Schlagwort-Archive: Downtempo

Kings Of Convenience – Riot On An Empty Street (2004)

Hörprobe
Zugegeben, es hat ein wenig gedauert, bis auch mir die Kings Of Convenience glaubhaft machen konnten, das „Quiet The New Loud“ ist. Ich habe sie ein paar mal bei Freunden gehört und fand sie „nett“. Durch die Einzelprojete des Erland Øye, die mir griffiger waren und luftig daherkamen, wurde ich aber dann doch nochmal neugierig. Tja und so wandert nun wohl so langsam alles Material auch in meinen Plattenschrank.
Riot On Empty Street ist das zweite Album, welches Erland Øye zusammen mit Erik Glambek Bøe geschrieben und veröffentlicht hat. Es ist getragen von klassichen Instrumenten und vor allem die Stimmen der beiden Musiker mit Unterstützung von Leslie Feist. Ganz ohne großen Bohei schaffen es die Beiden, eine sehr schöne Atmosphäre ins Wohnzimmer zu tragen und sowas wie, ich bitte im Vorfeld um die Benutzung dieses sonst eigentlich abwertenden Wortes, Lagerfeuerromantik zu verbreiten. Neben Instrumentierung und Gesang zeichnet sich die Musik vor allem durch Ruhe und Leichtigkeit als kompositorische Elemente aus. Das besondere Kunststück ist aber eigentlich, dass die Musik prädistiniert dafür ist, ins Langeweilige oder Belanglose abzudrirften. Aber genau das tut sich nicht… Das die Kompositionen aus dem eigentlich etwas frostigen Bergen in Norwegen kommen, hört man ihr nicht an. Und auch der Titel, ist irreführend. Von einem Aufstand ist in der Musik nichts zu spüren, es sei denn, dieser ist auf leeren Straßen immer so schön ruhig. Dann her damit.

http://www.kingsofconvenience.com/ – Offizielle Webseite

Sade – Stronger Than Pride (1988)

Hörprobe

„After two LPs with little or no energy, Sade demonstrated some intensity and fire on her third release. Whether that was just an attempt to change the pace a bit or a genuine new direction, she had more animation in her delivery on such songs as „Haunt Me,“ „Give It Up,“ and the hit „Paradise.“ Not that she was suddenly singing in a soulful or bluesy manner; rather, Sade’s dry and introspective tone now had a little more edge, and the lyrics were ironic as well as reflective. This was her third consecutive multi-platinum album, and it matched the two-million-plus sales level of her debut.“ (http://www.allmusic.com/album/r17251)

Orbital – Snivilisation (1994)

Hörprobe
„Snivilisation is one of Orbital’s most accomplished works. Partially consisting of experimental loop-oriented progressions and clamorous noise fills, other dominant tracks also purvey elements of drifting „technotic“ bliss. The appearance of guest vocalist Allison Goldfrapp, who sang on Tricky’s Maxinquaye album, adds to the appeal of two tracks. As audiences succumbed to the electronic symbiosis generated by Orbital’s mystique, the group’s political outlook became realized on bold tracks like „Are We Here.“ The track rallied rave culture as it scorned austere governmental policies which descended upon England’s electronic masses. Combined with traces of Eastern-oriented influence, the album further heralds Orbital’s outward affiliations applied within their technology-driven platforms. (Lucas Hilbert)“ (http://www.amazon.com/Snivilisation-ORBITAL/dp/B00004T6V0)

Wikipediaeintrag zu Orbital

Air – Premiers Symptomes (1999)

Hörprobe
Mit französischer Luft entspannt dahindümpeln

Bevor Nicolas Godin und Jean Benoit Dunckel weltweit fast 1 Millionen Einheiten ihres Debüts Moon Safari verkauften, produzierten sie Premiers Symptomes. Wobei von Produzieren nicht wirklich die Rede sein kann. Die 5-Track EP entstand mehr, als daß sie produziert wurde, und das in Nicolas‘ Wohnung in einer Pariser Seitenstrasse mit minimalem Equipment.
JB hat dieses kleine Werk unlängst ein Experiment genannt „als wir noch völlig unbekannt waren“, doch genau dieses Experiment hat ihr Label nun neu aufgelegt um es einer breiteren Masse zugänglich zu machen.

