Saalschutz – Das Ist Nicht Mein Problem (2005)

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„Saalschutz haben Glück, dass sie nicht aus Berlin kommen. In Berlin hätte ich wohl kurz mal reingehört und M.T. Dancefloor und DJ Flumroc als Trendsurfer abgetan, als Langweiler, die schnell noch ein Stück vom NDW-Revival-Kuchen schnorren wollen. Saalschutz kommen aber aus Zürich, weswegen ich noch mal genauer hinhöre. Und feststelle, wie reflektiert, popbewusst, auch: wie lustig das Duo Stile und Vorbilder zur Einheit verschmilzt. Man hört Kraftwerk („Meine kleine Popmusik“), Prince („19, 9 und 90“), immer wieder auch rumpeligen Elektropunk („Ohne Saalschutz“). Interessant sind sie aber nicht als versierte Vergangenheitsbewältiger, sondern da, wo sie sich nur noch in Anführungszeichen denken lassen: „Leerer, inhaltsloser Ausdruck“ und „Diedrich Diederichsen“ funktionieren gleichzeitig als Antiintellektualismus und als fröhliches Bekenntnis zum hemmungslosen Verkopfen. Plötzlich geraten Saalschutz in die Nähe der Belanglosigkeit, plötzlich scheinen sie einem gelungenen Kalauer den Vorzug vor der inhaltlichen Schärfe zu geben. Man hört, wie weit sie von der Disco entfernt sind, wenn sie einen Discobesuch mit „Drumcomputer, Mikrofon, soziokulturelle Konstruktion“ beschreiben. Aber eine Zeile später formulieren sie die Sehnsucht nach der Rückkehr: „Heut‘ ist ein wundervoller Tag“. Und diese Sehnsucht macht die CD so schillernd, so campy, so großartig – jenseits aller Trends. (fis)“ (http://www.kulturnews.de/knde/index.php?id=4578&topic=platten&artist=Saalschutz&title=Das+ist+nicht+mein+Problem)

http://www.saalschutz.com/ – Homepage von Saalschutz

Saalschutz bei Wikipedia und myspace

Interview mit Saalschutz bei mainstage

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