Schlagwort-Archive: Alternative Rock

Eels – Beautiful Freak (1996)

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„Wow!!! – Das Senkrechtstarter-Trio aus L.A. legt mit seinem genialen Meisterwerk für mich nicht nur die CD des Jahres ’96 vor, sondern läßt uns gleichzeitig einen Blick tun in die nahe Zukunft der Popmusik um die Jahrtausendwende. Thematik der ausnahmslos überragenden Songs von E (vocals, guitar), Butch (drums) und Tommy (bass) ist die Schönheit jenseits der Norm und die sehr wohl erträgliche Leichtigkeit des Freak-Seins. In wundervoll lässigen SOngs voller einfacher Klarheit schenkt uns das US-Trio „Novocaine For The Soul“ (Songtitel). Satte Melodien, schräge Gitarren, Fette Keyboards, Jazz-Grooves und eigenwillige Samples machen aus „Beautful Freak“ eine süchtigmachende außergewöhnliche Platte. Die Verschmelzung von Pop, Grunge, Independent, Rock, Country, Trip-Hop, Folk, White Soul, Club-Jazz, bzw. von Beatles, Nirvana, Crackers, Ween, Portishead, Neil Young, Doors, Soundgarden und Kirchenchor gelingt hier so perfekt, daß trotz dieser extremen Vielheit an Einflüssen doch eine eigenständige Soundeinheit entsteht. Meine CD für die Insel oder mehr.“ (http://schallplattenmann.de/a100762-Eels-Beautiful-Freak.htm)

Eels – Novocaine for the Soul
Hochgeladen von FabCure. – Musikvideos, Sänger Interviews, Konzerte und mehr.

Gravenhurst – The Western Lands (2007)

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Der Herbst wird schön

‚The Western Lands‘ ist ein ruhiges, aber sehr spannungsvolles Album mit mehreren echten Highlights geworden, das zum Ende hin leicht abflacht.

Mit “Saints“ ziehen einen Gravenhurst und insbesondere Nick Talbot mit seinem subtilen Gitarrenspiel und der wunderschönen Stimme sofort in ihren Bann. Wie Nebelschwaden, bloss ohne deren feuchte Kühle, umhüllen einen die Jungs aus Bristol mit ihrer Musik. Die poetischen und ausdrucksstarken Textpassagen wie beispielsweise „Maybe God is desperate too“ kommen so wirkungsvoll zur Geltung, dass ein Weghören unmöglich ist.
Der zweite Song “She Dances“ beginnt mit trockenem Achtelrhythmus und weckt bei mir mit den dissonanten Flageoletttönen Assoziationen zu The Cure. Nach einem Break wird das Thema der Gitarre vom Piano unterstützt und steigert sich weiter bis zum Einsatz einer dreckig verzerrten Gitarre, die nach dem finalen Akkord das Schlagzeug ähnlich einem pumpenden Herzen allein lässt – bis zum letzten Schlag.
Der grösste Ohrwurm des Albums ist der Song “Hollow Man“, der mit einem markanten Hauptteil in bester My Bloody Valentine-Manier loskracht. Darüber schwebt, leicht wie ein Schmetterling, eine melancholische Pianomelodie, die den Gesang (eigentlich fungiert der Teil als Refrain) ersetzt. Nach zwei Minuten verliert sich der Song im Chaos von Schlagzeug-Geboller und Feedbackorgien, bevor einen das Thema wieder packt und zielstrebig zum Schluss führt.

Auffallend ist immer wieder Nick Talbots feines Gespür für kleine Details, welche die grundsätzlich einfach instrumentierten Songs enorm stimmungs- und abwechslungsreich wirken lassen. Damit und mit seiner spürbaren Hingabe, hat er Ähnlichkeit mit Robin Proper Shepard (Sophia, ehemals The God Machine). Mit deren insbesondere in früheren Jahren teilweise erdrückenden Vezweiflung und desillusionierten Stimmung haben Gravenhurst dann aber doch wenig gemein, vielmehr strahlen ihre melancholischen Songs Hoffnung und eine Art raue Schönheit aus.

