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Polarkreis 18 – The Colour Of Snow (2008)

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„Na die trauen sich was! Statt in ihrer kleinen Indie-Ecke verkopft weiter vor sich hin zu frickeln, haben die Dresdener Jungs um Felix Räuber die große Geste entdeckt. Auf ihrem Zweitling „The Colour Of Snow“ wird nicht gekleckert sondern geklotzt: Wo auf dem Debüt noch vereinzelte Streicher fidelten, musiziert nun das komplette Filmorchester Babelsberg. Wo einst die unverkennbare Falstett-Stimme englische Texte so zart und darum auch kaum verständlich hauchte, traut sich Herr Räuber jetzt sogar zum Teil deutsch und lauthals zu tönen. Wo frickelige Beats sich in epischen Post-Rock auflösten, da schwingen sich jetzt hymnengleich Wahnsinns-Melodien in den Pophimmel, um sich in perfekten Arrangements selbst zu feiern – und passen so nicht nur in die Disko nebenan, sondern auch ins Mainstream-Radio…

Dank dem Händchen eines Mario Thalers und weil die Jungs wirklich wissen, was sie hier tun und wollen, ist ihnen eine Platte gelungen, die beim ersten Hören scheinbar haarscharf am Schmalz vorbeischrammt, sich jedoch sofort in den Gehörgang hakt und dort auf ewig nachhallt. Beim mehrmaligen Hören jedoch mit soviel Können aufwartet, mit liebevollen Details, mit einem wilden Mix an verschiedensten Zutaten aus Klassik, Electro und Post-Indie-Rock, dass einem schier die Worte fehlen.

Viele werden diesen Weg von Polarkreis 18 nicht mitgehen, werden der Band Kommerz vorwerfen, doch das kann den Jungs egal sein. Denn zu diesem Schritt in Richtung Pathos-Pop gehörte mehr Mut und Können als einfach eine Kopie ihres Debüts vorzulegen. Respekt, und „Weiter so!“. (Laura Anderson)“ (http://www.motor.de/motormeinung/motor.de/polarkreis_18_pro_contra_the_colour_of_snow.html)

Polarkreis 18 – Polarkreis 18 (2007)

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„Nein, eine stinknormale Popband sind Polarkreis 18 sicher nicht. Keine jungen Deutschen, deren Favoriten man, ohne lang suchen zu müssen, in Amerika, England oder Tocotronic verorten kann. Aber Polarkreis 18 ist ja auch kein Bandname, der so superlässig von der Zunge geht. Sondern schwierig und undurchsichtig. Wie die Band selbst. Die Musik von P18 ist heftig, unglaublich breit, großkotzig und transzendent. Und niemand wird mir weismachen können, dass dies ein Debüt von jungen Leuten ist. Dafür ist ihre Musik mit all den Stilverweisen zu divers, dafür klingt das Album durchgehend zu wissend, dafür sind die Arrangements zu klug, dafür ist die Band einfach zu viel zu viel in der Lage. Dafür steht ein Stück mit vornehm-erhabenen Dancebeats à la GusGus viel zu nah neben einem Stück mit feinen Sigur-Rós’schen Soundwänden neben einem Stück voll perfekter Hallgitarren. Jason Pierce hat dafür ewig gebraucht. Und diese fünf Dresdener machen das alles schon in ihrem ersten Dutzend veröffentlichter Songs? Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen. Wie kann man denn so fantasievoll und in seinen Atmosphären so komplex und substanziell sein? Wie kann man so exaltiert und doch unpeinlich singen? Wie kann man auf so frische Art und Weise Dance, Prog und Art miteinander verbinden, als wäre das gar nichts? Absolut verblüffend. Ein paar minimale Abzüge gibt es aber doch: die ständigen, etwas verkitschten Geigen zum Beispiel. Oder die Momente, in denen ich an Pink Floyd denken muss. Oder die Tatsache, dass ich so etwas wie eine Albumdramaturgie vermisse. Aber ist das so wichtig? Ich glaube nicht. Um es zurückhaltend auszudrücken: Ganz egal, wie man sich zu der Band positioniert – man wird nicht an ihr vorbeikommen. Dazu ist diese Musik mindestens in Deutschland viel zu einzigartig. So etwas war noch nie da. Und es spielt dabei keine Rolle, ob man 20 oder 50 Jahre zurückdenken kann.“ (http://www.intro.de/platten/kritiken/23039498/polarkreis-18-polarkreis-18)

http://www.polarkreis18.de/ – Webseite von Polarkreis 18

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Live im Schauspielhaus Dresden