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Roman – So Ghost? (2006)

Hörproben bei Amazon

Was soll man zu solch einem Album eigentlich schreiben? Hier trifft wohl am Besten die Beschreibung des Labesl selbst. Sonst sind solche Texte ja gern mit Superlativen gefüllt, um dem Verkauf Vorschub zu leisten. Bei diesem Album ist jedoch alles anders: Der Text zum Album ist knapp und bringt die Sache in diesem Fall dank der Superlative auf den Punkt:

„Ein Ding der Unmöglichkeit, diese Musik zu beschreiben, ohne Superlative zu bemühen. Denn mit „so ghost?“ gelingt dem Kölner Musiker Roman die Quadratur des Kreises, nämlich unaufgesetztes, natürliches Pathos. Grosse Popmusik mit grosser Geste.“ (http://www.anost.net/Shop/Roman-So-Ghost.html)

Ausführlicher formliert liest sich dass dann so:

„Mit „So Ghost?“ gelingt dem Kölner Musiker Roman die Quadratur des Kreises, nämlich unaufgesetztes Pathos. Denn Roman macht große Popmusik mit großer Geste. Alles kommt gleichsam mit hochgerissenen Armen daher. „So Ghost?“ ist ein absolut forderndes Album, das mit jedem Stück sein Gesicht verändert: Frauenchöre, verzerrte Bässe, auf Anschlag gemischte Keyboards und Fangekreische im Hintergrund kontrastiert mit gekonnten A-cappella-Einlagen. Unter Romans schmelzendem Bariton führen die Tracks ein munteres Eigenleben. Eine verstimmte Akustikgitarre trifft auf Plastik-Synthies und einen bolzenden Drum-Computer. Roman kann auch Streicher arrangieren und hat offenbar überhaupt kein Problem damit, sie von Gameboy-Geklicker zerstückeln zu lassen. „So Ghost?“ ist von einer Dreistigkeit, dass es nur so eine Freude ist. Souverän werden hier gleich neben echten Club-Brettern sambaeske Romanzen angestimmt. Wir wünschen Roman alle wässrigen Mädchenblicke dieser Welt. Er hat sie verdient.“ (http://www.indigo.de/unser_programm/titel/86394/)

Roman bei myspace

Bei Youtube finden sich ein paar lustige Livesessions, die aussehen, als wären sie im Wohnzimmer von Roman entstanden:

Nick Cave & The Bad Seeds – Nocturama (2003)

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„Näher ans Licht

Kürzlich ließ Nick Cave sinngemäß verlauten, Songs zu schreiben sei für ihn wie ein normaler Job. Dazu brauche es Ruhe und eine Art Atelier, in das er sich zurückzieht, während Otto Normalbürger seine Akten wälzt. Eigentlich frustrierend, zu wissen, daß seine Songs bei Tag zwischen Papier und akkurat gespitztem Bleistift entstehen und nicht morgens um halb fünf zwischen übervollen Aschenbechern, wachsüberlaufenen Kerzenständern und umgekippten – natürlich leeren – Whiskey-Flaschen. Aber was macht das schon? Was zählt, ist das Ergebnis. Und das klingt definitiv nach durchzechten Nächten, nach Promille jenseits von Gut und Böse, nach ganz kurz vorm Delirium. Wäre der Titel „Man in black“ nicht schon an Johnny Cash vergeben, Nick Cave müßte ihn auf Lebenszeit an die Stirn getackert bekommen. Denn er lebt ihn. Schwärzer als die Nacht. Trockener als Wüstenboden. Und lustig wie ein Grab.

Daß sich an Nick Caves charakteristischem Sound auf „Nocturama“ etwas ändern würde, hätte im Vorfeld angesichts des Albumtitels niemand geglaubt. Und doch traut man Augen und Ohren nicht. Da blickt der schwarze Mann auf dem Cover doch tatsächlich mitten ins Licht. Nicht in eine Kerze, nicht in eine flackernde Tranfunzel, sondern in gleißende Helle mit Wattzahlen jenseits der Tausendermarke. Und auch in seiner Musik hat sich ein unerwarteter Silberstreif durch die Ritzen geschlichen und breit gemacht.

