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Sigur Rós – Agaetis Byrjun (2000)


Als ich Anfang 2001 beschloss, unbedingt und endlich einmal Island zu besuchen, lag das an drei Dingen:

  1. Der Info über ein Land, in dem Erla Stefánsdóttir lebt(e), der Spezialistin des verborgenen Volkes, zu dem Elfen und Trolle gehörten und denen die Isländer wohl mit Respekt begegnen
  2. Meinem großen Interesse für Lava, Vulkane und auch Gletscher, wobei das Interesse für Gletscher erst in Island richtig geweckt wurde
  3. Musik von Sigur Rós, die ich morgens beim Duschen im Radio hörte und die mich magisch in ihren Bann zog und ich beim Hören davon ausging, dass Punkt 1 und 2 meiner Liste eine dazu führen, dass große Teile der isländischen Bevölkerung irgendwie mystisch und spirituell mit ihrer Umwelt verwurzelt sein müssen, um solche Musik hervorzubringen.

Was Sigur Rós auf diesem Album in die Welt brachten, hat es so sicher noch nie gegeben und es passte eigentlich auch gar nicht in die Musik der 2000er – Ruhe, Erdung, Harmonien, Pausen. Über allem schwebt der Falsettgesang von Jonsi und intoniert Texte, die zwischen englisch, isländisch und fantastisch (Sigur Rós nennen diese Sprache „Hopelandic“)  wechseln und viel Raum für all diejenigen lassen, die gern deuten und interpretieren. Für de Rest bietet die Musik ein warmes zu Hause, auf das man sich nach einem verregneten Tag freut. 

Und übrigens: Der Besuch Islands war eine prägende und berührende Reise…

Und ein assoziiertes Bild habe ich auch für dieses Album, dass trotz seiner Schwere für mich eine Leichtigkeit und Farbigkeit mitbringt, wie sie im Regenbogen zu finden ist. Ein Regenbogen ist das Bindeglied zwischen dunklem, kühlem und pochendem Regenschauer einerseits und Sonne, Wärme und Licht andererseits.

Sigur Rós bei Wikipedia und Indiepedia

Sigur Rós – Valtari (2012)

Was sagen schon Metascores in der Musik aus? Ganz klar – nichts. Musik ist doch individuell. In der Komposition, Produktion und vor allem in der Wahrnehmung. Und bislang hat Sigur Rós für mein Gefühl bei jedem Album alles richtig gemacht. Auch hier kommt wieder die märchenhafte Mischung Islands zum Vorschein: leichte Kühle und Wärme, Licht und Schatten, Nebel und der Weite Blick über das Wasser… Wer in Island war, kann es sich vielleicht vorstellen (und Sigur Rós war einer von drei Gründen für mich, 2005 mal diese Insel zu besuchen). Sie liefern praktisch den Soundtrack zu dieser Insel. Meine Empfehlung für alle, die sich nach der EM auf den Weg dorthin machen. Packt die Musik von Sigur Rós ein und setzt euch die Kopfhörer auf, wenn ihr auf die Vulkane, Gletscher, Lavaebenen und das Meer schaut. Die Trolle werden kommen… Auf meinem Metascore locker 100%!

Sigur Rós – Varðeldur from Sigur Rós Valtari Mystery Films on Vimeo.

Sigur Rós – Varðeldur
Sigur Rós ‚Valtari‘ Mystery Film Experiment: Varðeldur by Clare Langan
http://www.sigur-ros.co.uk/valtari/videos/vardeldur-langan/
Taken from the „valtari mystery film experiment“ – more details: sigur-ros.co.uk/valtari/videos/
Valtari is available to purchase now: sigur-ros.co.uk/valtari/buy/

James Blake – James Blake (2011)

Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/b/b5/James_Blake_Cover.jpg

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Es ist schon erstaunlich, welches kreative Potential in manchen jungen Musikern schlummert. Und für mich noch erstaunlicher, dass sie den Mut haben, dieses auch auszuleben und sich nicht dem Mainstream anzupassen. The XX fallen mir aus der jüngeren Geschichte ein oder auch Sigur Rós. James Blake reiht sich für mich in diese Gruppe ein. Sein Erstlings- und Erfolgsalbum von 2011, er gerade so um die 22 Jahre alt, ist voll von eigentlich irritierenden Soundtüfteleien. Ein Verschnitt aus Dub und Elektro, viel Hall und sanft aber deutlich wabernder Bass, Melodien, die aufgrund ihrer Einfachheit schon fast wieder in Einzeltöne zerfallen. Darüber gern Störungen, Rauschen, Zurren… Und Texte, die mit wenigen Zeilen auskommen und durch die Variationen selbst zum Instrument werden, gerade wenn auf jedes Instrument verzichtet wird und sich der Gesang selbst genügt. Dazwischen viel Luft…

