Schlagwort-Archive: Synth-pop

Big Audio Dynamite II – The Globe (1991)

The Globe Probehören
Mick Jones, Ex-Gitarrist und Sänger von The Clash, strotzt vor Kraft und Coolness und holt auch die alte Clash-Gitarre mal wieder aus dem Schrank. Es ist auch deutlich zu hören, dass die Originalbesetzung von Big Audio Dynamite bis auf den Leader ausgewechselt wurde (daher auch der neue Bandname Big Audio Dynamit II). Ein gelungener Mix aus Beats, Soundcollagen und Samples sowie Rock-Gitarren, dazu die rauhe Stimme von Jones inkl. seinem Gespühr für die richtigen Hooks brachten auch kommerziellen Erfolg mit sich. Viele Soundfetzen und Klänge von bekannten Stücken anderer Musiker (z.B. „In The Air Tonight“ von Phil Collins) wurden über das Album gestreut, so dass man auch heiteres Musikraten spielen kann.

Erlend Øye – Unrest (2003)

Hörprobe
Unrest bedeutet soviel wie Unruhe. Und auch wenn es die Musik von Erlend Oye nicht preisgibt, so ist dieses Werk Ergebnis der Bewegung. 10 Orte (New York, Shelton, Uddevalle, Rome, Rennes, Helsinki, Barcelona, Rom…), 10 Produzenten (Morgan Geist, Prefuse 73, die OP:L Bastards, Schneider TM…), 1 Album. Und das erste Soloalbum dazu. Weniger die Akustikinstrumente sind es, die Erlend Oye für die Wanderjahre eingepackt hat. Viel mehr wird im elektronischen Bereich probiert, ohne überbetont beatlastig zu werden. Auch hier schafft es die „bessere Hälfte“ der Kings Of Convenience, warme und fröhliche Töne zu zaubern, die zwar durchaus tanzbar sind, aber irgendwie doch den Stempel „handmade“ hörbar tragen. „Elektronic is the new Wandergitarre“ (http://www.laut.de/Erlend-Oye/Unrest-%28Album%29) schreibt laut.de auch passend. Und die zehn musikalischen Postkarten geben Kraft, den kommenden Herbst mit einem Lächeln zu begegnen. Denn der nächste Sommer kommt bestimmt…

Wikipedia zu Erlend Oye
Video zum Song „Sudden Rush“ (Produziert von Kompis in Uddevalla)

Kissogram – Nothing, Sir! (2007)

Hörproben
Witz & Melancholie

Was passiert auf diesem Album? Die Berliner Jonas Poppe und Sebastian Dassé zeigen auf ihrem Zweitlingswerk, dass es keine Grenzen gibt, wenn man Spass haben und verbreiten möchte. So wird dieses Spektakel auch gern Rock’n’Roll-Disco genannt. Einen festeren Stil auszumachen, ist schwer. Vorwiegend herrscht Elektropop gespickt mit allerlei musikalischen Einflüssen aus der Neuzeit über Flamenco bis zum klassichen Tönen aus Fernost. Gepaart wird dies mit wilden Texten über Probleme mit der Frisur und dem Friseur, Nächten vorm Sterben und die elenden Morgen danach, die in der Kombination mit der Musik zumindest bei mir ein herzliches Schmunzeln hervorrufen, während der Körper mitschunkelt.  Dabei schaffen es Kissogram, sich von den üblichen und nahe liegenden Dorf-Kirmes-Stampfern abzusetzen, wenngleich manches Stück auch da funktionieren könnte. Immer wieder tauchen musikalische Brüche auf, die sich vom Tanzflächenrythmus lösen und zu einer Besinnungspause einladen. Belebt ungemein und erinnert stark an die Arbeiten von Neoangin oder auch Stereo Total
http://www.kissogram.de/ – offizielle Homepage

Ammer & Console – Have You Ever Heard Of Wilhelm Reich? (2009)