“Trust“ ist ein weiteres sehr schlicht gehaltenes Stück, das durch das Ausspielen seines Strophe/Refrain Melodiebogens eine feierliche, fast hypnotische Wirkung entfaltet. Darüber singt Nick mit bedauernder Stimme „Trust is a hard thing to come by“ und eine kratzige Gitarre mit viel Hall setzt markante Farbtupfer – toll gemacht.
Gleiches könnte man auch zum instrumental gehaltenen Titeltrack “The Western Lands“ sagen, der sich wunderbar steigert und ähnlich dem bereits erwähnten Schluss von “She Dances“ mit markantem Schlagzeug aufhört, die Wirkung ist hier jedoch eine völlig andere. Sie erinnert eher an die letzten Bilder eines jeden Lucky Luke-Comics, wo der Lonesome Cowboy auf Jolly Jumper der untergehenden Sonne entgegen reitet.
“Farewell, Farewell“, als letzter hier speziell erwähnter Song ist eine Coverversion von Fairport Convention. Das Stück ist deutlich psychedelischer als die übrigen des Albums. Nicks weiche hallbeladene Stimme schwebt über einen minimalen Schlagzeubeat, und im Hintergrund stopfen als Kontrast quietschende Gitarrenfeedbacks jedes Soundloch zu.

Obwohl die abschliessenden drei Songs des Albums das Niveau nicht ganz halten können, ist “The Western Lands“ eine wunderschöne und sehr empfehlenswerte Platte für alle Freunde sanfter und sorgfältig instrumentierter Töne geworden, die ausserdem genau in der richtigen Zeit des Jahres auf den Markt kommt. Für mich eine der besten Neuentdeckungen dieses Jahres (Michael Zuckschwerdt)“ (http://www.exitmusic.ch/rezensionen/neuerscheinungen/gravenhurst_the_western_lands.html)

Tindersticks – Can Our Love… (2001)

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„Möchte man die Musik der Tindersticks beschreiben, greift am besten zu Ölfarben und Leinwand: Ein wolkenverhangener Himmel, ein öder Baum im Herbstwind, die Trostlosigkeit einer rauhen Felsenküste. „Can our love…“ schreibt die Geschichten, die die sechs Edel-Melancholiker seit mittlerweile 10 Jahren vertonen, nahtlos fort. Musik, Literatur und Kunst vereint in zeitloser Schönheit. Impressionen aus einer Welt, der die Farbe entzogen ist und die den Hörer mit ihrem morbiden Charme vom ersten Ton an aus der Realität reißt. Musik zum allein sein, für das heiße Schaumbad am kalten Wintertag , für die Einsamkeit nach dem Streit.

Trotzdem: Irgendwas ist anders! Bereits auf „Simple pleasure“ hat es sich angedeutet, jetzt gibt es keinen Zweifel mehr: Zwischen die Grautöne haben sich Farbtupfer gemischt. Spärlich, kaum merklich, hat sich der Schleier ein wenig gehoben, ein Hintertürchen ist aufgestoßen, der Zugang einfacher geworden. Aufatmen bei all jenen, die bisher keine Muse hatten den beschwerlichen Weg in Stuart Staples Psyche anzutreten, die angezogen und abgeschreckt zugleich waren. Fans haben den Trauerflor bereits vor dem ersten Hören angezogen, aber zum erwarteten Stich ins Herz gesellt sich diesmal eine reale, kleine Enttäuschung. Das Unbeschwingte, das in Stücken wie „People keep comin‘ around“ mitschwingt, nimmt der Band etwas von ihrer Ausnahmestellung. Ein gewisses Plätschern ersetzt Momente, die früher höchste Aufmerksamkeit verlangten. Ausnahmen bestätigen die Regel: „Dying Slowly“ oder das titelgebende „Can our love…“ sind pure Emotionen, abgrundtief traurig und wunderschön zugleich.

Kann man der Band vorwerfen, das sie nicht auf ewig neue „Curtains“ webt? Wiederholung hätte in die künstlerische Sackgasse geführt, ein radikaler Bruch der Band die Identität geraubt, die vorsichtige Neubestimmung mag den Kritikern vorerst Munition geben, doch der Sonnenschein, der durch die Wolkendecke der Songs schimmert, mag auch metaphorisch für die Zukunft der Tindertsticks stehen. Eine solche Liebe ist zu allem fähig. (Thorsten Thiel)“ (http://www.plattentests.de/rezi.php?show=536)

Einstürzende Neubauten – Alles Wieder Offen (2007)

