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Muslimgauze ‎– Alms For Iraq (2003)


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Ein weiteres Album von Bryn Jones, aka Muslimgauze. Es wurde schon im Dezember 1995 aufgenommen, drei Jahre vor seinem frühen Tod, jedoch fand es erst 2003 den Weg in die Öffentlichkeit.

Wie bei seinen anderen Aufnahmen handelt es sich auch hier um ein muslikalisches Statement von Jones, welches nicht unpolitisch (aber religionsfrei!) ist. Auch wenn die Soundelemente und der Aufbau der Songs über die Albem hinweg mehr oder weniger ähneln, ist das Album hier schwer zu fassen. Elemente des Dubs treffen auf Ambient, Noise, Hall und Industrial, Originalsounds aus dem mittleren Osten in Form von Sprache und Musik werden untergemischt und alles wird durch die Mixer gejagt und entsprechend verfremdet. Das geht soweit, dass ich dieses Mal selbst nachschauen musste, ob meine CD defekt ist, da bei Song Nr. 1 teilweise ein Kratzgeräusch zu hören war, welches mir üblicherweise verrät, dass eine CD defekt ist. Die Muslimgauze typischen Starts und abrupten Unterbrechungen finden sich auch hier wieder.

Interessant auch dieses Mal das Cover der CD. In Größe eins DVD/VHS Covers mit einem Bild von Susilo Hadi ragt es doch deutlich aus der CD Sammlung hervor 🙂 Der Innenteil kann dreifach aufgefaltet werden und zeigt eine Reihe von Bildern aus Kampfgebieten des mittleren Ostens mit entsprechenden Zitaten wie: „The West won the world not by the superiority of its ideas or values or religions but rather by its superiority in applying organized violence. Westerners often forget this fact. Non-Westerners never do.“ (Samual P. Huntington, Harvard Professor & author)

 

Tortoise – Standards (2001)

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Das ist ein Aufstieg: Sieben Jahre und drei Alben nach dem ersten Auftritt in der Musiklandschaft schaffen es Tortoise, das Warp-Label zu entern. Damit fand eine der interessanten Post-Rock-Bands von Amerika den Weg zur britischen Avantgarde-Schmiede elektronischer Musik. Dabei konnte diese Liaison fast schon vorausgesehen werden: beide Parteien sind äußerst innovativ, was den musikalischen Anspruch und Output angeht, Tortoise interessierten sich immer mehr für elektronisches Gefrickel und Warp für handgemachte Musik.

Standards geht wieder stärker in den listening Bereich und lädt dazu ein, auf dem Sofa bei gut austarierter Anlage oder ordentlichen Kopfhörern das Kopfkino zu starten. Dabei schichten sie Sound auf Sound und drohen fast, im eigenen musikalischen Gewirr die Fäden zu verlieren, um dann doch letztendlich immer wieder die kleinen & feinen Melodien und Rhythmen herauszufiltern, die einen Aha- oder öfters noch Oho-Effekt beim Zuhören hervorrufen können. Tolles Album, wenn man sich darauf einlassen kann.

Burnt Friedman – Plays Love Songs (2001)

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Oh, schon über 1o Jahre ist das Album alt? Merkt man ihm nicht an und auch nach vielmaligen Spielen möchte es keinen Staub ansetzen. Burnt Friedman, der ständig am Werkeln ist und einen enormen Output an Musik liefert, könnte unter dem Verdacht stehen, sich selbst zu reproduzieren und mehr des Gleichen zu basteln. Und: macht er auch! Günstigerweise ist es innovativ, experimentell und trotzdem nicht so sperrig, dass es „schwer verdaulich“ ist. So bastelt er weiter an einem Friedman-Universum, welches so an Coolness, Groove und Sounds überquillt, dass dessen vollständige Erschließung wohl nie stattfinden dürfte. Wie schreibt die de:Bug passenderweise: „Einatmen. Der Nu Dub wird weiter abgesteckt. Friedman legt nach. Verdammt
gutes Zeugs. Fünf Jahre hat er für “Plays Love Songs” gesammelt. Ideen, Songs und Mitmusiker. 10 Tracks, die Friedmans Sammelsurium an Instrumenten ausschöpfen und weniger Referenzen bedürfen. Außer der friedmanschen Selbstreferenz vielleicht. Selten so leicht ohne Vergleiche ausgekommen.“ (http://de-bug.de/reviews/10978.html) und Intro ergänzt: „Seine Musikalität und sein Humor machen Friedman trotz Hyperaktivität immer noch interessanter als zwei Drittel der verkrampften Electronica-Veröffentlicher da draußen.“ (http://www.intro.de/platten/kritiken/23027359)

