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Dota – Wo Soll Ich Dich Suchen? (2013)

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Ich denke nicht, dass das die Zeit ist, in der man vom Hören von „Rockmusik“ zur „Volksmusik“ wandelt? Aber gefühlt zunehmend mehr deutschsprachige Bands machen mir Spaß und Lust auf Mehr. So auch Dota, die mit ihrem Album „Wo soll ich suchen?“ konsequent und treu ihren Weg verfolgt und die Hörer durch wohlige Melodien und be-merkenswerte Texte schnell in ihren Bann zieht. „Eingepackt in dezente, zumeist akustische Klänge redet und singt Dota über die Lust, den Frust, die Liebe und das Leben. Fernab vom überproduzierten Deutschpop-Standard, hat Dota längst ihre eigene Nische gefunden. Dort geben sich gezupfte Gitarren, Blechbläser, Quetschkommoden und gebürstete Kartons die Klinke in die Hand, während sich Dota wahlweise säuselnd oder gefestigt mit Momenten der Überwindung („Warten Auf Wind„), heißen Juli-Tagen („Sommer„), erdrückenden Vergleichen („Du Musst Dich Nicht Messen“) oder hypnotisierenden Naturschauspielen („Zwei Falter„, „Licht„) beschäftigt.“ (Quelle).

Mit ihren Liedern definiert sie das Genre der Liedermacher neu, befreit es von Staub sowie erhobenen, sozialkritischen Zeigefinger und macht es zugleich zugänglicher, ohne die Qualitäten zu stören. Wohl schon so manches Majorlabel wollte sie unter Vertrag nehmen, aber auch hier bleibt Dota beim Eigenverlag und ihrer Freiheit. Eine Empfehlung all denen, die Musik zuhören wollen.

Adem – Takes (2008)

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Das dritte Album von Adem stellt wieder eine Auswahl feiner Songs dar, die Adem in der Zeit von 1991-2001 einatmete, verdaute und nun in seiner ruhigen, gefühlvollen Art hauptsächlich begleitet von Akustikgitarre wieder ausatmet. Somit hatten die Songs die nötige Zeit, die sie zum Reifen benötigen, fast wie ein guter Wein. Den  Gärprozess der Lieder in Adems Körper hört man deutlich heraus. Vieles erinnert noch ans Original, ohne genau bestimmen zu können, was es eigentlich ist. Muster kommen bekannt vor, hier und da erinnert eine Melodieführung an ewas schonmal gehörtes… aber was?

„‚Takes‘ beinhaltet ausschließlich Coverversionen, deren Auswahl auf einen exquisiten Musikgeschmack schließen lassen und das melancholische Indie-Herz hüpfen lassen. Eine zärtliche Hommage an seine musikalische Helden aus den Jahren 1991 bis 2001. PJ Harveys ‚Oh My Lover‘ nimmt der mit der gezupften Gitarre und klagendem Gesang die Aggressivität, Lisa Germanos ‚Slide‘ unterlegt er gefühlvoll mit Harmonium- und Pianoklängen, dEUS‘ ‚Hotellounge‘ wird zur leisen, mit der Violine ausgemalten Folknummer.

‚Starla‘ von den Smashing Pumpkins schwingt sich dagegen mit einem anhebenden Durcheinander aus Gitarre, Bass, Glocken und Percussion in etwas unruhigere Höhen, aber ohne den Hörer zu überfordern; im Instrumental ‚Gamara‘ von den Post-Rockern Tortoise vollführt er eine akustische Gitarrenakrobatik, die an José González erinnert.

Die Zurückhaltung dominiert auf ‚Takes‘, Adem reduziert die Songs aufs Wesentliche, ohne die Originale dabei aus den Augen zu verlieren. Die spannendste Transformation gelingt ihm wohl mit ‚The Cure A Weakling Child/ Boy Girl Song‘ von Aphex Twin, dem er mit Ukulele und Glockenspielen einen entzückenden Lo Fi-Charme abgewinnt und Björks „Unravel“, dessen sphärisch anmutendes Arrangement von seinem warmen Gesang aufgefangen wird.“

Also zurücklehnen, CD einlegen und einen guten Wein öffnen. Es lohnt sich in beiden Fällen.

Webseite von Adem zur CD: http://www.adem.tv/site/index.php?page=articles&article=86