Schlagwort-Archive: Rock

The Fall – The Marshall Suite (1999)

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„With the release of The Marshall Suite, there are probably an even dozen comeback albums in the Fall discography. Featuring virtually a new lineup comprised of untested musicians, The Marshall Suite returns Mark E. Smith to the music industry after a debacle of sorts. Given his unswerving control of any new Fall material that appears on the shelves, it’s unsurprising that this edition of the band sounds similar to its recent forebears — this is still a shambling, energetic garage band whose members record right next to their mics for maximum speaker-thrashing. If anything, this group is even more propulsive and noise-oriented than other editions of the Fall, which suits Smith perfectly. He sounds much more focused than he’s been in a while, working in that marvelous state of genius artistry that resists any attempt to explain how it’s happened. The album is a three-part suite that cycles through a variety of roughshod originals and a few excellent covers (Tommy Blake’s „F-‚Oldin‘ Money,“ the Saints‘ „This Perfect Day“). In many ways, The Marshall Suite is similar to previous Fall albums — a couple of British psychobilly stomps balanced with several experimental pieces featuring Smith ranting over a skeletal musical framework. Though it appears to usher in a new era of the Fall’s incredible history, The Marshall Suite also thankfully displays that Mark E. Smith is still in complete control of his unique artistic vision. ~ John Bush, All Music Guide“ (http://www.artistdirect.com/nad/store/artist/album/0,,904804,00.html)

Eine beeindruckende Listung der Diskographie von The Fall auf visi.com und Wikipedia

Eine Biografie von The Fall auf http://mitglied.lycos.de/RaFuchs/musik/fall/index.htm

Bran Van – Glee (1998)

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„CD des Monats

Ist mal wieder die Rede davon, daß jemand gerade die Popmusik neu erfindet, läuten bei Branchenkennern schnell die Alarmglocken. Allzu oft sind hoch gehandelte Talente bei genauerem Hinhören eben nicht mal die Hälfte wert. Hin und wieder allerdings kommt tatsächlich jemand, der einer statischen Musikszene neue Impulse injiziert. Namen wie Beck oder Massive Attack seien hier genannt, von den Altvorderen der 60er und 70er Jahre ganz zu schweigen. Nun also Bran Van 3000. Was aus diesem Musiker-Kollektiv aus Montreal werden wird, muß sich erst noch zeigen. Und einen neuen Meilenstein der Musikgeschichte wollen wir hier auch nicht willkürlich aufbauen. Obgleich: Den kanadischen Juno-Award für das beste „Alternative Music Album“ oder den Canadian Music Award als beste Gruppe gibt’s schließlich auch nicht aus Jux und Tollerei. „Glee“, daheim mittlerweile platinveredelt, ist ein Debüt, das im besten Sinne so extraterrestrisch klingt, als stamme es aus einer anderen Pop-Galaxie. Dort regiert eine symbiotische Lebensgemeinschaft von HipHop, Pop, Funk, Country, Rock, Drum & Bass, Punk und Jazz, und Neugier ist die Triebfeder allen Geschehens. Das besteht aus fetten Grooves und kernigen Gitarenriffs, rappenden Rappern, flötenden Sängerinne sowie von der Leine gelassenen Bläsern und Vibraphonen und erinnert konzeptionell an Kollegen wie die US-Anarcho-Popper Ween oder einen Frank Zappa auf dem Weg ins nächste Jahrtausend. Wem das zu abstrakt ist, der höre die Single „Drinking In L.A.“, vielleicht das „Loser“ (Beck) des Jahres 1998. (Stereoplay) “ (http://www.amazon.de/Glee-Bran-Van-3000/dp/B00000634L/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=music&qid=1210881966&sr=8-1)

Bran Van Portrait bei laut.de

Frank Black – Honeycomb (2005)


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„Frank Black is back! Wieder einmal. Nachdem er vergangenes Jahr mit der Reunion seiner Alternative-Götter-Band Pixies das „Comeback des Jahres“ landete und auf diversen Festivals ganze Heerscharen von Indie-Jüngern verzückte, wandelt er nun mit „Honeycomb“ vorübergehend auf Solopfaden.

