Schlagwort-Archive: Downtempo

Burnt Friedman – Con Ritmo (2000)

„Erst wurde quer durch Südamerika getourt und alles mitgeschnitten, dann wurde im Studio elektronifiziert, verdubbt, vermoogt, verorgelt, verbasst, bis daraus ein gehäckselter Post-Jazz wurde, wie er wahrscheinlich in zehn Jahren selbstverständlich sein wird. Heute aber wirkt das noch wie Avantgarde. Bernd („Burnt“) Friedmann, der zuletzt mit abgemagertem Dub aufhorchen ließ, hat mit seiner Disposable Rhythm Section einen neuen Kontinent entdeckt – geografisch wie musikalisch. Elektrolatino der Zukunft, schon jetzt in Ihrem Plattenladen.“ (http://www.buecher.de/shop/Musik/Con-Ritmo/Burnt-Friedman/products_products/detail/prod_id/20097070/)

„Der Mann mit FunkImplantat, Burnt Friedman (warum eigentlich nicht mehr Bernd? Zuviel LatinoSonne?), hat offenbar viel Zeit auf seinem Verandastudio zugebracht, in die staubge Sierra geblinzelt und mit seiner virtuellen Band allzu viel Tequila getrunken, denn im Gegensatz zu den den beiden 12″s auf Nonplace, taumelt das Album ein bisschen zu betrunken durch die Gegend, so dass wahrscheinlich auch die Kakerlaken, die ja immer um diese Wüstenanwesen herum so leben, ihr Bündel schnüren und sich nach einer anderen Band umsehen. So können Schädlinge nicht grooven. Friedmann jedoch, meines Wissens nach immer noch Mensch, shaked einen wilden Funkcocktail nach dem nächsten, lässt bei theatralischen Gitarrensoli die Sonne glutrot hinter den Bergen versinken, bollert diese unerträgliche südamerikanische Heiterkeit aus euer lokalen Cuba-Bar zum Glück innerhalb von zwei Minuten durch und jazzed dann, halt schon komplett betrunken, durchs Wohnzimmer. Ein grosser Moment jagd den nächsten, nur manchmal ist es ein bisschen heftigst drüber. Zuviel Improvisation verklebt die Gehörgänge. Meine erste Funkplatte im Schrank.“ (http://www.de-bug.de/reviews/9453.html)

http://www.nonplace.de/ Offizielle Webseite von Burnt Friedman mit umfangreichen Interviews, Dates, Katalog usw.

Wikipedia kommt an Burnt Friedman nicht vorbei

Sade – Lovers Rock (2000)

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„Nach einer achtjährigen Pause melden sich Sade, der harte Kern ihrer Band und ebenso ihr langjähriger Produzent Mike Pela mit einer CD zurück, die auf verblüffende Weise ihre künstlerischen Fähigkeiten von neuem bestätigt und gleichzeitig eine solide gefühlvolle Sammlung darstellt. Das Beste, was man über Sade sagen kann, ist vielleicht, dass sie mit Lovers Rock genau da wieder loslegt, wo sie aufgehört hatte, was bedeutet, dass es hier keine coolen Beats, keine tollen zusätzlichen Künstler oder HipHop Auslesen zu hören gibt. Dies ist reine Sade-Musik, und bei der ersten Single „By Your Side“ gleitet sie auf sanften, kargen Country-Schwingen zurück ins Rampenlicht — und wiederum singt sie von der erlösenden Macht der Liebe. Natürlich weiß Sade, dass Liebe auch Leid bringen kann: Hören Sie einmal das Dub-gefärbte „Every Word“ an, und die Tränen des (Wieder-)Erkennens werden fließen. Lovers Rock ist entschieden weiblich, aber auch äußerst universell, ist erwachsener geworden aber nicht verhärmt, gehört zu den besten CDs des Jahres und markiert die Rückkehr eines echten Originals.“ (http://www.amazon.de/gp/product/B000050XNT/sr=1-2/qid=1196608579/ref=olp_product_details?ie=UTF8&me=&qid=1196608579&sr=1-2&seller=)

„Ihr cooler Bar-Soul passt auch ins neue Jahrhundert, die besinnlich-melancholischen Lieder allemal zur trüb-kalten Jahreszeit, und selbst für die Tanzfläche hat Sade etwas zu bieten, natürlich gewohnt sanft und relaxed – smooth.

