Schlagwort-Archive: Hochschule

Informationskompetenz an Hochschulen

Auf den Internetseiten der HRK findet sich eine Empfehlung vom November mit dem Titel: „Hochschule im digitalen Zeitalter: Informationskompetenz neu begreifen – Prozesse anders steuern„. Diese ist zwar vorerst nur für die Verwendung innerhalb der HRK bestimmt, zeigt aber doch interessante Bestrebungen auf und zielt auf die Verbesserung der Informationskompetenz von Studierenden, Lehrenden, Forschenden und hochschulzugehörigen Dienstleistnern sowie Hinweisen für die Hochschulleitungen. Informationskompetenz wird deutlich von der Medienkompetenz (die in dem Text reduziert auf die adäquate Nutzung von IKT wird) abgegrenzt und ist in dem Textdefiniert als „die Gesamtheit aller Fähigkeiten und Fertigkeiten, die erforderlich sind, um situationsrelevante Informationsbedarfe festzustellen, Information zu beschaffen, weiterzuverarbeiten, zu bewerten, zu präsentieren und Nutzungsbedingungen von Information einzuordnen. Dabei sind neue Darstellungsformate, insbesondere im Bereich der Informationsvisualisierung, eingeschlossen.“ (Wolff) Sie enthält technische Kompetenzen, kommunikative Kompetenzen, soziale und organisationsbezogene Kompetenzen sowie disziplinspezifische Kompetenzen.

Als Handlungsfelder zur Stärkung der Informationskompetenz bennent die HRK folgende:

1.Studium und Lehre

  • Informationskompetenzen (IK) als Ziel der Lehre durch Berücksichtiung und Ergänzung vorhandener IK bei Studierenden; Abstimmung von Lehrangeboten und curriculare Verankerung entsprechender IK-Angebote
  • Informationskompetenzen der Lehrenden im Sinne des adäquaten Aufbaus entsprechender Kompetenzen bei den Studierenden sowie der Aneignung von IK für die Lehrenden selbst und der Nutzung digitaler Medien und Services in der Lehre

2. Forschung

  • bzgl. der Förderung von IK beim wissenschaftlichen Nachwuchs als zentralen Baustein und Qualifizierungsangebote zu unterbreiten
  • Förderung entsprechender Kompetenznetzwerke an Hochschulen durch die Hochschulleitungen

3. Gouvernance

  • Analyse von Konzepten und Bedarfen zur Steuerung von IK und interner Prozesse und Dienste
  • Verbesserung von Effizienz und Wirtschaftlichkeit sowie wiss. Leistungspotentialen
  • Gestaltung von Steuerungsmechanismen, Lenkungsstrukturen etc. zur Unterstützung des hochschulweiten Informationsmanagements

4. Dienstleistungen

  • Zusammenführung fragementierter Services im Sinne eines integrierten Prozessmanagements
  • Verbesserungen der Dienstleistungen für Forschende (z.B. Management von Forschungsdaten)
  • Auf- und Ausbau notwendiger IK durch entsprehcnede Weiterbildungsangebote

Um diesen Zielen näher zu kommen, können z.B. Netzwerke „aus Hochschulleitungen, Leitungen von Hochschuleinrichtungen wie z. B. Bibliotheken und Rechenzentren sowie Vertreterinnen und Vertretern der Informationswissenschaft“ aufgebaut werden. Die HRK bietet hierfür ihre Unterstützung an.

Man darf gespannt sein, wie diese Empfehlung weiter ausgearbeitet und vor allem auch, wie sie ausgestaltet wird. Auch wenn einige Facetten meines Erachtens etwas unspezifisch sind oder bzgl. der Ausrichtung vielleicht eindimensional erscheinen, ist es doch ein gute Ansatz, für dieses Thema in den Hochschulen die entsprechende Sensibilität zu schaffen. Ob jedoch Zielgruppen wie Studierende (die ja gern als die „digital natives“ gesehen werden) oder wissenschaftlicher Nachwuchs so dezidiert angesprochen werden müssen oder ob hier ein offeneres / umfassenderes Bild vielleicht tragfähiger sein könnte, bleibt abzuwarten. Es handelt sich ja um einen Entwurf, der jedoch eine interessante Richtung einschlägt und viel Potenial bzgl. der Veränderungen von Hochschulen und der Professionalisierung von Lehre, Lernen und Forschung bietet.