Have You Ever Heard of Wilhelm Reich? bei Amazon
„Am Ende glaubte er, der Schüler von Freud und Freund von Einstein, ein Abkömmling einer himmlischen Rasse zu sein. Da hatte Wilhelm Reich bereits alle Probleme der Menschheit gelöst. Egal, ob früh als genialer österreichischer Psychiater (Die sexuelle Revolution), später als hellsichtiger Analyst der Weltkrise (Die Massenpsychologie des Faschismus), dann als Kommunist und Sexualpolitiker (Sexpol) oder am Ende nach seiner kryptischen Entdeckung der Orgonenergie als Krebsheiler und Regenmacher in der amerikanischen Wüste (Das ORANUR-Experiment). Wilhelm Reich hat alle Rätsel der Welt und auch die des Weltraums gelöst.Als Mitarbeiter von Wilhelm Reich der US-Regierung mitteilten, dass dieser das Geheimnis des Lebens entdeckt habe, antworteten die Behörden, dass ein solches ihrer Meinung nach nicht existiere. Im Gegenteil: Den Mächtigen musste so viel Wissen unheimlich sein. Have You Ever Heard Of Wilhelm Reich?, ist eine der Fragen mit denen das FBI in den fünfziger Jahren systematisch dem Universalgelehrten Wilhelm Reich hinterher spionierte. Der Geheimdienst suchte fieberhaft nach Gründen, den einstmals gefeierten Psychiater das Handwerk als Quacksalber zu legen. Reich hingegen warnte das FBI im Gegenzug vor den roten Faschisten, vor der Emotionalen Pest (kurz: EP) oder den UFOs, die Amerika ja schwerlich ohne seine Hilfe besiegen könne.Das FBI verbrannte seine Bücher. Wilhelm Reich starb 1957 in einem amerikanischen Gefängnis. Seine größten Erfolge hatte er da erst noch vor sich: Allerdings kehrte er nicht so wie er es sich erträumt hatte und Patti Smith es später besang (Birdland) in einem Raumschiff auf die Erde zurück, sondern posthum als Prophet der Studentenbewegung. Diese machte sich Reichs Slogan von der sexuellen Revolution zu eigen. Der Beat-Poet W.S. Burroughs verbrachte zur Inspiration Stunden in Reichs Orgon-Accumulatoren und Hippies sangen Hymnen auf Reichs Erfindungen.In Andenken an das Universalgenie Wilhelm Reich haben Andreas Ammer & Console aus geheimen Akten des FBI, aus der öffentlichen Geschichte der Pop-Musik und aus anderen obskuren Archiven erbitterte Tracks erschaffen. Have You Ever Heard Of Wilhelm Reich? funktioniert wie ein Musical des Weltgeists oder ein akustischer Orgon-Accumulator. Ein Reichscher Orgon-Accumulator (kurz: ORAC; Bauanleitung liegt bei) ist eine Holzkiste mit stählerner Innenwand, dessen Wirkungsweise die Space-Rock-Band Hawkwind einstmals folgendermaßen besang: I’ve got an Orgone Accumulator / It makes me feel greater (…) Its a back brain stimulator / Its a cerebral vibrator. Dem folgt und davon singt dieses Hörspiel. (Auch live in Ihrer Stadt oder als DVD in Ihrem Recorder)“ (https://www.libri.de/shop/action/productDetails/9346115/andreas_ammer_console_have_you_ever_heard_of_wilhelm_reich_3939444707.html)

Wikipedia zu Console

Das gesamte Hörspiel gibt es auch im Netz als Podcast bei Bayern 2

Björk – Debut (1993)

