Schlagwort-Archive: Synth-pop

Coloma – Finery (2003)

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Der zweite Streich der Kölner Clicks’n’Cuts-Popper ist vielleicht noch verführerischer als der vom letzten Jahr. Alex Paulicks elektronische Skelette werden lose umflattert von 80er-Jahre Keyboards und seltener von Klavier, Vibraphon, Cello und Saxofon; und in dieser winddurchlässigen Klangarchitektur sucht der Wehmutssänger Rob Taylor nach einem heimeligen Plätzchen, wo er mit klammen Fingern Liebesbriefe schreiben kann. Oder Abschiedsbriefe. Eine sehr introvertierte Platte, die traurigfroh und einsam macht. Zugleich steht sie dir bei in deiner Verlorenheit, als einziger Freund. Selten war soviel Wärme im Digitalen. (mw)“ (http://www.kulturnews.de/knde/index.php?id=4044&topic=platten&title=Finery&artist=Coloma)

Matt Bianco – Matt’s Mood (2004)

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„“Half A Minute“ und „Get Out Of Your Lazy Bed“ tummeln sich auch 20 Jahre nach ihrer Veröffentlichung noch als Ohrwurm in der Großhirnrinde. Matt Bianco waren seinerzeit verantwortlich für die groovende Attacke auf Europa. Ihre Waffen: brasilianisierte Popsongs!

 

 

 

Heute wird so was am Fließband produziert und als Brazil-Sampler beim Kauf eines Caipirinha-Sets beigelegt. Aber Stop! Wir reden hier nicht von irgendwelchen Wohnzimmer-Sambaistas. Matt Bianco sind sozusagen die Erfinder, Urväter und Vorreiter aller Brazil-Hypes.“Wir mixten damals Jazz mit Latin-Rhythmen und Pop, waren uns aber gar nicht sicher, ob irgendwer das überhaupt hören wollte“ erinnert sich Mark Reilly. Und ob! Ihr erstes Album „Whose Side Are You On“ brachte insgesamt fünf Singles hervor und begeisterte das Poplager ebenso wie die Jazzfraktion.Die Urbesetzung ging trotz dieses Erfolgs getrennte Wege. „Wir haben alle immer gerne an die Anfangszeit von Matt Bianco zurückgedacht. Danny besuchte mich irgendwann in meinem Studio, und dabei entstand spontan die Idee einer Reunion“, sinniert Mark Reilly. Nachdem auch Basia sofort begeistert war, gingen die drei mit geballter nostalgischer Kraft ans Werk und zauberten zehn entspannte und groovige Songs aus ihren Hüten. Für viele Matt Bianco-Fans der ersten Stunde steht fest, dass dies das legitime zweite Album der Band ist.

 

„Ordinary Day“ entpuppt sich als Opener und Singleauskopplung zugleich. „Dieses Stück enthält meines Erachtens alles was Matt Bianco ausmacht: einen wirklich netten Bossa-Groove und Basias verlockende Stimme“, weiß Mark Reilly zu berichten. Bei „Wrong Side Of The Street“ steht die erstickende Botschaft des polnischen Textes im Gegensatz zur leichtfüßigen musikalischen Untermalung.

„La Luna“ empfiehlt sich als poppiger Cha Cha Cha. Bei „Ronnie’s Samba“, einem beschwingten Jazz-Samba, beleben sie gar den 1991 verstorbenen Saxophonisten Ronnie Ross wieder („Wir hatten noch ein paar unveröffentlichte Aufnahmen, die wir verwenden konnten“). „Kaleidoscope“ swingt genüsslich in bester Crooner-Manier aus den Boxen.