Die Singleauskopplung „Bring it on“ ist nur ein Beispiel: Die Zweitstimme von Chris Bailey (The Saints), die tiefsinnige Ironie, eine groovende Rhythmusabteilung und ein – tatsächlich – stadiontauglicher Refrain. Macht einen Song, der förmlich nach Tanzfläche schreien würde, wenn Schwarzkittelträger nicht durchweg notorische Phlegmatiker wären. Aber wer Nick Cave nach diesem Song noch Introvertiertheit vorwirft, könnte dringend eine Ohrenspülung gebrauchen. Auch in anderen Momenten geht Cave weit mehr aus sich heraus, als das noch auf dem sakralen „No more shall we part“ der Fall gewesen ist. Das furios rockende „Dead man in my bed“ ruft selige Birthday Party-Zeiten wach, und im 15-minütigen „Babe, I’m on fire“ (dessen beißender Text im Booklet ganze vier Seiten einnimmt) brennt endgültig die Hütte.

Aber natürlich kann der nunmehr 45jährige nicht aus seiner schwermütigen Haut und sucht immer wieder den bekannten Dialog mit seinem Piano. Der Opener „Wonderful life“ oder das entzückende „He wants you“ füllen den Raum mit jenem bedeutungsschwangeren Esprit, den man von Cave so schätzt. Und als ob die Kontraste zwischen Hell und Dunkel, zwischen Laut und Leise nicht schon genug wäre, platzen immer wieder ausgefallenere Stücke wie das im Dreivierteltakt schnurrende „Rock of Gibraltar“ in die traute Zweisamkeit, die „Nocturama“ allerdings leider etwas diffuser erscheinen lassen als seinen Vorgänger. (Armin Lindner)“ (http://plattentests.de/rezi.php?show=1353)

PeterLicht – Melancholie und Gesellschaft (2008)

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Der Ruf zum Aufbruch wie er schöner nicht sein kann, schrieb ich 2006 über PETER LICHTS Album „Vom Ende des Kapitalismus“. Zwei Jahre sind seitdem vergangen und nun liegt das neue Album „Melancholie und Gesellschaft“ auf meinem Tisch. Ein schwarz-weiß Bild blickt mich an, aufgenommen in einer namenlosen Stadt mit namenlosen Menschen, deren Gesichter durch grell-bunte Punkte verdeckt sind. Sie wirken statisch, wie Streichhölzer, die mit ihren schweren Zündköpfen versuchen das Gleichgewicht zu halten.

