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Elbow – build a rocked boys! (2011)

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Elbow legen bei ihrem 5ten Studioalbum Wert darauf, dass dieses in kleinen Buchstaben und mit Ausrufezeichen geschrieben wird. Diesem Wunsch komme ich gern nach, zumal die Erhabenheit, die dieses Werk ausstrahlt, eine gewisse Demut beim Hörenden auslöst. Elbow schaffen es immer wieder, Musik zu komponieren und zu spielen, die für große Stadien genauso funktioniert wie für den ganz privaten, intimen Moment. Dazu trägt neben der wunderbaren Orchestrierung nicht zuletzt die markante Stimme von Sänger Guy Garvey bei.

build a rocket boys! kann als Nachfolger von „The Seldom Seen Kid“ als wohl schwierigste Geburt bezeichnet werden. Denn The Seldom Seen Kid war Elbows bislang erfolgreichstes Album. Sie kamen in die Charts und avancierten zu den (englischen) Publikums- und Kritikerlieblingen.  Wohl deshalb haben sie auch drei Jahre an diesem Album gefeilt und gebastelt, um auch ihren eigenen Wünschen gerecht zu werden: „Wir haben uns wie jedes Mal darauf konzentriert, ein Album aufzunehmen, das einen auf eine Reise mitnimmt. Das einem im Idealfall nach dem Anhören an einen anderen Ort transportiert hat. Wir sind in erster Linie noch immer eine Band, die Alben macht. Wenn wir damit mal nicht weiterkamen, stellten wir uns eine ganz simple Frage: ‚Was wollen wir als nächstes hören?‘“ (Quelle)

Als schlichtes Fazit kann festgehalten werden, dass dieses Album einfach nur großartig ist!

Plattenbesprechung bei Wikipedia,

House Of Freaks ‎– Invisible Jewel (1994)

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Schwierig, die Frage zu beantworten, ob es sich lohnt, dieses Album vorzustellen… Es ist, in heutigen Entwicklungszyklen gemessen, uralt, die Band gibt es nicht mehr und das Album dürfte auch nur schwer zu besorgen zu sein. Und dennoch überrascht die Platte immer wieder, wenn ich sie auflege – und ich kann nicht sagen, warum. Zwei Leute (Bryan Harvey & Johnny Hott) mit wenigen Instrumenten (Gitarre, Drums und etwas Percussion) schaffen es, einen sehr urigen und krautigen Sound zu erschaffen, der sich irgendwo am Folk-Pop zwischen R.E.M. (in der unpoppigen Phase :-)) und Tom Waits, Blues und Garage-Rock bewegt. Es wird viel geschrammelt, geraschelt, übersteuert und gekrazt, was wohl immer wieder meine Aufmerksamkeit erregt. Insofern passt auch der Titel, sind hier wohl einige unsichtbare Edelsteine versammelt, die immer wieder neu entdeckt werden wollen…

The Fall – Extricate (1990, Expanded Version 2007)

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The Fall, das lose Konstrukt um den Fixkern Mark E. Smith, ist seit Jahrzehnten auf der Bühne, um Anti-Pop und Punk populär zu singen. Extricate ist das 13te Album in der Bandgeschichte und das erste Album, welches Mark E. Smith nach seiner Scheidung von Brix aufnahm. Zeit für Deutungen, denn das Album hat einen schon fast auffälligen Hang zu Melodien und selbst M.E. Smith versucht sich, etwas vom Sprechgesang zu lösen und seine Texte von den Melodien mitreissen zu lassen. Und das macht durchaus Freude, wenn der Refrain bei „Popcorn Double Feature“ fast auf die Noten gesungen wird oder bei „Bill Is Dead“ die Stimme zur Betonung mal angehoben wird. Aber auch das kräftige, überbetonte Stottern bei Songs wie „Arms Control Poseur“ zieht ordentlich. Dass diese Marotte von Mark E. Smith auch gepflegtes Konzept ist, belegt CD-Booklet, welches u.a. die handschriftlichen Notizen zum Song „Chicago, Now!“ zeigen. In diesem Sinne:

„…LUK A U there just settin –
DOOWWWWWWNNNNNNN – chicago, NOWWWW…
…CHICAGO, NOWAHOW…“

Das Album wurde 2007 als Expanded Version nochmals herausgebracht und enthält nun weitere Tracks, Remixe etc.