Einzig die fortgeschrittene Zeit könnte Matt Bianco beim Anknüpfen an ruhmvolle Tage ein Schnäppchen schlagen. Latin-Pop hat in den letzten 20 Jahren eine massenwirksame Verbreitung erreicht, der Markt ist an Qualität und Quantität gesättigt. Trotz allem steht der Thron, den Matt Bianco sich seinerzeit erbauten, nach wie vor verwaist am Firmament. Mit „Matts Mood“ erhält die beharrliche Platzreservierung endlich einen Sinn.“ (http://www.laut.de/lautstark/cd-reviews/m/matt_bianco/matts_mood/index.htm)

http://www.mattbianco.com/ – Offizielle Homepage

Matt Bianco bei Wikipedia

Ammer & Console – IS&DN (Interleaved Songs & Dancefloor Narration) (1999)

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„Schlüpfrige Ansagen aus der 0190er-Retorte besitzen eine magische, unfreiwillige Komik. Dem Außenstehenden bieten sie einen beinahe privilegierten Einblick in die Abgründe einer Gesellschaftsposse und zeigen mit dem Finger auf jene, die sich daran ergötzen. Lachen darf man trotzdem. Sogar tote Stimmen wie die Zeitansage haben einen hohen Wiedererkennungswert, auf den ich mich einigen könnte. Aus all diesen Fragmenten der modernen Telekommunikation eine Klangcollage zu basteln ist nicht unbedingt neu, kann aber sehr reizvoll sein. Vor allem, wenn es sich um ein „Ammer & Console-Produkt“ handelt.

Ein Hörspiel dagegen verliert seinen Reiz mit der falschen Besetzung der Stimmen bzw. Hörspieler. Die Japanerin Hanayo bringt es fertig, ihre auf Embryo-Tonlage geschrumpfte Vorwahlnummer-Ansage in einen Jump’N’Run-Rhythmus zu steigern, um dann in eine Unterhaltung (oder Slam Poetry-Dialog?) mit ihrem crackinfizierten Liebhaber (-sager) zu münden. Dieses Thema zieht sich für den nicht teilhabenden Hörer in beklemmender Wiederholung durch den Mittelteil der Session. Two is not a couple, it’s a cramp. Genial ist es allemal. Und mag es die Handschrift des von den „Kriegsblinden“ (ein Traumzustand) hochgehaltenen Hörspielproduzenten Andreas Ammer sein, ich vermag hier kein Hörspiel zu erkennen, doch einen seltenen und virtuellen Kunstgegenstand – mehr eine Hörformance.

Martin Gretschmann gehört zu den Wenigen, die mit solch einer Kunstform einen wertvollen Beitrag leisten können. Es gelingt ihm, im Chaos eines hochfrequenten Handystörgeräusches noch einen schillernden Groove herauszuhören, und daraus einen rauschartigen Kinderzählreim („Secret Number“) zu fummeln. Eine Tanzflächenerzählung, in Songs verwunden und verwoben. Dazu das Stimmengewirr aus dem Nirwana der Vermittlungscomputer – eine Johannesoffenbarung der Neuzeit.Dazwischen („Dial Sex“) bricht in angenehmer Regelmäßigkeit der tiefe Beat von Christoph Brandner, verknüpft mit den zwei Bassbändern aus den Händen von Michael Schwaiger (E-Bass) und Axel Fischer (Synthetik-Bass), die es zusammen „mit einer vollbusigen Rettungsschwimmerin treiben“. Da bleibt mir nur ein „Yeeehaaa Cowboys!“ Zusammen erzeugen sie als apokalyptische Reiter eine ansteckende Schwingung über der Tanzfläche, die 1999 im Tingeltangel in Köln wahrscheinlich ein mittleres Veedelbeben hervorgerufen hat. Was gäbe ich, hätte ich bei dieser Veranstaltung teilhaben können. Lieber WDR (zuständig für Produktion), eine DVD muss her, aber pronto!“ (http://www.laut.de/lautstark/cd-reviews/c/console/isdn/index.htm)

Yello – Zebra (1994)