Nicht mehr Aufbruch und der weite Blick auf den Horizont gerichtet, immer der Sonne entgegen; Rückzug ist das Thema der Platte. Die Stadt ist gut wenn man sie von außen brennen sieht… Komm laß uns aufs Land gehen, laß uns nach den Sternen sehen… Dort die Wahrheit suchen, dem Wahnsinn der Stadt und der Gesellschaft entfliehen, weil man sich unwohl fühlt, in ein Räderwerk fällt und Gefahr läuft unter die Räder zu kommen… Weiß ich doch nicht wie ich in diesen Plot geraten bin… Den Kopf oben halten ist dann die Devise. Mitschwimmen soll nicht, geht nicht und will nicht. Manchmal muss dann der Platz geräumt werden… Der Raum ist voll doch keiner ist da, wer stört fliegt, raus raus raus, stören und fliegen und Räume räumen, hier muß ich nicht sein, hier möcht ich nicht mal fehlen… Rückzug ohne Tränen aus der gelebten Gleichmacherei, der egomanischen Ich-Bezogenheit und danach die Sintflut, raus aus der Missgunst und der Nackenschläge… Das Marketing hat noch nicht begonnen für diesen Tag, die Vergeltungsschläge kommen ja erst gegen Mittag bis dahin hamm wir noch was Zeit um alte Schulden heimzuzahlen oder Quittungen zu ordnen oder Ordner anzulegen oder Völker zu verwünschen oder Fahnen zu verbrennen…
Der Titel „Melancholie und Gesellschaft“ des neuen und vierten PETER LICHT Albums hält den roten Faden aufrecht, die Gesellschaft, ihren Wahnsinn und ihren fatalen Weg zu durchleuchten und gekonnt zu kritisieren ohne den Zeigefinger zu erheben… Bitte…liebe Medienschaffende/liebe Bilder- und Plakatschaffende…Bitte nie mehr Sexualität zeigen, bitte nie mehr und nirgendwo, in Zusammenhang mit euren Produkten bitte nie mehr Haut und nie mehr Po bitte Licht ausmachen und schweigen… Melancholisch kann man allzu leicht über diesen Zustand werden, doch PETER LICHTS Optimismus verlässt ihn auch auf dieser Platte nicht und schimmert immerhin noch ein wenig in seinen Textzeilen durch…nach vorn! nach vorn! die Zukunft leuchtet schon… Die PETER LICHT typische Weise an Themen heranzugehen ist vertraut, wie bei dem Song „Trennungslied“, der am Ende unweigerlich ein Schmunzeln hervor ruft… Mirijam hat niemanden, den sie verlassen kann, also trennt sie sich von sich, warum auch nicht…
Das Schmunzeln ist ein Lichtblick in PETER LICHTS neuem Album „Melancholie und Gesellschaft“. Die Lieder sind leiser und die Stimmung ist Moll. Dort wo einst mit einem Lächeln in der Stimme der Aufbruch besungen wurde, hängt eine Träne auf den Stimmbändern und eine Falte auf der Stirn. Die Sonne hat ausgeleuchtet… Der Sommer ist aus und du fährst nach Haus… Die verspielten elektronischen Klangelemente, die sich auf „Lieder vom Ende des Kapitalismus befanden“ sind verschwunden, Gitarre, Klavier und Geige bestimmen das Programm, minimalistisch und direkt geht es „Zurück an den Anfang“ und das auch textlich in dem emotional stärksten und persönlichsten Lied „Dein Tag/Reise zurück an den Anfang“ …die Sonden, die Maschinen, die Infusionen, die stellen wir ab …Und dann dreht sich das Segel, und ein neuer Wind kommt auf…
Zwischenmenschliche Abschiede und Anfänge, sich der gesellschaftlichen Masse entfremdet fühlen und von Außen den Menschenstrom mit all seinem Wahnsinn beobachten, den desillusionierten Städter zieht es aufs Land, dort wo die Sterne leuchten. Der Rückzug ist ein Auszug, eine Suche nach mehr Menschen, die Menschlichkeit leben, nach geliebten Menschen, die wir verloren glaubten und wiederfinden. Und da ist er wieder der Aufbruch, diesmal jedoch in Person des PETER LICHT selbst.
Komm laß uns aufs Meer fahren, laß uns nach den Inseln sehn, laß uns gehn und sehn wer dann noch kommt, das Meer ist weit und weit und weiter, weit und breit kein Mensch mehr da, von allem ist genug, und wir müssen frei sein, wir müssen mit unsrer Liebe sein… (Mandy Fox)“ (http://www.canape-sendung.de/content/view/122/52/)
http://www.peterlicht.de/ –  Homepage von PeterLicht

Phillip Boa And The Voodooclub – Diamonds Fall (2009)

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„Lord Have Mercy With The 1-Eyed! Mit der Durchschlagskraft eines Morrissey-Songtitels empfängt uns Phillip Boa in guter Tradition exakt zwei Jahre nach dem Vorgängerwerk. So mechanisch die Veröffentlichungszeiträume, so vielgestaltig die Songideen Boas.