Mehr Infos auf der (nicht mehr ganz aktuellen) Webseite von The Fall: http://www.visi.com/fall/index.html

 

Interpol – Antics (2004)

Hörprobe
Getragen von der mit stolz trauernden Stimme Paul Banks (aka Julian Plenti) bewegt sich der Zweitling von Interpol immer noch im Erbe zwischen Joy Division und Chameleons. Dabei gewinnen die Songs trotz rockigerem Touch noch an Größe und Anmut, zeigen erst nach mehrmaligem Hören all die Factetten und Details, die diese Musik so eindringlich werden lässt. Eine Musik mit Gänsehautgarantie, geraderaus und fast schon steril. Und dabei trotzem kantig und dank dieser Stimme (ja, diese Stimme!) voller Wärme. Irgendwie klingt dieses Album so paradox wie ein am Reisbrett entworfenes echtes Gefühl – und es ist mehr als nur gut!

http://www.interpolnyc.com/ – Offizielle Homepage von Interpol

Julian Plenti – Julian Plenti Is… Skyscraper (2009)

Hörprobe
Paul Banks hat sich eine Auszeit von seiner Band Interpol genommen und ein Soloalbum aufgenommen. Sein Alter Ego heißt Julian Plenti und darf alles, was im bierernsten Interpol-Kosmos verboten ist.

Wer ist Julian Plenti? Ein Wolkenkratzer, sagt der Plattentitel. Ein Dandy auf der roten Ledercouch in Slippern und im blauen Hemd, sagt das Albumcover. Julian Plenti ist Paul Banks, seit zehn Jahren Sänger der New Yorker Band Interpol und der markerschütterndste Bariton seit Joy Divisions Ian Curtis.

In New Yorker Indiekreisen ist die Kunstfigur Julian Plenti schon länger ein Begriff. Seit Mitte der 90er Jahre hat Paul Banks unter diesem Pseudonym Soloshows in kleinen Clubs und Bars gegeben. Aber erst 2006 ließ er sein Alter Ego wirklich von der Leine.

Das Wohnzimmer bleibt hörbar

Drei großartige Interpol-Alben hatten ihn zum internationalen Star gemacht, und gerade rechtzeitig zur großen Bandpause drückte ihm jemand eine Audioschnittsoftware in die Hände. Damit konnte Paul Banks zu Hause werkeln und aus jahrelang liegengebliebenen Songentwürfen kleine LoFi-Kunstwerke basteln.

Im Herbst 2008 ging Paul Banks dann mit befreundeten Musikern ins Studio, um aus seinem Heimwerkerprojekt ein echtes Album zu machen, sein Solodebüt „Julian Plenti Is… Skyscraper“. Seine Arrangements gehen mit akustischen Gitarren, Klavieren, Streichern und Bläsern über den gut eingespielten stoischen Interpol-Sound hinaus, sind kleinteiliger, fransiger und verspielter und verbergen nie, dass sie aus kleinen Wohnzimmerdemos hervorgegangen sind.

Hosen runter, Experimentierfreude raus

Als Julian Plenti wagt Paul Banks die Experimente, die bei Interpol den Rahmen sprengen würden, lässt als Songwriter die Hosen runter und probiert detailverliebt neue Wege aus – in Songs wie „Games For Days“ fehlen aber auch die großen Interpol-Momente nicht.

Die Stimmung auf „Julian Plenti Is… Skyscraper“ ist dunkel, wie man es von Paul Banks gewohnt ist – dem Solodebüt fehlt aber der heilige Ernst und die gravitätische Schwere eines Interpol-Albums. Als Julian Plenti darf sich der große Schwermütige des Indierock eine Leichtfüßigkeit erlauben, die ihm sonst verwehrt bleibt. Seinem Alter Ego setzt Paul Banks keine stilistischen Grenzen – Julian Plenti darf jederzeit zur großen Popgeste ausholen. (Michael Wopperer)“  (http://on3.de/element/2557/album-der-woche-julian-plenti-is-skyscraper#/element/2557/album-der-woche-julian-plenti-is-skyscraper)

http://julianplenti.com/– Offizielle Webseite von Julian Plenti

Phillip Boa And The Voodooclub – Boaphenia (1993, remastered 2011)