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„Es hat den Neubauten gut getan, sich selbständig zu machen und ihre Musik nunmehr ganz auf eigene Rechnung aufzunehmen und selbst zu veröffentlichen. In den letzten Jahren war die Berliner Band so produktiv wie schon lang nicht mehr, nun hat sie mit Alles wieder offen auch noch eine ihrer besten Platten überhaupt am Start. Vom Lärm haben sich die Neubauten scheinbar endgültig verabschiedet, dafür kredenzen sie ein vollmundiges Meisterwerk zwischen poetischen Popsongs und einem ungebrochen grandiosen Sinn für Energie und Dynamik. Es geht ihnen heute musikalisch um die Feinheiten, um das Ausloten zwischen leise und laut, das sie mittlerweile meisterlich beherrschen, und um das Zusammenspiel der Instrumente. Aufbau statt Zerstörung. Über der Musik, lyrischen Balladen und elektrisierenden Rhythmen, aber thront – Entschuldigung, man muss es so majestätisch ausdrücken – König Blixa mit seiner sonoren Stimme, wandelt der ewige Bohemien als älter werdender Dichterfürst durch seinen Garten und sieht nach seinen Pflänzchen. Im Gegensatz zur Musik darf es in den Texten gern noch etwas mehr sein. Doch egal ob wuchtig oder zärtlich, in Bildersprache verkleidet oder ungewohnt klar, Bargeld findet fast immer die richtigen Worte.

Die Einheit von Musik und Text ist auf jeden Fall verblüffend. „Die Wellen“ bildet das Wogen des Meeres ab und wird gegen Ende hin immer wilder („Ich halt dagegen, brüll jede Welle einzeln an: / Bleibst du jetzt hier?”). „Nagorny Karabach“ erzählt von einem ganz speziellen Ort („Komm mich mal besuchen / Ich hab unendlich Zeit / Und der Blick der ist vom Feinsten”) und gemahnt an die ruhigeren Stücke von Nick Cave & The Bad Seeds, als Bargeld noch mitspielte. „Ich hatte ein Wort“ ist eine berührende Ballade über die Schönheit, die ein einziges Wort zu erzeugen im Stande ist. „Weil weil weil“ rockt mit einem Rhythmusmotor Marke Timbaland. „Ich warte“ schließlich ist eine Anrufung der mächtigen Kräfte, die in der Musik stecken: „Ich warte bis sie Türen Tore Schleusen öffnet / Bis sie wolkenbrechend – Weckruf Fanfare – / Überraschend aus dem Hinterhalt sich stürzt / Ich hoffe sie zettelt eine Hymne an”. Ein Erlebnis, wie der Meister hier ins Rasen gerät. Man vermeint streckenweise, Klaus Kinski beim Deklamieren zu hören, aber es sind doch immer Blixa Bargeld und seine Gang. Einstürzende Neubauten, so leicht und verführerisch wie nie zuvor, und trotzdem ein mächtiges Werk.“ (http://www.now-on.at/kritiken.artikel.php?artikel=1697)

http://www.alles-wieder-offen.com/ – Webseite zum Album

Arab Strap – The Last Romance (2005)

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„Arab Strap bemühen sich aufrichtig, jede Platte anders zu machen als die anderen. Wo andere um ihr Profil fürchten, kämpfen sie gegen ihren eignen Stil an, oder auch gegen den Mitmusiker. Lapidar lässt Malcolm Middleton verlauten: „Es war ein Kampf, den Aidan gewonnen hat und ich verloren habe.“ Was bedeutet das? Zunächst einmal das Tempo. „The Last Romance“ ist die schnellste Arab Strap-Platte aller Zeiten. Und auch die härteste. Aidan Moffat wollte sie zu einem „Schlag ins Gesicht“ machen, schneller und direkter als die bisherigen Veröffentlichungen – und setzte sich durch. Malcolm hingegen hätte es lieber ruhig und düster gehabt. Das Resultat ist eine perfekte Synthese: Dunkel und treibend jagt uns das Werk durch Aidans emotionale Erlebniswelt und wo es bisher vordergründig um Sex ging, geht es nun vordergründig um Sex und Liebe – auch eine Neuerung.