Ob er selbst der um Gnade winselnde Einäugige ist, lässt er wie gewohnt offen. Aus kreativer Sicht ist dies eher unwahrscheinlich. Seit sich der Dortmunder wieder mit Gesangspartnerin Pia Lund versöhnt hat, sind fünf Voodooclub-Studioalben in zehn Jahren erschienen und das vorliegende sechste dürfte die Messlatte für alles Kommende noch ein Stückchen höher setzen.

Seinem Händchen für Opener bleibt der mittlerweile 46-jährige Indie-König von Deutschland mit „Diamonds Fall“ unerbittlich treu. Ein schnörkellos groovy programmierter Elektro-Beat bildet das monotone Grundgerüst, worauf sich Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard und schließlich des Meisters unnachahmlicher Sprechgesang legen, bevor Lunds Engelsstimme dem schönsten Refrain des Albums wie so oft den güldenen Qualitätssiegel aufdrückt.

Um nicht unbemerkt zum Einäugigen zu mutieren, suchte sich Boa über die Jahre immer wieder neue Mitstreiter, die seinen Sound frisch halten. Mit Produzent und Klez.e-Mann Tobias Siebert reüssierte bereits beim letzten Album „Faking To Blend In“ ein junger Wilder, der seinem Idol als kreativer Widerpart wertvolle Dienste erwies.

Auf „Diamonds Fall“ erwächst das Duo zum Dream Team. Noch ausgeklügelter und aufs Filigrane reduziert klangen Boa-Songs vielleicht noch nie. Mit der Requirierung von Can-Drummer Jaki Liebezeit erfüllte sich Boa überdies einen Kindheitstraum. Dessen Trademarks, das akzentuierte und perkussive Spiel, verleiht rhythmischen Songs wie „Fiat Topolino“ und vor allem „DJ Baron Cabdriver“ einen besonderen Charme.

Seine kompositorischen Trümpfe spielt Phillip Boa bereits seit geraumer Zeit in melancholischen Midtempo-Stücken aus. Um ähnlich ergreifende Ergebnisse wie „Valerien“, „The Race Is Over“ oder die erwähnte, geradezu sakrale Single „Lord Have Mercy With The 1-Eyed“ zu finden, muss man in der Boa-Diskographie allerdings weit zurückblättern.

Obwohl Boas Sound-Rezeptur nach 24 Jahren einem klar nachvollziehbaren Muster folgt, ist es nach wie vor schwer, seine Magie zu entschlüsseln. „Zurückhaltung ist oft besser als etwas Falsches darzustellen“.

Ob die Lebensweisheit der 2007 verstorbenen Hollywood-Darstellerin Jane Wyman auch als Credo des gezähmten Kultrockers durchgeht, können wir nur vermuten. Was er sie gerne fragen würde, verrät uns Boa aber im gleichnamigen, ausnahmsweise leicht zu deutenden Song.“ (http://www.laut.de/lautstark/cd-reviews/b/boa_the_voodooclub_phillip/diamonds_fall/index.htm)

Björk – Volta (2007)

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„Keine leichte Kost, aber Björks pop-ähnlichste Songs seit langem.

