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Kapelle Petra – The Underforgotten Table (2016)

Mit diesem Album macht sich Kapelle Petra erneut auf, die Welt  ein bisschen zu verbessern. Ihre Perspektiven sind dabei schön und bunt, zumal auch in Hamm und Umgebung der Alltag eigentlich grau sein müsste. Aber es gelingt der Kapelle wohl, jeder Situation das Besondere und Gute abzutrotzen. Auch wenn die Kapelle meines Erachtens immer mehr zu erzählen hat, durchaus und berechtigt Kritik übt – auch mit sich – vergisst sie nicht, dass Spaß eine Währung ist, von der jeder etwas bei sich haben sollte. 

Und so überzeugt mich die Kapelle Petra immer wieder mit schönen, unaufdringlichen musikalischen Arrangements, die mit einem tollen Wortwitz einher gehen. Alles richtig so. 

Allein der Opener des Albums: „Ja“ gehört als Weckton an jedes Smartphone und sollte an Wochenenden auch als erstes in die Anlage geschoben werden. Garant für einen guten Start in eine bessere Zeit: Kapelle Petra.

Für das Album gibt es auch ein passendes Bild – zum herrlichen, nicoleesken Stück „Frieden“. Aufgenommen in Padua vom Grafittikünstler Alession B (https://www.instagram.com/alessiob71/?hl=de)

Kapelle Petra – Stadtranderholung (2008)

Reinhören

Bescheuertes Cover, bescheuerter Bandname und Plattentitel. Aber bereits der Opener des Albums lässt aufhorchen und zustimmend nickend, wenn es da heisst „Curly Sue Ist Doch Kein Name Für Ein Kind Aus Gelsenkirchen“. Da haben die mal wirklich Recht – und den unbedarften Hörer schon mitgenommen in die Stadtranderholung. JPC fasst es folgendermaßen zusammen „Man beschreibt sie als optische Kreuzung zwischen Fips Asmussen und Sepultura. In Töne übersetzt klingt Kapelle Petra eher so, als hätten Funny van Dannen und Helge Schneider Tocotronic beigebracht, gute Musik zu machen. Die 3 Musiker aus Hamm am Rande des Ruhrgebiets entdecken seit ihrem Debüt „Felsen“ (1997) die Freiräume zwischen Alternative, Punk, Pop, deutscher Lyrik und Comedy. Das Ergebnis – ob krachig laut, poppig, balladesk oder urkomisch – ist stets voller Charme und von einzigartiger Pointiertheit. Kapelle Petra sind der Opa (Gitarre, Gesang), der tägliche Siepe (Bass) und Ficken Schmidt (Schlagzeug).“ (Quelle) Und so spielen sie sich durch alltägliches, indem sie z.B. einen Radionmitschnitt einer älteren Dame, die besorgt wegen des Wetters anruft, zu einer Elektro-Pop-Nummer zusammen sampeln, besingen das Älterwerden, die Esoterik und so weiter. Nochmal einen Zahn legen sie zu, wenn es darum geht, einige Songs zu Covern. Ruft das üblicherweise bei mir eher ein Gähnen hervor, packt es die Kapelle Petra, hier zu Punkten, indem sie einen Song bereits nach 30 Sekunden zusammenfallen lassen, um einem Dead Kennedys Zitat zu folgen. Aber auch der Funny Van Dannen Song „Alles verkauft“ wird hier authentischer (geht das überhaupt) eingespielt und ein weiteres Highlight ist die Schnulze „Mein Freund der Baum“, die sich wohl einer ganzen Generation in die Hirnrinde brannte und hier nochmals pompöser und anklagender aufgeführt wird… Eine gute Unterhaltung von einer Band, die sich von vornherein erstmal Abseits der Popkultur aufstellen!