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The Orb – U.F.Orb (1992)

1992 lieferten The Orb mit U.F.Orb ihr zweites Studioalbum auf den Markt ab, dass es sogar auf Platz 1 der britischen Charts schaffte. In Erinnerung bleibt es u.a. durch den Titel „Blue Room“, der mit knapp 40 Minuten als längste Single in die Geschichte der UK Charts einging und den Hörern damals wohl einiges an Geduld abforderte 🙂

Das Album ist stark an den Ambientarbeiten von Brian Eno  und dem Dub von Lee Perry orientiert und kehrt sich von der Tanzbarkeit ab. Angereichert mit zahllosen, aber nicht zufälligen, Soundschnipseln schaffen The Orb hier sowas wie ein Hörspiel, dem der Zuhörer in Gänze folgen und darin versinken kann, aber nicht muss. Genauso gut kann  U.F.Orb auch beiläufig/im Hintergrund laufen und so dem Raum einen eigenen Anstrich verleihen.

Insgesamt m. E. eines der besten Alben von The Orb überhaupt und eines ihrer Visitenkarten.

Holger Czukay – Moving Pictures (1993/2003)

Czukay kann nicht anders. Konzeptmusik, experimentelle Töne, ausgefeilte Arrangement und Mainstreamuntauglichkeit. Und trotzdem bzw. genau deshalb bewegt er sich in seiner Welt erfolgreich, immer in Kontakt mit gleichgesinnten Größen. Studiert bei Karl-Heinz Stockhausen, Bekannheit erlangt als Bassist bei CAN, Zusammenarbeiten mit David Sylvian, Brain Eno oder auch den Eurythmix und Trio (!) und nebenher immer wieder Gäste ins Studio gelockt, um die eigenen Arbeiten fertig zu stellen. So stand für Moving Pictures u.a. Helmut Zerlett bereit, um dem Synthesizer einige Töne zu entlocken, Jah Whobble zupfte den Bass und Jaki Liebezeite, war für die Drums zuständig. Herausgekommen ist bei  der Arbeit die Filmmusik für einen intergalaktischen Roadmovie, der noch gedreht werden muss oder eigens im Kopf der Zuhörenden abläuft und sich eigentlich nur damit beschäftigt, Raum und Zeit zu überwinden. Stanley Kubricks Film „2001: Odyssee im Weltraum“ erinnert mich in seinen Bildern an diese Langsamkeit. Auch Vergleiche mit Eno scheinen zulässig. Ruhige, pulsierende, atmende Sounds, Unaufgeregtheit an jeder Ecke und dennoch spannend, wohl auch, weil man als Hörer nicht sicher ist, ob dieser Sound langsam auf einen absoluten Stillstand zusteuert. Und so bewegen sich die Bilder, unerklich, aber sie tun es.