Mit ihrem Stimmakrobatik-Experiment Médulla schien sich Björk vor drei Jahren endgültig aus der Popwelt in Richtung Avantgarde-Kunst zu verabschieden, mit Volta kehrt sie zurück ins Rampenlicht, wenn auch zu ihren Bedingungen. Die zehn neuen Songs sind luxuriös, ideenreich und eklektisch wie zu ihren besten Zeiten, wenn auch alles andere als leichte Kost. Zur Befeuerung ihrer Kreativität hat sie sich prominente Kollegen wie Timbaland, Antony Hegarty (Antony And The Johnsons) oder Mark Bell von LFO ins Studio geholt, die gemeinsam mit Musikern aus Afrika, China oder Island für eine exotische Mischung von Sounds und Rhythmen sorgen. Inspiriert von einem Aufenthalt im vom Tsunami erwüsteten Indonesien eröffnet „Earth Intruders“ mit stampfenden Marschtrommeln und treibenden Beats, gefolgt von „Wanderlust“, einer Symphonie von Schiffshörnern, Bläsern und Björks hypnotischem Gesang. Eine Aura düsterer Feierlichkeit liegt auch über „The Dull Flame Of Desire“ und „Innocence“, das dank Timbalands exquisiter Produktion fast schon Hitqualitäten besitzt. Es gibt aber auch Momente fragiler Schönheit wie „I See Who You Are“ mit dem afrikanischen Kora-Meister Toumani Diabate oder „Hope“, das die Geschichte einer palästinensischen Selbstmordbomberin erzählt. „Declare Independance“ dagegen mit gnadenlosem Techno-Beat und wüstem Feedback-Lärm hätte sich auch auf dem neuen Album von Nine Inch Nails gut gemacht. Am Ende versöhnt sich Björk im Duett mit Anthony mit der Welt, deren Zerrissenheit Volta musikalisch eindrucksvoll auf den Punkt bringt.“ (http://www.now-on.at/kritiken.artikel.php?artikel=492)

Björk bei myspace und Wikipedia

http://bjork.com/ – die offizielle Webseite

Das Video zum Titel „Wanderlust“ aus dem Album

The Experimental Pop Band – Homesick (1998)

„Hätten die Bristoler keine Platte aufgenommen, sondern ein Buch geschrieben, hätten sie es wohl ‚Mein kleiner Pop-Atlas‘ genannt. Das Vorwort wäre gemeinsam verfaßt worden von Herrn Rossi, Quentin Tarantino, Cornershop und Beck Hansen. Schon der Titel ihrer ’97er-Veröffentlichung ‚Discogrotesque‘ stand für das, was jetzt mit ‚Homesick‘ fortgesetzt wird: it isn’t sex if it isn’t fusion. Ein lasziv-swingendes, Hammond-Orgel umflortes kleines Hedo-Kaleidoskop aus trocken knarzendem Zitat-Pop, coolem Retro-Getue und ein, zwei Schlucken aus Johnny Walkers Booze Explosion. Jeder Hüftschwung ist hier genauso Zitat wie auch groovebedingte Notwendigkeit, und der in lässiger Metrik skandierte Sprechgesang sorgt für den sexy Gedankenschwung im Hipsterhirn.“ (http://www.intro.de/platten/kritiken/23025331/experimental_pop_band_homesick)

TEPB bei myspace

The Housemartins – Now That’s What I Call Quite Good (1989)

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„Als die Housemartins sich im Jahr 1988 nach nur zwei Alben, nämlich „London 0 Hull 4“ und „The People Who Grinned Themselves To Death“ wie bereits am Anfang ihrer Karriere angekündigt auflösten, war die Trauer unter den Freunden von guitarrenlastiger, schöner, kritischer englischer Popmusik sehr groß, denn mit den Housemartins verließ eine der besten Bands dieser Kategorie die Bühne. Als dann im Jahr 1989 mit „Now That’s What I Call Quite Good“ (eine Anspielung auf eine Art englische „Bravo Hits“) eine Best-Of_Sammlung erschien, war die Skepsis groß, denn der Verdacht war nicht ganz unberechtigt, daß hier einfach ein paar Singles zusammengemischt und noch einmal kräftig abkassiert werden sollte. Aber weit gefehlt, denn „Now That’s What I Call Quite Good“ weiß mit 24 hervorragenden Songs zu überzeugen; und deren Zusammenstellung ist durchaus wohlüberlegt, denn obwohl natürlich alle 9 als Single ausgekoppelten Stücke vorhanden sind, ist beim Rest der CD einiges Neue zu entdecken, so auch einige B-Seiten und frühe Songs. Die musikalische Qualität ist so gut, wie man es von den Housemartins gewohnt ist: kurze Kracher wie „Happy Hour“ oder „we’re Not Deep“, Balladen wie „Build“ oder „Step Outside“, A-Capella-Songs wie „Caravan Of Love“, Instrumentals, Gospel, Klaviermusik, und und und. Dazu die prägnante Stimme des begnadeten Sängers Paul Heaton und dessen bissige Texte: ein Album, das jeder Freund der schönen Musik besitzen sollte.“ (http://www.amazon.de/review/R1I4BEHZ26WNT8/ref=cm_cr_rdp_perm)

