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Rechtsfragen bei E-Learning

Das Thema Recht bzgl. der Gestaltung von E-Learning Angeboten gewinnt zunehmend an Bedeutung. Nicht nur, dass dieser Modus des Lehrens und Lernens immer stärker von Lehrenden genutzt wird, auch die Möglichkeiten potenzieren sich, was die Einsatzszenarien und genutzten Ressourcen angeht. Nicht zuletzt bekommen durch die Entwicklung der Web2.0 Angebote auch Lernende die Möglichkeit, eigene Ressourcen zu erstellen, die z.T. auf Content aus dem Netz zurückgreifen. Das Feld ist also breit und äußerst dynamisch. Es erzeugt damit zugleich auch Unsicherheiten bei Lehrenden und/oder Bildungsanbietern, was erlaubt ist und was über die Grenzen des juristisch Zulässigen hinausgeht.
Der Multimediakontor Hamburg lieferte im März eine überarbeitete Fassung eines Praxisleitfadens von Dr. Till Kreutzer zu Rechtsfragen bei E-Learning und digitaler Lehre. Dieser Leitfaden unterliegt der Creative Commons Lizenz (BY, NC, SA) und kann kostenfrei genutzt werden.
Folgende Themen werden in dem Praxisleitfaden beschrieben:

  • Urheberrechtsgesetz
  • Open Content
  • Open Source
  • Open Educational Ressources (OER)
  • gesetztliche Nutzungsfreiheiten  speziell für die Lehre
  • Erwerb von Nutzungsrechten
  • Nutzung von Fremdinhalten
  • Persönlichkeits- und Markenrechte

Ich denke, der Leitfaden ist eine gute Grundlage für all diejenigen, die sich bzgl. der Nutzung von (fremderstellten) Content im E-Learning unsicher sind. Hier finden sich schnell praxistaugliche Hinweise.

Creative Commons V 4.0

Am 25.11.13 wurde die neue Version der Creative Commons Lizenzen vorgestellt. Neben einer Überarbeitung des Layouts, welches sich nun leserfreundlicher darstellt, gab es selbstverständlich einige inhaltliche Neuerungen (https://creativecommons.org/version4).

So wurden nun Datenbankrechte mit aufgegriffen, die jedoch länderspezifischen Besonderheiten zu Grunde liegen (so gelten diese bspw. für die USA nicht, dafür in der kompletten EU). Weiterhin enthalten die CC-Lizenzen nun abstrakte Umschreibungen für verwandte Schutzrechte, so dass diese mit abgebildet werden können. Die Linzenz V 4.0 gibt nun klare Hinweise, wie in CC-lizenzierten Content mit Data- und Text-Mining umzugehen ist. Wurde bisher bei Lizenzverstößen dem Nutzer die Lizenz entzogen, bietet die V 4.0 nun eine 30-tägige „Heilungsfrist“ an, wenn der Nutzer innerhalb dieser Zeit den Verstoß abstellt. Neu ist ebenfalls, dass bei wiederholt bearbeiteten und stets neu lizenzierten Texten (Share Alike-SA) nun nur noch die letzte Lizenz eingehalten werden muss, was den rechtssicheren Umgang mit entsprechend lizenzierten Werken deutlich erleichtert (Quelle: http://irights.info/creative-commons-in-version-4-0-verfugbar-was-sich-andert-und-was-nicht).

Das alles liest sich vielleicht komplizierter, als es ist. Schönerweise bietet irights.info einen hilfreichen Leitfaden für die Nutzung der Lizenzen in der Praxis. Wer über die neue CC Lizenz mitdiskutieren will, Anregungen benötigt oder sich informieren möchte, kann dies gern tun. Es wurden mehrere Kanäle geschaltet, die hier zusammengefasst dargestellt werden. Außerdem findet sich auf der Webseite creativecommons.org ein schönes Tool, welches mit ein paar Klicks zeigt, welche Lizenz man für sein Werk wählen kann: http://creativecommons.org/choose/

Zum Schluss noch ein Literaturhinweis: Dr. Paul Klimpel hat einen Reader (CC-BY-SA) zum Thema „Freies Wissen dank Creative-Commons-Lizenzen. Folgen, Risiken und Nebenwirkungen der Bedingung „nicht-kommerziell – NC““ verfasst.  Auf knapp 20 Seiten wird u.a. nochmal zusammen gefasst, was die Lizenzen (CC-BY, CC-BY-SA, CC-BY-ND, CC-BY-NC, CC-BY-NC-SA und BY-NC-ND) bedeuten, natürlich mit Fokus auf die NC Lizenzen.

