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Muslimgauze – Jaal Ab Dullah (1997)

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„Quite different from any other Muslimgauze I’ve heard (admittedly what I’ve heard is not exactly a sizeable portion of a discography nearly the size of Alaska), this is hard, distorted, and mad abrasive on the ears. Twenty six tracks, some over eight minutes long, many under a minute, and none of them comprised of more than one or two loops. Bryn Jones doesn’t like to waste ideas, I guess – he just loops them and lets them run forever. Sometimes this is a good thing, sometimes it really seems like a waste of space, and worst of all, some of the best loops are contained in the really short songs („Noose of Gold Silk“ is the worst offender with a seriously awesome, seriously drunken noise loop, but you can put it on repeat and almost not notice that you’re repeating, so it’s not that big a problem). Given all this, the music is pretty simplistic and not as „accomplished“ as a lot of other Muslimgauze, but then again, it isn’t supposed to be „accomplished,“ it’s supposed to be badass and distorted, which it is. Very much so. I particularly like how all the middle-eastern music samples are almost always chopped up into distorted, painful tiny shards and inserted into what would otherwise just be abrasive techno – sometimes it works amazingly well and gives off almost a totally fucked up and otherworldly hip-hop vibe. Granted, this does mean that the middle-eastern influences are significantly downplayed, and you don’t get much of the feel for the middle-east (well sort of, given that Jones resides and works in England, but whatever) that makes the other Muslimgauze recordings so unique. Granted, he manages some kind of a „feel“ on a couple of tracks, but it’s not as exotic a sound as previous efforts – the loop in „Base Metal Trinkets, One Rupee“ is a good example. It manages a middle-eastern feel, but more through its mantra like, gently nodding loops and percussion than through the actual music“ (http://www.muslimgauze.org/press/jaal(press).html)

Einstürzende Neubauten – Silence Is Sexy (2CD) (2000)

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„Reduktion der Krachpioniere

„Die Zufälligkeit und das Konzept der Konzeptlosigkeit, was bei der Gründung dabei war, hat sich in einer natürlichen Entwicklung weiter verändert und verfeinert.“ 20 Jahre nach Gründung der Einstürzenden Neubauten stellt dieses Zitat Blixa Bargelds wohl einen passenden Rückblick auf die spannende Geschichte Deutschlands wohl wichtigster Industrial Band dar. Anders als in revolutionären Anfangstagen, wo noch alles, was Krach machte, für den Bandsound eingesetzt wurde und Chaos das Grundelement der Neubauten darstellte, stehen heute, nicht zuletzt durch das Engagement von Bargeld bei Nick Cave, filigrane Soundstrukturen und durchdachte Engagements im Vordergrund. Der Einsatz von nahezu beliebigen Geräuscherzeugern wurde stark reduziert und stellt nun nur noch ein Stilmittel, nicht mehr ein Hauptelement dar. Klassische Instrumente und eine glasklare Produktion haben dafür an Bedeutung gewonnen. Trotzdem findet der Fan natürlich von der Flugzeugturbine bis zur Birkenstocksandale wieder reichlich Krankes, nur dessen Präsenz wurde zurückgenommen. Songs wie die Vorabsingle „Sabrina“ und der überwiegend ruhige erste Teil der CD beweisen zwar, daß die Neubauten sogar fähig sind radiotaugliches Material zu schreiben, eine Anpassung der Feuilleton-Lieblinge an den Massengeschmack wird aber durch schwierige Werke wie das Zehn-Minuten-Epos „Redukt“ verhindert.

Auch textlich muß man eingehend bemängeln, daß die Neubauten scheinbar zahm geworden sind. Schnell wird jedoch klar, man hat nur die Methoden geändert: nicht mehr Frontalangriff mit dem Preßlufthammer, sondern lieber effektiv durch die Hintertür. „Selbst in einem Schwerkraftregelkreis kann die Regel leicht zerbrechen / Und das ist nur für Bleierne und Flügellahme – Verbrechen“ ein Zitat aus „Newtons Gravitätlichkeit“ belegt, daß die Neubauten nicht ihre Ansichten, wohl aber ihre Vorgehensweise verfeinert haben. Selbstironie, Wortspielereien, wie die Suche nach der Farbe Schwarz in „Sabrina“ und hintergründiger Humor finden sich in seltener Perfektion in beinahe jedem Stück wieder. Trotzdem bleibt die Platte und ihre Anliegen ernst. Textlich und musikalisch besonders herausragend ist hier das absolute Überstück der Platte: „Die Befindlichkeit des Landes“, ein wütender Angriff auf die Konsumtempel, die das Land überziehen und das diesbezügliche allgemeine Desinteresse. Der Zeitgeist und seine Irrwege sind die gewohnten Hauptangriffspunkte. Stillstand ist Rückschritt, Belanglosigkeit der Tod. Diese düstere Melancholie, die drohend über dem gesamten Album schwebt und die ununterbrochene Kritik an Angepaßtheit und Regelgehorsam („Zampano“) sowie der Rückzug in einen eigenen abgeschotteten Kosmos („Anrufe in Abwesenheit“) sind die wohl wichtigsten Charakteristika von „Silence is sexy“.

