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Elbow – Dead In The Boot (2012)

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Wo kommen überhaupt heute die B-Side Stücke her, im Zeitalter der CD und MP3? Gibt es eigentlich nicht mehr. Dennoch haben Elbow mit „Dead In The Boot“ ein Album vorgelegt, dass voller B-Seiten gepackt ist. Dazu noch schöne, da sind sich die Kritiker wieder mal einig. Der Downbeat und die Lethargie werden  gelobt und BBC ist sich sicher, dass das Album nicht als Lückenbüser bis zur Veröffentlichung neuer Arbeiten angesehen werden kann. Klar ist bei einem B-Seiten Album eigentlich auch, dass die Macher versichern, dass da kein Audioabfall versammelt ist. So betont natürlich Sänger Guy Garvey „Die Band hat schon immer das B-SeitenTerrain geliebt und dies ist nun eine Sammlung unserer Favoriten. Keine unserer B-Seiten sind Album-Ausschuss. Es ist ein anderer Bereich, hauptsächlich aus der Zeit nachdem wir ein Album fertiggestellt hatten und sich alle Bandmitglieder kreativ fühlten. Das gibt “Dead in the Boot“ einen echten “Late-Night-Vibe“. Meine Schwester dachte sich den Titel aus, nachdem wir “Asleep In The Back“ veröffentlicht hatten. Manche dieser Stücke gehören zu den besten Songs, die wir je geschrieben haben. Es war uns wichtig, dass diese Sammlung ein Album in sich selbst ergibt. Manchen Fans wird es so vorkommen als gäbe es eklatante Versäumnisse, doch diese Songs sind genau in dieser Konstellation perfekt.“ (Quelle)

Tja, und was soll ich dazu sagen? Er hat Recht. Absolut! Und Alben haben doch einen Vorteil gegenüber den MP3-Dateien: Es gibt die B-Seiten.

Elbow – build a rocked boys! (2011)

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Elbow legen bei ihrem 5ten Studioalbum Wert darauf, dass dieses in kleinen Buchstaben und mit Ausrufezeichen geschrieben wird. Diesem Wunsch komme ich gern nach, zumal die Erhabenheit, die dieses Werk ausstrahlt, eine gewisse Demut beim Hörenden auslöst. Elbow schaffen es immer wieder, Musik zu komponieren und zu spielen, die für große Stadien genauso funktioniert wie für den ganz privaten, intimen Moment. Dazu trägt neben der wunderbaren Orchestrierung nicht zuletzt die markante Stimme von Sänger Guy Garvey bei.

build a rocket boys! kann als Nachfolger von „The Seldom Seen Kid“ als wohl schwierigste Geburt bezeichnet werden. Denn The Seldom Seen Kid war Elbows bislang erfolgreichstes Album. Sie kamen in die Charts und avancierten zu den (englischen) Publikums- und Kritikerlieblingen.  Wohl deshalb haben sie auch drei Jahre an diesem Album gefeilt und gebastelt, um auch ihren eigenen Wünschen gerecht zu werden: „Wir haben uns wie jedes Mal darauf konzentriert, ein Album aufzunehmen, das einen auf eine Reise mitnimmt. Das einem im Idealfall nach dem Anhören an einen anderen Ort transportiert hat. Wir sind in erster Linie noch immer eine Band, die Alben macht. Wenn wir damit mal nicht weiterkamen, stellten wir uns eine ganz simple Frage: ‚Was wollen wir als nächstes hören?‘“ (Quelle)

Als schlichtes Fazit kann festgehalten werden, dass dieses Album einfach nur großartig ist!

Plattenbesprechung bei Wikipedia,

Elbow – Asleep In The Back (2001)

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„Britpop ist tot, das Mutterland des Pop im Koma? Was ein Blödsinn! Soviel exzellente Musik wie gerade gab’s schon lange nicht mehr aus England: die New Acoustiker Turin Brakes, I Am Kloot, die grandiosen Eighties-Popper Zoot Woman und dann South, die Rettung überhaupt. Man weiß schon gar nicht mehr, welche Platte man zuerst hören soll, welche Superlative noch greifen. Und es wird noch besser: Elbow, ein Quintett aus Lancashire mit Penner-Look und tragisch-magischer Musik. Schlicht und einfach großartig! Düster, frech, schwermütig, experimentierfreudig und prog-rockig. Mal sind sie Talk Talk, mal The Verve, dann Radiohead, Long Fin Killie und mal die Beta Band.
Fizzelnde Gitarren, Bass, Ahhh-ahhhs im Background, und der Himmel über mir wird blau! Hammonds, Piano, minutenlanges abgehangenes Instrumentalgeschraddel, Bläser! Mitklatschen! Akustische Seligkeit. Und dann singt Frontmann Guy Garvey wieder eine dieser verschrobenen mantra-mäßigen Hymnen, während die Effektmaschine seine Peter-Gabriel-ähnliche Stimme zerdröselt und zwischen der Waberorgel und den stetig treibenden Drums ausspuckt, bis man sich vor Ehrfurcht vor dem CD-Player verneigen möchte. Das ist keine übertriebene englische “The Next Big Thing”-Hysterie, nein, diese Band ist verdammt gut. Hört diese Musik, Freunde, und werdet bessere Menschen!“ (http://www.intro.de/platten/kritiken/23027916/elbow-asleep-in-the-back)

Die Platte bei Wikipedia (en)

Elbow – The Seldom Seen Kid (2008)

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„Großes Kino für die Ohren inszeniert die Gruppe „Elbow“ im 19. Jahre ihres Bestehens: Auf ihrem aktuellen Album „The Seldom Seen Kid“ zieht das Quintett aus Manchester unter der Regie von Sänger und Texter Guy Garvey wieder alle Register seines Könnens. Obgleich die Akteure von „Elbow“ immer im Schatten der übermächtigen „Radiohead“ standen, in punkto Kreativität können sie Thom Yorke und seinen Mannen durchaus das Wasser reichen.