Hörprobe

„‚Love On Sale‘ wirkt wie ein Fortsetzungsroman von Container Love. Und Boa wie ‚der Bowie der Gegenwart‘, lobt dessen Ex-Produzent Tony Visconti. Kontinuität ist das eine, Konsequenz das andere. Die treibt der Dortmunder auf die Spitze. In der überbordenden Fülle der Stil- und Spielelemente, von Kindergarten-Pop über technologische Kapriolen bis zu Kitschelementen und Grunge-Gitarren, geht der Blick fürs Ganze doch nicht verloren. Von der Kultfigur zum wahrhaftigen Pop-Star ist’s da wahrlich nicht mehr weit. © Audio“ (http://www.amazon.de/gp/product/B00000AU0E?ie=UTF8&tag=philboaandthe-21&linkCode=xm2&camp=1638&creativeASIN=B00000AU0E)

„“Helios” (1991) und “Boaphenia”(1993), produziert u.a. von Tony Visconti (David Bowie, Morrissey….) und waren seinerzeit absolute Kritikerlieblinge mit Veroeffentlichungen in 12 verschiedenen Laendern. Die Zeitlosigkeit der Ideen und des Klangs ist verblueffend und der Beweis, wie weit Phillip Boa and the Voodooclub den anderen Pop/Rock/Indie/Alternativbands in Deutschland voraus waren…“ (http://www.vortex-club.de/programm/phillip-boa-the-voodooclub-spielen-heliosboaphenia/)

http://www.phillipboa.de/ Offizielle Webseite

Wikipedia über Phillip Boa

Polarkreis 18 – The Colour Of Snow (2008)

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„Na die trauen sich was! Statt in ihrer kleinen Indie-Ecke verkopft weiter vor sich hin zu frickeln, haben die Dresdener Jungs um Felix Räuber die große Geste entdeckt. Auf ihrem Zweitling „The Colour Of Snow“ wird nicht gekleckert sondern geklotzt: Wo auf dem Debüt noch vereinzelte Streicher fidelten, musiziert nun das komplette Filmorchester Babelsberg. Wo einst die unverkennbare Falstett-Stimme englische Texte so zart und darum auch kaum verständlich hauchte, traut sich Herr Räuber jetzt sogar zum Teil deutsch und lauthals zu tönen. Wo frickelige Beats sich in epischen Post-Rock auflösten, da schwingen sich jetzt hymnengleich Wahnsinns-Melodien in den Pophimmel, um sich in perfekten Arrangements selbst zu feiern – und passen so nicht nur in die Disko nebenan, sondern auch ins Mainstream-Radio…

Dank dem Händchen eines Mario Thalers und weil die Jungs wirklich wissen, was sie hier tun und wollen, ist ihnen eine Platte gelungen, die beim ersten Hören scheinbar haarscharf am Schmalz vorbeischrammt, sich jedoch sofort in den Gehörgang hakt und dort auf ewig nachhallt. Beim mehrmaligen Hören jedoch mit soviel Können aufwartet, mit liebevollen Details, mit einem wilden Mix an verschiedensten Zutaten aus Klassik, Electro und Post-Indie-Rock, dass einem schier die Worte fehlen.

Viele werden diesen Weg von Polarkreis 18 nicht mitgehen, werden der Band Kommerz vorwerfen, doch das kann den Jungs egal sein. Denn zu diesem Schritt in Richtung Pathos-Pop gehörte mehr Mut und Können als einfach eine Kopie ihres Debüts vorzulegen. Respekt, und „Weiter so!“. (Laura Anderson)“ (http://www.motor.de/motormeinung/motor.de/polarkreis_18_pro_contra_the_colour_of_snow.html)

Phillip Boa & The Voodooclub – C 90 (2003)

