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Aphex Twin – Come To Daddy (1997)


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Come to Daddy entstand, als ich bloß zu Hause rumgammelte, angepisst war und diesen beschissenen Death Metal-Jingle produzierte. Dann wurde es vermarktet, und ein Video wurde gemacht. Und diese kleine Idee, die ich hatte, dieser Witz, wurde zu was richtig Großem. Das war ganz und gar nicht richtig.“ (Aphex Twin) Ob es richtig war oder nicht, sei dahin gestellt. Jedoch wurde dieses „Artefakt“, was Aphex Twin so nebenher bastelte, doch zu etwas Größerem. Düstere und böse elektronische Sounds, verquere Gitarren und zwischendrin immer wieder diese typischen, zerbrechlichen Melodien. Dazu das Musikvideo von Chris Cunningham, welches Kultstatus erreichte und 2003 auf Platz 35 der Liste der „100 Scary Moments“ des Channel 4 (als einziges Musikvideo) sowie von Pitchfork Media als bestes Musikvideo der 90er Jahre gewählt wurde, dass zur Verbreitung der Musik nicht wenig beitrug. Also, insgesamt sehens- und natürlich hörenswert.

Wikipediabeitrag über Aphex Twin

Aphex Twin – Girl Boy EP (1996)

Bildquelle: https://img.discogs.com/2D76HXQNy74YlfmDMAZbWsqWe9A=/fit-in/600×606/filters:strip_icc():format(jpeg):mode_rgb():quality(90)/discogs-images/R-757-1408784629-1882.jpeg.jpg

APHEX TWIN spaltet die Welt in diejenigen, die ihn bejubeln und erfürchtig seiner Musik lauschen und den „anderen“. In der Tat liefert er immer wieder überraschende Sounds aus seinem Elektroniklabor ab, wobei ich unsicher bin, ob die PCs bei ihm zu Hause nicht das Sagen und Komponieren übernommen haben, während er sich mit seinem Panzer in der Gegend umschaut und Schafe zusammentreibt oder den Inhalator sucht. Und er schafft so die Balance zwischen abstraktesten, digitalen Soundmonstern und allerfeinsten Melodien, die sich oft treffen, umspielen und Neues in die Welt bringen.

„Girl/Boy“ ist wohl eines der sperrigsten und zugleich großartigsten Alben des Jahres gewesen. Den Zeitgeist ignorierend eröffnet der Titelgebende Track „Girl/Boy“ mit Streichern, um diese mit allerschnellsten Breakbeats sofort zu vertreiben. Aber ganz aufgelöst werden sie nicht, sondern bilden eine Symbiose für kurze Zeiten, aber auch einen Kampf um die Dominanz im Titel. Für mich eines der ÜBERTracks in meiner Sammlung – und sollte ich einst von dieser Erde gehen, diesen Song an meinem Grab hörte ich gern.

Der Titel „Inkey$“ hingegen ist ein kühler, fast schon mathematisch-musikalischer Alptraum. Takte, Rhythmen, irgendwie Schwärze – alles da, nebeneinander stehend, aber nicht miteinander verbunden. Fehlt die Melodie? Fehlt die Wärme? Dementsprechend meine Bildassoziation und -wahl.

Lampen im Regen
(C) Lars Kilian „Inkey$“

Aphex Twin – Windowlicker (1999)

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„Ich werde mich jetzt weniger mit dem Künstler selbst befassen – sollen das doch die Fachidioten machen, die können das eh besser. Es geht mir mehr darum, Euch die CD vorzustellen, auf der praktisch die Essenz des Aphex Twinschen Schaffens zu finden ist, nämlich die „Windowlicker“ Single von 1999. 3 Tracks, 16 Minuten Aphex Twin in Reinform.

Das erste Stück ist der Titeltrack. Irgendwie scheint es da ums Fensterlecken zu gehen, was auch immer das sein mag. Vor einer recht markanten Ambientfläche in 120 bpm geschehen merkwürdige Dinge. Seltsame „ah-ah“ Chöre wechseln sich mit schrägen Soundeffekten ab, der Beat stolpert über die eigenen nicht vorhandenen Füße und gegen Ende zieht das ganze lautstärkenmäßig noch mal an und wird vehementer, lauter eben. „Windowlicker“ ist beinahe schon an der Grenze zur Tanzbarkeit ohne dabei in irgendeiner Form kommerziell zu wirken. Zum Tanzen ist es letztendlich ein wenig zu langsam, aber vor allem die prägnante „Melodie“ macht den Track zum absoluten Ohrwurm.

Nummer zwei hat statt des Titels eine abstrakte mathematische Formel. Zwingt mich nicht, Euch diese näher zu erklären, da käme ich wohl nicht weit. Dem Stück selbst ist so etwas wie Melodie vollkommen fremd, im Grunde besteht die „komplizierte mathematische Formel“ aus einem wirren Geräuschkonglomerat, dass sich der gute Mister Twin wohl irgendwie an seinem Drumcomputer zusammengebastelt hat. Doch willkürlich ist hier nichts, da steckt System hinter. Ob das noch „richtige“ Musik oder einfach nur noch Noise ist, darüber lässt sich wohl streiten, doch interessant zu hören ist es allemal. Und dann hätten wir da noch „Nannou“, das uns eine Glockenspielmelodie mit Tiefgang, wieder unterstützt von dezenten Beats liefert. „Tiefgang“ bedeutet hier, dass nicht einfach nur ein Glockenspiel gesampelt wurde, sondern eine „richtige“ Melodie herauszuhören ist. Aphex Twin wurde auch schon einmal als „Neo-Mozart mit Drumcomputer“ bezeichnet. Nicht ganz treffend, aber auch nicht unpassend.“ (http://musik.ciao.de/Windowlicker_Maxi_CD_Aphex_Twin__Test_2228755)

Die absolut sehenswerte elfminütige Version des Titels Windowlicker auf youtube.com. Produziert von Chris Cunningham!