Wikipedia zu Burnt Friedman

Pole – R (2001)

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„‘Der Berliner Musiker, Labelbetreiber (~scape) und Produzent Stefan Betke alias Pole ist immer wieder für Überraschungen gut. Der Titel seines neuen Album lässt erneut viel Raum für verschiedenste Deutungen. R steht sowohl für Raum, als auch für Rework und Redefining. Die beiden Tracks „Raum 1“ und „Raum 2“, 1996 aufgenommen und 1998 auf dem Label DIN veröffentlicht, sind die Ausgangsbasis dieser Platte. Diese beiden Nummern bilden den Kristallisationskern für acht neue Stücke auf R, die sich stark von den sonst üblichen Remixbearbeitungen unterscheiden.

Alle Beteiligten, Burnt Friedman, Kit Clayton und Pole haben praktisch völlig neue Stücke abgeliefert, die mit den beiden Originalen, die sich ebenfalls auf dem Album befinden, nicht mehr besonders viel gemein haben. Besonders Burnt Friedman kontrastiert den Original-Klang der beiden „Raum“-Nummern gekonnt mit jazzigen Sounds. Stefan Betke selbst steuert vier neue Variationen bei, von denen besonders das mit Dub-Effekten vollgepakte „Raum 4“ überzeugt, bei dem ihm D. Meteo (Submission) an der Gitarre unterstützte. Und auch der dritte im Bunde, Kid Clayton, verändert das Ausgangsmaterial bis zur Unkenntlichkeit. Seine einfühlsamen Sound-Modellierungen eröffnen noch einmal ganz neue Klangdimensionen abseits der ausgetretenen Pfade in der elektronischen Musik. (Norbert Schiegl)“ (http://www.amazon.de/R-UK-Pole/dp/B00005NEUP/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=music&qid=1265214180&sr=1-2)

The Go Find – Miami (2004)

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„…Da gönne ich mir doch die melodischen, belgischen Poppralinen einer One-Man-Band aus Antwerpen. The Go Find nennt sich Dieter Sermeus und bringt mit „Miami“ eine rhythmische, melodische Platte auf einem wohligen Label heraus. Da bleibt einem nichts anderes übrig, als zum bequemen Möbel zu mutieren oder sich unter der hausinternen Diskokugel bestens zu amüsieren. Morr Music ist auch die Heimat von Lali Puna, deren Mitglieder bei den LAUT-internen Lieblingen Notwist, Console und Tied & Tickled Trio die Indie-Elektrohüften schwingen. Eine bessere Familie hätte sich der 28-Jährige nicht suchen können. Die Weilheim’sche melancholische Elektropop-Verlorenheit hört man auch dem Go Find Dieter an, und spätestens ab „Modern Times“ werden meine lieben Kollegen jubeln.

Ich gluckse schon von Beginn an und freue mich, dass der erste Hit „Over The Edge“ meine eiskalten Finger auf der Tastatur taktvoll erwärmt. Da bleibt die Heizung doch noch aus. Der Albumtitel klingt schon nach Sonne, Strand und Don Johnson. „Miami Vice“, eine packende TV Abendserie mit coolen Cops, jeder Menge Ferraris und einem Krokodil namens Elvis. Seufz. Das war in den guten 80er Jahren. In welchem Kassettenrecorder lief nicht der Mega-Theme zum Krimi von Synthi-Guru Harold Faltermeyer?Dass The Go Find sich intensiv mit der Musik aus dieser Zeit beschäftigte und dabei vorwiegend die schwesterliche Plattensammlung nutze, ist auf seinem Debüt kaum zu überhören. Dabei geht er den klassischen Alleingang, indem er zu Hause an elektronischen Sounds herum werkelt und diese Komponente mit Hilfe von akustischen Instrumenten in eine wunderbare, abendtaugliche Popplatte vereint. Sein persönlicher Guru ist Arne van Petegem aka Styrofoam. Mit seiner Hilfe lernte Dieter alles Wissenswerte über die Musikproduktion am Computer kennen. Und das hört sich dann sehr viel moderner an, als vor 20 Jahren. „Summer Guest“ oder „Sky Window“ sind kleine Meisterhits, wobei man sich bei allen zehn Stücken gar nicht recht entscheiden kann, und ich hier noch ewig länger schwärmen könnte … „I Got Blisters On My Fingers!““ (http://www.laut.de/lautstark/cd-reviews/t/the_go_find/miami/index.htm)

http://www.thegofind.com/ – Offizielle Webseite

Maps – We Can Create (2007)