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„Es ist Phillip Boas dreizehntes Album. Ein verdammt gutes Album. Gibt einem ein gutes Gefühl. Gleich beim Aufwachen. So schön das Helle und Dunkle mischend, ohne es dabei zu verwischen. “C 90” fordert nicht zu viel und nicht zu wenig von einem, nimmt einen spielerisch mit in eine nebelverhangene eigene Welt. Groovig, melodiös, ja, Phillip Boa ist back – obgleich er natürlich nie weg war. “C 90” klingt trotzdem nach einem neuen Aufbruch, angekündigt von seinem letzten, noisigeren Album “Red”. Der neue Aufbruch kommt, wie man hört, durch neue Inspirationen: da wäre zum einen die aktuelle Garde schmutziger New Yorker Rock’n’Roll-Bands, die allesamt die gleichen Punk- und New-Wave-Vorbilder haben wie Boa; und zum anderen gibt es neue Schutzpatronen: Lado-Boss Carol von Rautenkranz verlegt und berät Boa jetzt, und Michael Ilbert (Cardigans, Tocotronic-Produzent) hat produziert, und – hey, welche Überraschung – Pia Lund ist wieder am Start! Ihre hohe, sehnsüchtige Stimme schmiegt sich aber auch wie dafür geschaffen an die Songs an.

Zusammen mit der ewig sinistren Boa-Voice bekommen die zappelnden, knisternden ½-Popsongs eine eigentümliche, vergnügte Färbung. Geblieben ist die Fähigkeit, wichtige Weisheiten über das Musikgeschäft – und die damit verbundene Beschaffenheit des Mainstreams – mal so eben in perlende, aber nie seichte Popsongs zu packen. Wenn er etwa schnoddrig über die 24-Stunden-downloading-Youth singt oder in dem knalligen “It’s Not Punk, It’s Not New Wave Anymore” einen Zustand konstatiert, der gut ins ausklingende 80s-Revival passt. Und dann ist da noch dieser kurz angebundene, flirrende Song namens “Courtney Love Why Not”, worauf sich Boa fast weich und schutzlos mit der umstrittenen Grunge-Ikone auseinander setzt. Auch hierbei überrascht sein nach wie vor neugieriges Insistieren auf neuen Sichtweisen. Toll auch die gar nicht so augenzwinkernde, sondern ziemlich ernste Auseinandersetzung mit seinem eigenen Status als Musiker, der schon ewig und drei Sommer im Geschäft ist: “I’m an ex-½-popstar”, erklärt Phillip Boa, und da ist sie schon wieder: diese angenehme, nirgendwo anbiedernde Originalität, die das gesamte neue Album dieses deutschen Ausnahmemusikers auszeichnet. Phillip Boa – why not?“ (http://www.intro.de/platten/kritiken/23030611/philip-boa-the-voodooclub-c-90)

Eels – Beautiful Freak (1996)

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„Wow!!! – Das Senkrechtstarter-Trio aus L.A. legt mit seinem genialen Meisterwerk für mich nicht nur die CD des Jahres ’96 vor, sondern läßt uns gleichzeitig einen Blick tun in die nahe Zukunft der Popmusik um die Jahrtausendwende. Thematik der ausnahmslos überragenden Songs von E (vocals, guitar), Butch (drums) und Tommy (bass) ist die Schönheit jenseits der Norm und die sehr wohl erträgliche Leichtigkeit des Freak-Seins. In wundervoll lässigen SOngs voller einfacher Klarheit schenkt uns das US-Trio „Novocaine For The Soul“ (Songtitel). Satte Melodien, schräge Gitarren, Fette Keyboards, Jazz-Grooves und eigenwillige Samples machen aus „Beautful Freak“ eine süchtigmachende außergewöhnliche Platte. Die Verschmelzung von Pop, Grunge, Independent, Rock, Country, Trip-Hop, Folk, White Soul, Club-Jazz, bzw. von Beatles, Nirvana, Crackers, Ween, Portishead, Neil Young, Doors, Soundgarden und Kirchenchor gelingt hier so perfekt, daß trotz dieser extremen Vielheit an Einflüssen doch eine eigenständige Soundeinheit entsteht. Meine CD für die Insel oder mehr.“ (http://schallplattenmann.de/a100762-Eels-Beautiful-Freak.htm)

Eels – Novocaine for the Soul
Hochgeladen von FabCure. – Musikvideos, Sänger Interviews, Konzerte und mehr.