„Es gibt wenige Künstler, die sich auf diese bestimmte elegante Art jenseits der gängigen Kategorien bewegen, aber Frau Gudmundsdottir ist definitiv eine von ihnen. Nach ihrer Abwendung von der gitarrenlastigen Musik der Sugarcubes zog sie nach London, um dort zusammen mit dem vorzugsweise im Dancefloor tätigen Produzenten Nellee Hooper ihren Solo-Erstling aufzunehmen. Als Ergebnis dieser Zusammenarbeit entstand eine merkwürdige Kombination verschiedenster Einflüsse und Instrumente, die vor allem eines ist: Ästhetisch. Hooper läßt Björks Stimme über den geräumigen Kompositionen schweben wie ein isländisches Fabelwesen und baut aus dem reichhaltigen Fundus an Instrumenten den Unterbau dazu: Neben der Standard-Instrumentierung nutzt man Streicher, Bläser, Harfe und Hammond Orgel, um so der Vielfältigkeit der Stücke gerecht zu werden. Hier ein stampfender, programmierter Beat, der in jedem Club Londons funktionieren könnte, im nächsten Moment nur der zarte Klang der Harfe und Björks Gesang. Mit dem Schritt zur Solokarriere hat sie ihre eigene Kategorie begründet und seitdem jede Menge Nachahmer auf den Plan gerufen. Die betörende Seltsamkeit ihres Schaffens ist jedoch nicht zu kopieren.“ (http://www.visions.de/platten/1037/bjoerk-debut-platten-der-neunziger)

Wikipediaeintrag zu Björk

Björks Webseite mit vielen Infos zum Album

Matthew Dear – Asa Breed (2007)

Hörproben
Mutter House und Vater Techno: Ein Elektronik-Produzent entdeckt das Songwriting und die Möglichkeiten seiner Stimme

Die Situation, in der man ein Stück zum ersten Mal hört, kann ganz entscheidend mitbestimmen, wie es sich in einem festsetzt. Im Fall von „Deserter“ war’s maßgeschneidert: eine Zugfahrt durchs deutsche Nirvana irgendwo zwischen Leipzig und Nürnberg. Am Fenster rauscht eine VR-Kulisse aus Regen und Mittelstädten vorbei, die Beats spiegeln die Bewegung mit einem mittelschnellen Takt wider und der Song gleitet in einem gleichmäßigen Synthie-Akkord wie zwischen Schiene und Oberleitung aufgehängt dahin: Rasender Stillstand, Ruhe und Bewegung zugleich. Erinnert an Stereolabs „Les Yper-Sound“, vage auch an Kraftwerks „Trans-Europa-Express“ … bloß mit verfeinerter Sound- und Eisenbahntechnik: ICE statt Holzklasse.

Dass Kraftwerk stets als Ahnväter von Techno genannt wurden, war für mich immer ein harter Brocken: Elektronik hin oder her – der Unterschied zwischen elegischer Romantisierung des Maschinenzeitalters hier und der sehr viel nüchterneren Fokussierung auf Tanzbarkeit da ist schließlich immens. Matthew Dear hat damit aber keinerlei Probleme; er schafft eine Sound-Synthese (siehe etwa „Fleece on Brain“), die sich wie ein evolutionärer Zwischenschritt anhört – und den Begriff „Dance Music“ dehnt er ohnehin so weit wie möglich aus, bis hin zu David Bowie und Brian Eno.“ (http://derstandard.at/2950746/Matthew-Dear-Asa-Breed?_lexikaGroup=4)

http://www.matthewdear.com/ – Offizielle Homepage

Matthew Dear bei Myspace

2raumwohnung – Kommt Zusammen (2004)


„Zigaretten sind geil. Zigarettenwerbung noch geiler. Was? Diese Behauptung ist nicht pc? Ist mir scheißegal, denn eine Zigarettenwerbung ist ja schließlich der Grund, warum es 2raumwohnung überhaupt gibt. Gut, ich werde mir wahrscheinlich nie eine „Cabinet“ anzünden, aber die Macher der Kampagne haben meinen Respekt.

Der langsam um sich greifende Erfolg von „Wir trafen uns in einem Garten“ führte zwangsläufig zur kompletten Platte. Wenn ein auf die Schnelle komponierter Song des Duos solch penetrante Ohrwurmqualitäten hat, dann steckt sicherlich noch mehr kreatives Potential in dem Duo Humpe/Eckert. Das dachten sich wohl die Labelleute und recht haben sie. Der Titeltrack und „Wir werden singen“ bilden die Klammer, die sich harmonisch um das Album schließt. Ja, wir kommen zusammen, um zu singen. Lasst uns die schönen Melodien nachträllern, die hier auf einem gar lieblichen Teller serviert werden.

