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Get Well Soon – The Scarlet Beast O’Seven Heads – La Bestia Scarlatta Con Sette Teste (2CD) (2012)

Ich gestehe: Jan Böhmermann ist nicht mein Liebling. Nicht zuletzt aufgrund einer Sendung, bei der Konstantin Gropper zu Gast war, um seine CD zu promoten und für mein Gefühl aus der ganzen Aktion nicht gut rauskam. Zu schrill, zu schnell, zu bunt ist die Welt, die Böhmermann und Roche in ihrer Talkshow einst zauberten (oder sind die noch auf Sendung?). Wer sich die Musik von Get Well Soon anhört, wird merken, dass hier die Ruhe, Getragenheit und Schönheit zum Ausdruck kommen, wie man sie nur selten findet. Gropper schafft Welten, die mich sofort in ihren Bann ziehen und nicht mehr entlassen. Egal ob zu Hause über die Anlage, mit Kopfhörern auf dem Ku`Damm oder im Wald, bei feurigen Sonnenaufgängen und in verregneter Abenddämmerung.  Ein Kosmos voller Glanz, Hoffnung, Wärme, Utopien und Wünsche, auch wenn das vorliegende Album eine „Hommage ans italienische Horrorkino der Siebziger“ (Quelle) ist und sich der Illusion des Weltuntergangs „The whole world is going to hell“ widmet. Nicht ganz zu unrecht wurde es als das „mondänste und anspruchsvollste Pop-Album des Jahres“ (Quelle) gehandelt.

HGich.T – Lecko Grande (2012)

Zugegeben. Mein CD-Regal ist gefüllt mit Ohrwürmern, freundlicher Hintergrundmusik und anderen Nettigkeiten für mein Trommelfell. Aber nicht nur. Es gibt auch einiges absonderliches, dass ist mir bewusst. Denke ich z.B. an die Soundexperimente von Ryoji Ikeda, das Oszillieren von Pansonic oder die Endlosschleifen von Oval, weiß ich, dass ich das nur allein hören darf. HGich.T reiht sich in diese Gattung – ich nenne sie mal asoziale Musik, weil mein soziales Umfeld dabei weg rennt – ein. Sie haben mich irgendwann auf Youtube „gewonnen“ und ich war erschrocken fasziniert. Wie bei einem Horrorfilm, bei dem man zwischen den Fingern der Hand hindurchschaut, wenn das Böse kommt. Ist das Trash? Ist das DADA? Ist das noch Real? Oder kann das schon weg? Einen Abend hangelte ich mich von Video zu Video und war, ja, erschrocken fasziniert. So musste ich mir das nochmal als Album anhören. Vielleicht steckt da ein Konzept dahinter? Ganz sicher ist man sich da nicht. Auch bei der Kulturzeit oder beim Spiegel online war man ratlos, wie diese Form musikalischen Ausdrucks zu bewerten wäre. Naja, halten wir es wie die Großen „Kunst ist das, was ihr draus macht!“ Oder um laut.de zu zitieren: „Nur unter vorübergehender Auslöschung großer Teile der Persönlichkeit kann man den Tonträger einigermaßen überstehen.“ (http://www.laut.de/HGich.T/Alben/Lecko-Grande-87193). In diesem Sinne eine schöne Lecko Grande. 

Die große mp3-Schatzkiste von HGich.T auf deren Webseite: http://www.hgicht.de/Lieder/Liedseite.html