Der Spiegel, der eine überraschend freundliche Kritik über „Lovers rock“ veröffentlichte, fasste das Comeback treffend zusammen: „Sade kehrt zurück, als wäre nichts gewesen. Und wie einen alten Freund empfängt man sie gerne wieder, ohne nachzutragen und nachzufragen. Allenfalls wundert man sich selbst, warum man sie so wenig vermisst hat.““ (http://www.cd-kritik.de/frameset/frset.htm?/kritiken/cd/sade-lor.htm)

Rhythm & Sound – Rhythm & Sound (2001)


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„Wenn es einen elektronischen Sound aus Berlin gibt, der wirklich von dort in die Welt des Pops geschwappt ist, dann Dub-Techno. Und die Pioniere dieser knisternden Bass-Wärme sind Mark Ernestos (aus dem Hardwax-Plattenladen) und Moritz von Oswald (in NDW-Zeiten Drummer bei Palais Schaumburg). Rhythm & Sound schlagen die Brücke zwischen Kingston und Kreuzberg – zwischen federndem jamaikanischen Dub und reduziertem europäischen Minimal-Techno, vom Rauschen alter Dub-Aufnahmen zum Techno-Rausch. Keine trällernden Dancefloor-Stimmchen, keine zwitschernden Pop-Keyboards, dafür umso mehr Echo, Hall & Delay – der Sound der beiden Klangforscher ist zeitlos-entspannt, nimmt in den Clubs die Hektik aus dem Freizeitstress.“ (Quelle: http://www.br-online.de/kultur-szene/thema/bavarianopensource-gratis-mp3/rhythm-and-sound.xml;jsessionid=4ZUDTLUQEJYPYCSBUKSSFEQ)

Auf den Seiten des Bayrischen Rundfunks gibt es Gratisprobem eines Livekonzerts von 2006, in welchem Rhythm & Sound „mit ihrem Meditations-Dub 45 Minuten lang in die Zeitlupen-Konzert-Zone“ verwandelten. Weiterhin findet sich auf der Seite der Download eines Songs der Platte „See Mi Version“

Auch auf der Internetpräsenz des Goethe-Instituts gibt es einige Downloads von Platten – scheinbar legal und gratis

Kruder Dorfmeister – The K&D Sessions (1998)


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„Die hervorragende “DJ Kicks“-Ausgabe vervielfachte 1996 in der weit reichenden Verehrerschar das ungeduldige Warten auf ein erstes Album der beiden Soundtüftler aus Wien. Peter Kruder und Richard Dorfmeister liessen die Fans warten (auch heute noch), legten aber mit “The K&D Sessions“ einen essentiellen Mix vor, der im Grunde gar nicht so weit von dem entfernt ist, was man sich unter einem regulären Album vorstellt. Durch ihre auffallende Ästhetik und das sehr stimmungsvolle Konzept, welches ganz nahe der Vollendung ist, stellen die “Sessions“ ein Glanzlicht in der “jüngeren“ Geschichte der elektronischen Musik dar. Nicht einfach, da die richtigen Worte für das gebührende Lob zu finden – diese brillante Zusammenstellung scheint eine Vitrine zu sein, in der nur die schönsten Perlen und Juwele ausgestellt werden. Bei den in dieser stilvollen Werkschau präsentierten Schmuckstücken handelt es sich hauptsächlich um Remixarbeiten, welche die ohnehin gelungenen Originale in qualitativer Hinsicht oft sogar noch übertreffen. Die Stücke auf der gelungeneren ersten der zwei randvollen CDs sind etwas schwungvoller und temporeicher gehalten als jene auf der zweiten CD, die mit Slow-Motion-Beats und viel atmosphärischem Ambient ausgereiften Chill-Out-Wohlklang bieten. All diesen Stücken haben die beiden Österreicher ihren prägnanten Stempel aufgedrückt und sie somit in eigene Stücke verwandelt. Ganz wundervoll klingen vor allem der geniale Mix von Depeche Modes “Useless“, der düstere und absolut lässige Elektrodub “Going Under“ von Rockers Hi-Fi oder  “Trans Fatty Acid“ von Lamb, welches Kruder und Dorfmeister im melancholischen Nu-Jazz-Gewand nach wienerischer Art präsentieren. …Im Gegensatz zur eingangs erwähnten “DJ-Kicks“ klingt dieses Meisterstück auch heute noch überhaupt nicht angestaubt und bereitet immer wieder ein Hörvergnügen, in dessen Genuss jeder halbwegs musikinteressierte Mensch kommen sollte.“ (http://www.exitmusic.ch/rezensionen/aeltere_schmuckstuecke/kruder_und_dorfmeister_the_k_d_sessions.html)

