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Shout Out Louds – Our Ill Will (2007)

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„Es gibt diese Momente im Leben, die einem nur die Musik bereiten kann. Im letzten Sommer hatte ich so einen auf dem Berlin Festival. Die Shout Out Louds standen auf der Bühne, seit Wochen freute ich mich auf ihren Gig. Anfänglich lag ich noch im Gras, später fand ich mich glückselig tanzend mit den anderen Besuchern wieder. Es fühlte sich einfach gut an, dieser Band zu lauschen, und ich konnte nicht einmal sagen, warum.

Retten die Schweden dieses diffuse Gefühl der ruhigen Zufriedenheit auch auf den zweiten Longplayer? Der Opener „Tonight I Have To Leave It“, gleichzeitig die erste Single, verspricht viel. Fröhlicher Indiepop mit jeder Menge Percussion animiert zum barfüßigen Hüpfen auf mit Gänseblümchen übersäten Wiesen. In der Folge zelebrieren die Shout Out Louds allerfeinste Popmusik zwischen bittersüßer Melancholie und sprühender Lebensfreude.

Zwischendurch bauen sie ganz unkompliziert, scheinbar beiläufig popkulturelle Referenzen ein. Eine Cure-Gitarre zum Beispiel bei „You Are Dreaming“, verträumt-entrückte Popgesang von Bebban Stenborg, der Keyboarderin der Shout Out Louds, bei „Blue Headlights“, die an die verletzliche Stimme von Annika Norlin erinnert. Bebban unterstützt Sänger Adam Olenius, dessen charmant-markante Stimme das Album dominiert, auch bei „Suit Yourself“ und „Impossible“ ganz hervorragend.

„Let’s sail away to the beaches of Normandy“, fordert Olenius, und man möchte trotz Unkenntnis seiner Segelkenntnisse sofort mit ihm Kurs nehmen auf Nordfrankreich. Was kann einem schon passieren, wenn man so wunderbare Musik an Bord hat? Von den geschichtsträchtigen Stränden am Ärmelkanal geht es weiter nach „South America“. Der quasi-Titeltrack ist ein leisetreterisches Instrumental, das in das großartige „Time Left For Love“ überleitet.

„Meat Is Murder“ ist, wenn auch keine Coverversion, sicherlich ein gezogener Hut vor Morrissey und seinen großen Smiths. Ein akustischer Zweiminüter zum Niederknien, bevor das siebeneinhalb Minuten lange „Hard Rain“ mit seinem lieblichen Backgroundgesang und der hypnotischen Gitarre den Hörer ganz sanft rauswirft.

„Our Ill Wills“ betört, lässt träumen, weckt Hoffnung. Auf einen Sommer, in dem man auf Festivals im Gras liegend perfekte Momente erlebt. Oder auf einen schönen Abend zuhause.“ (http://www.laut.de/lautstark/cd-reviews/s/shout_out_louds/our_ill_wills/index.htm)

http://www.shoutoutlouds.com/ – Homepage von Shout Out Louds

Shout Out Louds bei myspace

Bright Eyes – I’m Wide Awake, It’s Morning (2005)


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„Erneuter Geniestreich von Wunderknabe Conor Oberst

Von Neuem verspürt man den Wunsch, Conor Oberst in die Arme zu nehmen, ihm „Danke“ zu sagen, und „keine Angst, es wird alles gut“. Denn von Neuem verzaubert das Musiker-Kollektiv um den 24-jährigen Singer/Songwriter aus Omaha, Nebraska mit wunder- schönen Country/Folk-Melodien und Lyrics, die allen traurigen Menschen dieser Welt aus der Seele zu sprechen scheinen.