Mit Waschbrett-Skiffle-Rhythmus und Maultrommel gehts gleich in die Vollen. Vom ersten Ton an flauscht sich Ingas Stimme samtweich ins Ohr und die Instrumentierung schwingt pendulös zwischen Minimalismus („Liebe ohne Ende“) und hypnotischem Elektrogefiepe und Geblubber („Du und Ich“). Bevor ich weiter schwelge, muss ich aber erst mal eine Portion Gemecker ablassen. „Wir trafen uns in einem Garten mit Max“ ist überflüssig, diese Version der ersten Auskopplung war ja auch schon auf der Maxi, und wer die Idee hatte, „Nimm mich mit“ als nächstes zu veröffentlichen, handelt entweder streng nach Marktregeln, oder hat bei Megaburnern (wie der Hip Hopser sagen würde) wie „Sexy Girl“ einfach die Ohren zu gemacht. Vom Takt und der Instrumentierung her scheint „Nimm mich mit“ fast identisch mit dem Garten zu sein. Egal, denn sowohl von den zuweilen erfrischend ironischen Texten, als auch von den immer schön knapp am Kitsch vorbeischrammenden Liedleins her, passt hier alles gut zusammen.

Ich habs ja seinerzeit vermutet und jetzt scheint es sich langsam zu bestätigen. In Deutschland kann nicht nur stupider Euro-Dance und Abziehbildmucke Erfolg haben, sondern des Teutonen Herz schlägt auch für intelligent gemachte Pop-Musik, siehe Paula.

Darauf muss ich mir jetzt erst einmal eine Zigarette anzünden! (Alexander Cordas)“ (http://www.laut.de/2raumwohnung/Kommt-Zusammen-%28Album%29)

Plastic Operator – Different Places (2007)

Reinhören
„Unbeschwerter Elektro-Pop zwischen Air und Console

Fine Day Records heißt das Label, auf dem mit „Different Places“ das Debütalbum von Plastic Operator erscheint. Und einen angenehmen Tag verbringt man garantiert, wenn Mathieu Gendreau und Pieter Van Dessel den Soundtrack dazu spielen. Die elf Tracks des Albums sprühen nur so vor optimistischer Naivität, unterlegt mit locker nach vorne hüpfenden Grooves. Ein kurzweiliges Hörvergnügen, das die Zuhörer mit seiner zwischen Air und Console oszillierenden Leichtigkeit und Unbeschwertheit auf Anhieb begeistert.

Eine Platte, wie gemacht für sonnige Sommertage, die gute Laune ist vorprogrammiert. Nicht umsonst heißt gleich der Opener „The Pleasure Is Mine“. Im Anschluss daran liefern Plastic Operator mit „Peppermint“ den schönsten Song des Albums ab. Das sanft melancholische Stück hört sich an wie eine elektronische Adaption eines Notwist-Songs. Überhaupt klingt das Duo bei vielen Songs, als wären auch sie im bayerischen Weilheim zu Hause.

Dabei liegen die Wurzeln von Mathieu Gendreau in Kanada, diejenigen von Pieter Van Dessel in Belgien. Getroffen haben sich die beiden Produzenten allerdings in London. Aus Liebe zu den Pet Shop Boys, Akufen und Jean Michel Jarre entstand dann das Projekt Plastic Operator. Erste Tracks, die im Selbstvertrieb in Londoner Plattenläden die Runde machten, stießen sofort auf offene Ohren. Angespornt von den positiven Reaktionen machten sich Plastic Operator an die Arbeit für ein Album.

Sehr routiniert und zielgerichtet klingt das Ergebnis. Die durchgängig schönen Gesangsmelodien machen einen guten Teil des Popappeals von „Different Places“ aus. Dezenter Vokoder-Einsatz lässt immer mal wieder an Daft Punk denken, beispielsweise bei „Special Case“. Die sehr gute Produktion unterstützt den geschmeidigen Flow des Albums. Dass Songs wie „Another Sound“ mit ihren Italo-Anleihen hart an der Grenze angesiedelt sind, nehmen Plastic Operator gerne in Kauf.