Indiependia und Wikipedia über die Housemartins

Björk – Selmasongs (2000)

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„Selma Songs ist nicht das vierte Björk-Soloalbum, sondern „nur“ ein von ihr konzipierter Soundtrack. Nach Homogenic (1997) hatte Björk die Musik erst einmal links liegen gelassen: Mit Haut und Haaren stürzte sich die wandlungsfähige isländische Pop-Artistin in Lars van Triers Filmprojekt Dancer In The Dark. Schlagzeilen über heftige Konflikte mit dem Regisseur machten die Runde; die Hauptrolle der amerikanischen Einwanderin Cvelda, die erblindet und mordet, um ihren Sohn vor demselben Schicksal zu bewahren, brachte Björk an ihre psychisch-physischen Grenzen — so sehr ging sie in der Rolle der in einer Traumwelt Gefangenen, jegliche Geräusche in Musik verwandelnden Protagonistin auf.

Der Film wurde bei den Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet, Björk kassierte für ihr Leinwanddebüt die Trophäe als beste Schauspielerin. Dass van Trier die experimentierfreudige Sängerin außerdem zum Soundtrack überredete, erweist sich als kluge Wahl. Mit Weggefährte Guy Sigsworth, Arrangeur Vince Mendoza und dem schon bei Homogenic involvierten Orchester verknüpft Björk wieder einmal scheinbar Unvereinbares, würfelt Klassizismen, Samples, monumentale Filmmusik und zeitgenössische Dance-Rhythmen aus der Elektronikküche durcheinander, kontrovers, anspruchsvoll.

Selma Songs startet mit einem instrumentalen Intro von aufwühlender Cinemascope-Dimension, dann schwingt Islands Superstar das Zepter. „Smith & Wesson (Scatter Heart)“ oder „In The Musicals – 1 & 2“ hätten sich auch bruchlos in ihr jüngstes Album eingefügt — und wären positiv aufgefallen: Das erste transformiert den Spieluhr-Charakter eines kindlichen Schlaflieds in groovy Loops, die Björks durch den Raum irrlichternde Stimme unterfüttern, im zweiten ranken sich ihre Vocals um hibbelige Rhythmen und flauschige Orchester-Parts. Inniges, dramatisches Film-Sentiment verkörpert das Balladen-Duett „I’ve Seen It All“ mit Thom Yorke (Radiohead), „Cvelda2 hingegen verkuppelt industrielle Sounds zwischen Musique Concrète und Einstürzende Neubauten mit jazzigen Bigband-Turbulenzen und exaltierter Vokalartistik. Derart ambitionierte Musik geht eher selten direkt ins Ohr, belohnt indes geduldiges Einhören durch immer neue Überraschungen und kennt kein Verfallsdatum.“ (http://www.amazon.de/Selmasongs-Music-Dancer-Ost-Bj%C3%B6rk/dp/B00004Y5Y2/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=music&qid=1201475896&sr=1-1)

Offizielle Webseite von Björk: http://bjork.com/

Ein Björk-Forum gibts unter http://www.bjork-forum.de/

Bei Wikipedia kann man einiges nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Bj%C3%B6rk

Eine Vielzahl von weiterführenden Informationen liefert wie so häufig Laut.de (http://www.laut.de/wortlaut/artists/b/bjoerk/)