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Frittenbude – Nachtigall (2008)

Ravepunk mag ich ja seit der akustischen Begegnung mit Saalschutz. 110% Energie und gute Laune vertreiben Trübsinn und Schwere an grauen Tagen. Frittenbude aus München  haben davon jede Menge im Gepäck und seit ihrem legendären Auftritt auf dem Parkplatz vor dem Melt! Festival bewiesen, dass sie es mit dem Spaß auch wirklich ernst meinen. Luftige Melodien auf schweren „Basslastern“ graben sich vor zur „Hirndisco“ von „Superschnitzelkönig und Superschnitzelqueen“, während Frittenbude ruft: „Wir suchen ein Label mit Knebelvertrag, dass uns komplett in Verruf bringt““ Derartige Wortschöpfungen zeigen, wohin die Reise bei Frittenbude geht. Bleibt nur noch die Frage für ich offen, ob sie die ersten mit den Pandabären waren und dieses Tier in die Szene einführten…? 

Saalschutz – Entweder Saalschutz (2010)

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Oh fein, eine neue Saalschutz – zu lang war die Wartezeit. Das verheißt doch eine gute Stunde Spaß, Toben, Energie… Und was ist? Werde ich doch zuerst mit den kühlen Hinweis von CD empfangen, dass ich versagt hätte. Wie bitte? Aber das war nur die Anfangsirritation, denn sofort geht es los mit dem Ravepunk und großer Geste. Für die Schweizer ist kein Beat dick genug und kein Riff wird ausgelassen. Und so ist auch gleich klar, dass die Platte den „Ravepunk für eine bessere Welt“ bereithält und die beiden versichern jedem „Das hier kommt von Herzen! Wo sind die Wunderkerzen?“ und anschließend den Dancefloor endgültig zu erschüttern, wenn sie uns mitteilen: „Dieses Fass hat keinen Boden – denn es braucht keinen. Ihr wollt ja doch nur pogen – wir sagen ‚Haut rein!'“. Mit viel Witz und Elan schaffen es die Beiden, den Longplayer sehr kurzweilig werden zu lassen. Ganz klar, so müssen sie klingen, die „Headliner der Herzen“.

Saalschutz – Das Ist Nicht Mein Problem (2005)

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„Saalschutz haben Glück, dass sie nicht aus Berlin kommen. In Berlin hätte ich wohl kurz mal reingehört und M.T. Dancefloor und DJ Flumroc als Trendsurfer abgetan, als Langweiler, die schnell noch ein Stück vom NDW-Revival-Kuchen schnorren wollen. Saalschutz kommen aber aus Zürich, weswegen ich noch mal genauer hinhöre. Und feststelle, wie reflektiert, popbewusst, auch: wie lustig das Duo Stile und Vorbilder zur Einheit verschmilzt. Man hört Kraftwerk („Meine kleine Popmusik“), Prince („19, 9 und 90“), immer wieder auch rumpeligen Elektropunk („Ohne Saalschutz“). Interessant sind sie aber nicht als versierte Vergangenheitsbewältiger, sondern da, wo sie sich nur noch in Anführungszeichen denken lassen: „Leerer, inhaltsloser Ausdruck“ und „Diedrich Diederichsen“ funktionieren gleichzeitig als Antiintellektualismus und als fröhliches Bekenntnis zum hemmungslosen Verkopfen. Plötzlich geraten Saalschutz in die Nähe der Belanglosigkeit, plötzlich scheinen sie einem gelungenen Kalauer den Vorzug vor der inhaltlichen Schärfe zu geben. Man hört, wie weit sie von der Disco entfernt sind, wenn sie einen Discobesuch mit „Drumcomputer, Mikrofon, soziokulturelle Konstruktion“ beschreiben. Aber eine Zeile später formulieren sie die Sehnsucht nach der Rückkehr: „Heut‘ ist ein wundervoller Tag“. Und diese Sehnsucht macht die CD so schillernd, so campy, so großartig – jenseits aller Trends. (fis)“ (http://www.kulturnews.de/knde/index.php?id=4578&topic=platten&artist=Saalschutz&title=Das+ist+nicht+mein+Problem)

http://www.saalschutz.com/ – Homepage von Saalschutz

Saalschutz bei Wikipedia und myspace

Interview mit Saalschutz bei mainstage