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Dota Und Die Stadtpiraten – Bis Auf Den Grund (2010)

Bis auf den Grund – ein passender Titel für Dota und ihre Stadtpiraten. Longplayer sieben ist wieder voller kurzweiligem, poetischen, assoziativen Songwriter-Pop, ganz ohne den kitschigen Geruch des Lagerfeuers – wenngleich sie dort auf andere Art und Weise gut hinpasst. Durchaus tiefgängig, hier etwas Melancholie und da ein Augenzwinkern, phantastisch produziert und voller Wärme. Ein Album, dass eigentlich fast nicht zu laut gehört werden kann – denn dann merkt keiner, wenn man falsch mitsingt 🙂
Allein die Texte sind es wert, gehört zu werden. Und ich bin mir sicher, dass es irgendwann ein Buch mit Ihren Stücken zu lesen geben wird. Ein kleines Beispiel:

Die Liebe ist ein Bonbon
und löst sich ganz langsam auf
Ein kleiner Nährwert bleibt davon
und den Schmerz nimmt man in kauf

Dringend zu empfehlen sind auch ihre gern ausverkauften Live-Auftritte.

Mehr unter: http://kleingeldprinzessin.de/

ClickClickDecker – Ich Glaub Dir Gar Nichts Und Irgendwie Doch Alles (2014)

Entweder werde ich älter und wandere biologisch bedingt Richtung volkstümliche Musik, Deutschrock oder ähnlich absonderliches oder es geht bergauf mit dem deutschen Musikerhandwerk. ClickClickDecker präsentieren 2014 ihr fünftes Album, das zwar vor Melancholie strotzt (falls sowas geht), aber dabei nicht in den Kitsch und das Klischee abdrifte (das geht!). Die gekonnte aber auch bescheidene Instrumentierung gepaart mit einer verkratzt gehauchten oder auch geschrienen Stimme beeindrucken wie der Donnergroll  im Gewitter, der eigentlich stets auf den Blitz folgt. Nicht zuletzt sind es aber die Lyrics, die dem Hörenden die Gemeinheiten des Alltäglichen unter einem poetischen Zuckerguss verkaufen. Sätze wie „Das Leben zieht seinen Schlitten, mitten durch dein Gesicht“ oder „Wenn ich irgendwas gut kann, dann mich daran nicht erinnern“ hallen in den Ohren nach, wenn das Album längst schon wieder im Cover ist. 

ClickClickDecker – Nichts Für Ungut (2006)

Reinhören

Sollte ich skeptisch werden, wenn meine Frau mir zugesteht, den Volume-Regler der Anlage doch mehr als üblich aufzudrehen, damit man die Musik noch in der Küche hört? Eigentlich nicht. ClickClickDecker ist das, was Reinald Grebe über sich behauptete: Massenkompatibel. Und zwar im Besten Sinne. Poetische Texte inklusive Aussage, von einer Gitarre getragene Musik, die Platz für allerlei weitere Instrumentierung und Elektrofrickelei lässt. Und eine Stimme, die mit Wärme und Heiserkeit zugleich von den Alltäglichkeiten des Lebens singt – nur dass die besungenen Perspektiven oftmals überraschend sind, Bilder zusammen bringt, die auch zusammen gehören und Textzeilen im Ohr einnistet, die dort gar nicht mehr raus wollen . Beispiele gefällig? *** Die standen hier mal. Aber als Text allein scheinen sie jegliche Wirkung zu verlieren. Also: lieber anhören…

Offizielle Webseite: http://www.clickclickdecker.de/

Wikipedia über Kevin Hamann