„Pelikanol“, das allerdings nur der Erstauflage des Albums auf einer Zusatz-CD beiliegt, ist mit seinen 18:30 Minuten, seinem aufs simpelste reduzierten Text und seinen Endlosschleifen, dann wohl noch am ehesten für Fans der ersten Stunde geeignet. Schwer nachvollziehbar, düster und lärmend schleppt es sich dahin und erinnert an die Gründungsjahre der Band. Heute jedoch haben die Neubauten eine Stufe erreicht, wo sie gar völlige Stille wie im Titelstück „Silence is sexy“ auf CD bannen können ohne dadurch an künstlerischem Wert einzubüssen. Im „Musentango“, einem selbstironischen, nahezu autobiographischen Text über die Schreibblockade eines alternden Dichters, schließlich entdeckt der geneigte Hörer sogar tanzbare Klänge und angesichts dieser Methamorphose bleibt nur noch die Wahl, euphorisch der Band zu dieser Wiederauferstehung zu gratulieren und ihre gelungene Flucht vor der Monotonie früherer Tage zu bewundern oder das Kapitel Neubauten als vergangene Revolution abzuschliessen. Fair wäre das allerdings nicht. (Thorsten Thiel)“ (http://www.plattentests.de/rezi.php?show=202)

Einstürzende Neubauten – Perpetuum Mobile (2004)

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„“Perpetuum Mobile“, die utopische Maschine, die ohne Energieverbrauch dauernd Arbeit leistet – der Titel der neuen Einstürzenden Neubauten Platte (das erste reguläre Studio-Album seit „Silence Is Sexy“ (2000), und teilweise finanziert durch die Neubauten-Supporters, die sich nach Zahlung eines kleinen Betrages in die Aufnahmen bzw. in den Kreativ-Prozess einmischen durften und mit exklusiven Track-Downloads, einer exklusiven „Supporters CD“ und vielen anderen interaktiven Specials belohnt wurden) dürfte vielen die perfekte Vorlage bieten, die Band mit ebendieser Maschine gleichzusetzen, die zwar Arbeit leistet, sich aber dabei nur noch um die eigene Achse dreht, keine musikalischen Neuerungen mehr kreiert. Komplett daneben. Dass die Neubauten schon seit Langem einen großen Schritt in Sachen Lautstärke und Zerstörung von Song-Strukturen zurückgetreten sind, dürfte hinlänglich bekannt sein – und hoffentlich auch, dass sie großartige Songs (und hier wirklich im Sinne von Songs) schreiben können. „Perpetuum Mobile“ beinhaltet 12 Songs, die durch ihre größtenteils reduzierte Instrumentierung die komplette Aufmerksamkeit des Hörers fordert und erhalten sollte, denn auch beim x-ten Durchlauf kann man wieder neue Dinge entdecken und sich immer wieder an Blixa Bargelds Wortakrobatik erfreuen. Ganz im Sinne der o.g. Maschine geht es auf diesem Album vorwiegend um Bewegung und Luft bzw. Wind – diese Motive tauchen in jedem Song auf, sowohl textlich als auch musikalisch (z.B. durch einen Luft-Kompressor) – es reist jemand von A nach B, der Liebe wegen („Perpetuum Mobile“), es gibt ein „Leichtes, leises Säuseln“, man treibt Inzest mit den Sternen, denn Astronomen haben Schnaps im Weltall entdeckt („Selbstportrait mit Kater“), seltene Vögel ziehen ihre Kreise, oder man verfolgt den „Weg ins Freie“, der – ähnlich der aus Filmen bekannten Split-Screen-Technik – auf beide Kanäle (links / rechts) verteilt jeweils eine eigene Perspektive anbietet, um ein gemeinsames Ziel anzusteuern. „Perpetuum Mobile“ ist eine wunderschöne und interessante Reise, die sowohl Dramatik als auch Ruhe beinhaltet. „Was ich deinen Träumen suche? Ich suche nichts. Ich räume nur auf.“ Nur zu, Herr Bargeld – wenn dabei weiterhin einfach gute Songs herauskommen, gibt es keinen Einwand von dieser Seite. (David Bluhm)“ (http://www.gaesteliste.de/review/show.html?_nr=3199)

http://www.neubauten.org/ – Offizielle Webseite

Aphex Twin – On (1993) (MCD)