Wer Arab Strap nicht kennt, dem ist schwer die Faszination zu vermitteln und die intime Atmosphäre, die sein gemurmelter Sprechgesang verbreitet. Dazu kommt Malcolms komplexer Klangkosmos, dessen Melodien nur auf den ersten Blick catchy sind. Je öfter man sie hört, desto mehr entdeckt man. Es ist keine Musik für Mischkassetten (falls es die noch gibt) – man würde den Liedern Unrecht tun, die ihre Wirkung erst ganz entfalten, wenn man sie so hört wie sie gemeint sind, als Werk. Wer glaubt zwischen den Zeilen eine große Bewunderung für die Band und Begeisterung für die Platte herauszulesen, der liegt völlig richtig. Allein das Prinzip der beiden Typen, die in dieser Band vereint sind, macht sie gut: Der stille Grübler und der Melancholiker, der vor sich selbst in den Exzess flüchtet. Dazu die Arbeitsweise: Alleine mit einem Toningenieur fechten sie jedes Album miteinander aus. Keine Band, keine Demokratie. Nur in dieser Kombination ergibt sich die Tiefe und Komplexität, die die Band auszeichnet.

Schaut man sich die Qualität der Veröffenlichungen an, so erkennt man ein Wellenmuster, deren Berge „Philophobia“, „The Red Thread“ und nun „The Last Romance“ darstellen. Solche Platten sind Geschenke, nur weiß man gar nicht, wem man danken soll. Gäbe es einem Himmel, so würde man sich wohl an ihn wenden, doch das würde bei Arab Strap nicht passen. Vielmehr muss man den Leben selbst danken, dass es solche Geschichten schreibt und Menschen hervorbringt, die sie vertonen. (Stefan Claudius)“ (http://www.gaesteliste.de/review/show.html?_nr=6199)

Eels – Useless Trinkets – B-Sides, Soundtracks, Rarities And Unreleased (2CD) (2008)

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…Wie der Name es verrät, handelt es sich um eine Raritätensammlung − aber wie schon bei der Best-Of, oder vielleicht sogar noch mehr, steht diese Doppel-CD (+DVD) ganz für sich allein und ist alles andere, als eine lieblose Zusammenstellung irgendwelcher ausrangierten Tracks, die während vergangener Aufnahmen in den Mülleimer und von dort in den Keller gewandert sind.

„Useless Trinkets“ bietet 50 Songs, auf zwei CDs verteilt, welche einen breitgefächerten Überblick über alle Schaffensperioden des Ausnahmekünstlers Mark Oliver Everett (genannt „E“) bieten. Doch auch Songs vor seiner Zeit als Chef der Eels haben sich auf die Scheiben eingeschlichen, so entstammt „Dog’s Life“ bereits Ende der 80er, nachdem „E“ sich entschloss, vom tristen Virginia in das glamouröse Los Angeles zu ziehen − die Einsamkeit dieser schnelllebigen Stadt machten ihn schwer zu schaffen und ließen ihn ein wahrhaftes Hundeleben führen. Solche und andere Geschichten befinden sich in dem 76-seitigen Booklet, wobei jeder Song näher beleuchtet und die Geschichte dahinter dargelegt wird. Umrundet werden die sehr privaten Ausführungen von etlichen Bildern, aus allen Phasen der Band und aus allen Zeitzonen.

Weitere Highlights stellen diverse Coverversionen weltbekannter Klassiker dar, u.a. „Can’t Help Falling In Love“ von Elvis Presley oder auch „If I Was Your Girlfriend“ von Prince. Des weiteren befinden sich fünf Aufnahmen einer BBC-Aufnahme-Session, etliche Live-Mitschnitte, Soundtrackbeiträge (u.a. von „Der Grinch“ und des Wim Wenders Film „Am Ende der Gewalt“) und unzählige unveröffentlichte feinfühlige, fast zerbrechlich wirkende Stücke von einem der größten Songwriter unserer Zeit.

Zusätzlich zu diesem Mammutprogramm liegt der liebevoll gestalteten Doppel-CD eine DVD mit sechs Aufnahmen vom Lollapalooza 2006 bei. Direkt von der „Budlight Stage“ heizen die Eels zu schönsten Sonnenschein dem Publikum mit schwermütigen Klängen mächtig ein und sorgen für beste Stimmung − v.a. als ein Bandmitglied im Securityoutfit Schlagsahne verteilt − klingt seltsam? Ist es auch…

Zusammenfassend lässt sich eigentlich nur sagen, dass die Eels mit den beiden Veröffentlichungen „Meet The Eels“ und „Useless Trinkets“ den Fans ein großartiges Geschenk bereiten. Gerade in einer Zeit des schnellen Geldverdienens, ist es beruhigend zu sehen, dass es Künstler gibt, die sich die Zeit nehmen, den Fans eine adäquate Gegenleistung für ihr Geld zu bieten. Beide Veröffentlichungen sind liebevoll aufbereitet und strotzen vor musikalischer Finesse, kreativen Klangerlebnissen und feinfühliger, oftmals ironischer Poesie.