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„YELLO ist bis heute eine der ganz wenigen schillernden Koriphäen der Popmusik geblieben, die mit elektronischer Hilfe, ungebrochenem Ideenreichtum und geradezu sturer Haltung an stilistische Ideale einen ganz eigenen Sound kreierten, der ihnen einen unbestrittenen Status und entsprechendes Ansehen verschaffte.Vor 14 Jahren wurde der New Yorker-Radio-DJ Frankie Crocker auf „Bostich“ aufmerksam; einen Song, der mittlerweile als Vorläufer des „Techno-Rap“ in die Musikhistorie eingegangen ist. Mitte der Achtziger wurden Singles wie „Vicious Games“, „I Love You“ und die „Formel1“-Titelmusik „The Race“ auch in Deutschland zu großen Erfolgen. Zählt man die beiden Compilations nicht mit, liegt mit „Zebra“ das mittlerweile achte Album des sonderbaren Schweizer Pop-Duos Meier/Blank vor. Und wie sollte es anders sein, es ist erneut ein von der YELLO-Idee durchdrungenes Konzeptwerk geworden. Wieder wurde aktuellen Strömungen Tribut gezollt, die sich allerdings weitestgehend auf eine Erweiterung des nicht mehr unter strengem Verschluß gehaltenen, aber immer noch sehr exklusiven Sample-Arsenals beschränkte. Zwischen musikalischem Dadaismus und trendmäßiger Disco-Konfektionsware, zwischen graziler Coolness und naivem Schwachsinn, YELLO kreieren immer wieder aufs Neueste ihre Eigenart, jede Klischeerfüllung oder -entlarvung ist ihnen dabei recht. Manchmal scheint es, als hätte man jede einzelne Songpassage schon einmal in anderer Kombination auf einer der vorherigen Platten gehört. Neben Déjà-vu-Effekten bei etlichen Samples gilt dies auch für den recht synthetischen, aber enorm groovigen Rhythmus und die Vorträge des Fabulierers, Komödianten und Geschichtenerzählers Dieter Meier, der wie ein Arlecchino in der Commedia dell’Arte erscheint und sich von Philip Marlowe zum getriebenen Knecht der Leidenschaft und zurück verwandelt. Die ungebrochene Detailverliebtheit erzeugt überdies in Verbindung mit einer wahrhaft erstklassigen Produktion ein selten erreichtes audiophiles Niveau, daß den Hörgenuß nochmals erhöht.Banal, trivial oder genial – das große Phänomen namens YELLO bleibt unergründet, und eigentlich ist es gut so!“ (http://www.intro.de/platten/kritiken/23017036)

Wikipediaeintrag zu Yello

Printer – I Can Take More (2007)

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„Waren ihre ersten Alben eher introvertiert, dunkel und rockorientiert sind die Printers nun regelrechte Partysäue geworden, die ihren melodischen Songgerüste in das flexible Korsett der geraden Bassdrum packen. Tief in den schwedischen Wäldern entstand dieses Album des nordischen Quartetts Printer. Nicht etwa weil sie dort zwischen Ikea-Birken und Elchen ihr Studio haben, nein, weil sie dort auf dem Norberg Festival so viel Zuspruch für Ihre Dancefloor-orientierte Musik bekamen und somit genug Geld bei den daraus resultierenden Bookings zusammen scheffeln konnten, um diesen Silberling entstehen zu lassen. Hypnotische Sounds vermengen sich mit Technobeats, eine Prise Britpop-Melancholie und immer wieder diese sanft mysteriös klingende Stimme, die jedem Track die nötige Tiefe verleiht. Besonders „Minds Out“ und „Around The Bridges“ sind hier besonders hervorzuheben, denn diese Tracks zeigen die Leidenschaft, die das Quartett in Ihre nordischen Stilblüten gelegt haben. Für Liebhaber von Junior Boys und The Knife genau das Richtige für diesen Sommer.“ (http://www.amazon.de/gp/product/B000PFU6JU/sr=1-2/qid=1203613989/ref=olp_product_details?ie=UTF8&me=&qid=1203613989&sr=1-2&seller=)

„Wir sind einfach Partysäue!“ Interview mit Printer bei intro.de

http://www.statler-waldorf.dk/ – offizielle Webseite von Printer mit zahlreichen Infos und weiteren Hör- und Sehprobem

„We never danced so much as during the making of this record,“ – Review bei earplug.cc

Anne Clark – Trilogy (1986)


Trilogy bei Amazon

Trilogy heißt die 1986 erschienene Compilation, welche die ersten drei Alben „The Sitting Room“, „Changing Places“ und „Jointed Up Writing“ zusammenfasst.