Doch im Gegensatz zu den letzten Frank Black-Alben unterstützen dieses Mal nicht die Catholics ihren Herrn und Meister. Vielmehr holte sich Herr Black für „Honeycomb“ eine ganze Armada altgedienter Nashville-Mucker in Dan Penn’s Better Songs & Garden Studio und ließ sie zu elf neuen Eigenkompositionen sowie drei Cover-Versionen den Groove rausholen. „Honeycomb“ wurde in lediglich vier Tagen eingespielt, und das Ganze ist derart smooth, lässig und unrockig ausgefallen, dass man sich schon beim ersten Durchhören nach der sanft schwingenden Verandaschaukel eines viktorianischen Landhauses sehnt.Scheinbar hat Black den „Rock“ nun mehr oder weniger vollständig bei den Pixies gelassen und gedenkt in Zukunft als Solokünstler die ruhigeren Pfade der Gitarrenmusik zu durchforsten. Die Hauptstraße von „Honeycomb“ heißt „Southern Soul“, was wohl so viel bedeuten soll, dass Blacks Musik einerseits sehr viel Soul hat und man andererseits die südliche Herkunft (innerhalb der USA versteht sich, die Welt ist schließlich klein) deutlich heraushören kann. In der Gesamtheit ergibt sich so eine schelmisch vor sich hin köchelnde Mixtur aus Soul, Country, Blues, Folk und weiß ich noch was … ein ziemlich einzigartiges Gebräu in jedem Fall.

Glaubt man Black, hat er niemals zuvor mit so guten Musikern zusammen gearbeitet. Dass diese ihr Handwerk tatsächlich verstehen, hört man jedem einzelnen der 14 Songs an. Immer unaufdringlich und voll auf den Punkt wird da extrem unangestrengt vor sich hin gegroovt. Das Rhythmus-Maschinchen läuft wie am Schnürchen und Frank Black bringt seine hintergründigen, leicht abgedrehten Texte in der ihm eigenen Souveränität zu Gehör, wobei pixieeske Schrei- und Fisteleskapaden tabu sind.

Das Songmaterial, mit dem uns Black auf „Honeycomb“ erfreut, ist durch die Bank solide. Astreine Kompositionen, von denen sich mindestens die Hälfte bereits nach kürzester Zeit hartnäckig im Hirn festsetzt. Beispielhaft seien hier das Sultans Of Swing-artige „Go Find Your Saint“ oder auch „I Burn Today“ genannt, eine liebevolle Hommage an eine Lovestory mit einer geheimnisvoller Vogelversteherin, die im Geschlechtsakt am Fluss endet. Ein weiteres Highlight ist das durch und durch soulige „Dark End Of The Street“, auf dem Black beinahe so schwarz wie Barry White klingt (wenn er es denn wirklich selbst ist, der da singt?). Al Green lässt grüßen – großartige Schnulze!

Neben eben jenem „Dark End Of The Street“ (im Original von Dan Penn & Chips Moman) wurden „Song Of The Shrimp“ und das aus dem Elvis-Filmchen „Girls, Girls, Girls“ geliehene „Sunday Sunny Mill Valley Groove Day“ als Coverversionen ausgewählt. Beide Stücke sind in der neuen Interpretation okay und passen ganz gut in den Gesamtkontext. Wie überhaupt das ganze Album ziemlich rund wirkt – seinem Meister auch hier nachfolgend. Am Ende steht mit „Sing For Joy“ noch mal eine Blacksche Songperle, die einen fast schon automatisch den Repeat-Button drücken lässt.

Bleibt festzustellen, dass Frank Black sich mit der Part Time-Rückkehr zu seinen Kollegen von den Pixies nicht nur finanziell einen Gefallen getan hat – was er übrigens durchaus selbst zugibt – sondern sich dadurch offensichtlich auch künstlerisch noch freier entfalten kann als bisher. Dass dieses ständig latent vorhandene Label des „Ex-Pixies-Chef“ eine Last sein muss, ist nachzuvollziehen. Doch diese Last scheint plötzlich federleicht und das hört man „Honeycomb“ einfach an. Easy Mann!“ (http://www.laut.de/lautstark/cd-reviews/b/black_frank/honeycomb/index.htm)

Bright Eyes – Fevers And Mirrors (2000)