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„Das Debütalbum von Maps mit dem Titel “We Can Create” ist ein echter Mutmacher. Einerseits zeigt Maps-Mastermind James Chapman, dass Pop nach wie vor entwicklungsfähig ist und wie man Innovation Stück für Stück aus den elektronischen Stilrichtungen absaugen kann. Andererseits macht er mit der Musik auch klar, dass man gerne mal ein wenig optimistischer ins Leben gehen darf. Der Titel sagt es schon: Wir haben mehr Macht, als wir denken.

Der Beweis dafür ist verdammt noch mal dieses Album, das Chapman zuhause allein in seinem Schlafzimmer aufgenommen hat. Erstaunlicherweise geschah dies völlig ohne Computer, sondern nur mit einem alten 16-Spur-Recorder. Da steckt also eine ganze Menge Persönlichkeit und Profil in “We Can Create” – nach dem Motto: ”Ich wachte auf und sang ‘Elouise’”, wie Chapman erzählt. Mal arbeitete er die ganze Nacht durch und genoss die Wirkung seines Sounds in den Dämmerstunden. Immer aber stellt man sich die Arbeitsweise dieses Menschen als langwieriges Tüfteln vor, als seine Motivation denkt man sich einen akribischen Perfektionismus: ”Manche Songs schienen sich wie von selbst zu schreiben” – andere dauerten Wochen und Monate, mussten skizziert, repariert und wieder neu aufgenommen werden.
“We Can Create” ist vom Stil her nicht eindeutig zuzuordnen. Mal poppt es eingängig, mal rockt es spacig und dann chillt es plötzlich im Downtempo vor sich hin. Dabei wohnt dem Album prinzipiell eine gewisse Kopfhörer-Ästhetik inne, die auch nach wiederholtem Hören neue Dinge entdecken und den wahnsinnig elaborierten Sound genießen lässt. Trotzdem klingt Maps auch auf einer herkömmlichen Stereo-Anlage gut und wird auch den Leuten gefallen, die mit durchproduzierten Musiken wie HipHop oder Electro nicht soviel am Hut haben. Das ist sicher auch Verdienst von Produzent Valgeir Sigurdsson (Bonnie “Prince” Billy, Björk) und Mischer Ken Thomas (Sigur Rós, Hope Of The States), die nacheinander dem Do-It-Yourself-Projekt einen professionelleren Stempel aufdrückten.

Es ist wirklich erstaunlich, wie die meist geflüstert-gesungenen, etwas banalen Melodien ankommen, recht gut nämlich, und wie man sich den Sound Schicht für Schicht erschließen muss. Da ist den Machern wirklich eine gute Synthese aus konventionellen Instrumenten wie Gitarre und Bass und dem elektronischen Equipment aus LoFi-Beats und Synthesizern gelungen. So findet man mit “Glory Verse” eine wunderbare Ballade auf dem Album, mit “Elouise” eine catchy Pop-Nummer, die süchtig zu machen scheint, mit “So Low, So High” wird das Album durch einen wirklich erhebenden Rock-Song eröffnet und das Mantra-artige “Don’t Fear” wiederum ist ein tiefes Luftholen kurz vorm Schluss. ”Don’t fear the sun, feel like someone, and somehow, somehow, come on” wiederholt Chapman da immer und immer wieder in seiner manisch ruhigen Stimme, die per Overdub auf beide Kopfhörer-Seiten verdoppelt wurde. Das ist ein glorioser Schöpfergeist, der uns da zum Loslegen animiert. Recht hat er – man muss die Angst vor den alltäglichen Dingen besiegen und sich vielleicht einfach mal mit einigen Instrumenten im Schlafzimmer einschließen um kreativ sein und etwas schaffen zu können. “We Can Create” ist ein Beweis, dass das geht. Und auch allein hervorragend funktionieren kann. (K. Haller)“ (http://magagin.de/reviews/204)

Maps bei myspace

Burnt Friedman & The Nu Dub Players – Just Landed (2000, re-released 2007)

