Schlagwort-Archive: Dub

Fluxion – Vibrant Forms (1999)

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‚Vibrant Forms‘ zeigt sich in seiner elektronischen Spielart im Grundmuster zwar fast gleich,  im Detail jedoch anders als die weiteren Chain Reaction Veröffentlichungen. Im beiläufigen Hören fast nicht wahrnehmbar wird hier meines Erachtens ein weiterer Grundstein gelegt, der eine Dekade später den Dubstep zum Erfolg verhilft. Minimaler dub-techno, der noch die kälte des Tresor-Technos in sich trägt und sich durch eine mathematische Abstraktion ausszeichnet.  Metallische Beats, weniger Bass und ein Hall, der aus einer verlassenen Eisengießerei zu stammen scheint, formen die Soundlandschaften. Vergleichbar mit Wolgang Voigts Projekt „Gas“, nur dass dort die Sounds eher die Wärme der Natur in sich zu tragen scheinen. Für die 90er Jahre ein großes Ding und immer noch aktueller als viele aktuelle Ambient-/Minimalproduktionen.

Rhythm & Sound – Rhythm & Sound (2001)


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„Wenn es einen elektronischen Sound aus Berlin gibt, der wirklich von dort in die Welt des Pops geschwappt ist, dann Dub-Techno. Und die Pioniere dieser knisternden Bass-Wärme sind Mark Ernestos (aus dem Hardwax-Plattenladen) und Moritz von Oswald (in NDW-Zeiten Drummer bei Palais Schaumburg). Rhythm & Sound schlagen die Brücke zwischen Kingston und Kreuzberg – zwischen federndem jamaikanischen Dub und reduziertem europäischen Minimal-Techno, vom Rauschen alter Dub-Aufnahmen zum Techno-Rausch. Keine trällernden Dancefloor-Stimmchen, keine zwitschernden Pop-Keyboards, dafür umso mehr Echo, Hall & Delay – der Sound der beiden Klangforscher ist zeitlos-entspannt, nimmt in den Clubs die Hektik aus dem Freizeitstress.“ (Quelle: http://www.br-online.de/kultur-szene/thema/bavarianopensource-gratis-mp3/rhythm-and-sound.xml;jsessionid=4ZUDTLUQEJYPYCSBUKSSFEQ)

Auf den Seiten des Bayrischen Rundfunks gibt es Gratisprobem eines Livekonzerts von 2006, in welchem Rhythm & Sound „mit ihrem Meditations-Dub 45 Minuten lang in die Zeitlupen-Konzert-Zone“ verwandelten. Weiterhin findet sich auf der Seite der Download eines Songs der Platte „See Mi Version“

Auch auf der Internetpräsenz des Goethe-Instituts gibt es einige Downloads von Platten – scheinbar legal und gratis

Kruder Dorfmeister – The K&D Sessions (1998)


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„Die hervorragende “DJ Kicks“-Ausgabe vervielfachte 1996 in der weit reichenden Verehrerschar das ungeduldige Warten auf ein erstes Album der beiden Soundtüftler aus Wien. Peter Kruder und Richard Dorfmeister liessen die Fans warten (auch heute noch), legten aber mit “The K&D Sessions“ einen essentiellen Mix vor, der im Grunde gar nicht so weit von dem entfernt ist, was man sich unter einem regulären Album vorstellt. Durch ihre auffallende Ästhetik und das sehr stimmungsvolle Konzept, welches ganz nahe der Vollendung ist, stellen die “Sessions“ ein Glanzlicht in der “jüngeren“ Geschichte der elektronischen Musik dar. Nicht einfach, da die richtigen Worte für das gebührende Lob zu finden – diese brillante Zusammenstellung scheint eine Vitrine zu sein, in der nur die schönsten Perlen und Juwele ausgestellt werden. Bei den in dieser stilvollen Werkschau präsentierten Schmuckstücken handelt es sich hauptsächlich um Remixarbeiten, welche die ohnehin gelungenen Originale in qualitativer Hinsicht oft sogar noch übertreffen. Die Stücke auf der gelungeneren ersten der zwei randvollen CDs sind etwas schwungvoller und temporeicher gehalten als jene auf der zweiten CD, die mit Slow-Motion-Beats und viel atmosphärischem Ambient ausgereiften Chill-Out-Wohlklang bieten. All diesen Stücken haben die beiden Österreicher ihren prägnanten Stempel aufgedrückt und sie somit in eigene Stücke verwandelt. Ganz wundervoll klingen vor allem der geniale Mix von Depeche Modes “Useless“, der düstere und absolut lässige Elektrodub “Going Under“ von Rockers Hi-Fi oder  “Trans Fatty Acid“ von Lamb, welches Kruder und Dorfmeister im melancholischen Nu-Jazz-Gewand nach wienerischer Art präsentieren. …Im Gegensatz zur eingangs erwähnten “DJ-Kicks“ klingt dieses Meisterstück auch heute noch überhaupt nicht angestaubt und bereitet immer wieder ein Hörvergnügen, in dessen Genuss jeder halbwegs musikinteressierte Mensch kommen sollte.“ (http://www.exitmusic.ch/rezensionen/aeltere_schmuckstuecke/kruder_und_dorfmeister_the_k_d_sessions.html)

Artistenportrait bei laut.de

The Bug – Pressure (2003)

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„Auf „Pressure“ taucht der multidimensionale Bass-Fetischist vom post-apokalyptischen Inferno des Dancefloor-Schockers „Killer“ in die psychedelische Dub Poetry von „Thief Of Dreams“ ab und mit wahrhaftigen Liebeshymnen wie „Superbird“ wieder auf, um gleich danach ein paranoides Junglefeuer über „Politicians & Paedophiles“ zu entzünden. Dass die Auswahl der Gastsänger sowohl den aus dem Dub-Techno bekannten Tikiman als auch Londons Linton-Kwesi-Johnson-Erben Roger Robinson und jamaikanische Legenden wie Cutty Ranks umfasst, zeigt die Linien auf, die The Bug quer durch Zeiten und Räume zieht. Symptomatisch für den traditionsbrechenden und doch evolutionären Bastard-Style ist besonders, dass Martin es geschafft hat, Daddy Freddy wieder zu beleben. Der einstmals „schnellste MC der Welt“ war Ende der Achtziger zusammen mit Simon Harris für den „Raggamuffin HipHop“ verantwortlich, der die embryonale Phase von Jungle begleitete und die großen Style-Mash-Ups der Neunziger vom Bristol-Sound bis 2Step antizipierte. The Bug ist der fehlende Link zwischen den beseelten Vibes im Sound-System-Grün und den sonischen Kampfzonen in der Darkness gottverlassener Lagerhallen.“ (Quelle: http://www.de-bug.de/texte/2938.html)

Infos zu The Bug bei laut.de

„Schwergewichtsragga: The Bug“ Interview mit The Bug auf de:bug