Ist es überhaupt möglich, ein Album wie „Lifted…“ zu toppen?, habe ich mich gefragt und etwas ängstlich das neue Werk von Bright Eyes in den CD-Player gelegt. Minuten später musste ich eingestehen, dass alles möglich ist, wenn man Conor Oberst heisst. Talent scheint nur sein Vorname zu sein. Dieser Junge ist ein Genie. Der erste Song beginnt mit einer seltsamen Geschichte über einen Flugzeugabsturz, die im scheinbar fröhlichen, dabei aber zutiefst sarkastischen „At The Bottom Of Everything“ resultiert. In „We Are Nowhere And It’s Now“ kommt zum Ersten Mal die Stimme von Emmylou Harris dazu, der grossen Dame des Folk, und, ach, es ist wundervoll. Oberst und Harris harmonieren und ergänzen sich perfekt und verleihen den wundervoll instrumentierten Songs (mit dabei als Musiker/Vocalists sind wiederum allseits bekannte Namen wie Andy LeMaster, Maria Taylor oder Mike Mogis) eine zusätzliche Note von Intensität und Authentizität.
„Lua“ ist das nächste Schmuckstück, das nur mit Obersts charakteristischen Stimme und seiner akustischen Gitarre auskommt. Weiter geht’s mit „Train Under Water“ und „Another Travelin‘ Song“ zwei countryeske up-tempo Songs, letzterer wieder mit der Unterstützung von Emmylou Harris.
Den absoluten Höhepunkt des Albums bildet „Landlocked Blues“, ein zu Tränen rührendes Duett mit Emmylou Harris, spärlich und wunderschön instrumentiert, mit Lyrics von solch tiefer Traurigkeit und Sensibilität, dass sie das steinernste Herz weich werden lassen.
In „Road To Joy“, eine Anlehnung an Beethovens „Ode an die Freude“, findet das Album ein furioses und würdiges Finale und wir wünschen uns, es würde noch endlos so weitergehen.
Das ganze Album vermittelt ein Gefühl von Authentizität, das bei vielen anderen Musikern leider schon lange verschwunden ist. Man fühlt, dass die Musik mitten aus dem Herzen kommt, und das macht sie unvergleichlich.
Superlative reichen kaum, um dieses grandiose Album zu beschreiben. Hört es und huldigt einem der grössten Singer/Songwriter unserer Generation!“ (http://www.exitmusic.ch/rezensionen/neuerscheinungen/bright_eyes_im_wide_awake_its_morning.html)

Modest Mouse – Good News For People Who Love Bad News (2004)


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„Gar nicht so einfach den Zeitpunkt festzulegen, an dem Modest Mouse anfing, wie eine richtige Band zu klingen. Lange Zeit hatte man den Eindruck, dass der Sänger und Songschreiber Isaac Brock seine einzige Aufgabe darin sah, alle Prinzipien außer Acht zu lassen und alles auf spontanen Impulsen und Einfällen aufzubauen. Selbst Pavement kam einem ziemlich belanglos vor im Vergleich zu den frühen Platten der Band wie This Is A Long Drive For Someone With Nothing To Think About (1996) und The Lonesome Crowded West (1997).

Aber bei Good News For People Who Love Bad News klingt der Frontman so, als sei er endlich auf festem Boden gelandet. Auch die Band — ohne das Gründungsmitglied, den Schlagzeuger Jeremiah Green — bekennt Farbe. Eine entspannte Stimmung dominiert, was sich nicht so sehr in der Lautstärke äußert, sondern eher in der gesamten Einstellung der Band. Dieses Album folgt auf ihr Debüt bei einem renommierten Label mit The Moon & Antarctica (2000). Hier stehen groß angelegte, lockere Melodien der Bläser in ständigem Wettstreit mit Punk-Epen wie „Float On“ und „The Ocean Breathes Salty“.

Die Texte sind einfacher, die Arrangements zahmer, aber die Vitalität bleibt erhalten. Ständig hat man das Gefühl, dass es Modest Mouse gelungen ist, etwas ganz Besonderes zu schaffen: eine gelungene, liebenswerte Platte, die nun wirklich überhaupt nicht nach David Gray klingt. –Aidin Vaziri“ (http://www.amazon.de/Good-News-People-Who-Love/dp/B0001M7P78/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=music&qid=1209446601&sr=1-1)

Bandbio und mehr bei laut.de

Wikipedia und Indiepedia zu Modest Mouse

Phillip Boa & The Voodooclub – Faking To Blend In (2007)


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„Boa hat wieder ein Zuhause. Will meinen: Er ist nicht mehr DORT, sondern WIEDER DA.

Ein Umstand, der im Zusammenhang mit dem neuen Album des Herrn in der Tat derart relevant ist, dass man ihn dem Presse-Waschzettel nicht nur voranstellen, sondern auch noch mit einer Leerzeile unterstreichen muss – und den maßgeblich ein Mensch zu verantworten hat: Tobias Siebert.