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„… Im Februar 2000 erschien das Debüt von Burnt Friedman & The Nu Dub Players, angekündigt als ein „Gangsterkollektiv aus den entlegensten Ecken dieser Welt, mit einem klaren Fokus auf tonnenschwerem Bass und klackernder Rimshot-Percussion“. Nachdem Burnt Friedman zuvor als Macher allerhand glitzernder Kapellen wie Drome, Nonplace Urban Field und Flanger auffiel, zauberte er mit „Just Landed“ eine dubgetränkte Echomelange. In einem sonischen Spezialverhau, direkt vor der neuseeländischen Küste, wurden satte Bässe, klackernde Perkussion und obskure Arrangements von Friedman und vier weiteren Groove-Helden eingespielt. Friedman selbst zügelt diese seltsame Energie und so entschlüpfen dem Rub-A-Dub-Gelage Tunes, die einer anderen Kategorie angehören. Kein schläfriger Hintergrund-Dub, sondern gut was auf die Ohren. Die zuvor nur auf Vinyl erhältliche Platte erscheint jetzt als CD mit drei Bonustracks.“ (http://www.indigo.de/unser_programm/titel/82740/)

http://www.burntfriedman.com/ – offizielle Homepage

Infos zur Platte direkt bei Bernd Friedmann

Wikipedia über Bernd Friedmann

Er liebt die ungeraden Takte – Beitrag mit und über B. Friedman in der taz von Martin Kaluza

Die Einsamkeit des DJs – Der Elektronik-Musiker Bernd Friedmann veröffentlicht heute beim Berliner „scape“-Label seine neue CD (von Josef Engels in der Welt online)

Einstürzende Neubauten – Alles Wieder Offen (2007)

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„Es hat den Neubauten gut getan, sich selbständig zu machen und ihre Musik nunmehr ganz auf eigene Rechnung aufzunehmen und selbst zu veröffentlichen. In den letzten Jahren war die Berliner Band so produktiv wie schon lang nicht mehr, nun hat sie mit Alles wieder offen auch noch eine ihrer besten Platten überhaupt am Start. Vom Lärm haben sich die Neubauten scheinbar endgültig verabschiedet, dafür kredenzen sie ein vollmundiges Meisterwerk zwischen poetischen Popsongs und einem ungebrochen grandiosen Sinn für Energie und Dynamik. Es geht ihnen heute musikalisch um die Feinheiten, um das Ausloten zwischen leise und laut, das sie mittlerweile meisterlich beherrschen, und um das Zusammenspiel der Instrumente. Aufbau statt Zerstörung. Über der Musik, lyrischen Balladen und elektrisierenden Rhythmen, aber thront – Entschuldigung, man muss es so majestätisch ausdrücken – König Blixa mit seiner sonoren Stimme, wandelt der ewige Bohemien als älter werdender Dichterfürst durch seinen Garten und sieht nach seinen Pflänzchen. Im Gegensatz zur Musik darf es in den Texten gern noch etwas mehr sein. Doch egal ob wuchtig oder zärtlich, in Bildersprache verkleidet oder ungewohnt klar, Bargeld findet fast immer die richtigen Worte.

Die Einheit von Musik und Text ist auf jeden Fall verblüffend. „Die Wellen“ bildet das Wogen des Meeres ab und wird gegen Ende hin immer wilder („Ich halt dagegen, brüll jede Welle einzeln an: / Bleibst du jetzt hier?”). „Nagorny Karabach“ erzählt von einem ganz speziellen Ort („Komm mich mal besuchen / Ich hab unendlich Zeit / Und der Blick der ist vom Feinsten”) und gemahnt an die ruhigeren Stücke von Nick Cave & The Bad Seeds, als Bargeld noch mitspielte. „Ich hatte ein Wort“ ist eine berührende Ballade über die Schönheit, die ein einziges Wort zu erzeugen im Stande ist. „Weil weil weil“ rockt mit einem Rhythmusmotor Marke Timbaland. „Ich warte“ schließlich ist eine Anrufung der mächtigen Kräfte, die in der Musik stecken: „Ich warte bis sie Türen Tore Schleusen öffnet / Bis sie wolkenbrechend – Weckruf Fanfare – / Überraschend aus dem Hinterhalt sich stürzt / Ich hoffe sie zettelt eine Hymne an”. Ein Erlebnis, wie der Meister hier ins Rasen gerät. Man vermeint streckenweise, Klaus Kinski beim Deklamieren zu hören, aber es sind doch immer Blixa Bargeld und seine Gang. Einstürzende Neubauten, so leicht und verführerisch wie nie zuvor, und trotzdem ein mächtiges Werk.“ (http://www.now-on.at/kritiken.artikel.php?artikel=1697)

http://www.alles-wieder-offen.com/ – Webseite zum Album

Tricky – Blowback (2001)

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„Nach seinem letzten Album „Juxtapose“ war Tricky für eine Weile von der Bildfläche verschwunden. Nach langer und dann doch überwundener Krankheit meldet sich der Meister mit dem, wie er selber sagt, eher am Mainstream orientierten „Blowback“ zurück, ohne aber seinen Style zwischen Hip Hop, Soul, Ragga und Dancehall zu vernachlässigen. Nach den düsteren Scheiben mit „Fuck you“-Message sollte nun ein fröhlicheres Album folgen.

