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Autechre – EP7 (1999)

Hörprobe
„On first listen, this record could give the impression that Autechre was turning into the techno version of math-rock (that undanceable, frequently atonal stuff that the kids in horn-rims seem to dig so much these days — Polvo, Slint, June of 44.). There didn’t appear, on first listen, to be as many nods to the classic electro-old-version-of-futurism sounds that make Autechre such an easy act to fall for. Another quick thought is that maybe EP7 sounds a little too much like Aphex Twin, which isn’t so bad, so much as it would have been a shame since Autechre has their own sound, and doesn’t need anyone else’s.

EP7 is not just the same old bleeps and bloops that one may or may not be used to from Autechre, and it’s not a drastic stylistic departure either. Tempos have become faster, rhythms more complex, and as ever, Rob Brown and Sean Booth have found a way to recycle the weirdest screeblings this side of your modem into melody lines.

Autechre’s music is innovative and as instantly recognizable as any singer’s voice. Every now and then a recognizable keyboard or drum machine sound might pop up, but its quickly swallowed by the most creative use of surface noise this side of Flying Saucer Attack. The results show up as rhythms that are anything but four-on-the-floor and harmonies that feature dueling washing machines instead of banjos. Autechre wraps their sonic constructions tight, and if you wish, they’ll seal you in with them. (Pearson Greer )“  (http://www.flakmag.com/music/epseven.html)

Wikipediaeintrag zu Autechre

Autechre – Amber (1994)

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„Die dichte, mathematische Musik, die Autechre auf ihrem Debütalbum Incunabula präsentierten, wird auf dem Nachfolger Amber mit einem neuen Kniff versehen. Während bei der früheren Arbeit die Percussions im Zentrum standen, dominieren hier hochentwickelte Melodien und Strukturen. Der Geist des Electro lebt noch immer in den gedämpften, rhythmisch komplexen und seltsam funkigen Beats. Aber sie bilden nicht nur den Hintergrund; sie verschmelzen nahtlos mit dichten Streicherlagen, umherschweifenden Synthesizer-Motiven und massiven Bruchstücken brutalen Lärms. Das ist hochintellektuell, aber auf keinen Fall gefühllos. Sind Tracks wie „Glitch“ und „Peizo“ dicht und undurchdringlich, so deckt der Großteil von Amber emotionales Gebiet ab, von schrullig und schnell („Slip“) bis hin zu melancholisch („Nine“). Diese hochemotionale „Maschinenmusik“, die auf den späteren Alben Tri Repetae++ und LP5 hervorragend fortgeführt wurde, macht aus Autechre eine der wenigen wirklich denkwürdigen Bands der modernen elektronischen Musik. (Matthew Corwine)“

Wikipedia über Autechre

Talk Talk – Laughing Stock (1991)

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„Konstantin Gropper ist Get Well Soon. Allen Liebhabern seines Debütalbums REST NOW WEARY HEAD, die sich gefragt haben, wo er in die Lehre gegangen ist, stellt er auf musikexpress.de sein Lieblingsalbum vor: LAUGHING STOCK von Talk Talk.

Ich weiß ich trage Eulen nach Athen, aber das Gähnen nehme ich in Kauf: Mein Lieblingsalbum ist LAUGHING STOCK von Talk Talk.

Ein bisschen „ausgraben“ muss man dieses Meisterwerk dieser Tage ja wirklich. Schändlicherweise. Im regulären Vertrieb ist es schon lange nicht mehr. Deshalb ist LAUGHING STOCK vielleicht so etwas wie der meistzitierte „Geheimtipp“ überhaupt.

Da wäre zunächst mal die faszinierende Geschichte vom Werdegang der Band. Mit Hits wie „Such A Shame“ oder „It’s My Life“ waren Talk Talk eine der erfolgreichsten Pop-Formationen der 80er Jahre. Bis sie 1989 mit dem Album SPIRIT OF EDEN einen musikalischen Schnitt in ihre Karriere setzten, der in seiner Konsequenz und Eigenwilligkeit bis heute einzigartig ist. Plötzlich hatten Talk Talk keine Stadion-Refrains mehr, sondern einfach überhaupt keine, waren extrem sperrig, improvisiert, kurz gesagt: Avantgarde, oder wie man sogar bei Wikipedia liest, hatten sie damit den Post-Rock erfunden. LAUGHING STOCK, das Folgealbum, um welches es hier gehen soll, machte dann mit seiner äußerst düsteren und regelrecht entrückten Grundstimmung noch einen bedeutenden Schritt weiter in Richtung Unzugänglichkeit. Dass die Verantwortlichen bei der neuen Plattenfirma (immerhin das Jazzlabel Verve) damals aus der Listening-Session entsetzt vorzeitig flüchteten, ist ja auch oft genug erzählte Musikgeschichte.