(Bildquelle: Kristina Alexanderson, http://irights.info/creative-commons-in-version-4-0-verfugbar-was-sich-andert-und-was-nicht)

40 Web 2.0 Edutools, die man kennen sollte

Mohamed Amin Embi, Professor für technologiebasiertes Lernen an der Universität Kebangsaan in Malaysia, hat eine imposante Liste von web 2.0 basierten Edutools zusammengestellt, die seiner Meinung nach wichtig für jeden Lehrenden ist, der sich mit e-Learning beschäftigt. Herausgekommen ist ein äußerst umfangreiches und frei verfügbares Dokument, welches die 40 Tools kurz vorstellt, im dem der Frage nachgegangen wird, was das jeweilige Tool ist, welche Möglichkeiten es bietet und wie es funktioniert und in Bildungskontexte eingebunden werden kann. Herausgekommen ist ein über 500 seitiges Dokument. Folgende Tools werden vorgestellt:

  • Twitter
  • Youtube
  • GoogleDocs
  • Skype
  • WordPress
  • Dropbox
  • Prezi
  • Slideshare
  • Glogster
  • Blogger
  • Diigo
  • Facebook
  • Jing
  • Evernote
  • LinkedIn
  • Edmodo
  • Wikis
  • Del.icio.us
  • VoiceThreat
  • Camtasia Studio
  • Scoop.It
  • Flickr
  • Wordle
  • Pinterest
  • Wallwisher
  • Scribd
  • Ning
  • Elluminate
  • Vyew
  • Sync.In
  • Twiddla
  • Survey Monkey
  • Poll Everywhere
  • Screencast-O-Matic
  • Zotero
  • Bubbl.Us
  • Go!Animate
  • Educreations
  • Issuu
  • MyeBook

Das Buch kann man sich kostenfrei unter der folgenden Adresse runterladen: http://de.scribd.com/doc/118928740/40-Must-know-Web-2-0-Edutools

Danke mal wieder an die Leute von Learning Waves, die mich auf dieses Werk aufmerksam gemacht haben!

Initiative gegen ein Leistungschutzrecht

Seit einiger Zeit laufen vor allem im Netz Bestrebungen, über dass so genannte Leistungsschutzrecht zu informieren und durch Sammeln von Statements der Internetnutzer hier ein Gegengewicht zu schaffen. Hintergrund des Leistungsschutzrechts ist – äußerst verkürzt dargestellt – dass Verlage zukünftig mehr Rechte bzgl. der Verwertung ihrer Inhalte bekommen, die bislang kostenfrei zur Verfügung stehen. Dies können z.B. Zeitschriften und Zeitungen sein, die mit Einführung des Leistungsschutzrechts z.B. Pauschaulbeträge von „lesenden Berufsgruppen“ einfordern können (Leserecht) oder Personen, die eine Schlagzeile aus dem Internet digital weiter verbreiten (bloggen, twittern…) (Snippet-Recht) dürfen hierfür dann auch bezahlen. Etwas irritierend für mich ist dabei, dass es entsprechende Rechtsgrundlagen (Urheberrecht) sowie Verwertungsgesellschaften (VG Wort) schon gibt, die hier entsprechende Unterstützung bieten. Darüber hinaus kann jeder Verlag seine Inhalte selbst schützen sowie Google & Co. das Suchen von Beiträgen aus dem Verlagsangebot untersagen, wenn er kein Interesse an einer Verwertung und Verbreitung hat. Klar, für die Verlage geht es hier um ein großes Geschäft, ob die Rechnung jedoch aufgeht, bleibt unklar. Denn wenn keiner mehr die Schlagzeilen der Verlage verbreitet, weil dies mit Kosten verbunden sein kann, gelangen die Verlage selbst noch mehr in das Hintertreffen und verlieren womöglich einen weiteren Kampf beim Überleben in der digitalen Gesellschaft.

Um die politische Diskussion mitverfolgen zu können, gibt es die IGEL Initiative, die über die aktuellen Entwicklungen informiert. http://leistungsschutzrecht.info/

> 1000 Ressourcen auf edutags mit Creative Commons Lizenz

Das edutags-Projekt (http://www.edutags.de/) des Deutschen Bildungsservers läuft bereits seit einiger Zeit. Immer wichtiger wird die Frage, welche Inhalte überhaupt für die Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen in Bildungseinrichtungen verwendet werden dürfen. Hier helfen die sogenannten Creative Common Lizenzen, etwas (Rechts-)Sicherheit zu schaffen. Materialien, die diesen Lizenzen unterliegen, können üblicherweise genutzt werden. Auf den Seiten von edutags gibt es mittlerweile eine Sammlung von über 1000 Materialien, die dieser Lizenz unterliegen. Die Mitarbeiter von edutags prüfen die bereits gemeldeten Ressourcen auf das jeweilige Lizenzmodell und vergeben entsprechende CC-Tags. Die entsprechenden Materialien werden mit einem CC-Logo markiert, so dass schnell das Lizenzmodell für Interessierte sichtbar wird. In edutags werden verschiedene CC-Lizenzen unterschieden, wobei allen Ressourcen gemein ist, dass zumindest eine Namensnennung bei der Nutzung erfolgen soll:

Weitere Informationen unter: http://www.edutags.de/node/16576