Portishead – Portishead (1997)

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„Die Metamorphose der Kellerasseln aus Bristol und ihr Paranoia-Blues-Soul aus Babel-Ville geht jetzt endlich in die zweite Runde. Auf ihrem – lange erwarteten – schlicht „Portishead“ betitelten Comeback-Album (nach dem epochalen Debüt-Werk „Dummy“ von 1994) präsentieren sich Geoff Barrow und Beth Gibbons der geduldigen Fan-Gemeinde wie Engel aus Staub. Gedacht als ästhetische Hommage an den Poetischen Realismus der Schwarzen Serie und dessen düster-pathetischen Fatalismus mit pittoresker Sackgassen-Philosophie funktionieren auch die neuen Songlines von Portishead in kafkaesken Groove-Variationen zwischen verstaubten Pop-Splittern und den langsamsten Hip-Hop-Loops, die man sich vorstellen kann. Die elegant ausgetüftelte Lo-Fi-Depro-Retro-Produktion der Briten führt auf Dub- und Scratch-Pfaden direkt in eine virtuelle Welt aus Morricone-Western, „Letztem Tango in Paris“ und herrlich finsteren Sixties-Science-Fiction-Streifen. Hier scheinen sich Mister Goldfinger, Serge Gainsbourg („Je t’aime“), Inspector Clouseau und die Aliens aus „It Came From Outer Space“ auf den Tag des Jüngsten Gerichts oder die Invasion der Body-Snatchers vorzubereiten. Die neue Scheibe von Portishead ist – wie der Erstling – von solchem Stoff, aus dem die Träume sind, und wer will schon ernsthaft auf Letztere verzichten?“  (http://schallplattenmann.de/a101916-Portishead-Portishead.htm)

http://www.portishead.co.uk/ – Homepage von Portishead

Mehr bei Wikipedia und laut.de

Das großartige Video „Only You“ von Chris Cunningham, bei welchem der Legende nach Beth Gibbons beinah ertrunken wäre. Ein musikalischer und optischer Leckerbissen…


2 Gedanken zu „Portishead – Portishead (1997)“

  1. ich mag ja ihre hauchestimme. auf dem letzten album fand ich sie dann jedoch zu kräftigeren beats teilweise unangemessen/ zu zart… trotzdem was feines. die damen und herren.

  2. Ja, es gab eine Veränderung in der Musik. Vielleicht lag es an den Kritiken zum letzten Album, in denen Portishead einfach nur Replikation und keine Innovatin vorgeworfen worden ist. Hörenswert ist übrigens auch dass stark akustisch orientierte Album „Out Of Season“ (http://lars-kilian.de/blog//?p=422) mit Beth Gibbons und Rustin Man (ehem. Talk Talk). Das ist ziemlich grandios und passt wunderbar in den November 🙂

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