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Louie Austen – Easy Love (2003)

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„Pünktlich zum Sommerbeginn liefert der Grand Segnieur den passenden Soundtrack für laue Nächte unter einem funkelnden Sternenzelt. „Easy Love“, der inzwischen dritte Longplayer von Louie Austen auf dem Wiener Cheap Label, lässt das technoide Erbe seiner Vorgänger teilweise hinter sich und verwöhnt seine Zuhörer mit einer feinen Melange, die ihre Faszination aus Jazz, Easy Listening, Hip Hop und Disco gleichermaßen schöpft und die unterschiedlichen Facetten von Austens Stimme bestens in Szene setzt.

Wie auch schon die beiden ersten Releases von Austen entstand auch „Easy Love“ mit Patrick Pulsinger und Mario Neugebauer am Mischpult. Gleichwohl sind Dancefloorbomben wie der Hit „Hoping“ auf „Easy Love“ dünn gesäht. Die Up-Tempo-Nummern „You Didn’t Know“ und „I Believe“, das irgendwie nach Ultravox klingt, können wohl noch am ehesten das Erbe vergangener Tage antreten.

Viel repräsentativer als „You Didn’t Know“ sind Tracks wie „Danger“ oder „Desire August 99“, die sich in ihrem Interim zwischen Song und abstrakter Soundcollage bestens gefallen. Hier wartet in jedem neuen Takt eine Überraschung auf den Zuhörer. Langsam und resignierend schleppt sich „Danger“ über stoische Beats voran. Austens Stimme mildert den dunklen Eindruck etwas ab, bereitet den Boden für die Raps von Shake, die dem Song eine ganz neue Richtung geben.

Das ist der Louie Austen des Jahres 2003. Selbstbewusst schlägt er mit Tracks wie „On Tour“ die Brücke zu beinahe hörspielartigen Arrangements, die den Weltenbummler auch als exzellenten Native-Speaker ausweisen. Überhaupt legt Louie Austen auf „Easy Love“ eine Vorliebe für das gesprochene Wort an den Tag, die seinen Songs eine bisher nicht gekannte Tiefe verleiht.

So darf man den in „As Long As I Have A Song“ zur Schau getragenen Ekklektizismus, der kühlen Electro-Funk und soulige Vocals auf wunderbare zu verbinden weiß, durchaus als kraftvolles Statement begreifen. Geht man mit der geistigen Frische eines Louie Austen ins Studio, dann erhalten selbst so ausgezehrte Begrifflichkeiten wie Crossover eine Frischzellenkur. Mehr solche Querdenker würden dem Musikbusiness gut tun.“ (http://www.laut.de/lautstark/cd-reviews/a/austen_louie/easy_love/index.htm)

Ein Wikipediabeitrag zu Louie Austen