Mehr und vor allem ausführlichere Informationen unter http://www.hrk.de/mitglieder/service/empfehlung-informationskompetenz

Innovationsindikator 2012

Der Innovationsindikator 2012, den das Fraunhofer ISI in Auftrag der Deutschen Telekom Stiftung, erstellt hat, wurde jüngst veröffentlicht. Im Innovationsranking belegt Deutschland demnach den 6 Rang von 28 untersuchten Industrieländern. Das bedeutet ein Abrutschen um zwei Plätze im Vergleich zum Vorjahr. Niederlande und Belgien haben sich dafür „nach vorne geschoben“. Gründe hierfür werden in der verstärkten Investition in Forschung und Innovation in den letzten Jahren gesehen. Platz 1 ist wieder die Schweiz. Die deutsche Wirtschaft hingegen konnte sich im internationalen Vergleich um zwei Plätze nach oben arbeiten und erreicht nun den 4. Platz. Größtes Manko in Deutschland bleibt das Bildungssystem, welches nur einen 17. Rang einnehmen konnte. Auch bei den staatlichen Rahmenbedingungen für Innovation erreicht Deutschland nur das Mittelfeld (15. Platz). Obwohl die Investitionen in diesem Bereich gestärkt worden sind, bleiben sie doch hinter denen der anderen Staaten zurück. Ein weiterer Faktor ist die Vielfalt und Vielfältigkeit der Menschen in einem Land (Diversity), die zu Innovationen beitragen können. Auch hier schneidet Deutschland nur mittelmäßig ab. Eine stärkere Beteiligung von Frauen, Migranten und älteren Beschäftigten in Wissenschaft und Wirtschaft könnte Impulse setzen. Insofern sehen die Macher der Studie als Handlungsfelder u.a. mehr Investitionen in Bildung zu tätigen, die Qualität der Bildung zu verbessern und die Vielfalt der Bevölkerung besser zu nutzen.
Mehr Infos gibt es unter http://www.innovationsindikator.de/

jetzt mitmachen: Charta gute Lehre

32 Vertreterinnen und Vertreter staatlicher Hochschulen haben sich in einem Qualitätszirkel an der Erarbeitung einer Charta für gute Lehre beteiligt. Diese wurde im Oktober auf der Tagung „Wie gute Lehre gelingen kann“ vorgestellt und diskutiert. Gerade der Diskussionsprozess soll nun in die breitere Öffentlichkeit getragen werden und so wurder der vorläufige Stand der Arbeit im Netz veröffentlicht. Interessierte können sich die einzelnen Aspekte anschauen und bei Bedarf (Ergänzungs)Vorschläge rückmelden, bevor eine endgültige Fassung verabschiedet wird.
Insgesamt deckt die bisherige Fassung ein breites Spektrum an Themenfeldern ab, die für eine gute und gelungene Lehre von Relevanz sind. Dazu zählen:

1. Lehren – Lernen – Prüfen

2. Beratung und Betreuung

3. Curriculumentwicklung

4. Personalentwicklung

5. Motivation und Anreize

6. Organisationsentwicklung

7. Qualitätsmanagement

8. Governance

9. Rahmenbedingungen

10. Forschung in der Hochschulbildung

Bis 30.11.2012 können nun noch Rückmeldungen gegeben werden, die ggf. in der Charta Berücksichtigung finden. Die endgültige Fertigstellung der Charta ist für 2013 geplant. Die Charta kann unter folgender Adresse eingesehen werden: http://www.stifterverband.info/wissenschaft_und_hochschule/lehre/charta_guter_lehre/index.html Ansprechpartner und Verantwortliche sowie beteiligte Akteuer bei der Entwicklung der einzelnen Bereiche werden neben der inhatlichen Ausgestaltung ebenfalls benannt.

Wahlweise kann man sich den Entwurf auch als pdf herunterladen: http://www.stifterverband.info/wissenschaft_und_hochschule/lehre/charta_guter_lehre/charta_guter_lehre_entwurf.pdf

Für bessere Hochschullehre – Ideen suchen Paten

Hochschuldidaktische Entwicklungen scheinen nur langsam auf Innovationen zu reagieren. Liegt es an der Trägheit der Dozenten? An den räumlichen Bedingungen in der Uni? An den mangelnden Ideen, was besser/anders/spannender gemacht werden könnte? Zumindest mit letztgenannten Problem ist Schluß. Dass Kompetenz- und Dienstleistungszentrum TeachING-LearnING.EU hat einen Ideenwettbewerb bei Studierenden  der Ingeneurswissenschaftlen ausgeschrieben, wie Lehre an den Hochschulen verbessert werden kann. 80 Ideen liegen vor und suchen ihren Paten. Paten sind Hochschullehrende, die bereit sind, die eine odere andere Idee in der eigenen Lehrveranstaltung umzusetzen. Na, wenn da nicht ein paar spannende und gute Ideen für die eigene Lehre dabei sind…?