Die Features des Albums sind nicht ohne: Cyndi Lauper, die 80er Pop Lady, zwei Arbeiten mit den Red Hot Chili Peppers, der Jamaicaner Hawkman, mit dem sich Tricky in seiner Wahlheimat NYC die Zeit vertreibt, Ambersunshower, die mit der Hip Hop-Combo Groove Garden bekannt geworden ist und sich nun dem Soul gewidmet hat, Ed Kowalczyk von der Gruppe Live und Alanis Morissette haben an Trickys neuer Scheibe mitgewirkt und zu ihrer Vielseitigkeit beigetragen.

Bei einem Album, das nur Hammerstücke enthält, fällt es schwer, die besten oder wichtigsten heraus zu greifen. Der Megahammer des Albums aber ist „Over Me“ mit Hawkman und Ambersunshower. Düster wabbernde Flächen, die sich von links nach rechts schleichen. Schnelle tiefe Raggamuffins von Hawkman und zuckersüße Soulvocals von Amber. Erinnert ein wenig an die guten alten Tricky-Stücke, wirkt aber schon wesentlich freundlicher. Die beiden Stücke mit den Peppers glänzen mit viel Funk, Gitarrenriffs und den Raps von Tricky. Killer.

„Wonder Woman“ hört sich erst wie ein altes Peppers-Stück vom Anfang der 90er an, bekommt dann durch Trickys Kratzstimme einen düsteren Touch. In „You Don’t Wanna“ verwendet der Meister ein schönes Sample von „Sweet Dreams“ des Eurythmics-Duos. Der Soundfetzen läuft bei Tricky überaus langsam, was die Melodie noch melancholischer macht. Über die grandiose Melodie lässt er wieder Amber singen. Ein ‚echtes‘ Cover ist dagegen Trickys Version des Nivana-Hits „Something In The Way“ vom „Nevermind“-Album. Hawkman ist auch bei diesem Stück dabei, aber diesmal nicht mit Raggamuffins. Er singt ganz konventionell. Der verstorbene Kurt Cobain wäre stolz auf diesen Megaburner gewesen, der eine richtig düstere Stimmung gut rüber bringt.

Alles in allem hat das Album gewaltiges Potential. Und es wird – wie alle Tricky-Alben – Maßstäbe in der Verbindung von elektronischer mit live gespielter Musik setzen.“

Johann Johannsson – IBM 1401 Users Manual (2006)

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„Zwischen Sigur Ros und Steve Reich – moderne Klassik aus Island. Johann Johannsson ist Isländer und lebt in Reykjavik. Er ist Musiker (sowohl Solo als auch als Mitglied des Apparat Organ Quartets), Komponist, Produzent und Labelgründer (Kitchen Motor). Johannssons Name ist auch immer wieder in den Credits der Produktionen renommierter Künstler zu finden. So produzierte und schrieb er mit Marc Almond an dessen Stranger Things‘ Album, arbeitete mit Barry Adamson, Pan Sonic, dem Hafler Trio oder Jaki Liebezeit zusammen. Als Komponist verzaubert er seine Zuhörer meist mit seiner stattlichen und eindringlich-melodischen Musik. Sein neues Werk ist bis dato seine am anspruchsvollsten instrumentierte und attraktivste Komposition. Die Idee zum Album basiert auf der Arbeit von Johanns Vater. Dieser war im Jahr 1964 als leitender Techniker bei einem der ersten Großrechnerprojekte Islands beschäftigt und es gelang ihm, den Rechner IBM 1401 mit einer Melodie zu programmieren und diese aufzunehmen. Diese Tonbänder, die Johann auf dem Dachboden seines Vaters fand, bilden das Herzstück des Albums. Für die Aufnahmen schrieb Johannson seine Komposition für ein Streicher-Sextett um und komponierte einen neuen finalen Satz.“ (http://www.weltbild.de/3/14135964-1/musik/ibm-1401-a-users-manual.html)