Hier geht es nicht um Tiefgang, sondern um Popmusik. Und die darf gerne mit ihrer plakativ zur Schau getragenen Oberflächlichkeit spielen. Plastik-Pop im besten Sinne des Wortes, freilich mit einem Augenzwinkern vorgetragen und gerade deshalb angenehm aufreizend. (Daniel Straub)“ (http://www.laut.de/Plastic-Operator/Different-Places-%28Album%29)

http://www.plasticoperator.com/ – Offizielle Webseite von Plastic Operator

Yello – Claro Que Si (1981)

Reinhören

„Im Studio von Boris Blank entstand nach dem noch etwas unbeholfenen Debut „Solid Pleasure“ (1980), das mit „Bostich“ und „Magneto“ trotzdem einige Highlights bietet, 1981 mit „Claro Que Si“ der zweite Longplayer der Schweizer. Und diese Scheibe ist für mich bis heute das signifikanteste Album von YELLO, obwohl es nur einen einzigen Hit beinhaltet, der später auf der Best Of-Compilation „Essential“ als solcher gewürdigt werden sollte. In seiner Gesamtheit jedoch überzeugt „Claro Que Si“ wie kaum ein zweites YELLO-Oeuvre und gewinnt trotz der noch etwas schwachbrüstigen Produktion bei jedem Hören. Die poppigen Strukturen späterer Tage sind in Songs wie „Daily Disco“ schon deutlich erkennbar, werden aber immer wieder mit überraschenden Soundeffekten und Breaks avantgardistisch und vor allem humorvoll durchbrochen.

„Claro Que Si“ ist eine unglaublich abwechslungsreiche und spielfreudige Platte, die in ungeschliffener Form viele der Ideen vorwegnimmt, die YELLO Jahre danach auch kommerziell haben erfolgreich werden lassen. Hier zeigen sich bereits alle Facetten und Spielarten der Schweizer Klangtüftler: „Homer Hossa“ schlägt in Richtung Worldmusic aus – ein Pfad, den später eher CARLOS PERON auf einigen seiner Solo-Alben weiter verfolgt hat. „She’s Got A Gun“, der definitive Höhepunkt, definiert schon den oftmals filmischen Charakter der Musik der Schweizer. Ebenso kommt in diesem Song Dieter Meiers Vorliebe zum Erzählen kleiner, marlow-esker (Kriminal-)Geschichtchen zum Vorschein…“ (http://www.einheitsschritt.de/r_yello_claro.html)

Stereo Total – Musique Automatique (2001)

Reinhören
„Volle Kanne Coolness ist hier am Start.

Alles und jedermann wird gerade von der Retro-Schiene geschluckt. Da kommt eine neue Platte von Stereo Total, die Band, die schon immer retro war, genau richtig.

Inzwischen hat man sich von vier Bandmitgliedern wieder, wie zu Anfangszeiten, auf Francoise Cactus und Brezel Göring reduziert und macht Musik, die wie die Spielzeugabteilung des Berliner KaDeWe in der Mitte der 80er klingt. Alles piept und hupt, und erinnert stellenweise mehr an ein Basketball-Telespiel als an Popmusik. Willkommen im Spielzeugland.

Zur glücklichen Kindlichkeit kommen die grandios bescheuerten Texte von Francoise Cactus, die sich mit einem französischen Hardcore-Dialekt gekonnt durch das große Gefühlkino spielt. Immer herrlich absurd und mit einem Schmunzeln auf den Wangen. Neben Deutsch, Englisch und Französisch stürzt man sich im letzten Song sogar ins Türkische (Presseinfo: „für die türkischen Gemüsehändler in unsrer Umgebung“) und rockt mit einer fantastischen Cover-Version des Songs „Für Immer 16“: von rotzigem Gitarren (Brezel Göring: „Der Song hat nur einen einzigen Akkord“) unterstützt, geht diese große Platte zu Ende… (Philipp Schiedel)“ (http://www.laut.de/Stereo-Total/Musique-Automatique-%28Album%29)

Und natürlich noch ein Klassiker der Platte als Video. Viel Spaß beim Tanzen 🙂