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Schneller Lesen mit Spritz!

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Man stelle sich vor: Ein 1000-seitiger Roman in 10 Stunden gelesen? Das erinnert sofort an Guiness-Buch-Rekorde oder eine „Wetten Dass“ Sendung und wirkt auf den Normalleser phantastisch und unerreichbar. Dass man seine Lesegeschwindigkeit von den durchschnittlichen 200 Wörtern pro Minute auf schnittige 1000 Wörter erhöhen kann, ist nicht neu. Bücher wie Schneller lesen oder Speed Reading bieten entsprechende Hinweise und Übungen, um schneller und vor allem auch erfolgreicher zu lesen. Studierende habe ich hin und wieder mit diesen Techniken konfrontiert, aber mit nur mäßigen Erfolgen, wenngleich bereits innerhalb eines Seminars von 90 Minunten die Lesegeschwindigkeiten zunahmen. Jedoch fehlte den Studierenden für das weitere Üben der Techniken die Zeit, weil sie ja für das Studium andere Sachen lesen mussten. Paradox und verständlich 😉

Nun wurde ich auf ein äußerst spannendes und Erfolg versprechendes Vorhaben aufmerksam gemacht: Spritz

Spritz bietet die Möglichkeit, auf elektronischen Geräten wir Handy, Tablet und hoffentlich auch PCs, Texte in Geschwindigkeiten bis 1000 Wörtern (vielleicht ist auch noch mehr drin?) zu lesen. Das klingt verrückt, ist es aber nicht. Ich finde die Demonstration auf deren Webseite äußerst beeindruckend und empfehle diese an dieser Stelle weiter. Einfach auf dem virtuellen Telefen die Landessprache (Flagge) auswählen und daneben noch die Wortgeschwindigkeit (wpm) angeben. Man staunt nicht schlecht, wie schnell man lesen kann, wenn man die Augen nicht bewegen muss. Das charmante an der Technik: sie lässt sich auf jedem noch so kleinen Display realisieren, da nur einzelne Worte, manchmal sogar nur Wortteile, angezeigt werden.

Ich bin wirklich begeistert und gespannt, was aus dem Projekt wird. Davon wird sicher noch einiges zu hören / zu lesen sein…

E-Books weiter auf dem Vormarsch – und bescheren dem Hardcover-Buch Aufschwung

Eine neue Studie zum geänderten Leseverhalten durch e-Books wurde durch ein Team um Prof. Dr. Michael Clement (Institut für Marketing und Medien an der Universität Hamburg) durchgeführt und veröffentlicht.

Nicht überraschend kommen die Forscher zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Nutzer von e-Books weiter wächst. Gaben in der ersten Untersuchung (2011) 9% der Befragten an, mind. 3 e-Books pro Jahr zu kaufen, waren es 2012 20%. Interessant ist hingegen, dass e-Book Leser auch das Papierbuch nutzen: 22% der e-Book Leser haben in den vergangenen 12 Monaten 3 oder mehr Hardcover-Bücher gekauft (in der ersten Untersuchung waren es noch 19%). Der Unterschied fällt im Segment der Taschenbücher geringer aus.

Ich vermute, dass in der ersten Befragung (2011) noch mehr early adaptors und besonders Technik affine Menschen befragt wurden, die schnell und gern neue Medien ausprobieren, während nun auch der analoge Leser auf den e-Book-Zug aufspringt, da dieses Format durchaus einige Vorteile mit sich bringt. Weiterhin kann durch die intensivere die Vermarktung der Geräte, der Preiskampf und die steigende Funktionsvielfalt zu einer Verbreitung beitragen. Dafür spricht auch die Tatsache, dass 79% der Befragten e-Book Leser bei Amazon einkaufen. Der Onlinehsop konnte in den letzten Monaten mit einigen verlockenden Angeboten verschiedener e-Book Reader Punkten (vgl. Kindle e-Book Reader bei Amazon).

Darüber hinaus zeigten jüngere Studien, dass insbesondere für ältere Leser e-Books eine gute Wahl sind. Dies liegt wohl u.a. daran, dass nicht nur viele Bücher bequem und leicht zu transportieren sind, die Reader ausgezeichnete Laufzeiten mit einer Akkuladung vorweisen können und die Nutzung einfach von statten geht. Auch die Möglichkeit, Texte an die eigenen Lesepräferenzen bzgl. Kontrast und Schriftgröße anzupassen, kommt dieser Gruppe entgegen. Dennoch bietet das gedruckte Buch weiterhinVorteile: Nachschlagwerke, Reiseführer oder Bildbände beispielsweise sind als Papierversion oft deutlich praktischer zu nutzen bzw. schöner anzusehen, um nur ein Beispiel zu nennen.

Interessant ist die mediale Kannibalisierung, die insbesondere bei den Tablet-PCs als e-Book Lesegeräte stattfindet. Hier findet ein Verdrängungseffekt statt, dem das Medium e-Book noch nicht gewachsen ist. Denn die Tablets bieten neben der Lesefunktion viele weitere Möglichkeiten der Unterhaltung und der Informationssuche, da sie den problemlosen und komfortablen Zugang zum Internet ermöglichen. Somit werden für die Nutzer auch andere digitale Angebote interessant (Soziale Netzwerke, Online-Zeitungen etc.), die nur einen Klick weit entfernt sind. Diese Informationshäppchen, die schnell zwischendurch „eingeworfen“ werden können, passen offensichtlich besser zum Nutzungsverhalten als das langwierige Lesen eines Buches.

Dann wäre es ja besser, den Beitrag an dieser Stelle zu beenden, damit mir die Leser nicht abspringen 🙂

Kurzinfo zur Studie: http://www.uni-hamburg.de/presse/pressemitteilungen/2013/pm15.html