Dennoch, nein gerade deshalb, greift dieses Album. Es klingt vieles vertraut, aber aufgrund des Arrangements der einzelnen Sounds wird es neu – und damit in Summe auch sehr interessant. Trendsetter kann halt nur werden, wer die Pfade verlässt, ohne dabei ins Abseits zu wandern. Und die Musikästhetik von James Blake zeigt, dass weniger deutlich mehr ist.

Offizielle Webseite von James Blake: http://jamesblakemusic.com/

Sigur Rós – ( ) (2002)

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Mit Sigur Rós hatte ich keinen leichten Start. Ihr Album „Agaetis Byrjun“ hörte ich mir mehrmals bei einem Freund an und beschloss: „Nicht mein Ding“. Und irgendwann fiel es mir wieder in die Hände und verzauberte mich auf einmal. Die Begeisterung für die Gruppe steigerte sich nochmals mit dem namenlosen 2002er Album „( )“ Nochmals dichter, nochmals schwebender, nochmals poetischer, mehr Kraft, mehr Freiraum. So klingt Musik wohl nur aus Island. Der Gesang von Jonsi ist melodisch tragend, die gewählte Sprache für die Texte ist „vonlenska“- auf dt. übersetzt „Hoffnungsländisch“.

Einem Genre sind Sigur Rós nicht zuzuordnen, sollten aber als suchterzeugend unter Verschluss gehalten werden. Sie waren einer der Auslöser, die mich wenige Jahre später nach Island lockten, um das Land, die Elfen und Trolle, die Vulkane, die Eisfelder, den Wind, Sonne und Schatten zu besuchen. Und wer nicht nach Island mag oder kann, dem sei diese CD angeraten. Denn ich meine, dass dieses Album ein passender Soundtrack zur diese Insel im Norden ist.

Offizielle Webseite von Sigur Rós

Wikipedia über Sigur Rós

Der Opener „Untitled #1“, der – wenn ich mich recht erinnere – auch die Titelmusik des wunderbaren Films „Nach der Hochzeit“ war

Jónsi – Go (2010)

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Das es Elfen, Feen und Trolle in Island gibt, dass wissen nicht nur die Isländer (immerhin gibt es dort sogar eine Elfenbeauftragte), den musikalischen Beweis erbrachten spätestens Sigur Rós, die vor einigen Jahren sphärisch von der Insel der Vulkane in die Welt hinaus sagen. Neben den sanften und dichten Tönen war es wohl auch der Gesang von Jón Þór Birgisson (alias „Jonsi“), der äußerst androgyn daher kam und dazu noch eine Sprache zwischen isländisch, englisch und phantastisch nutzte.
Als Alleingänger zeigt uns Jonsi, dass nicht nur ruhiges von Island ausgeatmet wird, sondern dass auch das Leben an allen Ecken und Enden spriest. Unverkennbar wieder die Stimme – mangels Sprachkenntnissen kann ich nicht beurteilen, was da gesungen wird, was aber auch egal ist. Es scheint etwas Schönes zu sein, Kraft und Elan in allen Ecken, es spriesst und schiesst, blüht und duftet. Wie fromuliert es so passend der Plattentest: „Den lustig polternden Schwung hat sich „Go do“ dermaßen von den überschwänglichen Momenten von „Með suð í eyrum við spilum endalaust“ abgeschaut, dass man sich selbst im Småland abgeben will, um das hüpfend zu feiern.“ (http://www.plattentests.de/rezi.php?show=7411)

Weitere Informationen zum Album: http://jonsi.com/releases/go
Mehr Informationen auf Wikipedia (engl)

Jónsi – Go Do from Jónsi on Vimeo.