Artistenportrait bei laut.de

Black – Wonderful Life (1987)

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„In meiner mittlerweile fast 500 CD umfassenden Sammlung ist dieses Debut Album des Sängers Black immer noch ein absolutes Highlight und landet regelmäßig in meinem CD Player. „Wonderful Life“ ist ein durchweg gelungenes Album das höchstens ein klein wenig bei den nur auf CD gepressten Bonustracks ab Titel Nummer Elf ein wenig schwächelt. Ansonsten bietet dieses Album durchweg erstklassige Musik. Neben den traumhaften Balladen „Wonderful Life“ und „Sweetest Smile“ wissen etwas flotteren Sachen wie „Everythings comig up roses“, welches ja auch als Single veröffentlicht wurde und die eher flotteren Stücke wie „Just making memories“ und „I’m not afraid“ zu überzeugen. Dies soll aber nicht heißen das der Rest des Albums abfällt, den dies ist keineswegs der Fall. „Wonderful Life“ ist ein wunderschönes und sehr melancholisches Album das man immer wieder hören kann und das kein wirklich schlechtes Lied enthält.“ (Quelle: http://www.amazon.de/Wonderful-Life-Black/dp/B000026GZT)

Air – 10.000 Hz Legend (2001)


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„Bittersüsse Meisterklasse! Nach ihrem Debüt-Album „Moon Safari“ und dem eher düsteren Soundtrack „The Virgin Suicides“ legen Air ein Album vor, das den Erwartungen gerecht wird. Die vielschichtigen, oft gar innerhalb eines Stücks wechselnden Strukturen, entfalten erst nach und nach ihre grossartige Vielfalt, auf „10 000 Hz Legend“ werden jedoch keine Stilgrenzen überschritten. Die Songs reihen sich vielmehr in logischer Abfolge aneinander und die verschiedenen Themen werden immer wieder aufgegriffen. Die Teilstücke, aus aufwändig instrumentiertem Synphonie-Pop mit klaren Sondtrack-Ambitionen, bisweilen bedrückend schwerem Psychadelik-Rock oder schlagendem Synthie-Bass, werden zu einem elegant fliessenden Stück zusammengefügt, welches durchaus noch einmal in eine honigsüsse Synthesizer-Melodie wechseln kann. Auf „How Does It Make You Feel“ zeigen sich die beiden Franzosen von ihrer bitterzarten Seite, und die ist nicht ohne entspannte Selbstironie. Dieser gelassene Humor zieht sich denn auch durch das ganze Album hindurch, macht sich auf der Singleauskopplung „Radio No. 1“ bemerkbar, wo er sich über musikalischen Müll lustig macht oder ein wenig grotesk auf „Wonder Milky Bitch“. Beck wurde eingeladen und hat mit „The Vagabond“ und vor allem auch mit „Don’t Be Light“ zwei grandiose Tracks mit eingespielt. Die beiden Japanerinnen Susan und Yukimo von Buffalo Daughter gaben dem Erotik knisternden „Sex Born Poison“ ihre Stimme. Zu einem beängstigend sanften Höhepunkt kommt es schliesslich auf „Lucky And Unhappy“. Ein dunkles und verträumtes, ein berauschendes Album.“ (Quelle: http://www.music.ch/LF/reviews/ID3/INFO/Air/10+000+Hz+Legend/)