Was mich an LAUGHING STOCK am meisten fasziniert, ist, dass man das, was in den gut 43 Minuten passiert, eigentlich nicht in Worte fassen kann. Aber nun habe ich mich in die Situation gebracht und entschuldige mich jetzt schon mal für die Unzulänglichkeit meiner Ausführungen. Aber es soll ja subjektiv sein, oder?

LAUGHING STOCK beginnt mit einer 18-sekündigen Pause. Nur ein leises Gitarrenrauschen ist zu hören. Vielmehr das Geräusch des Raumes, in welchen hinein die folgende Großtat erklingen soll. Oder mit John Cage (der sein Werk Organ2/ASLAP ja bekanntlich mit einer eineinhalbjährigen Pause beginnen lässt): der Klang der „schweigensverweigernden Welt“. Es folgt ein Gitarrenakkord, der diese Stille regelrecht zerschneidet und mir jedes Mal die Brust, weil er vielleicht schon alles an diesem Album vereint, was es ausmacht: Er klingt so frei schwebend und dennoch spannungsvoll, gleichzeitig zu Tränen rührend schön wie aus einer anderen Welt. Ein kammermusikalisch, punktueller Moment der Spannung, wie man ihn zuletzt vor gut 80 Jahren bei Charles Ives oder bisweilen gar Anton Webern gehört hat.

Nach gut einer Musik setzt Mark Hollis’ unverwechselbare Stimme ein: „Place my chair at the backroom door.“ So viel Schmerz klingt in dieser Stimme mit, als trüge sie das Elend der Welt auf den Schultern. Dabei ist es eigentlich egal, was er singt. Es klingt so seltsam entrückt als hätte er im Liegen gesungen, wie damals ein Rezensent bemerkte. Er soll im Studio viel mit Kerzen und Weihrauch gearbeitet haben. Und regelrecht orthodoxe Erfurcht ruft sein entwaffnender Gesang hervor, an den heute allerhöchstens ein Will Oldham heranreichen kann. Diese unbegreifliche Sphärenmusik von „Myrrhman“, dem ersten Stück der Platte, endet in einer überirdischen Streicherseligkeit und damit den vielleicht schönsten gut 1,5 Minuten Musik, die je auf Band verewigt wurden.

Man könnte mit einer unendlichen Liste an musikalischen Skurrilitäten fortfahren, die sich die Herren Hollis und Friese-Greene haben einfallen lassen, die aber bei aller Ausgefallenheit immer eines sind: einfach nur wunderschön. Und das ist es dann auch, was diesen düster-erhabenen Monolithen (eine verhasste, aber ausnahmsweise passende Vokabel) von einem Album auszeichnet. Es ist Avantgarde, d.h. allem heutigen, das es vor fast 20 Jahren vorweg genommen hat, immer noch kilometerweit voraus, sperrig, niemals vorhersehbar und zu jeder Sekunde so unzweifelhaft eigenwillig, als sei es nicht von dieser Welt. Aber gleichzeitig immer emotional zutiefst ergreifend und von einer ästhetisch erhabenen Vision durchdrängt, die mich zumindest einfach nur glücklich macht (und natürlich maßlos einschüchtert). Ich glaube, so würde ich meine musikalische Idealvorstellung definieren und also auch eines meiner Lieblingsalben, an dem ich mir mein Leben lang die Zähne ausbeißen werde.“ (http://www.musikexpress.de/Get_Well_Soon_%C3%BCber_LAUGHING_STOCK_von_Talk_Talk.html)

Indipedia über das Album

SND – Tender Love (2002)

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„17 tracks wide, no track titles, no mistakes, nothing but the good stuff. Inspecting the ‘less is more’ aesthetic and proving that sound analysis and precise rhythm construction do not have to mean heartless analyticism, Mat and Mark have taken the formula one step further and have produced a third album that must surely count as their best work to date. Diving straight into the CD – track 4 – and you’ll discover that the micro-beat has been mutated into what you must deliciously call micro-2 step! The groove is delicious, precise sparkling keys and a sharp allignment of clicks and bass kicks that will ensure that even the most bearded Wire reader will stop analysing and will start to shuffle. Devestating stuff. Following on from there – the reduced aesthetic mutated once again – strictly controlled components – lots of delicate unravelling and heart-moving tones, always placing the rhythmic at the forefront and giving those nice people in Cologne and Montreal something to think about with a template for the future of all things Micro. It’s hard to think of any artists working within the electronic field that have managed to create a sound of their own so thoroughly – concluding that despite relentless efforts from a host of admirers, nothing has ever really managed to sound quite like this, and nothing ever will. Fabulous.“ (http://www.boomkat.com/item.cfm?id=6409)