Und wie der Bandname so treffend verspricht, kommen auch die frühen Stücke daher: Luftig, leicht und irgendwie ständig über dem Boden schwebend. Was hier zelebriert wird, ist die perfektionierte Leichtigkeit, die Musik haben kann. Der Fender Rhodes dümpelt seicht im Hintergrund ohne jemals ins Hintertreffen zu geraten, elektronische Sphärenklänge vermitteln ein Gefühl von Schwerelosigkeit. Und zuweilen droht der Drumcomputer einzuschlafen. Er schafft es aber dennoch, den Takt aufrecht zu halten.

Hypnotisch und warm und unglaublich beruhigend ist beispielsweise „J’Ai Dormi Sous L’Eau“, von dem die Macher selber sagen, daß es dem „Unterwasserschlaf vor der Geburt“ gleich kommt. Nicht weniger entspannend sind aber auch „Le Soleil Est Pres De Moi“ und „Les Professionels“, das sich im Nachhinein als Vorgänger der Moon Safari Single „All I Need“ outet.

Nur die beiden neuen Songs Californie und Gordini Mix sind für Air ungewöhnlich dynamisch und passen nicht ganz ins Bild. Doch im Ganzen ist Premiers Symptomes eine wunderschöne Ergänzung zum Meisterwerk Moon Safari. (Marc Winkelmann)“ (http://www.laut.de/Air/Premiers-Symptomes-%28Album%29)

Tosca – Suzuki (2000)

Hörprobe

„…Der Sound von „Suzuki“ ist ein rundum-sorglos-Paket. Bitte setzen (oder legen) Sie sich auf das Sofa. Bei einer gepfelgten Flasche Wein oder einer grossen Zigarette lässt es sich hervorragend in die Stimmungen eintauchen, die aus den tiefen des Raumes entgegenschweben. Trippig, deep, sehr deep und von einer ausgesprochenen Lässigkeit. Knapp 60 Minuten Klangkosmos werden durch das ambientlastige Outro „Pearl Off“ beschlossen, in welches ein kleiner Anflug von Disharmonie eingeflochten wurde, so was aber auch … ts ts ts.

Wie ein Kissen, in das man sich Sonntags so vergnügt zum zehnten mal hineinflauscht und von dem man nicht mehr lassen möchte, so wirkt dieses Entspannungswerk aus Wien. Ein weiterer Hochkaräter aus dem schier unerschöpflichen Umfeld. Wer auf Richard Dorfmeisters softe Sounds und angenehme Klangbilder steht, sollte (eigentlich mehr als nur) ein Ohr riskieren. (Alexander Cordas)“ (http://www.laut.de/Tosca/Suzuki-%28Album%29)

Tricky with DJ Mugs and Grease – Juxtapose (1999)

Hörprobe
„Eines mal gleich vorneweg. Dieses Album ist wohl eins der besten und wichtigsten im Moment – neben der neuen Filter. Aber mal ganz langsam und von vorne. Mr. Tricky – sonst eher düster, teilweise sogar bösartig und das Paradebeispiel für den „alles-allein-produzieren-wollen“-Musiker – tut sich mit Grease (DMX-Produzent)und Muggs (Cypress Hill) zusammen. Die beiden kassieren pro Tag eine halbe Millionen, aber die Investition hat sich gelohnt: Heraus kommt ein Album, welches man teilweise als freundlich, sogar radiotauglich bezeichnen könnte. „Juxtapose“ heißt nach eigener Auskunft soviel wie „Dinge zusammen bringen“ und genau das tut Tricky hier auch und zwar perfekt. Anfangs noch die – das Ohr umschmeichelnde – Akustikgitarre, kurz darauf schon Muggs wahnwitzige Raps und/oder Trickys Flüstern im Hintergrund, dazu mischt sich ab und zu der Gesang von Kioka (Martina arbeitet zur Zeit an ihrem Soloalbum) und gelegentliche Einwürfe elektronischer Schnipsel. Ist das noch Trip Hop? Oder gar Hip Hop? Tricky entzieht sich mit diesem Album wirklich absolut jeglicher Kategorie, entfernt sich sogar von seinen ersten Werken. Das einzige, was eventuell ein wenig stört, ist dass „Juxtapose“ nur 36 Minuten lang ist. Aber scheinbar hat Tricky alles gesagt, was zu sagen war. Ich bin schlichtweg begeistert. (Stefan Friedrich)“