Gravenhurst – The Western Lands (2007)

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Der Herbst wird schön

‚The Western Lands‘ ist ein ruhiges, aber sehr spannungsvolles Album mit mehreren echten Highlights geworden, das zum Ende hin leicht abflacht.

Mit “Saints“ ziehen einen Gravenhurst und insbesondere Nick Talbot mit seinem subtilen Gitarrenspiel und der wunderschönen Stimme sofort in ihren Bann. Wie Nebelschwaden, bloss ohne deren feuchte Kühle, umhüllen einen die Jungs aus Bristol mit ihrer Musik. Die poetischen und ausdrucksstarken Textpassagen wie beispielsweise „Maybe God is desperate too“ kommen so wirkungsvoll zur Geltung, dass ein Weghören unmöglich ist.
Der zweite Song “She Dances“ beginnt mit trockenem Achtelrhythmus und weckt bei mir mit den dissonanten Flageoletttönen Assoziationen zu The Cure. Nach einem Break wird das Thema der Gitarre vom Piano unterstützt und steigert sich weiter bis zum Einsatz einer dreckig verzerrten Gitarre, die nach dem finalen Akkord das Schlagzeug ähnlich einem pumpenden Herzen allein lässt – bis zum letzten Schlag.
Der grösste Ohrwurm des Albums ist der Song “Hollow Man“, der mit einem markanten Hauptteil in bester My Bloody Valentine-Manier loskracht. Darüber schwebt, leicht wie ein Schmetterling, eine melancholische Pianomelodie, die den Gesang (eigentlich fungiert der Teil als Refrain) ersetzt. Nach zwei Minuten verliert sich der Song im Chaos von Schlagzeug-Geboller und Feedbackorgien, bevor einen das Thema wieder packt und zielstrebig zum Schluss führt.

Auffallend ist immer wieder Nick Talbots feines Gespür für kleine Details, welche die grundsätzlich einfach instrumentierten Songs enorm stimmungs- und abwechslungsreich wirken lassen. Damit und mit seiner spürbaren Hingabe, hat er Ähnlichkeit mit Robin Proper Shepard (Sophia, ehemals The God Machine). Mit deren insbesondere in früheren Jahren teilweise erdrückenden Vezweiflung und desillusionierten Stimmung haben Gravenhurst dann aber doch wenig gemein, vielmehr strahlen ihre melancholischen Songs Hoffnung und eine Art raue Schönheit aus.

“Trust“ ist ein weiteres sehr schlicht gehaltenes Stück, das durch das Ausspielen seines Strophe/Refrain Melodiebogens eine feierliche, fast hypnotische Wirkung entfaltet. Darüber singt Nick mit bedauernder Stimme „Trust is a hard thing to come by“ und eine kratzige Gitarre mit viel Hall setzt markante Farbtupfer – toll gemacht.
Gleiches könnte man auch zum instrumental gehaltenen Titeltrack “The Western Lands“ sagen, der sich wunderbar steigert und ähnlich dem bereits erwähnten Schluss von “She Dances“ mit markantem Schlagzeug aufhört, die Wirkung ist hier jedoch eine völlig andere. Sie erinnert eher an die letzten Bilder eines jeden Lucky Luke-Comics, wo der Lonesome Cowboy auf Jolly Jumper der untergehenden Sonne entgegen reitet.
“Farewell, Farewell“, als letzter hier speziell erwähnter Song ist eine Coverversion von Fairport Convention. Das Stück ist deutlich psychedelischer als die übrigen des Albums. Nicks weiche hallbeladene Stimme schwebt über einen minimalen Schlagzeubeat, und im Hintergrund stopfen als Kontrast quietschende Gitarrenfeedbacks jedes Soundloch zu.

Obwohl die abschliessenden drei Songs des Albums das Niveau nicht ganz halten können, ist “The Western Lands“ eine wunderschöne und sehr empfehlenswerte Platte für alle Freunde sanfter und sorgfältig instrumentierter Töne geworden, die ausserdem genau in der richtigen Zeit des Jahres auf den Markt kommt. Für mich eine der besten Neuentdeckungen dieses Jahres (Michael Zuckschwerdt)“ (http://www.exitmusic.ch/rezensionen/neuerscheinungen/gravenhurst_the_western_lands.html)