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Der Soundtrack zum Alleinesein
Dieses Jahr hat Conor Oberst ja mit seinem dritten regulären (Meister)Werk den Durchbruch geschaftt und wird nun vom Rolling Stone und dem NME (und wie die ganzen Heuchler heissen) zum neuen Bob Dylan erklärt. Mit Bob Dylan jedoch haben Bright Eyes nun absolut gar nichts zu tun, ausser dass auch Herr Oberst Songs schreibt. Ganz wunderbare sogar. Dies tat er jedoch bereits auf diesem Album in Perfektion. „Fevers & Mirrors“ ist ein brilliantes Album, homogen bis ins letzte, jeder Song passt ins Konzept, jede Melodie führt zur nächsten.
Es geht hier um Trauer – im ganz großen Stil. Das Album (mit den komischen Songtiteln) beginnt mit einem Gedicht vorgetragen von einem kleinen Kind. Es spricht von der Trennung der Eltern, vom Umziehen, ja, von Veränderung auf ganzer Linie. Das Kind weiss nicht was das letzendlich bedeuten wird.
Und dann, nach knapp eineinhalb Minuten beginnt der Song „A Spindle, A Darkness, A Fever & A Necklace“ und man leidet. Man leidet toll. Conor Oberst leidet toll. Er deutet die Tragödie an, alles ändert sich. Und es wird nicht besser. Die nächsten beiden Songs sind wütend, traurig, verzweifelt, wissen nicht wohin und bringen genau diese Zerstreutheit exakt auf den Punkt. Ambivalenz Deluxe. Dann wirds konkret. Über das göttliche „Something Vague“, zum Abschied in „Movement Of A Hand“ geht er über zum nächsten Song und besingt „Arienette“, die wunderbare Metapher für DIE Liebe, der man nachtrauert. Und man trauert gern – immer noch. Danach streut Conor seine Gedanken weg, weit weg, er lenkt ab, geht nach Florida „Where The Curious Girl Realizes She’s Under Glass“ – und zwar Lo-Fi, nicht gewollt gekünstelt, sondern gemusst. Schliesslich kommt der Bruch mit allem, die grosse Veränderung, die in den vorangegangenen Songs nur angedeutet wurde. „haligh Haligh A Lie Haligh“ trifft ins Herz, jetzt tuts weh – jetzt kann die Verwindung beginnen; Conor tut dies… mit Verzweiflung steigert er sich zum grossen Gefühlsfinale „Center Of The World“, dass man totzitieren könnte, so göttlich ist es („in the middle of the day when you drive home to your place from a job that makes you sleep back to the thoughts that keep you awake“). Dann könnte man annehmen, er kühlt das Ganze nun etwas runter. Doch dem ist nicht so, er bleibt bei „Sunrise Sunset“ eben genau auf dieser Stufe („Sunrise & the Sunset, you wake up than you undress, it allways is the same“) um dann mit „an attempt to tip the scales“, dass Gefühlsdrama sogar versöhnlich zu beenden („so close to dying that i finally can start living. allright.“). Er ist wieder im Leben. So auch der Hörer. Den jedoch entlässt Conor noch nicht, sondern erläutert ihm in einem Interview nochmal (leider vielleicht etwas Holzhammermässig) die Ambivalenz seines Schaffens, dass er dann in einem wunderbaren Song noch einmal Aufleben lässt. dann ist Stille.“Fevers & Mirrors“ ist bis dato sein bestes Album. Einen Tick besser noch als dass ebenfalls wunderbare „Lifted… or the Story is in the Soil Keep your ear to the ground“.“ (http://www.golyr.de/bright-eyes/album-fevers-mirrors-8906.html)

Joy Division – Closer (1980)


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„Joy Division sind leider längst tot. Die Band starb 1980 mit dem Selbstmord des charismatischen Leadsängers Ian Curtis der sich, kurz nach Beendigung und einige Monate vor der Veröffentlichung des Meilensteins „Closer“ erhängte. Ihre Musik jedoch konserviert einem kleinen Hörerkreis immer noch die Stimmung der ausgehenden 70er Jahre, in denen es überraschenderweise NICHT nur Bombast-Rock und freie Liebe gab. Schwarz ist diese Platte, durch und durch. Streckenweise absolut furchterregend, kalt und demzufolge auch nicht unbedingt für labile Seelen gedacht. (…) „Closer“ ist eine der besten Scheiben der letzten Jahrzehnte. Der Vergleich zu anderen Grössen der Szene wie Depeche Mode oder The Cure fällt jedoch schwer. Joy Division zeigten in ihrem musikalischen Gesamtwerk die viel schwärzeren Bereiche und Abgründe der menschlichen Seele, untrennbar verbunden mit dem charismatischen Ian Curtis. Curtis prägte die Musik von Joy Division sowohl thematisch als auch durch seinen durchdringenden, kalten Gesangsstil. Hoffnung- und Perspektivlosigkeit spiegelte sich immer wieder in seiner selbst. So wird „Closer“ zu einer Reise in die Untiefen, in die Abgründe der menschlichen Seele.