Wer von sich behauptet, einen guten und anspruchsvollen Musikgeschmack zu besitzen, kommt an den Eels einfach nicht vorbei…Licht und Telefone aus – Musik an!“ (http://www.medienkonverter.de/kritik.php4?id=2688)

Wikipedia (en) zur CD

Poni Hoax – Poni Hoax (2006)

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„“Budapest is the single of the year“ – Ewan Pearson

Nach den Hush Puppies kommt mit Poni Hoax die zweite Überraschung innerhalb eines halben Jahres aus Frankreich. Joakim und sein Label Tigersushi sorgen diesmal für ein erhöhtes Bewegungsaufkommen auf dem Dancefloor. Dieser Hybrid aus Italo Disco a la Giorgio Moroder, Noisy-, Garage-, Murder-Ballads a la Nick Cave und einer Fusion aus Arcade Fire mit Sonic Youth hat es in sich. Leadsänger Nicholas Ker beschreitet einen schmalen Grat zwischen dekadentem Morrisey und elegischem Jim Morrison. Zusammen mit Leadcomposer Laurent Bardainne bildet der seltsame Dandy den Kern des französischen Fünfers. Die Symbiose zwischen den beiden, könnte man mit der einstigen Beziehung zwischen Carl Barat und Pete Doherty vergleichen. Das selbstbetitelte Debut Album wurde von Joakim Bouaziz, einem der talentiertesten und gefragtesten Remixer Frankreichs (Annie, Tiga, Air) produziert. Feist sagt in der NY Times über die Platte: „Dark Disco, it’s the only way I can describe it.“ „…F******** incredible!!“ sagt The Wire. „Budapest is so good, I even bought it,“ sagt Tiga. Und für mich wird’s mit jedem Hören größer, größer, ganz ganz GROSS!!! “ (http://www.amazon.de/Poni-Hoax/dp/B000FFJQWS)
Pony Hoax bei myspace

Eels – Electro Shock Blues (1998)

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„Nach dem 1996er Geniestreich „Beautiful Freak“ zaubert Mastermind Mark „E“ Everett mit dem verbliebenen Rest-eel Butch sowie den Gästen Grant Lee „Buffalo“ Phillips, Lisa Germano und T-Bone Burnette eine Art Konzeptalbum über multiple Depressionen und das Tabu-Thema Nr. 1 – den Tod – aus dem Hut. Die Beinahe-Solo-Scheibe des sarkastischen Kaliforniers strotzt vor giftigem Zynismus, der in süßen Pop-Harmonien und atmosphärisch surrealen Tonbildern vom Rande des Grauens daherkommt. Trügerische Spieluhren spielen das Lied vom Tod. Beatles-Harmonien mit Klassik-Minimalismen („My Descent Into Madness“), Flower-Power-Residents („Going To Your Funeral“) und kafkaesker Gangster-Jazz („Hospital Food“) stehen neben TripHop-Fake („Electro-Shock Blues“) oder schwerem Scratch-Rock mit Zappa-Touch („Last Stop: This Town“). E’s „Baby Genius“ klingt gar wie Van Dyke Parks Version eines altbekannten Weihnachtsliedes.“ (http://schallplattenmann.de/a102959-Eels-Electro-Shock-Blues.htm)

WIkipediaeintrag (en) zum Album

Das Album auf der Webseite der Eels, auf welcher die Geschichte des Albums erzählt wird
Dazu noch das kreative Video zu Last Stop: this Town

Pixies – Surfer Rosa & Come On Pilgrim (1988)

