underway as Cobain and Dougans released Tales of Ephindrina under the Amorphous Androgynous banner in 1993. Accordingly, whereas Tales of Ephindrina did a great job in combining the techno of the duo’s earliest writings and the ambience of their later works, Lifeforms takes on a more complex, experimental structure. In doing this, The Future Sound of London not only cemented their status as one of the scene’s top acts, but also crafted one of the genre’s top records.

If Lifeforms was held back by anything at all, it would certainly be its large volume of tracks. There are longer electronic albums from that era, of course; case in point, The Orb’s Adventures Beyond the Ultraworld exceeds it by nearly twenty minutes. But with ninety-two minutes of material spread over nineteen songs on two discs, Lifeforms can make for quite the daunting listen nevertheless. That isn’t to say that it’s tedious, just a bit dense on the first few listens. Contributing to the album’s arguably inaccessible aura is the experimental direction taken by Cobain and Dougans. Album opener „Cascade“, for example, opens with a minute and a half of alien sounding overtures and spacey samples, before transitioning into a melting pot of said samples, a subtle, synthesized ambience, and light beats. And though much of the double album is spent experimenting with a delicate sound built on sweeping samples and shrouds of electric noise, it would be a mistake to pigeonhole Lifeforms into having nineteen different versions of „Cascade“. One of the album’s most impeccable aspects is its subtle format; there’s just so much going on in nearly every song that you’ll hear something new on each listen.

The album’s antithesis, then, is its title track. A hit single in the UK, „Lifeforms“ abandons the soft, discreet textures so predominately featured throughout the double album in favour of heavier ambient house influences. The song is owns one of Lifeforms‘ heaviest rhythm sections, making it one of the record’s more in-your-face-type tracks, and certainly the catchiest. Parts of „Among Myselves“ also echo the title track’s dancier moments, but not without applying the oddities heard in virtually every other track. And despite standing out as two of the few truly danceable tracks on a primarily ambient album, both „Lifeforms“ and „Among Myselves“ hardly sound out of place.

But as notable as the likes of „Lifeforms“, the driving „Flak“ (which incidentally features guitarist Robert Fripp of King Crimson fame), and the almost frightening „Spineless Jelly“ may be, the sheer scope of Lifeforms prevents it from being anything other than brilliant. Falling victim to the old quality vs. quantity debate, double albums tend to taper off the longer they go on. With Lifeforms, however, The Future Sound of London build off and improve on each subsequent track; consequently, to pinpoint a highlight is virtually impossible as nearly every song could make a case for such an honour. But such talk is moot in the end as Lifeforms is just such a rewarding record to listen to. It’s dense. It’s expansive. It’s relaxing, engaging, intimate, strange, perhaps pretentious at times, and an assortment of other positive adjectives. But above all else, Lifeforms is a blast to listen to and ranks up with the Boards of Canadas, the Shpongles, The Orbs as for as 90s electronic music is concerned.“ (http://www.sputnikmusic.com/review/29018/The-Future-Sound-of-London-Lifeforms/)

Wikipediaeintrag zu FSOL http://de.wikipedia.org/wiki/The_Future_Sound_of_London

Future Sound Of London – Lifeforms (Commercial Version)

030 feat. Dr. Motte – Ki (1993)

Ein Oldie im CD Regal, jüngst wieder mal aufgelegt. Dr. Motte, einer der „Chefs“ der Loveparade bis 2006 (?) mit einem aus den 90er Jahren typischen Elektroalbum auf MfS. Trance, Hard Trance, Samples, Voices. Schön abgemischt und (fast schon) als Konzeptalbum aufgebaut. Und – wie ich finde – im Gegensatz zu vielen anderen Techno-Trance Alben der Zeit nicht langweilend/monoton/ideenlos. Wenn es mal den Weg in den CD-Spieler findet, freuen sich die Ohren auch darüber noch immer 🙂

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Psychick Warriors Ov Gaia – Obsidian (Organically Decomposed) (1992)


Reinhören
„The lineup for Psychick Warriors Ov Gaia — Reinier Brekelmans, Bobby Reiner, and Robert Heynen, with soundman/producer Tim Freeman — originally played in an industrial band called the Infants in 1985. Later in the ’80s, the group appeared as Sluagh Ghairm (Spirits Cry), but by the end of the decade they had become known as Psychick Warriors Ov Gaia — the name signifying membership in the Temple Ov Psychick Youth, the occult collective founded by Psychic TV’s Genesis P. Orridge (though Psychick Warriors weren’t connected musically to Psychic TV). In 1990, the band released their debut single „Exit 23,“ a minimalist trance epic with a haunting vocal sample from Timothy Leary („return, to the source“). As with all their future work, it appeared on Belgium’s Kk Records. The second single, „Maenad,“ was an upbeat tribal house mover, also focused squarely on the dancefloor.

The 1992 debut album, Ov Biospheres and Sacred Grooves, showed that Psychick Warriors could straddle the fence between floor-filling organic trance and dark ambience quite well. On tracks such as „Obsidian“ and the Drum Club remix of „Exit 23“ (added to the American Restless release), the chilling ambient groove easily overpowered any textured beats.

After a single release for „Obsidian“ and the Heynen/Freeman side project called Disciples Ov Gaia (on which they remix „The Key,“ from Ov Biospheres and Sacred Grooves), Heynen left to form Exquisite Corpse, a group that focused on the minimal tribal rhythms evident on „Maenad.“…“ (http://www.answers.com/topic/psychick-warriors-ov-gaia)

Dub Taylor – Forms & Figures (2001)

„Hinter dem angenehm klingenden Künstlernamen Dub Taylor (macht Lust auf die Musik) steckt der Berliner Alex Krüger, den “Tänzer”-Lesern und Maxikäufern durch seine Releases auf Force Tracks, United Stars of Mars, Konfekt und natürlich raum…musik bekannt. Je nach Schnittstelle geht er es mal forscher oder gemütlicher an. Für sein Debütalbum hat er nur neue Stücke zusammengetragen. Was an diesen überrascht, ist die große Spannbreite von konkret-technoiden Tracks bis zu smoothem House-Dub, eine Varianz, die er so bislang nicht nebeneinander stehen hatte, sondern auf die unterschiedlichen Labels verteilte. Dennoch wirkt “Forms And Figures” schlüssig in seiner Konzeption.“  (http://www.intro.de/platten/kritiken/23027315/dub-taylor-forms-and-figures?sim=1)