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Aphex Twin – Windowlicker (1999)

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„Ich werde mich jetzt weniger mit dem Künstler selbst befassen – sollen das doch die Fachidioten machen, die können das eh besser. Es geht mir mehr darum, Euch die CD vorzustellen, auf der praktisch die Essenz des Aphex Twinschen Schaffens zu finden ist, nämlich die „Windowlicker“ Single von 1999. 3 Tracks, 16 Minuten Aphex Twin in Reinform.

Das erste Stück ist der Titeltrack. Irgendwie scheint es da ums Fensterlecken zu gehen, was auch immer das sein mag. Vor einer recht markanten Ambientfläche in 120 bpm geschehen merkwürdige Dinge. Seltsame „ah-ah“ Chöre wechseln sich mit schrägen Soundeffekten ab, der Beat stolpert über die eigenen nicht vorhandenen Füße und gegen Ende zieht das ganze lautstärkenmäßig noch mal an und wird vehementer, lauter eben. „Windowlicker“ ist beinahe schon an der Grenze zur Tanzbarkeit ohne dabei in irgendeiner Form kommerziell zu wirken. Zum Tanzen ist es letztendlich ein wenig zu langsam, aber vor allem die prägnante „Melodie“ macht den Track zum absoluten Ohrwurm.

Nummer zwei hat statt des Titels eine abstrakte mathematische Formel. Zwingt mich nicht, Euch diese näher zu erklären, da käme ich wohl nicht weit. Dem Stück selbst ist so etwas wie Melodie vollkommen fremd, im Grunde besteht die „komplizierte mathematische Formel“ aus einem wirren Geräuschkonglomerat, dass sich der gute Mister Twin wohl irgendwie an seinem Drumcomputer zusammengebastelt hat. Doch willkürlich ist hier nichts, da steckt System hinter. Ob das noch „richtige“ Musik oder einfach nur noch Noise ist, darüber lässt sich wohl streiten, doch interessant zu hören ist es allemal. Und dann hätten wir da noch „Nannou“, das uns eine Glockenspielmelodie mit Tiefgang, wieder unterstützt von dezenten Beats liefert. „Tiefgang“ bedeutet hier, dass nicht einfach nur ein Glockenspiel gesampelt wurde, sondern eine „richtige“ Melodie herauszuhören ist. Aphex Twin wurde auch schon einmal als „Neo-Mozart mit Drumcomputer“ bezeichnet. Nicht ganz treffend, aber auch nicht unpassend.“ (http://musik.ciao.de/Windowlicker_Maxi_CD_Aphex_Twin__Test_2228755)

Die absolut sehenswerte elfminütige Version des Titels Windowlicker auf youtube.com. Produziert von Chris Cunningham!

Mitte Karaoke – Aufschlag (2002)

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„…die cheesy Mischung aus Mid-Fi-House und NDW-Revival lässt leicht vermuten, dass das Projekt schon seit längerem den Hauptstadt-Vibes ausgesetzt ist. Über einem grundsymphatischen Geglucker gerät man ins Schunkeln, muss sich aber unter anderem leider folgendes anhören: „Pandabär, Pandabär / Ich mag mich doch so sehr, doch so sehr / Pandabär, Pandabär / Ich mag mich immer mehr / Morgens im Club zu stehen / und auf die Uhr zu schauen / Und zu sehen wohin / die Pandabären gehen (…) morgens um halb acht / wird der Club zugemacht / Alle Bären müssen gehen / und dann kann ich’s endlich sehen / wie sich all die Pandabäre / gegen’s Sonnenlicht wehre“.“ (http://www.intro.de/platten/kritiken/23029200)