„Isolation“ und Konfusion zieht sich wie ein roter Faden durch die Songs, untermalt von der minimalistischen und tiefdüsteren Atmosphäre der elgischen Kompositionen. Es ist schwer, sich der Faszination zu entziehen, wenn einmal der Zugang zur Grundstimmung des Albums gefunden ist. Joy Division zeigen gnadenlos die Ziel- und Rastlosigkeit des alltäglichen Lebens auf, ohne in gängige Klischees zu verfallen. Zu Anfang ist es ziemlich schwer mit den wirklich arg depressiven Botschaften der Band umzugehn. (…)

Generelle Hörtipps kann und will ich bei diesem Album nicht geben, da es auch ohne eine, in den meisten Fällen, nicht vorhandene Verknüpfung der einzelnen Stücke, wie eine einzige mörderisch depressive Komposition klingt. Skippen verboten!!!

In jedem Falle ist „Closer“ nicht zur beiläufigen Beschallung geeignet. Zu intensiv ist die Musik, und zu wertvoll.“ (Quelle: http://www.amazon.de/Closer-Joy-Division/dp/B00002DE4E/ref=pd_bbs_sr_1/303-4298875-4845834?ie=UTF8&s=music&qid=1189953933&sr=8-1)

Wikipediaeintrag zu Joy Division: http://de.wikipedia.org/wiki/Joy_Division

http://www.iancurtis.org/ Die Fanwebseite zu Ian Curtis und Joy Division

The Smiths – Meat Is Murder (1985)

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„Ich finde „Meat is Murder“ ist eine der besten Smiths-Platten überhaupt,obwohl ich nicht mit Sicherheit sagen kann welche ich am besten finde ganz zu schweigen von der Frage nach dem besten Song,die ich stehts drucksend mit „Half A Person“ oder „Well I Wonder“ beantworte.Oder vielleicht doch „How Soon Is Now“?Nun denn,ich hoffe ich bin nicht die einzige die die Frage nach dem Lieblingssong als Qual empfindet…Allerdings steht außer Frage,dass „Meat is Murder“ ein verdammt gutes Album ist.Ich meine,wenn man sich die Tracklist anschaut.“Meat Is Murder“ bietet einen locker-leichten Einstieg mit „The Headmaster Ritual“ und geht in der Hälfte des Albums mit „How Soon Is Now“ in die von den Smiths gewohnte Melancholie über.Spätestens bei „Well I Wonder“,das mein absoluter Favorit auf diesem Album ist,ist klar das man es hier mit einem waschechten Smiths-Album à la „The Queen Is Dead“ zu tun hat.Ich finde man kann sich wirklich nicht beschweren und dennoch hat dieses nahezu perfekte Werk einen Fehler aufzuweisen.Nämlich den Titelsong „Meat Is Murder“.Als ich das Album zum ersten Mal durchhörte und an besagte Stelle kam,dachte ich mir nur:“Was zum Geier ist das denn jetzt???“Ich habe es bischer sagenhafte zwei Mal geschafft das letzte Lied ganz durchzuhören,denn ich finde hier hat Morrissey dann doch ein wenig übertrieben.Ich muss zugeben das die unangenehmen Geräusche im Hintergrund mich bereits zu ernsthaften Überlegungen gebracht haben,Vegetarier zu werden allerdings habe ich diese schnell wieder verworfen und mich dazu entschlossen dieses Lied konsequent zu ignorieren.Deshalb gebe ich „Meat Is Murder“ auch fünf Sterne,denn immerhin bietet es außer dem letzten katastrophalen Track noch 9 ausgezeichnete Songs über die man ja nun wirklich nicht klagen kann.
Ich finde auf großartige Songs wie z.B „How Soon Is Now“ oder „Well I Wonder“ kann man nicht verzichten,deshalb,meine Empfehlung:Leute kauft die Smiths!!!!!“ (Quelle: http://www.amazon.de/Meat-Murder-Smiths/dp/B00002496X)

Wikipediaeintrag zu The Smith: http://de.wikipedia.org/wiki/The_Smiths