Schlagwort-Archive: Minimal

SND – Stdio (2000)

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„Die Leerstellenklangdesigner von snd bringen auf ihrem zweiten Mille Plateaux-Album den abstrakten Präzisionston, die Auslassung und den Samtpfotenklackrhythmus in einem Raum zusammen, der diesmal gar keine Lufttrübung mehr kennt. Mit unzuordnerbaren Einzeltönen aus den abgelegensten Geheimarchiven der Festplatte wird in ökonomischer Radikalbeschränkung der delikateste Fingerspitzenfunk in einen verhaltenen Lauf gebracht, der bei aller Oberflächenbrillianz noch wärmer und lyrischer ein glasklares Ozeanien eröffnet. Dieser Käse hat fast nur Löcher, im Elfriede Jelinek-Style verkürzten Albumtitel „Stdio“ müsste neben dem u mindestens noch das i fehlen, um der Musik im Sprachbild zu entsprechen. Und dieser Käse hat keinen Geschmack und keinen Geruch, er ist aber das stärkste Tonikum für jeden, der die Abhängigkeit des Geistes vom Körper leugnet. Die Poesie von silbernen Tropfen auf strahlendweißem Hintergrund, Musik für magersüchtige Fin de Siècle-Hypersensibilisten.“ (http://www.de-bug.de/reviews/10266.html)

Deutsch Amerikanische Freundschaft (DAF) – Für Immer (1982)

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„This can be considered as the 3rd part of the duo’s trilogy and maybe their best one; ‚Für immer“s title is not casual, and puts a full stop of a band which if not brilliantly, efficiently put the bases for what was to come with bans such as F242, The Klinik or Dive. Almost every song is good on this album, but I’d claim that ‚Kebabtraume‘, ‚Prinzessin‘ or ‚Die götter sind weiss‘ are remarkable examples of what this band implied. They’re not as brilliant as Front 242, that’s true, but they did know what way the dark side of electronic music would follow, together with F242 or early Die Krupps; I recommend the whole trilogy as all 3 works complement each other and could have perfectly been a triple album; but if you have not listened to this band and want to do it, I would choose this one; DAF will remain in my heart and mind forever.“ (Quelle: http://www.amazon.com/F%C3%BCr-Immer-DAF/dp/B00000FY8A)
Wikipediaeintrag zu DAF

Interview mit Robert Görl auf Intro.de

Monolake – Polygon Cities (2005)

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„Bei den Veröffentlichungen von Monolake kann man bedenkenlos zugreifen, wenn man auf der Suche nach relaxter, aber dennoch anspruchsvoller Musik ist. Viele Elektronikproduktionen scheinen nach dem Motto „Experiment for experiment’s sake“ gestrickt zu sein, soll heißen, dass man beim Hören voll konzentriert sein muss und dazu bereit, alles um sich herum auszublenden, um sich total auf die Musik einzulassen. Ein entspanntes und entspannendes Hören ist da kaum möglich. Solche Stücke erinnern mich an hochgezüchtete Rennwagen: Giftige Biester, die den vollen Körper- und Geisteseinsatz fordern, um sie auf der Straße zu halten. Bei Monolake ist das ganz anders: Herrlich warm und locker, gleichzeitig aber ungemein filigran und ausgeklügelt, teilweise tanzbar und – hier als Kompliment gemeint – als Hintergrundmusik geeignet. Musik, die den Denkapparat nicht überfordert, diesen aber auch nicht austrocknen lässt. Um bei dem Vergleich mit Autos zu bleiben: Monolake ist wie eine Corvette. Ein Wagen zum entspannten cruisen, der aber bei Bedarf fast jedes andere Auto in Grund und Boden fahren kann.“ (Quelle: http://www.amazon.de/Polygon-Cities-Monolake/dp/B0009G01MC/ref=pd_bbs_sr_2?ie=UTF8&s=music&qid=1195207252&sr=8-2)

Mitte Karaoke – Aufschlag (2002)

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„…die cheesy Mischung aus Mid-Fi-House und NDW-Revival lässt leicht vermuten, dass das Projekt schon seit längerem den Hauptstadt-Vibes ausgesetzt ist. Über einem grundsymphatischen Geglucker gerät man ins Schunkeln, muss sich aber unter anderem leider folgendes anhören: „Pandabär, Pandabär / Ich mag mich doch so sehr, doch so sehr / Pandabär, Pandabär / Ich mag mich immer mehr / Morgens im Club zu stehen / und auf die Uhr zu schauen / Und zu sehen wohin / die Pandabären gehen (…) morgens um halb acht / wird der Club zugemacht / Alle Bären müssen gehen / und dann kann ich’s endlich sehen / wie sich all die Pandabäre / gegen’s Sonnenlicht wehre“.“ (http://www.intro.de/platten/kritiken/23029200)