Matthew Dear – Asa Breed (2007)

Hörproben
Mutter House und Vater Techno: Ein Elektronik-Produzent entdeckt das Songwriting und die Möglichkeiten seiner Stimme

Die Situation, in der man ein Stück zum ersten Mal hört, kann ganz entscheidend mitbestimmen, wie es sich in einem festsetzt. Im Fall von „Deserter“ war’s maßgeschneidert: eine Zugfahrt durchs deutsche Nirvana irgendwo zwischen Leipzig und Nürnberg. Am Fenster rauscht eine VR-Kulisse aus Regen und Mittelstädten vorbei, die Beats spiegeln die Bewegung mit einem mittelschnellen Takt wider und der Song gleitet in einem gleichmäßigen Synthie-Akkord wie zwischen Schiene und Oberleitung aufgehängt dahin: Rasender Stillstand, Ruhe und Bewegung zugleich. Erinnert an Stereolabs „Les Yper-Sound“, vage auch an Kraftwerks „Trans-Europa-Express“ … bloß mit verfeinerter Sound- und Eisenbahntechnik: ICE statt Holzklasse.

Dass Kraftwerk stets als Ahnväter von Techno genannt wurden, war für mich immer ein harter Brocken: Elektronik hin oder her – der Unterschied zwischen elegischer Romantisierung des Maschinenzeitalters hier und der sehr viel nüchterneren Fokussierung auf Tanzbarkeit da ist schließlich immens. Matthew Dear hat damit aber keinerlei Probleme; er schafft eine Sound-Synthese (siehe etwa „Fleece on Brain“), die sich wie ein evolutionärer Zwischenschritt anhört – und den Begriff „Dance Music“ dehnt er ohnehin so weit wie möglich aus, bis hin zu David Bowie und Brian Eno.“ (http://derstandard.at/2950746/Matthew-Dear-Asa-Breed?_lexikaGroup=4)

http://www.matthewdear.com/ – Offizielle Homepage

Matthew Dear bei Myspace

The Future Sound Of London – Lifeforms (1994)


Reinhören

„Lifeforms may not have become the prototype for London’s future sound, but it is still one of the strongest records to come out of the 90s.

Despite all the efforts of British duo Garry Cobain and Brian Dougans (read: no less than thirty albums under twenty-five different aliases), the electronica they envisioned as London’s future sound over the past twenty-one years never exactly transitioned into the city’s present sound. But it’s been a fantastic run all the same, even if the duo has been focusing more on their psychedelic, progressive material as of late. With that said, the most impressive works in The Future Sound of London’s back catalogue are some of the duo’s earliest studio albums. The production of Lifeforms was well underway as Cobain and Dougans released Tales of Ephindrina under the Amorphous Androgynous banner in 1993. Accordingly, whereas Tales of Ephindrina did a great job in combining the techno of the duo’s earliest writings and the ambience of their later works, Lifeforms takes on a more complex, experimental structure. In doing this, The Future Sound of London not only cemented their status as one of the scene’s top acts, but also crafted one of the genre’s top records.

If Lifeforms was held back by anything at all, it would certainly be its large volume of tracks. There are longer electronic albums from that era, of course; case in point, The Orb’s Adventures Beyond the Ultraworld exceeds it by nearly twenty minutes. But with ninety-two minutes of material spread over nineteen songs on two discs, Lifeforms can make for quite the daunting listen nevertheless. That isn’t to say that it’s tedious, just a bit dense on the first few listens. Contributing to the album’s arguably inaccessible aura is the experimental direction taken by Cobain and Dougans. Album opener „Cascade“, for example, opens with a minute and a half of alien sounding overtures and spacey samples, before transitioning into a melting pot of said samples, a subtle, synthesized ambience, and light beats. And though much of the double album is spent experimenting with a delicate sound built on sweeping samples and shrouds of electric noise, it would be a mistake to pigeonhole Lifeforms into having nineteen different versions of „Cascade“. One of the album’s most impeccable aspects is its subtle format; there’s just so much going on in nearly every song that you’ll hear something new on each listen.