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„Noch vor den Breeders und Frank Black gab es dieses Bostoner Quartett. Sie spielten mit Hardcore-Härte und Prägnanz gegen die akustischen, in moll gehaltenen Schnörkel des Latin-Pop an. Ihr erstes Album ist das stilistisch klarste. Hart und laut hauen sie einem die Drums um die Ohren. Aus den Songs wurde jede nicht unbedingt notwendige Note gestrichen. Sänger Black Francis kreischt vor sich hin, es geht um kaputte Körper und den Fluß Euphrat. Er gibt sich mal geheimnisvoll, mal völlig durchgeknallt. Kim Deal, die sich dann selbst „Mrs. John Murphy“ nannte, wirkte beim absoluten Highlight des Albums mit: „Gigantic“, einer gruseligen Hymne über Kindheits-Voyeurismus. Die Pixies spielen ziemlich wütend und raffiniert auf, bleiben dabei aber immer melodisch. Gut getarnt im Lärm tauchen aus dem Nichts plötzlich Hooks auf. Und die beißen sich ganz schön fest. (Douglas Wolk)“ (http://www.amazon.de/gp/product/B00005LAGO?ie=UTF8&*Version*=1&*entries*=0)

Wikipediaeintrag (engl.) zum Album

The B-52’s – Funplex (2008)

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„In irgendeinem Schundblatt stand jüngst etwas davon, dass wohl kaum jemand auf ein neues Album der B-52’s wartet. Über derlei Blödsinn darf man nach dem Genuss des ersten Albums nach sage und schreibe 16 Jahren nurmehr müde lächeln.

Mit „Funplex“ erfinden die 52s sich und die Musikwelt ganz sicher nicht neu, aber durfte man ein derart starkes Partyalbum nach so langer Zeit erwarten? Sicher nicht.

Frisch wie kaum erwartet singen Kate Piersson und Cindy Wilson im liebgewonnenen Zweiergesang. Geradezu jugendlich und so, als wären sie nie weg gewesen, trällern die beiden eine wundervolle Harmonie nach der anderen ins Mikro.

Dass dabei der Sound der Scheibe um einige Nuancen rauer daher kommt als das im Vergleich dazu glattpolierte „Good Stuff“ von 1993, gereicht den ohnehin guten Songs nur zum Vorteil. Keith Strickland verleiht den Tracks mit seinem gewohnt detailverliebten Gitarrenspiel einige nette Ecken und Kanten.

„Pump it up – give it up – turn up the track“ fordert der Opener „Pump“. Und verdammich, wenn man ob dieses Befehls nicht sofort den Stand des Lautstärkereglers um einige Drehungen nach rechts korrigiert. Die 52’s starten ihre Rückkehr mit einem idealen Einstand. Als Uptempo-Brett im besten Sinne und eine Animation erster Kajüte für den Dancefloor hämmert der Beat gegen Ende gnadenlos straight, dass Widerstand wirklich zwecklos erscheint.

Die Formation aus Athens verweigert sich aber trotz Hochhaltens der alten Trademarks nicht der Moderne. „Love In The Year 3000“ – der Titel deutet es bereits an – kehrt die etwas technoidere und zukunftsorientiertere Seite der neuen B-52’s mit housigen Dance-Beats aus der Konserve und Soundeffekten hervor, die die bunte und spacige Bubblegum-Welt der Band musikalisch perfekt in Szene setzt. Lyrisch setzt „Funplex“ ebenfalls die Traditionen fort. Außerirdische Absurditäten geben sich mit seltsamen Bekanntschaften auf dem Tanzboden munter die Klinke in die Hand.

Nur eines wirkt etwas befremdlich, und zwar das schon fast als perfekt zu bezeichnende Äußere. Ich will mir nicht wirklich ausmalen, was an den Bildern auf Cover und Booklet noch echt und was von Bildbearbeitung herrührt. Eine erstaunlich schlanke Kate steht da, wo vor einiger Zeit noch Wuchtbrummenausmaße geherrscht haben. Egal.

Unterm Strich ist den B-52’s genau das gelungen, was man zwar erhoffen, aber keineswegs erwarten durfte: Sie retten ihren Sound ins neue Jahrtausend, ohne ihre Wurzeln zu verleugnen. Somit freuen wir uns doch einfach, dass eine der charmantesten Bands des Planeten endlich wieder dick im Geschäft ist. Rock Lobster!“ (http://www.laut.de/lautstark/cd-reviews/b/b_52s/funplex/index.htm)

http://theb52s.com/ – Offizielle Homepage


B52’s Funplex
Hochgeladen von Channel_Zero