Yep. Noch eine Leerzeile. Damit sie den Namen mal sacken lassen können. Um sich Gedanken zu machen. Darüber etwa, warum im Folgenden der Name Siebert vermutlich öfter auftauchen wird als der Name Boa. Die Erklärung liegt natürlich auf der Hand: Boa hat wieder ein Zuhause

(…)Auf „Faking To Blend In“ hofiert Boa niemanden mehr, außer sich selbst, und hat damit zu einer neuen Form jener Haltung zurückgefunden, die ihm die deutsche Presse anno dunnemals so gerne als Arroganz unterstellte (während er im englischsprachigem Ausland bedingungslos gefeiert wurde).

Alles ist wieder da, die tribalistischen Rhythmen, die sehnsüchtigen Melodien, die wiederborstigen Arrangements, der Clash zwischen Boas, dankenswerter Weise vollständig vom Hallschleier befreitem, Anti-Gesang und Pia Lunds Zuckerstimmchen: aber mittels einer handvoll einfühlsam umgesetzter Kniffe und Tricks ist es in seiner Gesamtheit vollständig in der Gegenwart angekommen: Siebert hat die markantesten Merkmale der Musik aufgegriffen, ausgebaut, abgespeckt, durch den Wolf seines Kreuzberger Studios gedreht und einem Update unterzogen: verzerrte Gitarren spielen nur noch die zweite Geige, im Mittelpunkt steht die Rhythmusgruppe, das treibende Schlagzeug und der Bass als Melodie-Instrument. Das rockt ohne zu rocken, ist deutlicher denn je das, was Boas Musik in ihren besten Momenten immer schon war, Pop, ohne dabei in Arrangement und Melodieführung auf essentielle Gesten des Widerstands zu verzichten.

Um das genau so hinzubekommen hat der Tausendsassa Siebert, die coole Sau, mal eben im Alleingang nahezu sämtliche Instrumente – Bässe, Keyboards, Gitarren – sowie die Backingvocals, der in den Temple Studios auf Malta von David Vella vorproduzierten Aufnahmen, neu eingespielt. Bis auf das Herzstück des Sounds, die Drums, die übernahm Delbo Drummer Flo – ebenfalls großer Boa-Fan.

Das Ergebnis ist ein Boa-Album wie es im Buche steht: voller Hits und Widerhaken, zum Mittanzen, Mitsingen, zum drüber Stolpern und kräftig dran Reiben.“ (http://phillip_boa.motor.de/kuenstler/phillip_boa/biografie)

mehr auf boastuff.de

Philip Boa And The Voodooclub – Hair (1989/remasterd 2006)

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„Produktionstechnisch hatte man dazu gelernt, Boa und sein Zauberclub holten nun zum großen Wurf aus und produzierten das Nachfolger Album gleich mit 4 verschiedenen Produzenten in 5 Londoner Studios. Tony Visconti, Nigel Walker, Jay Burnett und Tony Taverner waren angetreten, um eines der herausragenden Alben von Phillip Boa zu produzieren. Die stilistische Vielfalt kannte nun aboslut keine Schubladen mehr und somit entstand ein skurilles Höllengemisch, beim dem man nie wußte was hinter der nächsten Ecke auf einen lauterte – Rock, Pop, Folk, Polka, Tango, Marsch, Avantgarde oder Heay Metal – experimentieller Neuzeit-Rock ohne Grenzen, genialer Artificial-Sound für Individualisten.

Nebenbei bietet das Album mit Container love einen der bekantesten und erfolgreichsten Boa Songs auf. Weitere Meilensteine sind durch Albert is a headbanger, Fine art in silver und Annie flies the love-bomber vertreten. Als Bonustracks sind die bereits auf der damaligen limitierten Erstauflage vorhandenen Stücke ebenso vertreten wie 3 Song Mixes von Eroc. Dazu gibt es mit Richard on milk noch eine äußerst gelungene B-Seite und mit I’m waiting for my man eine tranceartig monotone Lou Reed Coverversion.“ (Quelle: http://www.amazon.de/gp/cdp/member-reviews/A3FW9DQP41N6BA?ie=UTF8&sort_by=MostRecentReview)

http://www.philipboa.de – Homepage von Philip BoaPhillip

Boa bei Myspace: http://www.myspace.com/phillipboaandthevoodooclub

Eintrag im GermanRockLexikon: http://www.germanrock.de/b/boa_philipp/

Informationen zu Phillip Boa bei MotorMusic: http://phillip_boa.motor.de/suche/kuenstler/Phillip+Boa