Mehr Infos unter: http://www.teaching-learning.eu/innovative_hochschuldidaktik/ideenpatenschaften.html

Videobeitrag von Rolf Arnold: Bildung durch Wissenschaft

Im Rahmen des Verbundprojektes „Offene Kompetenzregion Westpfalz“ findet eine Vortragsreihe rund um das Thema „Herausforderung: Kompetenzorientierte Hochschule“ statt, auf welches ich schon verwiesen hab.

Hierfür wurden und werden hervorragende Personen eingeladen, die zum Thema aus ihrer spezifischen Disziplin vortragen. Glücklicherweise werden die Vorträge aufgezeichnet, so dass sie auch für alle, die nicht daran teilnehmen konnten, abrufbar sind.

Die erste Aufzeichnung ist nun online. Es handelt sich um den Beitrag von Prof. Dr. Rolf Arnold von der TU Kaiserslautern. Er geht dem Thema „Bildung durch Wissenschaft. Anfragen an die Kompetenzforschung“ nach.

Die Videos können sich unter folgenden Adressen angesehen werden:

Teil 1: http://storage.etsc.uni-kl.de/recordings_DISC/HKH_2012/01_120604_neu/01_120604_neu_1/

Teil 2: http://storage.etsc.uni-kl.de/recordings_DISC/HKH_2012/01_120604_neu/01_120604_2_neu/

Da die Videos Flash benötigen, vermute ich, dass die Apple-Nutzer z.T. Probleme haben werden, die Videos anzusehen.

Die weiteren Vorträge erscheinen in Kürze.

E-Learning Tag Rheinland-Pfalz

Das Lehren und Lernen mit digitalen Medien gewinnt zunehmend an Bedeutung, findet immer stärkere und selbstverständlichere Anwendung und Akzeptanz. Der Virtuelle Campus Rheinland-Pfalz als einer der Akteure, die E-Learning in Hochschulen unterstützen richtet in Kooperation mit der Universität Trier am 10.5.12 den nächsten E-Learning Tag in Rheinland-Pfalz aus. Die Keynotes sprechen Gabi Reimann zum Thema: „Die Rolle der Vermittlung in einer vernetzten und mobilen Bildungswelt“ sowie Stefan Aufenanger zum Thema: „Humboldts virtuelle Erben – Zur Zukunft von E-Learning in Hochschulen“

Am Nachmittag sind darüber hinaus Workshops zu den Feldern „Vernetzung“, „E-Kompetenzen“, „Mobile Hochschule“ und „E-Assessment“ geplant.

Interessierte finden unter der Adresse http://www.elearningtag-rlp.de/ weitere Informationen sowie die Möglichkeit der Anmeldung.

Wandel von Lehre und Studium an deutschen Hochschulen

Die Bologna-Reform hat das Studium und das Studieren maßgeblich verändert. Es gibt bereits einige Untersuchung zur Belastung der Studierenden der „neuen“ Studienabschlüsse (Stichwort: Die Workload im Bachelor). Das Internationale Zentrum für Hochschulforschung Kassel führt derzeit eine Befragung bei den Lehrenden der Hochschulen durch, um den Wandel von Lehre und Studium aus der Perspektive dieser Zielgruppe zu beleuchten. Unter der Adresse http://lessi-2011.de/ können Hochschullehrende bundesweit an der Untersuchung teilnehmen, indem sie einen Fragebogen (Umfang ca. 20-30 Minuten) ausfüllen.

Folgende Fragen sollen dabei näher beleuchtet werden:

  • Wie bewerten die Lehrenden die Veränderungen in Lehre und Studium der letzten Jahre?
  • Welche Erfahrungen wurden bei der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge gemacht?
  • Worauf sollte nach Ansicht der Lehrenden bei der Gestaltung von Lehre und Studium zukünftig Wert gelegt werden?
  • Wie lassen sich die Arbeitsbedingungen der Lehrenden charakterisieren und welche Karriereperspektiven werden gesehen?

Ich bin mal auf die Ergebnisse gespannt…