Das beweisen sie sogleich mit ihrer ersten Weise „Starlings“, deren in Moll getauchte Klangwelten eine mystische Szenerie vor dem geistigen Auge des Zuhörers erschaffen: Ein Drumloop wabert gemächlich vor sich hin, begleitet von dem sanften „Aha“ eines Chors – da bricht unvermittelt und forsch für einen Moment eine Blechbläserfanfare über den Zuhörer herein, ehe Guy Garvey in intellektuellem Ton über die Liebe fabuliert.

Etwas später schwenkt die Kamera zu einer Krankapsel („The Loneliness Of A Tower Crane Driver“) und man wähnt sich von schwermütigen Tönen ergriffen hoch über den Dächern einer Stadt.

Lebensfrohe Töne werden ebenfalls angestimmt: Ist es nicht ein schöner Morgen, wenn man an der Seite seiner liebsten aufwacht und die Sonne lacht? Dieses Bild hat man beim heiteren Song „One Day Like This“ vor Augen.

Zwei bierselige Troubadoure flimmern ebenfalls über die tönerne Leinwand: Guy Garvey und sein Freund Richard Hawley. Im Stile eines „Nick Cave“ stimmen sie einen fröhlichen Gassenhauer an, erzählen in ironischem Unterton von einem Pferderennen und dessen Besuchern, die anschließend mit dem großen Geld in der Tasche in Frankreich ein Leben in Saus und Braus führen. Obgleich die Musiker von „Elbow“ über weite Strecken ruhige Bilder kreieren, die nie langatmig wirken, so schlagen sie doch immer wieder – textlich und musikalisch – neue schöngeistige Seiten auf, die den Zuhörer fesseln.

Wie nicht anders zu erwarten, gibt es für die Schöngeister kein Happy End. Die letzten Szenen wecken im Zuhörer ein Gefühl der Betäubung, wenn Guy Garvey in „Friend Of Ours“ den Verlust eines geliebten Freundes beklagt: Bryan Glancy, Kult-Troubadour aus Manchester, der am 20. Januar 2006 mit 39 Jahren viel zu früh von uns ging. Umrahmt von romantischen Streichern haucht ihm Guy ein zärtliches „Love You Mate“ gen Himmel. Ergreifend!“ (http://www.cd-kritik.de/frameset/frset.htm?/kritiken/cd/elbow-seldom.htm)

http://www.theseldomseenkid.com/ Webseite zur Platte

Wikipedia über Elbo

Elbow – Cast Of Thousands (2004)

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„So, die sonnige Periode ist vorbei. Zeit die Rotzfahnen rauszulegen, seine Sommerlochbekanntschaft vor die Tür zu setzen und die wirklich melancholischen, selbstzerfleischenden Platten rauszusuchen. Genau die richtige Zeit für unsere beliebten Inselbewohner Elbow, ein neues Album auf den Markt zu werfen. Eigentlich müsste ich diese mir vorliegende CD „Cast Of Thousands“ verbrennen, mit dem Hammer draufschlagen oder einfach mal nur einen Punkt vergeben. Guy Garvey, Sänger und Kopf der Band, hasst nämlich Robbie Williams. Wo gibt es denn so was? Aber (…) ich muss sachlich bleiben, und trotz dieser ehrlichen Äußerung gefällt mir das neue Album von Elbow. Auf jeden Fall sehr viel besser als ihr Debüt Asleep In The Back von 2001 (…) Jeder Titel ist eine Überraschung. Schon der Opener ist eine bombastische Ohrspülung. „Ribcage“ lässt nach vier Minuten voll den Gospel raushängen. Und der Londoner Community Chor steigert sich von Minute zu Minute. Tja, das können die jungen, neuen Briten. Blur hatten schließlich mit der selben „göttlichen“ Unterstützung schon mit „Tender“ einen spirituellen Akzent gesetzt. Bei Elbow bekommt die Gesangsgruppe hörbare Unterstützung durch die zahlreichen Publikums-Kehlen des vergangenen Glastonbury Festivals. (…) Den absoluten Overkill bekomme ich bei „Snooks“. Geniale Gitarrenparts, coole Drums, und der Refrain lässt dich auf die Knie fallen. Guys Stimme so mollig warm und einsam wie ein Wolf. Der Gesang mutiert durch extravagante Effekte zum einzigartigen Klangerlebnis. Danach werden sie ihrem britischen, leisem Image wieder gerecht. Zeit, um noch mal kurz über seine Sommerlochbekanntschaft nachzudenken. „I’ve Got Your Number“: Spielerische Synthie-Töne die plötzlich von einer gewaltigen Orgel übertönt werden. „Crawling With Idiot“ ist pure Schmachterei. Taschentücher raus und aus dem Fenster in den grauen Himmel schauen. Das mag deprimierend klingen, ist es auch, aber irgendwie auch schön, gemeinsam mit der Band ein wenig im Selbstmitleid zu verschmelzen.“ (http://www.laut.de/lautstark/cd-reviews/e/elbow/cast_of_thousands/index.htm)