Autechre – Envane (1997)

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„It begins with a chirping beat and a smooth, deep bass pulse. Then brassy stabs of melody cut in with more staticky rhythm. Shadowy voices sing until the choppy scratching of a rap vocal swirls into the mix. Gradually a roving piano melody ups the complexity. It’s “Goz Quarter,” the first track on the Envane EP by Autechre. This is another gorgeous Ae release that never saw the light of day in the States. Subtle chords, heavy beats, and rattling clicks combine into industrial plant melodies. It’s a shame this one hasn’t been released in the US, because it’s classic Chiastic Slide-era Autechre and one of my favorites.“ (http://www.gridface.com/reviews/envane.html)

Wikipedia über Autechre

The Art of Noise – The Seduction of Claude Debussy (1999)

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Als Claude Debussy am 18. März 1918 in Paris verstarb, regnete es und die Deutschen bombardierten die Stadt… Kein schöner Gedanke, wenn man sich die letzten Minuten im Leben des Romantikers vorstellt. Und mit diesen Worten beginnt das Album über die Verführungen des Claude Debussy.

The Art Of Noise huldigen mit diesem Werk die Arbeiten sowie die Person Debussys. Dabei schaffen sie es, glaubwürdig, frei von Kitsch, mit gebürtiger Achtung und mit einer sehr gelungenen Verbindung von elektronischer Musik und Soundschnipseln aus dem Werk Debussys zu klingen. Die Kunst des Geräuschs, das die Gruppe sonst so gern erkundet, tritt hier zurück für eine homogene und warme Klanglandschaft. Dabei holten sich Art of Noise Unterstützung wie den Rapper (!) Rakim, BBC-Sprecher John Hurt oder die Opernsängerin Sally Bradshaw ins Boot, die auf dem Album entsprechende Akzente setzen. Drum’n’Bass und Breakbeat treffen auf HipHop und Ambient, Operngesang und Pianosolis werden geloopt und werden collagenhaft aufgetragen. Ein großer, atmosphärisch sehr gelungener Wurf der Soundtüftler

Wikipedia über Art Of Noise

T. Raumschmiere – Radio Blackout (2003)

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Monsterbeat im Radio-Edit

T.Raumschmiere war mit seinem letzt jährigen Mute-Album „Radio Blackout“ auf fast allen Kanälen präsent. Und das soll mit einer weiteren Singleauskopplung noch ein wenig erhalten bleiben. Mit knarzig-rockendem Anstand natürlich.

Marco Haas aka T.Raumschmiere ist stets eine sichere Adresse für rockende Verwirrung gewesen. Noise, Knarz und Minimal Techno zwischen Kompakt und Aphex Twin hat er so weit ausbalanciert, dass Mute sich an eine größere Vermarktung wagte. Als dritte Single aus „Radio Blackout“ wurde nun „A Million Brothers (Blahblahblah)“ ausgekoppelt. Ein wiederum untypisches Stück mit Hip Hop-Vocals der nicht ganz unbekannten Glasgower Rapperin MC Soom T, die bereits mit Bus zuarbeitete. Dazu Remixe von Pole sowie Subspecies. Außerdem gibt es einen sweet gekürzten Radio-Edit des Albumtracks „Querstromzerspanner“, welches gleichzeitig als Hörprobe freigeben wurde. Geboten werden noch einmal stampfende Monsterbeats mit gleichermaßen Melodie und Dissonanz sowie etwas Hymnenhaftigkeit. (jw)“ (http://www.tonspion.de/musik/traumschmiere/musik/235918)

Senking – Ping Thaw (1991)

„Auf der erst vierten CD des Labels meldet sich endlich einer der ersten Acts des Labels in anderem Format kurz (50min) zu Wort. Einige Tracks kennt man schon von den 12″es und die Art wie Senking aus einer Konzentration auf die Elektronik und die langsam aus dem Analogen herausgearbeitete Dichte ist immer wieder spannend. Soundtrack der ruhigen Art eines gelegentlich darken aber nie bedrückenden Sounddesigns mit sehr viel Raum und Tiefe, die in gewisser Weise an den Traum des Sieges der Mechanik über den Rest der Welt erinnert, der Techno so lange begleitet hat, und Senking damit in die Nähe anderer Producer einer ambienten Kompromisslosigkeit bringt. Pulsieren, dunkel, still und nachtgläubig dürfte diese CD die Bandbreite von Karaoke Kalk nach den sehr ausgelassenen heiteren Platten betonen.“ (http://www.de-bug.de/reviews/8471.html)