Stilistisch noch in sehr ruhigen Elektrogebrodel der 80er Jahre mit der schon damals unverwechselbaren Stimme ist Anne Clark hier stark den dunkleren Stimmungen verfallen. Atmosphärisch dicht, werden ihre Lyrics mit einer Musik verwoben, die damals wegweisend war für viele andere Künstler und auch heute nicht viel von ihrem Charme einbüst.

Auch wenn die Musik von CD kommt und vornehmlich nur elektronische Instrumente zum Einsatz kommen, hat man beim hören das Gefühl, dass alles irgendwie sehr analog ist. Ideale Musik für die dunkleren und kühleren Monate des Lebens.
Immer wieder witzig: die Verortung von Anne Clark in der Musiklandschaft auf musicmap

http://www.anneclark.com/ Offizielle Webseite von Anne Clark

http://www.anneclark.de/ Deutsche Fanseite

Einen biografischen Abriss auf laut.de

Ein Technowiki gibts nun auch schon, auf dem sogar Anne Clark Erwähnung findet

Wikipedia zu Anne Clark

Deutsch Amerikanische Freundschaft (DAF) – Für Immer (1982)

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„This can be considered as the 3rd part of the duo’s trilogy and maybe their best one; ‚Für immer“s title is not casual, and puts a full stop of a band which if not brilliantly, efficiently put the bases for what was to come with bans such as F242, The Klinik or Dive. Almost every song is good on this album, but I’d claim that ‚Kebabtraume‘, ‚Prinzessin‘ or ‚Die götter sind weiss‘ are remarkable examples of what this band implied. They’re not as brilliant as Front 242, that’s true, but they did know what way the dark side of electronic music would follow, together with F242 or early Die Krupps; I recommend the whole trilogy as all 3 works complement each other and could have perfectly been a triple album; but if you have not listened to this band and want to do it, I would choose this one; DAF will remain in my heart and mind forever.“ (Quelle: http://www.amazon.com/F%C3%BCr-Immer-DAF/dp/B00000FY8A)
Wikipediaeintrag zu DAF

Interview mit Robert Görl auf Intro.de

Künstler E

Editors

Eels

Egoexpress

Einstürzende Neubauten

Elbow

Electronic Eye

Elektrostar

Ennio Morricone

Erlend Øye

The Experimental Pop Band

Explosion In The Sky

Black – Wonderful Life (1987)

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„In meiner mittlerweile fast 500 CD umfassenden Sammlung ist dieses Debut Album des Sängers Black immer noch ein absolutes Highlight und landet regelmäßig in meinem CD Player. „Wonderful Life“ ist ein durchweg gelungenes Album das höchstens ein klein wenig bei den nur auf CD gepressten Bonustracks ab Titel Nummer Elf ein wenig schwächelt. Ansonsten bietet dieses Album durchweg erstklassige Musik. Neben den traumhaften Balladen „Wonderful Life“ und „Sweetest Smile“ wissen etwas flotteren Sachen wie „Everythings comig up roses“, welches ja auch als Single veröffentlicht wurde und die eher flotteren Stücke wie „Just making memories“ und „I’m not afraid“ zu überzeugen. Dies soll aber nicht heißen das der Rest des Albums abfällt, den dies ist keineswegs der Fall. „Wonderful Life“ ist ein wunderschönes und sehr melancholisches Album das man immer wieder hören kann und das kein wirklich schlechtes Lied enthält.“ (Quelle: http://www.amazon.de/Wonderful-Life-Black/dp/B000026GZT)