Sigur Rós – Med Sud I Eyrum Vid Spilum End (2008)

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„Die alten Sigur Rós, sie sind noch nicht ganz verschwunden. In „Straumnes“ hört man sie beispielsweise, einer hübschen Instrumentalminiatur. Oder im neunminütigen „Ára Bátur“, das ausschließlich von Pianoklängen, Streichern und einer klagenden Stimme lebt. Insgesamt aber ist With A Buzz In Our Ears We Play Endlessly, so der englische Titel ihrer mit einem prächtigen Cover ausgestatteten neuen Platte, ein guter Anlass, den Begriff „Postrock“ im Zusammenhang mit den isländischen Melancholie-Spezialisten aus dem Beschreibungsvokabular zu streichen. Der Einstieg „Gobbledigook“ erinnert in seiner rhythmischen Verspieltheit an Animal Collective, „Inní Mér Syngur Vitleysingur“ klingt voll fideler Ausgelassenheit wie von Benni Hemm Hemm inspiriert, einem Landsmann und Freund der Band. Unglaublich auch der zweite Teil des zweiten Neunminüters der Platte, „Festival“: Mehrere Minuten sind nur klagend-ätherischer Gesang und eine sakrale Orgel (oder sind es Streicher?) zu hören, bis plötzlich ein Schlagzeug einsetzt und das gegen Ende hin konsequent anschwellende Lied in einen ekstatischen Freudentaumel treibt. Natürlich kommen Schwermut und Bombast auch ausgiebig zu ihrem Recht; manches ist filigran, anderes wieder mit reichlich Zierrat ausgestattet. Aber es scheint, als seien Sigur Rós so gut drauf wie nie zuvor. In der Tat: Sigur Rós müssen ja nicht gleich hinein ins Stadion, aber warum sollte neben Radiohead nicht auch noch Platz für weitere Pop-Avantgardisten mit Massenappeal sein?“ (http://www.now-on.at/kritiken.artikel.php?artikel=2715)

Sigur Rós – Takk (2005)

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„Dieses Album pulsiert, schreit, schweigt. Jedes musikalische Dahinmäandern wird konsequent von tsunamigen Frohsinn-Attacken verziert. Dennoch: wenn Sigur Rós prädestinierte Filmmusik schaffen, dann ist in diesem Film jetzt Wochenende. Wärmer, orchestraler, leichter, beschwingter als die Vorgänger „Ágætis Byrjun“ und „( )“ und lange nicht so sperrig wie ihr 97er-Erstling „Von“ ist „Takk…“ schon fast wie das manifestierte Glück. Für Sigur Rós-Verhältnisse versteht sich.

Mehr Bass, mehr Schlagzeug, mehr Piano, mehr Streicher, mehr Bläser, mehr Samples. Trotzdem versinken Sigur Rós nicht in einem Meer aus Sound und Kitsch. Das Glockenspiel triumphiert über die Volksfest-Atmosphäre. Der Ruhe wird die nötige Zeit eingeräumt, dem Sturm die stolze Stirn zu bieten. Hier profitiert der Protagonist von der Existenz eines gleichwertigen Antagonisten.Beispiel „Glósóli“: Beinahe schleppend langsam quält sich der Song zu seinem Höhepunkt, um dort in ein ohrmuschellähmendes Klang-Gewitter von grausam schön verzerrtem Ausmaß zu explodieren. Meint man vielleicht (in allerdings arg weichgespülter Form) von Coldplays „Politik“ zu kennen. Doch kaum hat sich alles beruhigt, flitzt bei Sigur Rós noch einmal das Kinder-Xylophon vorbei. „Takk…“ schwebt nämlich insgesamt in sicherer Entfernung zur grauenhaften Belanglosigkeit, die Chris Martin nach fabelhaftem Debüt mittlerweile auf Albumlänge dauerdahergähnt.Streckenweise gar zu gleichförmige Rhythmen und verspielte Hintergrund-Details lullen den Zuhörer ein und geben ihm ein gerne angenommenes Gefühl von Sicherheit. Doch einmal in die schützende Wiege eingekuschelt, wachsen dieser urplötzlich Arme. Viele Arme, viele Instrumente, viel Sound. Viel, wo vorher wenig war. Die immer wiederkehrenden Wechsel zwischen hypnotischen Traumzuständen und Momente nahe des Wahnsinns machten den musikalischen Reiz der Isländer schon immer aus. Auf diesem Album treiben sie ihren Eruptionsdrang auf die Spitze. Und trotzdem ist „Takk…“ eingängiger als die bisherigen Sigur Rós-Werke.“ Überhaupt lebt dieser Longplayer von Gegensätzen. Kompakt und verträumt gleichzeitig. Sanft umspielend hier, überberstend da. Insgesamt vielschichtiger und dennoch filigraner erhebt sich „Takk…“ und fliegt. Davon.“ (http://www.laut.de/lautstark/cd-reviews/s/sigur_ros/takk/index.htm)

http://www.sigur-ros.co.uk/ Homepage von Sigur Rós

Sigur Rós bei myspace