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Virtuelle Friedhöfe

Viele von uns hinterlassen im Laufe des Lebens einen digitalen Fußabdruck. Dies nicht mehr nur in Form klassischer Websites, sondern vielmehr auch in sozialen Netzwerken. Und so kann es passieren, dass das Netzwerk vorschlägt, mal wieder dem (bereits verstorbenen) Bekannten einen Gruß zu schicken oder ihn in die eigene Freundesliste aufzunehmen. Und irgendwann ist es soweit, dass mehr Nutzerprofile von Verstorbenen bei Facebook & Co. existieren also von Lebenden, da die Profile nach dem Ableben nicht automatisch gelöscht werden. Mittlerweile bieten Seiten wie Facebook oder Myspace entsprechende virtuelle Friedhöfe (Gedächtnisseiten) an, auf denen Nutzerprofile der Verblichenen abgelegt und von den Hinterbliebenen entsprechend betrauert werden können.

Aber auch für Verstorbene, die weniger in sozialen Netzwerken unterwegs waren, gibt es mittlerweile Angebote, in der Onlinewelt eine Erinnerungsseite zu pfelgen. Anbieter wie www.doolia.de oder www.gedenkseiten.de bieten Raum für die Trauerarbeit, bspw. durch das entzünden virtueller Kerzen, dem Schalten von Traueranzeigen oder Informationen zum Thema „Trauern und Tod“.

Aber auch zu Lebzeiten kann für das eigene digitale Vermächtnis gesorgt werden. Auf Seiten wie www.longerlive.de, www.mannazza.de oder www.mywebbill.de können Informationen für die Hinterbliebenen hinterlegt werden, die nach dem eigenen Abbleben wichtig sind. Dazu gehören Dienste wie das Versenden von Emails an bestimmte Personen, das Hinterlegen von Passwörtern und andere Daten, die für die Hinterbliebenen wichtig sind um den Nachlass zu regeln oder gar das ausradieren eigener digitaler Spuren.Vielleicht nicht uninteressant in einer Welt, in welcher immer mehr Informationen digital gehandelt werden.

Mehr zum Thema gibt es unter: www.deutsche-startups.de

Der Kompass für das digitale Leben

Da stolperte ich im Blog „Learning Waves“ von Andrea Back (den ich an dieser Stelle mal für seinen informativen und unterhaltsamen Charakter hervorheben möchte) über einen indirekten Literaturtipp. Aufmerksam wurde ich durch einen kleinen Test, der dort hinterlegt war. Der Test prüft, inwieweit man ein „Homo digitalis“ ist. Die Skala reicht vom Bekämpfer jeglichen digitalen bis hin zum Prediger. Lustige Fragen helfen einem, sich selbst genauer kennenzulernen. Ich selbst darf mich nach absolvieren des Test übrigens „Gläuber“ nennen.

Der Test selbst stammt aus dem Buch Kurzbefehl: Der Kompass für das digitale Leben. Geschrieben wurde er von dem schweizer (Online-)Journalisten David Bauer (http://www.davidbauer.ch) und er behandelt viele wichtige Fragen, um im digitalen Leben nicht die Orientierung zu verlieren. Dazu zählen die digitalen Todsünden, das ewige Leben im Netz, digitale Partnersuche, warum iPhones toll sein sollen, wichtige Abkürzungen, warum Spam nie verschwindet und wie man fehlgeleitete Nachrichten aufhält, die Grundsatzfrage, ob man sein Date googlen darf, wie man in der Öffentlichkeit telefoniert und und und. Auf der Webseite http://www.davidbauer.ch/gibt es Leseproben

Eine kleine Leseprobe aus dem Buch „Eine Momentaufnahme in Zahlen“ kopier ich einfach mal in Auszügen hier her, weil ich auch im BrandEins-Magazin die Zahlenspiele so mag 🙂

Menschen weltweit, die Zugang zum Internet haben: 2 Milliarden
Menschen weltweit, die keinen Strom haben: 2 Milliarden

Energieaufwand der Google-Server für eine Suchanfrage: 1 kJ
Energieaufwand eines Menschen für 10 Sekunden Nachdenken: 1 kJ

Neugeborene weltweit pro Tag: 400 000
Neue Facebook-Nutzer weltweit pro Tag: 500 000

Anzahl digitalisierter Bücher bei Google Books: 12 Millionen
Anzahl Bücher in der grössten Bibliothek der Welt, der Library of Congress in Washington D.C.: 33 Millionen

Leistung des Bordcomputers der Apollo-Mission (1969): 2 Megahertz
Rechenleistung eines Taschenrechners (2010): 75 Megahertz

Veränderung des Gesamtumsatzes der Musikindustrie von 2004 bis 2009: minus 30%
Veränderung des Umsatzes der digitalen Musikindustrie von 2004 bis 2009: plus 940%

Menschen weltweit, die Bücher auf einem E-Reader lesen: 15 Millionen
Menschen weltweit, die nicht lesen können: 1000 Millionen

Follower von Lady Gaga bei Twitter: 6,5 Millionen
Leser der New York Times: 2,9 Millionen

Weltweit verkaufte Computer pro Tag: 770 000
Benötigtes Wasser zur Herstellung eines Computers: 4000 Liter

Weltweit verkaufte Mobiltelefone im Jahr 2009: 1,2 Milliarden
Fachgerecht entsorgte Mobiltelefone im Jahr 2009: 0,036 Milliarden

Internetnutzer unter den 7,6 Millionen Einwohnern der Schweiz: 5,7 Millionen
Internetnutzer unter den 50 Millionen Einwohnern Südafrikas: 5,3 Millionen

Zeit, die bis heute weltweit in Wikipedia investiert wurde: 100 Millionen Stunden
Zeit, die alle Amerikaner zusammen pro Jahr fernsehen: 200 Milliarden Stunden“

(Quelle: http://www.kurzbefehl.ch/momentaufnahme-in-zahlen)