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„On“ – das war sicher für so manchen die Einstiegsdroge in die Musikwelt von Aphex Twin. Der titelgebende Track zeichnet einen musikalischen Kosmos, der so ziemlich alles enthält, aus dem auch später Richard D. James seine Soundlandschaften kreiert. Süße Melodien, begleitet von einem nahezu destruktiven Bass, der jeden aufschrecken lässt, Samples, die dezent eingestreut micht stets aufhorchen lassen, ob nicht noch jemand in der Wohnung ist oder auf der Straße ruft, vielschichtige Rhythmen und und und. Eines der ganz großen Würfe des Meisters elektronischer Musik. Der Rest ist Geschichte 🙂

Aphex Twin bei Wikipedia

Biografie Aphex Twins bei laut.de und bei musicline.de

Einstürzende Neubauten – Ende Neu (1996)

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„Seit dem äußerst erfolgreichen letzten Album „Tabula Rasa“ gibt es knapp drei Jahre später erstmals neues Material von den Einstürzenden Neubauten. Mittlerweile auf ein Trio geschrumpft, knüpfen die Berliner mit dem neuen Longplayer „Ende Neu“ direkt an ihre ersten musikalischen Gehversuche (Anfang der Achtzigerjahre) an, und überraschen dabei doch mit neuen, untypischen Klängen. Der tosende Opener „Was Ist Ist“ liefert gleich zu Beginn einen klassischen Neubauten-Song. Alex Hackes Gitarre klingt schaurig schräg, Blixa Bargeld erschlägt den Hörer geradezu mit seinen Statements, die zusammen mit den fordernden Rufen des Begleitchors zur totalen Sprachverwirrung führen. Doch schon überraschen die Avantgarde-Künstler mit einem wunderschönen Liebeslied. Blixa singt mit der Schauspielerin Meret Becker im Duett über ein Paar, das lediglich in seinen Träumen zueinander finden kann. Nick Cave hat es ja bereits erfolgreich mit dem australischen Schlagersternchen Kylie Minogue vorgeführt; dieses Lied dürfte einer der größten Hits in der Geschichte der Neubauten werden. Auch bei „The Garden“ sowie „Die Explosion Im Festspielhaus“ verzichten Blixa & Co zugunsten einer eher romantischen und beschaulichen Stimmung auf die sonst so typischen Lärm-Orgien. Alte Fans kommen dennoch auf ihre Kosten. „Installation No I“ und das fesselnde „NNNAAAMMM“ zerren mit satten Traktoren-Geräuschen und ekstatischen Perkussions-Orgien in gewohnter Manier an den Nerven.“ (http://www.discover.de/kritiken/sites/einsturz.html)

Die Neubauten bei Wikipedia und laut

Das herrliche Stella Maris gibts bei youtube zu genießen

Deutsch Amerikanische Freundschaft (DAF) – Für Immer (1982)

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„This can be considered as the 3rd part of the duo’s trilogy and maybe their best one; ‚Für immer“s title is not casual, and puts a full stop of a band which if not brilliantly, efficiently put the bases for what was to come with bans such as F242, The Klinik or Dive. Almost every song is good on this album, but I’d claim that ‚Kebabtraume‘, ‚Prinzessin‘ or ‚Die götter sind weiss‘ are remarkable examples of what this band implied. They’re not as brilliant as Front 242, that’s true, but they did know what way the dark side of electronic music would follow, together with F242 or early Die Krupps; I recommend the whole trilogy as all 3 works complement each other and could have perfectly been a triple album; but if you have not listened to this band and want to do it, I would choose this one; DAF will remain in my heart and mind forever.“ (Quelle: http://www.amazon.com/F%C3%BCr-Immer-DAF/dp/B00000FY8A)
Wikipediaeintrag zu DAF

Interview mit Robert Görl auf Intro.de

Ammer & Einheit – Deutsche Krieger (1996)

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„Für seine Fernseh- und Hörfunkproduktionen wird der 1960 in München geborene Andreas Ammer regelmäβig auf nationaler und internationaler Ebene mit Auszeichnungen überschüttet. Seine Hörspiele in Zusammenarbeit mit FM Einheit, Blixa Bargeld, der ex-Rainbirds Keyboarderin Ulrike Haage oder Martin ‚Console‘ Gretschmann stellen die starren Grenzen des Genres immer wieder in Frage, spielen mit den akustischen Quellen und verbinden Musik und Sprache in lebendiger, zuvor nicht gekannter Weise.

Mit „Deutsche Krieger (Kaiser Wilhelm Overdrive, Adolf Hitler Enterprise & Ulrike Meinhof Paradise)“ wagen sich Ammer und Einheit an die jüngste deutsche Geschichte heran, die unter ihner Händen zu einer kritisch subversiven Pop-Historienoper wächst. In den Chefetagen der groβen Rundfunksender zeigt man aufgrund des spielerischen Umgangs mit der deutschen Geschichte und der daraus angeblich erwachsenden politischen Brisanz wenig Verständnis für „Deutsche Krieger“ und sendet die Rock-Oper folglich nicht.“ (Quelle: http://www.ubu.com/sound/ammer.html)