Wikipediaeintrag http://de.wikipedia.org/wiki/Phillip_Boa

Künstlerportrait, Discografie uvm: http://www.laut.de/wortlaut/artists/b/boa_phillip/biographie/index.htm

Editors – Explosion In The Sky

Editors

Eels

Egoexpress

Einstürzende Neubauten

Elbow

Electronic Eye

Elektrostar

Ennio Morricone

Erlend Øye

The Experimental Pop Band

Explosion In The Sky

The Wedding Present – Bizarro (1989, 2003)

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„Gäbe es fünf Alben, die man mir bitte mit ins Grab legen solle, dann gehört sicherlich MBV’s „Loveless“ dazu, auch Smashing Pumpkins „Siamese dreaam“ wäre dabei, doch gefragt nach dem besten Gitarrenalbum ever fiele mir sofort, auch ohne Gehirn, „Bizarro“ ein, für mich DIE Platte der 90er. Was Gedge und Konsorten hier zum Besten geben ist 100% Gitarre, so laut, krachig und energiegeladen, halsbrecherisch und dahingebrettert, daß es einem glatt die Ohren weghaut. Alles wirkt ungeschliffen, kratzig und kantig, fast improvisiert, doch jede Zeile, jeder Akkord ist wohlakzentuiert, um die Wirkung dieser entfesselten Gitarren zu steigern. Höhepunkte: „Brassneck“, „No“, „Kennedy“ und „Bewitched“, und auch wenn fast gegen Ende „Take me, I’m Yours“ nach einem 7-minütigen Herunterballern ein-und derselben Akkordfolge mit einer Rückkopplung ausklingt, wünscht man sich, dies möge nie enden, weil es eben so gut ist.“ (http://www.amazon.de/Bizarro-Wedding-Present/dp/B000002NVI/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=music&qid=1196701209&sr=1-2)

The Wedding Present – Mini (1996)

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„Da sind dieser schnoddrig-widerspenstige Halbgesang, die beinahe zur Inkarnation des britischen Indi-Schrammelsounds zu zählenden Wirbelwindgitarren und das stets stoische, ambivalente Gesamtbild ihrer ganz eigenen Definition eines Popsongs. Egal ob mit einer schmachtenden Ballade oder mit dahingeworfener Uptempo-Melodik, die Songs von THE WEDDING PRESENT stehen immer für Zucker und Salz in unmittelbarer Folge oder, besser noch, im gleichen Moment. Auf ‚Mini‘ beschreiten sie in neun Songs und nicht einmal 27 Minuten alle Gemütszustände: catchy und kurzweilig wie eh und je, exzentrisch und von Mark E. Smith geprägt oder aber auch geradezu lieblich im Stile von STEREOLAB. Dabei widersetzen sie sich nach wie vor unprätentiös jeglicher Stil-Vereinnahmung. Wer hier nun ‚unzeitgemäß‘ mit ‚unnötig‘ gleichsetzt, dürfte diesem Album von vornherein keine Chance geben. Ein Album ohne schöne und böse Überraschungen, wie es sich vielleicht nur verkannte Koryphäen und Pioniere oder aber unbeirrte Einzelkämpfer und beste Verwandte von THE FALL leisten können.“ (Quelle: http://www.intro.de/platten/kritiken/23019623)

The Notwist – Shrink (1998)


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„Elektronika nicht als Schlagwort, sondern als Baustein, digitale Begleitung, Vervollständigung und neuer Aspekt. Im Instrumental „Moron“ plötzlich ein dicker Verweis auf das grandiose TIED AND TICKLED TRIO mit opulentesten Bläsersätzen und jazzigem Abdriften – durchgängiges Big-Band-Spiel.“ (Quelle: http://www.intro.de/platten/kritiken/23023013)