Burnt Friedman & The Nu Dub Players – Can’t Cool (2003)

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„Ein Festival der Slowmotion-Leichtigkeit! Scheißegal, welcher Star Friedman und Freunde empfiehlt, am besten selbst anhören, Meinung direkt von Tonträger zu kognitivem System bilden und in Totalbegeisterung verfallen. There is no other way! Schon ein einziger Track sagt es alles: „Fuck Back“ klingt wie ein hektisch zerstückelter Dub auf totalem Funk mit vielen Samples, z. B. einer Gitarre, die an David Sylvian/Japan erinnert und irren Vocals von Theo Altenberg, der cool wie ein imaginärer Rockers-Tikiman und dann doch abgedrehter wirkt. Wie gesagt: das alles passiert im ersten Track. Und derer gibt es zwölf. War das letzte Album „Just Landed“ nicht schlecht, aber noch deutlicher an den Projektnamen gebunden, schlagen Friedman und eine zwanzigköpfige Bande (darunter die Stimmen von Abi, Patrice und Lovetta Pippin) nun so richtig los. Das hier ist tiefster Dub-Reggae mit postmodernem Aufblinken am grünbraunen Rande. Erst recht dann live und um Preisträger Jaki Liebzeit von Can ergänzt demnächst im virtuellen Coffeeshop Deines Vertrauens. Aber besser am Stuhl anschnallen, denn hier, höre „Dublab Alert“, wird Haken geschlagen und Atem genommen, in einem Fluss versteht sich, einem einzigen langen. Meisterstück von A bis Z. Wenn das Prince hört …“ (http://www.de-bug.de/reviews/18240.html)

„Glatte Eingängigkeit kommt direkt hinten wieder raus.“ Interview mit Bernd Friedmann bei irieites

Bernd Friedmann und Eric Mandel hören gemeinsam Musik. Lustig 🙂 http://www.burntfriedman.com/research/research-content/listening-to-records-with-eric-in-german.html

Wikipedia zu Burnt Friedman

Adolf Noise – Wunden, s. Beine Offen (1996)

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„“DIESE PLATTE ISST VIEL BESSER, ALS DIESE PLATTE ISST“ (Ebby Thust, Box-Promotor)

Lassen wir die Künstler selbst sprechen:

„Sehr geehrte Hörer, ADOLF NOISE ist Projekt und Projektil in zweier Person: Die Exil-Flensburger Koze (Member of FISCHMOB) und Marc Nesium (sehr viel später dann Member of FÜNF STERNE DELUXE, ansonsten Graphiker u.a.f. FISCHMOB und FLUGSCHÄDEL) lebten zusammen in einer Wohnung. Sie war Fluchtpunkt und -grund zugleich. Doch immer Brutstätte kreativen Schaffens. Ihr gemeinsames Projekt war ursprünglich als Tape-Sampler geplant, entwickelte sich dann aber zu etwas anderem. Selbst Ebby Thust hatte diese Platte schon gehört und fand sie richtig.

„Wunden, s. Beine offen“ ist DAS 1. Chill-Out HÖRSPIEL in deutscher Sprache“ und bündelt Musik, Grafik, Hörspiel, Dadaismus, Kawumm-Styler und hartgeile Spackenkacke. Eine grüne Trip-Hop Reise mit knatternden 70er Büsum-Bässen, fertigen Rettungshunden in Trümmer und Fläche, Professor Wing an Bord der „Fredericia“ sowie Textfragmenten von Hermann Hesse, Werner Hansch, Eduard XY Zimmermann und einer 20 Jahre alten Psychopharmaka Werbe-Schallfolie. Wahnwitzig, absurd und ab sofort!

Achtung! Lieber Hörer, bitte nehmen Sie diese Platte ernst und sich 35 Minuten Zeit! Hören Sie sie in aller Ruhe, jedoch mit einer gewissen Wachsamkeit. Schon nach wenigen Minuten wird sich bei Ihnen der sogenannte Ginsoleddo-Effekt im aktiven Zentralnervensystem einstellen. Bei unkonzentriertem oder beiläufigen Hören wird dieser gewünschte Effekt allerdings nicht oder nur teilweise erziehlt. Wir wünschen angenehme Unterhaltung.“(http://www.plattenmeister.de/ger/bands/adolfnoise.htm)

Adolf Noise und das Album bei Indiepedia