The album’s antithesis, then, is its title track. A hit single in the UK, „Lifeforms“ abandons the soft, discreet textures so predominately featured throughout the double album in favour of heavier ambient house influences. The song is owns one of Lifeforms‘ heaviest rhythm sections, making it one of the record’s more in-your-face-type tracks, and certainly the catchiest. Parts of „Among Myselves“ also echo the title track’s dancier moments, but not without applying the oddities heard in virtually every other track. And despite standing out as two of the few truly danceable tracks on a primarily ambient album, both „Lifeforms“ and „Among Myselves“ hardly sound out of place.

But as notable as the likes of „Lifeforms“, the driving „Flak“ (which incidentally features guitarist Robert Fripp of King Crimson fame), and the almost frightening „Spineless Jelly“ may be, the sheer scope of Lifeforms prevents it from being anything other than brilliant. Falling victim to the old quality vs. quantity debate, double albums tend to taper off the longer they go on. With Lifeforms, however, The Future Sound of London build off and improve on each subsequent track; consequently, to pinpoint a highlight is virtually impossible as nearly every song could make a case for such an honour. But such talk is moot in the end as Lifeforms is just such a rewarding record to listen to. It’s dense. It’s expansive. It’s relaxing, engaging, intimate, strange, perhaps pretentious at times, and an assortment of other positive adjectives. But above all else, Lifeforms is a blast to listen to and ranks up with the Boards of Canadas, the Shpongles, The Orbs as for as 90s electronic music is concerned.“ (http://www.sputnikmusic.com/review/29018/The-Future-Sound-of-London-Lifeforms/)

Wikipediaeintrag zu FSOL http://de.wikipedia.org/wiki/The_Future_Sound_of_London

Future Sound Of London – Lifeforms (Commercial Version)

Cabaret Voltaire – The Conversation (1994)

Reinhören
„The most abstract of the three Cabaret Voltaire albums released by Plastex/Instinct, The Conversation has the occasional flair of a film soundtrack, especially considering its two-hour sprawl across a double-disc set (the second of which features just one hour-long track). For the most part, however, most tracks just update previous albums Plasticity and International Language, though several feature darker textures more akin to early-’80s CV output.“  (http://itunes.apple.com/us/album/the-conversation/id121390436)

Peace Orchestra – Peace Orchestra (1999)


Reinhören
„Die Marotte mit den Orchestra-Namen ist zur Zeit in Produzentenkreisen elektronischer Tanzmusik ja weit verbreitet. Aus Wien nun kommt eine weitere Interpretation der ganzen modernen Orchesterseeligkeit: Peter Kruder, eine Hälfte der Original-Downbeat-Superstars Kruder & Dorfmeister, mit seinem Solo-Gegenstück zu den Tosca-Exkursionen seines Buddies Richard Dorfmeister – dem Peace Orchestra. Leinwandbreit und leiwand, wie man dort für „toll‘ sagt, eine cinephile und gleichzeitig deutlich finsterere Erweiterung des K&D-Klangkosmos aus bewährten Könnerhänden. Ein Pflaster auf dem Cover zeigt Verletztlichkeit an, oder kaum verheilte Wunden, und dahinter tut sich eine bestrickende, ernsthafte, tiefe Klangwelt auf. Da kommen massenweise Jazz-Bässe, Klarinetten und Live-Schlagzeuge zum Einsatz über trägen Beats und endlosen Dubechos, bis die Zeit stillsteht. „Marakesh‘ kokettiert mit opiumgebremster Zeitlupenschwülstigkeit des Wiener Geistesbruderortes, „Double Drums‘ gibt sich mit Doubletime-Beats D’n’B-kompatibel. Besser – weil böser – als K&D-Produktionen, und gleichzeitig meilenweit vorbei an langweiligem TripHop-Epigonentum und unkonzentriertem Downbeat-Rumgedüdel. Das hier läuft jedenfalls winters in keinem Großstadtcafé – ansonsten frieren den schicken Gästen nämlich irgendwann die geweiteten Pupillen ein. Morbide, düster und abgrundtiefgründig – und gleichzeitig eine sinnliche, anschmiegsame und tröstende Winter-Gemütsheizung.“ (http://www.intro.de/platten/kritiken/23025370/peace-orchestra-peace-orchestra?sim=1)

Peace Orchestra bei Wikipedia